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Die Welt · 1914-06-05 · 23 (5.6.1914) · p. 559

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
18 (1914)
Issue
23 (5.6.1914)
Article
Kotzman [Nachricht]
Date
1914-06-05
Page
559 (sequence 2)
Language
German
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Nr. 23 559 mann Josef Essner die Erschienenen und hob die Verdienste des Scheidenden um den Verein und die zionistische Idee hervor. Nach einigen weiteren Ansprachen dankte Herr Ehr. Berger dem Verein für die zu seinen Ehren veranstaltete Feier und allen Rednern für die Lobsprüche, versprach auch weiterhin für die zionistische Idee zu wirken und drückte schließlich seine Wünsche für das Gedeihen des Vereins aus. Ungarn Von der J. N.-F.-Landessammelstelle 1.1.— Die im Anfang dieses Jahres durchgeführte Reorganisation der Landessammelstelle des Jüdischen Nationalfonds für Ungarn hat sich gut bewährt. Unter Leitung des Gg. Dr. Viktor Jordan wurde eine straffere Organisierung der Vertrauensmänner und der Büchsenleerungen vorgenommen, und auch mit Einzelaktionen ein erfolgreicher Versuch unternommen. Eine Kindersammlung zu Purim brachte 4000 Kr., eine für die hiesigen Verhältnisse recht erhebliche Summe. So ist zu hoffen, daß die Sammlungen in diesem Jahre ein viel höheres Ergebnis haben werden, als in früheren Jahren. Aus den Ortsgruppen I 1.— Györ (Raab). Unsere Ortsgruppe hatte bei den jüngsten Kultusgemeindewahlen einen Wahlsieg zu verzeichnen. Gemäß einem früheren Beschlüsse beteiligten sich unsere Gesinnungsgenossen an den Wahlen zur Repräsentanz der jüdischen Kultusgemeinde. Nach einem überaus heftigen Wahlkampf wurden 10 Gesinnungsgenossen in die 40 Mitglieder zählende Kultusgemeinde-Repräsentanz gewählt. Es sind dies die Herren Dr. Eugen E r d e 1 y i, Ignaz F o d o r, Adolf Freund, Jakob Feldmann, Josef Glück, Michael Grünwald, Desider Kürschner, Armin Lefkovits, Philipp Szäntö und Samuel Stern. Außerdem wurden zwei zionistische Ersatzmitglieder gewählt. Fiume. Hier bestand vor Jahren der zionistische Verein „Cheruth“, der sich jedoch später auflöste. Auf Veranlassung des zurzeit in Abbazia befindlichen Wiener Gesinnungsgenossen Dr. Hermann K a d i s c h wurde ein Komitee eingesetzt, um den Verein zu neuem Leben zu erwecken. Es wurde am 17. Mai im Beratungssaale der Gemeinde eine öffentliche Versammlung abgehalten, an der ca. 100 Personen teilnahmen. Dr. Kadisch Hielt einen Vortrag über „Die Juden als Volk, Staatsbürger und Kulturmenschen“. Unter dem Eindrücke des Vortrages erklärten sich etwa 40 Anwesende bereit, dem neuzugründenden Verein beizutreten. Auch die ständig in Abbazia anwesenden Zionisten beabsichtigen sich dem neuen Verein „Cheruth“ anzuschließen. — An der Reorganisierung beteiligten sich auch der zum Kurgebrauch in Abbazia weilende Gg. Dr. Kornhäuser aus Jaslo, von den Fiumaner Gesinnungsgenossen vornehmlich Herr Max Neu mann. Budapest. Unser jüdischer Turnverein, der Vivo es Atletikai Klub, veranstaltete am 23. Mai ein Schauturnen, das einen überaus gelungenen Verlauf nahm. Eingeleitet wurde der Abend durch präzis ausgeführte Freiübungen der Damenabteilung, welche sich später auch im schwedischen Turnen auszeichnete. Die Leistungen der Damenabteilung fanden reichen Beifall. Dafür gebührt in erster Linie der leitenden Turnlehrerin Fräulein Fanny Hajdu Dank. Auch die Leistungen der erst jungen Abteilung für Damenfechten waren recht zufriedenstellend. Eine Musterriege der Männerabteilung führte am Barren, Reck und Bock in jüdischen Turnerkreisen bereits bekannte und gewürdigte Uebungen aus, für die das Publikum sich besonders dankbar zeigte. Die Leistungen der Herren Szäntö, Wiener, Hirschfeld, Szalai, Dükstein, Geliert und N eu wohne r verdienen besonders hervorgehoben zu werden. Am Abend wurde auch die Klubmeisterschaft im Säbelfechten „ausgefochten“, wobei Herr Andor Zsoldos Sieger blieb. — 10 «b des Reinerträgnisses wurden vom Klub dem Hebräischen Schulwerk in Palästina zugeführt. Nagytapolcsäny. Dank den Bemühungen unseres Gesinnungsgenossen Dr. Baruch T omaschoff war es uns vorige Woche gegönnt, den bekannten Palästina-Film der Gesellschaft „Misrach“ zu sehen. Die Vorführung dieser Bilder aus dem Leben des neuen jüdischen Palästina hat auch unter den hiesigen Juden ihre propagandistische Wirkung bewährt und das Interesse für die Renaissance unseres Volkes in der alten Heimat mächtig gesteigert. Herr Dr. Tomaschoff hielt eine einleitende Ansprache von begeisternder Wirkung. Auch in der benachbarten Stadt N y i t r a wurde der Palästina-Film dank der Initiative unseres Gesinnungsgenossen Felix Neumann vorgeführt. Die Lokalpresse widmet den beiden Abenden anerkennende Notizen. :elt Rußland Moskau. Die günstige Stimmung, die Herr Dr. T schlen o w bei seiner letzten Anwesenheit in Moskau für die P. L. D. C. geschaffen hat, dauert weiter an und berechtigt zu guten Hoffnungen. Nachdem bei der ersten von Dr. Tschlenow veranlaßten Besprechung von 23 Anwesenden 22 für 1300, £ P. L. D. C.