Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 18 (1914)
- Issue
- 21 (22.5.1914)
- Article
- Männer, Völker und Zeiten [Rezension]
- Date
- 1914-05-22
- Page
- 517 (sequence 2)
- Language
- German
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Nr. 2l 517 heroisch, und daneben ist die moderne kraft-genialische Bäreniiäuterei, die kein Einfällchen unterdrücken kann, gedunsene Schwächlichkeit. Wien. Dr. Paul Amann. VI. Stengel: Kol Jehuda. Hebräische Fibel. Verlag Josef Schlesinger, Wien. Diese Fibel bedeutet in jeder Hinsicht einen merklichen Fortschritt gegen die bisher erschienenen ähnlichen Schriften, ns ist in Fachkreisen allgemein beklagt worden, daß die vorhandenen hebräischen Fibeln sehr viele unmögliche Wertformen und Satzbildungen aufweisen. Dem Kinde, wenn es die einzelnen Wörter auch noch nicht versteht, sollten doch nur hebräische, gut hebräische Wörter und Sätze geboten werden. Dieser berechtigten Forderung entspricht dieses Büchlein vollständig. Auch in pädagogischer Hinsicht ist diese Fibel als sehr gelungen zu betrachten. Die Leseübungen, die sehr kurz sind und von Leichtem zu Schwererem fortschreiten, sind zugleich Wiederholungen des biblischen Religionsunterrichtes und nehmen auf das. Gebetbuch Rücksicht. Das Buch kann also nicht nur im ersten Jahrgang, sondern auch später noch verwendet werden. Als Anhang gibt uns der Verfasser: „Des jüdischen Kindes Alphabet.“ Es bietet viel mehr als manche Sitten- und Glaubenslehre. Den jüdischen Volks- und Religionsschulen sei die Benutzung dieses vorzüglichen Lehrmittels bestens empfohlen. Julius Braun, Inspektor der hebräischen Sprach- und Bibelschulen in Wien: Leitfaden zur Uebersetzung hebräischer Lehrtexte. Wien, K. K. Schulbücherverlag, Heft 1, 2 und 3. Diese Hefte, von einem Fachmann bearbeitet, werden in Lehrerkreisen die beste Aufnahme finden. Dem Lehrer eine Erleichterung, dem Schüler eine Freude zu bereiten, war die Absicht des Herausgebers. Die Anlage ist derart, daß der Schüler zur freudigen Selbsttätigkeit angeregt wird. Durch das Geschick des Pädagogen sind die grammatischen Formen dem Kinde bald vertraut; die Uebersetzung ist eine leicht faßliche. Besonders ansprechend sind die Anmerkungen im dritten Teile. Julius Rosenfeld: Die Matrikenführung der Israeliten in Oesterreich nach den bestehenden staatlichen Vorschriften. R. Löwit, Wien. Dieses Büchlein will ein Bild des Rechtszustandes auf dem Gebiete des Matrikenwesens bis Ende Januar 1912 geben. Es wird allen denjenigen, die sich auf diesem Gebiete zu orientieren wünschen, äußerst willkommen sein. Denn es ist ein sicherer Führer in dem Labyrinth der Gesetze und Verordnungen in bezug auf das so verwickelte österreichische Ehegesetz. Mit diesen Zeilen seien alle Interessenten auf das Erscheinen dieses Buches aufmerksam gemacht. Schluß des redaktionellen Teiles Bei der Administration „Die Welt“ sind eingegangen: Für Histadruth Ibrith: Leib Fries, Tarnow.M. —.85 Für das Mikrobiologische Institut* „Vergesset nicht das Mikrobiologische Institut“ Siegmund Eppler, Wien K. L— — Jt 1.68; Pani Diamant, Wien K_ 2.— — •M. 1.68; Prof. Kellner, Wien K- 1.— — Jt —.84; Johann Kremenezky, Wien K 10— Jt 8.40; Ing. Josef Seidener, Wien K- —.50 =» Jt—.42; Heinrich Lederer, Wien K. —.50 — Jt —42; Deo Wein«, Wien K. 1.— — Jt —.84; Oswald Weise, Wien K. 2 — Jt 1.68; Julias Weise, Wien K. 1.— — Jt —L4; Dr. Elk an Weise, Wien K.L— — Jt 1.68; Smannel Lockspeiser, Boryslaw H. 1.— Jt —.84; Kais. Bat Emil Broch, Tarnow K.—.50 — JL —.42; Kais. Bat C. Hirsch, Wien K. 5.— — Jt 4.20; Heinrich Bard, Lemberg S. 6.