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Die Welt · 1914-05-22 · 21 (22.5.1914) · p. 512

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
18 (1914)
Issue
21 (22.5.1914)
Article
Dr. Levin in England
Date
1914-05-22
Page
512 (sequence 1)
Language
German
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Nr. 21 DIE2&ELT 513 wurden ihm Ovationen dargebracht. Die Herren Mr. Maurice My rs, Sekretär der English Zionist Federation, und Mr. E. W. Rabbinowicz, Schatzmeister des Order of Ancient Maccabeans, brachten eine Resolution ein, in der u. a. betont wurde, daß der Besuch Dt. Levins die Maccabeans und die Federation einander genähert hätte. Die Resolution wurde einstimmig angenommen. Durch die Herren Rev. J. K. Goldbloom und Mr. Liebster wurde Herrn Dr. Levin sowie dem Leiter der Versammlung der Dank der Versammlung ausgesprochen. Oesterreich Prag. Das abgelaufene Winter-Semester 1913/14 war für die Lese- und Redehalle jüdischer Hochschüler in Prag ein Semester fortschreitender Entwicklung. Als verantwortungsvollste Aufgabe empfanden wir die Erziehung unserer jungen Mitglieder. Nach dieser Richtung zielte die Durchführung eines Seminars über die Geschichte des Zionismus, der Hebräischkurs, die Vereinsabende. Wertvolle Institutionen im Interesse der Bildungsbestrebungen stellen Bibliothek und Lesezimmer dar. Die Bibliothek umfaßt nach dem Stande vom 15. April insgesamt 3S97 Bände. Für den Jüdischen Nationalfonds wurde wacker gearbeitet. An der Notstandsaktion des N.-F. zugunsten der jemenitischen Juden beteiligten wir uns durch Errichtung zweier Arbeiterhäuschen. Reichenberg. Am h. Mai fand die diesjährige Generalversammlung des „Zionistischen Volksvereines Theodor Herzl“ statt. Die zahlreich erschienenen Mitglieder folgten mit Interesse den Ausführungen des Obmanns über das arbeitsreiche und von großen Erfolgen begleitete Vereinsjahr. Der Schriftführer, Herr Josef Abeies, erstattete einen äußerst eingehenden Jahresbericht. Er erwähnte als hervorragendes Merkmal der eifrigen Vereinstätigkeit die Tatsache, daß für die Jemeniten- und die palästinensische Schulaktion zusammen 3000 K. aufgebracht wurden und daß auch an den Sammlungen für den Nationalfonds entsprechender Anteil genommen wurde. Der Simchas- Thorah-Feier, der Herzlfeier und einem gut besuchten Vortrag des Herrn Dr. Hugo Herrmann, Berlin, schlossen sich in würdiger Weise eine Reihe von Vorträgen an, die von der böhmischen Kulturkommission angeregt worden waren, und deren Themata von den Herren Prof. Stern, Trautenau, Dr. Bergmann, Prag, Dr. Löwy, Reichenberg. J. U. C. Altmann, Prag und Cnem. Gand." Kopetzky, Leipzig, bestritten wurden. Den Glanzpunkt der geistigen und künstlerischen Veranstaltungen bildeten der im März abgehaltene, zweite Reichenberger Vortrag Dr. Schmarja Levins und der „Ostjüdische Volksliederabend“ Leo G o 11 a n i n s, die beide von rauschenden Beifallsstürmen der zahlreich erschienenen, entzückten Zuhörer begleitet wurden. Hervorzuheben wäre noch die Gründung einer Bücherei und einer Ortsgruppe des jüdischen Wanderbundes „Blau-Weiß“. Auf dem in die Berichtsperiode fallenden XI. Kongreß wurde der Verein in Gemeinschaft mit dem Gablonzer durch seinen Obmann Emil Deutsch vertreten, der in öffentlichen Versammlungen in Reichenberg jund Gablonz Bericht erstattete. Nach einem Dank für die Mühewaltung des abtretenden Vorstandes wurde an die Neuwahlen geschritten. Vorher teilte der Vorsitzende mit, daß er eine auf ihn entfallende Wiederwahl aus Gesundheitsrücksichten nicht annehmen würde. In warmen Worten würdigte Dr. Berka die Bedeutung und hervorragende Wirksamkeit des hochverdienten Obmannes, Herrn Emil Deutsch, dessen Name mit der zionistischen Bewegung in Reichenberg untrennbar verknüpft bleibe. Als würdiges und sinnfälliges Zeichen kam dieser Dank durch dessen Eintragung seitens des Vereins in das „Goldene Buch“ des J. N. F. zum Ausdrucke. — Die hierauf durch Akklamation vorgenommenen Wahlen ergaben als Obmann Herrn Alfred Rabl, Stellvertreter Dr. Löwy, Schriftführer Josef A b e 1 e s. Brünn. Der zionistische Mädchenbund Mirjam, Brünn, hat sich der Zionistischen Frauenweltorganisation angeschlossen. Galizien (Von unserem galizischen Berichterstatter.) Ein Herzl-Gedenkbuch W.