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Die Welt · 1914-05-22 · 21 (22.5.1914) · p. 512

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Journal
Die Welt
Volume
18 (1914)
Issue
21 (22.5.1914)
Article
Hebräisches Lehrbuch
Date
1914-05-22
Page
512 (sequence 1)
Language
German
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512 Nr. 21 nebelt Hebräisches Lehrbuch Herr Moses Rath, Verfasser des in der letzte:? Nummer der „Welt“ angezeigten Lehrbuches der hebräischen Sprache für Schul- und Selbstunterricht yay T2S* hat mit der Nationalfonds-Kommission in Krakau eine Abmachung getroffen, auf Grund deren er sich verpflichtet, für jedes Exemplar, welches durch diese Kommission bezogen wird, 20 o/o des Preises für den Jüdischen Nationalfonds zu geben. Der Preis für alle drei Teile (Hebräisch, Deutsch-Hebräisch und Schlüssel) beträgt geb. 4,90 Kronen. Die Gesinnungsgenossen werden gebeten, sich an die Nationalfonds- Kommission in Krakau (Grodzka 32) zu wenden. Jüdische Kulturarbeit in Palästina Uns wird geschrieben: Eine große Idee erfordert auch große Opfer. Das Ideal kann und muß zwar der Leitstern sein; allein es bedarf dermateriellen Mittel zu seiner Verwirklichung. Die nationale Wiedergeburt unseres Volkes in seiner alten Heimat ist eine solche Idee. Die Renaissance des jüdischen Geistes im Vaterlande ist das große Ideal, dem wir folgen. Dem neuen Gebäude unseres nationalen Geistes fehlt jedoch noch das feste reale Fundament. Werke, die für die künftigen Geschlechter Bestand haben sollen, bedürfen einer unerschütterlichen, allen Stürmen trotzenden Grundlage. Nationale Schöpfungen dürfen nicht von der Gunsi des Zufalls abhängig gemacht werden. Aus dieser Erkenntnis ist der Jüdische Nationalfonds zur Erlösung des Landes hervorgegangen; aus ihr ist auch der Jüdische Kulturfonds „Kedem“ zur Pflege des hebräischen Geistes in jenem Lande entstanden. Wie der Nationalfonds ein ewiger Besitz des jüdischen Volkes für wirtschaftliche Leistungen ist, so ist der Kulturfonds „Kedem“ dazu bestimmt, ein ewiges Gut unserer Nation für ihre kulturellen Bedürfnisse zu sein, die sichere, dauerhafte, materielle Basis und die Zentralstelle für ihre Geisteswerke zu bilden. In dem Bestreben, sein umfassendes Programm im Einklang mit den Bedürfnissen des jüdischen Jischub in Palästina und seiner natürlichen Entwicklung systematisch und planmäßig durchzuführen, hat sich der „Kedem“ seine Arbeitsmethode nach dem Maße der Dringlichkeit jener Bedürfnisse vorgezeichnet. Er beginnt mit den Elementaraufgaben, die keinen Aufschub dulden, und wird in sukzessiver Erweiterung seines Wirkungskreises die einer entwickelteren Kultur entspringenden Aufgaben in Angriff nehmen. Zu den dringlichsten Obliegenheiten, deren Mangel in der Alltagsarbeit der Gegenwart tief empfunden wird, zählt die Herausgabe von Lehrbüchern für die hebräischen Schulen in Palästina. Es fehlen uns die Bibliotheken und öffentlichen Büchersammlungen, aus denen sich der Lehrerstand im Lande Israel, der an der Spitze der ganzen dortigen Entwicklung steht, das geistige Rüstzeug holen und das Vorhandene und Mitgebrachte ausbauen und vermehren kann. Es fehlt die jüdische Nationalbibliothek, in der das ganze geistige Eigentum des jüdischen Volkes vereinigt ist, aus dem der neue Jude den Stoff zur weiteren jüdischen Entwicklung nimmt. Aber auch die hebräische Sprache bedarf des Ausbaues. Sie war zu lange nur eine Schriftsprache und muß wieder zur wirklichen, zur lebenden, zur gesprochenen Sprache werden. Dazu muß sie erweitert, vertieft und verbreitet werden. Hierzu wird vom „Kedem“, der die Lehrbücher schaffen und die Bibliotheken begründen will, der hebräische Sprachrat, die Sinhedrija, gebildet, zu der die ersten Grundlagen bereits im Waad Halaschon existieren. Ein wissenschaftliches Journal, an dem die