>- Aktien gezeichnet hatten, sind inzwischen weitere 340 £ gezeichnet worden. Die Subskription wird energisch fortgesetzt. — Herr Geheimrat Cohen, der seine russische Tournee im wesentlichen dazu benutzt hat, um als jüdischer Politiker gegen den jüdischen Nationalismus Stimmung zu machen, hat in Moskau nicht den begeisterten Empfang gefunden, den man ihm in Petersburg bereitet hat. Die Zionisten haben die Einladung, die an sie zu dem zu Ehren Hermann Cohens geplanten Bankett ergangen war, aus prinzipiellen Gründen abgelehnt. Das Bankett hat nicht stattgefunden. England Dr. Levin in England (Von unserem Berichterstatter.) g.— Dr. Levins Reise in die Provinz war ein voller Erfolg. In allen Städten, in Manchester, Leeds, Liverpool, Glasgow, war sein Besuch ein Ereignis. Nichtzionisten wie Zionisten strömten zu den Versammlungen. Durch Levins überzeugende Worte sind dem hebräischen Schulwerk in Palästina neue Hilfsquellen in England erschlossen worden. Es hat sich wiederum erwiesen, daß auch abseitsstehende Kreise die Bedeutung der hebräischen Sprache und Kultur in Palästina zu würdigen wissen. Inwiefern die Saat, die Dr. Levin ausgestreut hat, auch zur Reife gedeihen wird, hängt natürlich in erster Reihe von der Tätigkeit der englischen Zionisten ab. Die English Zionist Federation ließ es sich nicht nehmen, den jüdischen Massen des Londoner East End noch einmal Gelegenheit zu geben, Dr. Levin zu hören. In der Great Assetnbly Hall, wo Dr. Herzl zu den Juden Londons bei verschiedenen Anlässen sprach, fand vorigen Mittwoch eine imposante Versammlung von einigen tausend Personen statt. Mr. Joseph C o w e n, eben von seiner Reise nach Palästina zurückgekehrt, führte den Vorsitz und sprach sehr befriedigt von den Eindrücken, die er dort gewonnen hat. In einer längeren Rede entwickelte Dr. L e v i n die Aufgaben der zionistischen Bewegung und appellierte an die Anwesenden, unser kulturelles und wirtschaftliches Palästina-Werk nach Kräften zu fördern. London. Herr Hans Herzl hat soeben an der Universität Cambridge den Titel B. A. (Bachelor of Akts) er- London. Der Nationalfonds-Blumentag, der im vorigen Jahre in England eingeführt wurde, hat am letzten Sonntag wieder stattgefunden. In London allein brachte der Verkauf der Blumen ungefähr £ 250, das ist ungefähr doppelt so viel als im vergangenen Jahre. Am Dienstag wurde in London eine zionistische Konferenz abgehalten, um für den Schekeltag, der am 7. Juni in London, am 14. Juni in den Provinzen stattfindet, die nötigen Vorbereitungen zu treffen. Es wurde beschlossen, an dem Schekeltage fünf Versammlungen im Freien abzuhalten, und eine schon am vorhergehenden Abend. Man erwartet, daß diese Versammlungen sehr gut besucht sein werden. London. An einem der letzten Sonntage fand in der Wohnung Dr. Liebsters eine Versammlung der „North London Zionist Society“ statt, in der Mr. Joseph Cou-en in sehr interessanter Weise über seine Reise nach Palästina berichtete. Besonders befriedigt sprach er sich über seinen Besuch in der Farm Kinereth und den Kolonien P o r i a h , Jemma und Rechoboth aus. Belgien Antwerpen. Am 24. Mai veranstaltete die hiesige Sammelstelle des Jüdischen Nationalfonds den ersten jüdischen Blumentag in Belgien. Diese Veranstaltung konnte das erstemal nur für das jüdische Zentrum Belgiens, für Antwerpen, in Frage kommen, wo trotzdem schon ihre Ankündigung den Protest gewisser jüdisch-assimilatorischer Kreise hervorrief. Trotz aller Hindernisse gestaltete sich der hiesige jüdische Blumentag jedoch zu einem wirklich jüdischer Ereignis in Antwerpen, das nicht nur den Zionisten, sondern auch der ganzen jüdischen Einwohnerschaft Antwerpens in der schönsten Erinnerung bleiben muß. In allen Straßen sah man vom frühen Morgen an die zahlreichen Sammlerinnen.

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