— — Jt 5.04; Fisch el Engelstein, Metz Jt —.50; Simon Gerstenhaber Jt —-SO; Josef Frankel Jt —.30; Jona Holdner Jt —.20; Isak Groß mann Jt —.25 Simon Than, Metz Jt —325; Akadem. Verein jüdischer Mediziner, Wien Kr. L— Jt 1.68. Bei dem Jewish Colonial Trust, London sind eingegangen: Für die Hebräische Universität: per South African Zionist Federation, Johannesburg £ 1.1.— llülllllilll Geschäftliche Mitteilungen Midrasch ah. Die bekannte Zigarettenpapier- und Hülsenfabrik Jac Schnabl L Co. in Wien XIX bringt zufolge eines mit dem Kuratorium des hebräischen Gymnasiums in Jerusalem geschlossenen Vertrages für die jüdischen Bauchor Zigarettenpapier, Zigarettenhülsen und Papier-Zigarettenspitzen unter dem Namen „Midrsscbah“ in Verkehr und. fallen von deren Erlös 5 % dem hebräischen Gymnasium in. Jerusalem zu. — Es ergeht somit an die gesamte Judenheit die Bitte, die Erhaltung des hebräischen Gymnasiums in der Weise zu unterstützen, dass nur Zigarettenpapier, Zigarettenhülsen und Papier-Zigarettenspitzen „Midraschah“ verlangt werden. — „Midraschah“ wird aas bestem, echt ägyptischem Vergepapier erzeugt und entsprechen sowohl die Hülsen als auch die Zigarettenpapiere allen Anforderungen der Hygiene. — Wo „Midraschah“ nicht erhältlich ist, wende man sich wegen der nächsten Verkaufsstellen an den Vertreter obiger Firma, M. Tramer in Bfelifz. Wir verweisen auf das Inserat dieser Firma in der dieswöchigen Nummer. Mit einem wirklich stabilen Träger für Portieren etc. und dabei geschmackvollen Ausführung ist neuerdings die Firma Hermann Küpper, Lüdenscheid unter der Bezeichnung .Welt“ Portiere nt rage r, welcher gesetzlich g escli ü tzt wurde, herausgekommen. Dieser Träger, dessen Bing aus einem Stück hergestellt ist, verhindert das bei den seitherigen. zusammengefalzten Ringen, unliebsame Auseinanderspringen, wodurch der Träger stets unbrauchbar wurde. Trotz der erstklassigen Ware sind die Preis» derart billig gestellt, daß gen. Firma jeder Konkurrenz die Spitze zu bieten vermag. Ueberhaupr hat es sich gen. Firma zum Prinzip gemacht, nur wirklich erstklassige Ware in den Hanael zu bringen und legt dieselbe besonderen Wert auf Qualität und Politur. Hierbei sei auch auf die gen. Firma gesetzlich geschürzten Stangenlager hingewiesen, welche bei gleicher Materialstärke etc. von keiner Seite so billig geliefert weiden können, als solche von gen. Firma geliefert werden. Als weitere Spezialitäten werden Hohlringe. Stoffklammern (schwere Ausführung). Teppichecken, Quasten (schwere Ausführung) geliefert, welche Artikel ebenfalls in jeder Hinsicht, was Qualität und Ansiührung anbetrifft, als erstklassig zu bezeichnen sind. Für die elektrotechnische Branche kommen komplette Pendel, Baldachine, Knäufen und Schalenhalter als Spezialität in Frage und kann Interessenten nur empfohlen werden, bei ein tretendem Bedarf gen. Firma mitkonkurrieren zu lassen und unter Angabe des Bedarfs Offerte einzufordem. Geliefert wird ausschließlich an Engros-Verbraucher und Exporteure. Die Firma Louis Bunge, Berlin NO-, Landsberger Strasse 9, wurde im Jahre 18h3 gegründet. Nach dem Tode des Begründers, des Herrn Louis Bunge, waren die Witwe Frau Marie Bunge und Herr Ludwig Bosse, welcher am 1. Januar 1875 bereits in die Firma eintrat, die Inhaber derselben. Die jetzigen Inhaber sind deren Söhne, die Herren Beinhold Bunge und Adolf Bosse. In der ersten Zeit des Bestehens der Firma Louis Bunge beschäftigte sich dieselbe nur mit der Anfertigung von einfachen Gasstofflampon mit Breit- und Stormbrennern, welche zur Hauptsache auf Bauten und bei Montagen Vei wendung fanden. Es stellte sich bald heraus, dass diese Beleuchtung, welche den Vorteil bietet, jeden Augenblick an. einem anderen Orte benutzt zu werden, nnentbehrlich