Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 18 (1914)
- Issue
- 22 (29.5.1914)
- Article
- Dr. Levin in England
- Date
- 1914-05-29
- Page
- 540 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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540 DIE2GZELT Nr. 22 Dr. Levins Rede, die über eine Stunde dauerte, wurde von der gut besuchten Versammlung mit Begeisterung aufgenommen. Zum Schluß sprachen Rabbi Harris und Mr. M. Sortman Dr. Levin den Dank der Versammlung aus. Am Sonnabend abend fand in der „Maccabean Hall“ ein Empfang statt, bei welchem der Präsident Mr. M. Sortman Dr. Levin im Namen der zionistischen Vereinigung, der Töchter Zions, der Ivriah und der sechs Gruppen des „Order of Ancient Maccabeans“ herzlich willkommen hieß. Es sprachen ferner Rev. M. M. Cohen, der hebräisch sprach, Dr. C. Weizmann, Miss Weisberg, Mr. B1 a i n und Deutschland Delegiertentag der deutschen Zionisten Am 14. und 15. Juni findet in Leipzig der XIV. Delegiertentag der Deutschen Landsmannschaft statt. Er wird sich in erster Linie mit der scharfen Herausarbeitung und Verwirklichung unseres Palästinaprogramms beschäftigen, das die Krönung unserer nationalen Theorien bildet. Zwei Referate, eins von Leo M o t z k i n über „das neue Palästina“, das andere von Dr. Theodor Zlocisti über „eine deutsche Achusah“ sollen als Grundlage der Debatten über dieses Gebiet dienen. Ferner wird die Frage der Haltung des Zionismus gegenüber der Assimilation einen wichtigen Teil der Beratungen beherrschen. Nach den scharfen, geschichtlich bedeutsamen Kämpfen, die die zionistische Organisation in Deutschland mit dem Zentralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens und dem Hilfsverein deutscher Juden ausgefochten hat, ist eine Klärung unserer Stellung — nicht zu feindlichen Organisationen, denn die ist uns vorgezeichnet — wohl aber zu neutralen von Wichtigkeit. Erfreulich ist es, daß bei den Problemen der Propaganda, die hierbei aufgerollt werden dürften, der Delegiertentag auch der Frage der zionistischen Jugendbewegung ein mehr als theoretisches Interesse zuwenden wird. Der jüdische Turnverein Bar Kochba hat am Sonntag, den 17. Mai die Einweihung seines neuen Sportplatzes in Karlshorst-Friedrichsfelde mit einem Turn- und Sportfest gefeiert. In Anwesenheit einer zahlreichen Zuschauermasse, der Vertreter der jüdischen Organisationen und Friedrichsfelder Behörden sprach zunächst der erste Vorsitzende des Bar Kochba Rechtsanwalt Greifenhagen über die Aufgaben eines jüdischen Turnvereins. Er betonte daß der Bar Kochba seine Entstehung eigener Kraft und eigenem Streben verdanke und nicht als Zufluchtsstätte vor dem Antisemitismus in allgemeinen Vereinen, den er kurz streifte, aufzufassen sei. In der eigentlichen Festrede verglich Dr. F ranz Oppenheimer unter Bezugnahme auf die Anwesenheit staatlicher und kommunaler Behörden die Gegenwart mit der Zeit vor 100 Jahren. Das Bild dieses Sportplatzes rufe in ihm die Erinnerung wach an den ersten deutschen Turnplatz des Turnvaters Jahn auf der Hasenheide. Im Gegensätze zu damals, wo die staatlichen Instanzen die Turner als staatsgefährlich verfolgt hätten sei heute die Turn- und Sportsache eine Staatsangelegenheit, ein starker Baum, der Deutschland überschatte. Man habe damals wohl den hohen Zweck der Turnerei verkannt, weil sie neben dem Dienste für das Vaterland auch die unterdrückten Klassen habe nach oben führen wollen. Der jüdische Sportplatz hier erzähle ihm gleichfalls eine große Geschichte. Es bestehe die Hoffnung, daß Deutschland der Friede noch lange erhalten bleiben werde, aber wenn man einmal zu den Waffen greifen müßte, so würden die Zöglinge des Bar Kochba nicht die schlechtesten Verteidiger des Vaterlandes sein. Ferner wolle die jüdische Turnerschaft sich die Rechte erkämpfen, die man unseren Glaubensgenossen im staatsbürgerlichen Leben noch vorenthalte. Stolz und frei wollen wir zu unserem Stamme halten und unseren nichtjüdischen Mitbürgern beweisen, daß wir vollkommen ihresgleichen sind. Was hier geschehe, sei jüdisches Deutschtum oder deutsches Judentum. Vielleicht haben wir infolge des historischen Werdegangs unserer Geschichte und unseres Schicksals zu .viel Gewicht auf die geistige Betätigung gelegt, jetzt wollen wir auch der physischen Ertüchtigung uns widmen und zeigen, daß wir in Muskelwie in Geistestüchtigkeit den anderen gleichwertig sind, ja sie übertreffen wollen. „Amico pectus, hosti frontem: Dem Freunde die empfangende Brust, dem Feinde die geballte Boxerfaust.