Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 18 (1914)
- Issue
- 21 (22.5.1914)
- Article
- Eine Versammlung der Palästina-Gesellschaft
- Date
- 1914-05-22
- Page
- 514 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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514 D1EX&ELT Nr. 21 gen Ziele der Society. Er gab einen historischen Ueberblick über den Einfluß Palästinas auf das geistige Leben der Juden. Das Gefühl, das die Juden an Palästina band, stärkte und vertiefte allezeit ihre Liebe zur Religion, und ihre Arbeit für die palästinensischen Juden hält auch heute noch ihr jüdisches Volksbewußtsein lebendig. Dr. A. E i c h h o 1 z, Präsident der Society, sprach Mrs. Swaythling seinen Dank für ihre Gastfreundschaft und für ihre Rede aus und hob die Arbeit des »verstorbenen Colonel Goldsmith hervor. n i i h! : ■ London. Die English Zionist Federation hat den 7. Juni als Schekeltag für London und den 14. Juni als Schekeltag für die Provinz festgesetzt und ihre Ortsgruppen angewiesen, die Aktion für diese Tage sorgfältig vorzubereiten. Italien Zionistische Arbeit 1— In Mailand haben unsere Gesinnungsgenossen am letzten Peßachabend im großen „Salone degli Esercenti“ ein zionistisches Fest veranstaltet, das vorzüglich gelang. Zuerst wurde ein Konzert gegeben. Der unermüdliche Präsident des „Gruppo Sionistico Milanese“, Adv. E. M o m i g 1 i a no, hielt eine von zionistischem Geist getragene Rede, die allgemeine Begeisterung hervorrief. Es wurde bei dieser Gelegenheit eine Anzahl von Propagandaschriften verteilt und ansehnliche Beträge für die zionistischen Institutionen gesammelt. — Dieses zionistische Fest hat so gut gefallen, daß es eine Woche später wiederholt werden mußte. Diesmal wurde es im Hause des ehrwürdigen Rabbiners A r i a n i gegeben, und es fand eine gleich gute Aufnahme. — In Livorno ist dieser Tage, dank der Tätigkeit des dortigen Oberrabbiners Dr. Samuele Colombo, ein „C i r c o 1 o di Cultura Ebraica“ gegründet worden, der bezweckt die Juden von Livorno, eine der ältesten Gemeinden Italiens, mit den Strömungen des modernen Judentums bekannt zu machen und für den Zionismus, für hebräische Sprache und Kultur Propaganda zu treiben. Griechenland Korfu. Die hiesigen Zionisten haben den für die Erbauung eines Jemenitenhauses in Palästina erforderlichen Betrag aufgebracht. Auch die Zionisten in V o 1 o haben ein Wohnhaus für jemenitische Juden in Palästina gestiftet. Diese Leistungen sind besonders beachtenswert, weil die jüdische Bevölkerung in Griechenland wenig zahlreich und wenig bemittelt ist. Tunis Tunis. Die Zionistische Vereinigung in Tunis, die Herr Alfred Valenzi leitet, gab am 6. Mai im Bio Nunes eine Abendveranstaltung. Das Programm bestand aus der Vorführung von Lichtbildern und hatte einen großen Erfolg. Es wurden einige Bilder aus dem jüdischen Leben in Palästina und einige Phasen aus dem Leben der jüdischen Vorahnen vorgeführt. Vereinigte Staaten von Nordamerika Die Reise Dr. Franz Oppenheimers (Von unserem Berichterstatter.) Dr. Franz Oppenheimer kam am 8. März in New York an. Von der Federation of American Zionists wurde ihm im Hotel Astor in Anwesenheit einer zahlreichen Zuhörerschaft ein Empfang bereitet. Am folgenden Abend fand eine Sitzung statt, bei der etwa 300 Doll, für den Genossenschaftsfonds gezeichnet unirden. Er hielt in der John Hopkins- Universität zwei Vorträge. Von dort aus begab er sich nach Baltimore, wo er einer Privatkonferenz im Hause des Herrn Dr. Friedenwald beiwohnte. Es geTang ihm, viele einflußreiche Persönlichkeiten für seinen Plan zu interessieren. Dr. Oppenheimer hielt dann einen Vortrag in der Pennsylvania-Universität zu Philadelphia, wo er auch im engeren Kreise Gelegenheit