war zur Erhellung von Werkstätten, gewerblichen Betrieben, bei allen zur Nachtzeit im Freien auszuführenden Arbeiten etc.; daher wurde die Nachfrage nach diesen Lampen ausserordentlich gross. Die Fabrik, die zuerst nur in kleinem Umfange betrieben wurde musste bald vergrössert werden. Die Firma siedelte im Jahre 18S5 von der Alexanderstrasse 8 nach der Landsberger Strasse S über, wo sie ein geräumiges Fabrikgebäude errichtet hatte Als nun Anfang der neunziger Jahre in der Kohlengas-Beleuchtung durch die Erfindung des Glühlichtes eine grosse Umwälzung stattfand, wodurch die bisher üblich gewesenen Schnitt- und Argandbrenner nahezu ganz verdrängt wurden, galt es, auch iu der transportablen Gasstoffbeleuchtung einen Ersatz für die bisherigen freibrennenden Lampen zu schaffen. Es gelang der Firma, einen Glühlichtbrenner zu konstruieren, der ein tadelloses helles Licht gibt und dem Brenner für Kohlenges in keiner Weise nachsteht. Alle Neuerungen und Konstruktionen der Firma Lonis Bunge wurden patentamlich geschützt. Nun entwickelte sich das Geschäft ganz bedeutend. Das verwöhntere Publikum, bei welchem die Breitbrenner-Lampen mit der offenen Flamme nur schwer Eingang finden konnten, entschloss sich jetzt mit Leichtigkeit zur Anschaffung der neuen Glühlichtbeleuchtung und so stieg der Umsatz von Jahr zu Jahr derartig, dass es heut in Deutschland wohl kaum einen Ort ohne Gasansialt gibt, in welchem nicht das Gasstoffglühlicht bei irgend einem Guts- oder Vülenbesitzer, bei einem Gastwirt oder sonst einem Geschäftsmanne in Gebrauch ist. Die Firma unterhält seit 10 Jahren eine Filiale in Mannheim und ist in fast allen Gegenden durch Wiederverkäufer zahlreich vertreten, welche den Interessenten mit Bat zur Seite stehen und ihnen durch Vermeidung direkter Korrespondenz den Ankauf erleichtern. Abet nicht nur in Deutschland ist die Gasstoff-Glüblichtbelenchtung der Firma Louis Runge verbreitet, sondern auch das Ausland hat sich als gute Absatzquelle erwiesen, Europa, insbesondere Oesterreich-Ungarn alle Balkanländer, Frankreich, Holland, Belgien die nordischen Staaten etc.; ansserdem hat sich auch der Export nach überseeischen Ländern gut entwickelt und ist der Versand der Bnnge’schen Lampen ein sehr ausgedehnter geworden. Die Firma hat sich im Laufe der Jahre so vergrössert, dass sie über 100 Angestellte beschäftigt und sich mit der Absicht trägt, durch einen Fabrik-Erweiterungsbau den Betrieb noch auszudehnen. Wenn auch in vielen Gegenden Ueberland-Zentralen gebaut werden, so bedeutet dies keine Konkurrenz für die Firma L Bunge, denn hier spielt der Kostenpunkt eine grosse Bolle. Abgesehen von den hohen Anschaffungskosten einer elektrischen Anlage ist auch die Unterhaltung des elektrischen Lichtes sehr teuer; denn für gewöhnlich werden 16 kerzige Metallfadenlampen verwendet, die bei einem Tarife von 50 Pfg pro Kilowatt einen Stromverbrauch von 0,8 Pfg. pro Stande aufweisen, während ein Glühlicbtbrenner der Firma L. Bunge eine mehr als 6 fache Leuchtkraft, also ein Licht von 10 ) Normalkerzen aufwei«t wobei sich die Brennstunde aber nur auf etwa 3 Pfg. stellt. Ausserdem kommen bei Ueberland-Zentralen die öfteren Störungen in Frage, die es zur Bedingung machen, dass ohnehin stets eine Beservebeleuchtung in Bereitschaft gehalten werden muss. — Die meisten Angestellten der Firma Louis Bunge können auf eine langjährige Tätigkeit bei derselben znrückblicken; es haben bereits 8 derselben ihr 25 jähriges Dienstjubiläum gefeiert, und über 3o Angestellte sind über 10 Jahre daselbst beschäftigt, was ein Beweis dafür ist. dass auch das Verhältnis der Geschäftsinhaber zu ihren Beamten und Arbeitern ein sehr gutes ist. —