“ Diesem Wahlspruche zu folgen sei die Aufgabe des jüdischen Turners. — Er schloß mit dem Wunsche, daß dem Bar Kochba dieser Sportplatz bald zu eng sein, daß er die ganze jüdische Jugend Berlins in seinen Reihen sehn und wirken möge zur Ehre des Judentums und zum Nutzen des deutschen Volkes. — In der langen Reihe der turnerischen und sportlichen Vorführungen sind besonders hervorzuheben die Leistungen im volkstümlichen Turnen. Springen, Stafettenlaufen Hanteln und Speerwerfen..das Fechten und die glänzenden Darbietungen der Musterriege am Reck. Ein Fußballkampf zwischen Bar Kochba- Berlin und Bar Kochba-Hamburg. der von Hamburg gewonnen wurde, bildete den Abschluß des Festes. Der Eindruck der sportlich gelungenen Veranstaltung wäre zweifellos noch größer gewesen, wenn der jüdische Charakter des Festes deutlicher zum Ausdruck gekommen wäre. Schluß des redaktionellen Teiles Bei der Administration „Die Welt“ sind eingegangen: Für das hebr. Gymnasium in Jaffa: per J. N.-F., Wien.Kr. 20.- Für Hygienisches Institut: per J. N.-F., Wien - -..Kr. 4.70 Für das Mikrobiologische Institut: „Vergesset nicht das Mikrobiologische Institut“ Siegmund Eppler, Wien EL 2.— — JC 1.68; Pani Diamant, Wien EL —— — JC 1.68; Prof. Kellner, Wien EL 1-— — JL —.84; Johann Kremenezky, Wien K 10.— JC 8.40; Ing. Josef Seidener, Wien K. —.60 JC —.42; Heinrich Lederer, Wien EL —.60 JL —42; Leo Weist, Wien K. L— — JC —-84; Oswald Weiss, Wien EL 2.— — JC L«8; Jnlios Weiss, Wien K. 1. - — JC.—.84; Dr- Eükan Weiss, Wien EL2.— — JC 1.68; Emanuel Lockspeiser, Boxyslaw EL L— JC —.84; Kais. Bat Emil Broch, Tamow EL —.50 — JL —.42; Kais. Bat C. Hirsch, Wien K.5.— — JC 420; Heinrich Bard, Lemberg K. 6.— — JC 6.04; Fischei Engelstein, Mets JC —j>0; Simon Gerstenhaber JL—.SO; Josef Frankel JC —Z0; Jona Holdner JC —.20; Isak Großmann-Ä —.25 Simon Thau, Metz JL —,25; Akadem. Verein jüdischer Mediziner, Wien Kr. L— lllllll Geschäftliche Mitteilungen nun 12 000 Mark für ein paar Worte! Jedermann kann durch einen einfachen Satz an dem Preisausschreiben der Providol-Gesellschaft teilnehmen; er braucht nur in wenigen prägnanten Worten die enorme Wirkung der Providol-Seife als Schönheits- und Schutzmittel auszudrücken. Koster, durch die Teilnahme an dem Preisausschreiben erwachsen gar keine, da die Frist so gestellt ist, daß jeder sich am eigenen Körper von der Wirkung der Seife überzeugen kann, indem er als tägliche Toiletteseife einmal Providol-Seife benutzt und der Providol-Gesellschaft den leeren Karton zur Legitimation für die Teilnahme am Preisausschreiben einschickt. “kSTTitS Midrasch ah. Die bekannte Zigarettenpapiernnd Hülsenfabrik Jac Schnabl D Co. in Wien XIX bringt znl'olge eines mit dem Kuratorium des hebräischen Gymnasiums in Jerusalem geschlossenen "Vertrages für die jüdischen Bancher Zigarettenpapier, Zigarettenhülsen und Papier-Zigarettenspitzen unter dem Namen „Midraschah“ “SmJS in "Verkehr und fallen von deren Erlös 5% dem hebräischen Gymnasium in Jerusalem zu. — Es ergeht somit an die gesamte Judenheit die Bitte, die Erhaltung des hebräischen Gymnasiums in der Weise zu unterstützen, dass nur Zigarettenpapier. Zigarettenhülsen und Papier-Zigarettenspitzen „Midraschah“ verlangt werden. — „Midraschah“ wird aus bestem, echt ägyptischem Vergöpapier erzeugt und entsprechen sowohl die Hülsen als anch die Zigarettenpapiere allen Anforderungen der Hygiene. — Wo „Midraschah“ nicht erhältlich ist, wende man sich wegen der nächsten "Verkaufsstellen an den Vertreter obiger Firma, M. Trainer in Bfelttz. Wir verweisen auf das Inserat dieser Firma in der dieswöchigen Njmmer. OER LUS DE.R ZEIT xTotiWERC