hatte, beträchtliche Zeichnungen für den Genossenschaftsfonds zu veranlassen. Von Philadelphia fuhr Dr. Oppenheimer nach Washington, wo er ebenfalls Vorträge hielt und Zeichnungen für den Genossenschaftsfonds erzielte. In Boston sprach Dr. Oppenheimer in mehreren Versammlungen, und auf einem Bankett, das zu seinen Ehren veranstaltet wurde, wurden 500 Doll, für den Genossenschaftsfonds gezeichnet. In Pittsburg fanden mehrere Versammlungen statt. Unter dem Einfluß der Ausführungen von Dr. Oppenheimer verpflichteten sich die Herren Dr. I. Leonard Levy und A. Leo Weil, mehrere tausend Dollar aufzubringen. Auf dem Bankett in Pittsburg wurden 1000 Doll, für den Genossenschaftsfonds gesammelt. Während seines Aufenthaltes in Chicago war Dr. Oppenheimer der Gast des Herrn Julius Ros'enwald. Er hatte mit ihm und einer Reihe von anderen einflußreichen jüdischen Persönlichkeiten wichtige Besprechungen. Die Zionisten in Chicago brachten ungefähr 500 Doll. auf. Bei seiner Rückkehr nach New York hatte Herr Dr. Oppenheimer eine Reihe von Konferenzen mit den Herren Jakob H. Schiff, Cyrus L. Sulzberger, Bolton Hall, I. B. Clark von der Columbia-Universität, Leonard G. Robinsohn von der Jewish Agricultural Aid Society, Charles R. Lamb und Mr. Heidelberg, dem Neffen des Botschafters Mr. Henry Morgenthau. Wenn man bedenkt, daß die Zeit für die Reise von Herrn Dr. Oppenheimer nicht gerade sehr günstig gewählt war, daß er in einem Augenblick nach Amerika kam, wo die Zionistische Organisation mit anderen Arbeiten überhäuft war, so wird man mit dem finanziellen Erfolge zufrieden sein müssen, obwohl er den Erwartungen nicht entsprochen hat. Als ein Haupterfolg der Reise Dr. Oppenheimers kann es betrachtet werden, daß er bei fast allen bekannteren jüdischen Philanthropen der Vereinigten Staaten eingeführt wurde und daß er sie, soweit es möglich war, für palästinensische Projekte interessiert hat. New York. Die Zionisten Amerikas haben nunmehr ihre Vorarbeiten für das Schulwerk in Palästina beendet. Von der Federation of American Zionists wurde ein Komitee für die Palästinaschulen eingesetzt, dem auch Mitglieder nichtzionistischer Organisationen angehören. Dem Komitee gehören an: Prof. Richard Gott heil, Miß Henrietta Szold, Dr. Morde c a i, M. Kaplan, Dr. I. L. M a g n e s, E. W. Lewin- Epstein, Louis L i p s k y, Dr. Samuel S c h u 1 m a n, Dr. Frederic Sonneborn und Dr. Stephan S. W i s e. Das Komitee hat eine englische Uebersetzung der Broschüre „Im Kampf um die hebräische Sprache“ veröffentlicht und hat am 30. April seine erste Propaganda-Versammlung in New York abgehalten, die einen ausgezeichneten Erfolg hatte. Nach einer Rede von Joseph Barondess wurden 800 Dollar jährliche Beiträge gesammelt. Den Vorsitz führte Prof. Gottheil und außer ihm sprachen Miß H. Szold, Dr. Samuel Schulman, Boris Schatz und Dr. I. L. Magnes. Sehr interessant waren die Ausführungen von Dr. Schulman, dem Rabbiner des Großen Reform-Tempels Beth-El. Dr. Schulman ist ein guter Hebräer aber kein Zionist, und er meinte, daß bei einer konkreten Arbeit, die das jüdische Leben aufbauen will, und die für das ganze Judentum gut ist, alle Streitigkeiten über die Ausführung schweigen müßten. In der Arbeit, die jetzt in Palästina getan werden muß, sollten sich alle Juden vereinigen, denn was dort geschaffen worden ist, ist dazu angetan, das jüdische Leben zu stärken, den Juden, die zu Unrecht leiden, zu helfen, und auf das ganze jüdische Leben wohltuend einzuwirken. Da Dr. Schulman die hebräische Sprache liebt, hat er nichts als Lob für diejenigen, die sie wieder aufleben lassen wollen. Er erklärte, daß er für „Homerule“ wäre, und daß seiner Ansicht nach niemand das Recht hätte, der jüdischen Bevölkerung in