— Zum zehnjährigen Todestage Theodor Herzls wird im Juni im Verlage des Zentralkomitees der Zionisten Galiziens in Lemberg ein Herzl-Gedenkbuch gleichzeitig in polnischer und jiddischer Sprache erscheinen. Die Redaktion führt der Präsident des Zentralkomitees, Adolf Stand. Außer neuen Aufsätzen wird es alles vereinigen, was in den letzten zehn Jahren in Galizien, dem Lande eines besonders lebendigen Herzl-Kultus, erschienen ist. Zu den Mitarbeitern zählen u. a. Dr. Martin B u b e r, Rabb. Dr. Markus Ehrenpreis, Dr. S. J. Finkeistein, Dr. M. K o r a 1 n i k, Prof. Dr. Leon Kellner, Dr. David Malz, Dr. Alfred Nossig, Dr. Leon Reich, Adolf Stand, Dr. Markus S c h e r 1 a g , Dr. Salomon Schiller, Rabb. Dr. Osias Thon. Der Preis beträgt für Subskribenten, die sich bis Ende Mai bei der Administration des „T a g - blatt“, Lemberg, Kopemika 11, anmelden können, zwei Kronen für jede Ausgabe. Das Buch, das wir ausführlich besprechen werden, wird eine würdige Ehrung unseres Führers darstellen. Palästina-Woche W.— Die von der galizischen Palästina-Kommission veranstaltete Palästina-Woche hat bereits begonnen. Es sprachen in Stryj Präsident Adolf Stand, in Lubaczöw und Rozniatöw Löbl Taubes, in Komamo Dr. Bernard Kitz. Der Präsident der galizischen J. N.-F.-Kommission, Dr. Gerschon Zipper, hat zur Propagierung und Organisierung der J. N.-F.-Arbeit in Stanislau und Zolkievv in Versammlungen gesprochen. Der Sekretär des E. A. C., Dr. Meier Geyer, hielt Vorträge in Czortköw und Kopyczynce. Czortkow. Am 27. April referierte Dr. Meyer Geyer in einer sehr gut besuchten Volksversammlung in der großen Stadtsynagoge über das Thema: „Der Sprachenkampf in Palästina“. Zaleszczyki. Die hiesige jüdisch-akademische Verbindung „Kadimah“ veranstaltete am 29. April in der großen Syn- 2§öge eine öffentliche Versammlung, in der Herr Dr. M. Geyer aus Lemberg eine fast zweistündige Agitationsrede hielt. Eine mehrhundertköpfige Menge spendete den inhaltsreichen und fesselnden Ausführungen lebhaften Beifall. Der Erfolg des Abends war geradezu überraschend. Selbst Leute, die bis nun der zionistischen Bewegung t'emstanden, bewarben sich sofort um Schekel und N.-F.-Sammelbüchsen. England Eine Versammlung der Palästina-Gesellschaft Seit etwa zwei Jahren besteht in England die zur Förderung des jüdischen Kolonisationswerkes in Palästina bestimmte „Palestine Society“. Die Gesellschaft veranstaltete vorige Woche in Kensington Court, dem Wohnsitz von Lord und Lady Swaythling, eine Versammlung, in der Lady Swaythling den Vorsitz führte. ln gewisser Hinsicht verdankt die Society ihr Entstehen der Begeisterung, die in London im Jahre 1912 die Bezalel-Ausstellung und der Bazar erregten. Lady Swaythling sprach in der Versammlung den Wunsch aus, daß dieser Enthusiasmus nicht wieder abflauen und daß der Verein diese Begeisterung fruchtbar machen möge. Die Existenz und das Gedeihen einer solchen Society hätte ihren verstorbenen Vater — den Colonel Goldsmith —, der an jeder jüdischen Arbeit in Palästina ein so warmes Interesse nahm, mit tiefer Befriedigung erfüllt. Es sei sehr zu bedauern, daß die englisch-jüdische Gesellschaft allen Palästinaangelegenheiten so gleichgültig gegenüberstehe, wie das die Sprecherin bei ihren Bemühungen für Mrs. Jellins Dienstbotenschule in Jerusalem erfahren habe. Lady Swaythling schloß, indem sie der Society viel Erfolg wünschte. Mrs. I r w i 11, die vor kurzem aus Palästina zurückgekehrt ist, gab eine interessante Beschreibung vom Leben in den Kolonien und von der landwirtschaftlichen Entwicklung des Landes. Sie war überrascht von dem gesunden und kräftigen Aussehen der Kolonisten, denen man den wohltätigen Einfluß des Landlebens ansehen konnte. Mrs. Irwill lobte die organisatorischen Fähigkeiten der Kolonisten, indem sie auf die Wächterorganisation „Haschomer“ hinwies. Sie sprach auch über die Lage der Jemeniten, die in Massen aus Südarabien in Palästina eingewandert sind. Rev. Morris Joseph hielt einen Vortrag über die geisti-

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