ersten hebräischen Gelehrten Jerusalems mit den Forschern und Kennern der ganzen Welt Zusammenarbeiten sollen, wird den Austausch der Gedanken und Forschungen auf diesem Gebiete vermitteln. Das sind die ersten Anfänge zu einer hebräischen Sprachakademie, die der „Kedem“ allmählich zu schaffen und zu entwickeln bestrebt sein wird. Lehrbücher, Bibliotheken und Sprachpflege sind die notwendigsten augenblicklichen Bedürfnisse des erwachenden hebräischen Kulturvolkes im Lande der Väter, das wieder das Land der Söhne und Enkel werden soll. Diese dringenden Notwendigkeiten des hebräischen Lebens zu befriedigen, hat der „Kedem“ zu seiner nächsten Aufgabe gemacht. Wer die Bedeutsamkeit dieser Arbeit anerkennt, der wird zu den Freunden und Förderern des „Kedem“ gehören wollen. Darum, ihr Freunde hebräischer Kultur und jüdischen Wesens, arbeitet mit und wirkt am Ausbau des hebräischen Kulturfonds, Keren hatarbuth haibrith Kedem! Ein jeder von Euch kann und möge sich dafür betätigen, sei es durch eigene Spenden oder durch Sammlung von Beiträgen, einmaligen und jährlichen, kleineren und größeren, durch Eintragung in das Ehrenbuch des „Kedem“ (bei einer Spende von 200 M.) oder Stiftung von Legaten für hebräische Kulturzwecke unter der Verwaltung des „Kedem“, der als offiziell legalisierte Gesellschaft auch jede rechtliche Gewähr für die bestimmungsgemäße Verwendung der ihm anvertrauten Stiftungen bietet. Gründet überall ständige Kommissionen des „Kedem“ zur Organisierung all dieser Arbeit. Die Verwirklichung unserer nationalen Kulturaufgaben bedarf der Zusammenfassung aller Kräfte, die dem Banner der jüdischen Renaissance folgen. Nicht übermäßig groß sind wir an Zahl — um so hingebungsvoller müssen wir unserem Ideale dienen, um so größer müssen wir an Taten sein! Die Arbeit für den jüdischen Kulturfonds „Kedem“ ist eine nationale Tat! Jüdischer Kulturfonds „Kede m“ M. Feldstein, Vorsitzender. Das Direktorium des „Kedem“ besteht aus folgenden Herren: Moses Feldstein, Dr. H a n t k e, Dr. Schmarja Levin, A. Podlischewski, Nahum Sokolow, Dr. Echiel Tschlenow, M. Ussischkin, Dr. Ch. W e i z m a n n. Adresse: Jüdischer Kulturfonds „Kedem“, Berlin W. 35, Sächsische Str. 8. (Bei Geldsendungen und Einschreibebriefen ist hinzuzufügen: z. H. des Herrn Prof. Warburg.) Dr. Levin in England Am 9. Mai sprach Dr. Schmarja Lev in in London in einer großen Versammlung, im Hotel Great Central, vor Zionisten und Nichtzionisten. Den Vorsitz führte der Vizepräsident der English Zionist Federation, Mr. S. B. Rubenstein, da Dr. Gaster, der die Versammlng leiten sollte, am Erscheinen verhindert war. Die Rede Dr. Levins erregte außerordentliche Begeisterung, und von der Versammlung wurde folgende von den Herren Dr. Samuel D a i c h e s und Dr. S. M. M e 1 a m e d eingebrachte Resolution einstimmig angenommen: „Die Versammlung von Londoner Zionisten und Freunden der nationaljüdischen Bewegung spricht, nachdem sie die Rede von Herrn Dr. Schmarja Levin, Mitglied des Engeren Actions-Comites, angehört hat, dem A. C. ihre Anerkennung für die wertvolle Arbeit aus, die seit dem letzten Kongreß geleistet wurde, und verpflichtet sich, soweit es in ihren Kräften steht, die kolonisatorischen und kulturellen Bestrebungen des A. C. zu fördern.“ Der Sekretär der English Zionist Federation, Mr. Paul Goodman, sprach Herrn Dr. Levin den Dank der Versammlung aus. Am Sonntag, dem 10. Mai, sprach Dr. Lev in in einer in East End veranstalteten Versammlung im großen Saal von „Monnickendam’s Rooms“. Auch diese Versammlung war sehr gut besucht. Sie wurde von Mr. Herbert B e n t w i c h, dem Präsidenten des Order of Ancient Maccabeans, geleitet. Dr. Levin sprach hier in jiddischer Sprache wiederum unter stürmischem Beifall, und am Schlüsse seiner Ausführungen

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