Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 18 (1914)
- Issue
- 20 (15.5.1914)
- Article
- Direktoriumssitzung des jüdischen Nationalfonds
- Date
- 1914-05-15
- Page
- 489 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 20 DIE3&ELT 489 Gesinnungsgenossen! Bestellt rechtzeitig dieHerzl-Gedenknummer der „Welt“ Spende, etwa in der doppelten Höhe der bisherigen, herbeizuführen. Gleichzeitig wurde dem Wunsche Ausdruck gegeben, daß mit Rücksicht auf die fortdauernde und in den nächsten Jahren zu erwartende verstärkte Einwanderung der Jemeniten sowie die Notwendigkeit der Ansiedlung von aschkenasischen Arbeitern mit Hilfe des Arbeiter-Heimstättenfonds die Propaganda für letzteren ungeschwächt fortgeführt werde. Zu diesem Zwecke ist die Herausgabe einer neuen Werbeschrift über diesen wichtigen Spendenzweig des Nationalfonds geplant, ln diesem Zusammenhang sei mitgeteilt, daß auch eine Reihe von Aufklärungs- und Werbeschriften über den zu erweiternden Genossenschaftsfonds für Siedlungs-, Okkupations- und Pachtgenossenschaften (letztere nach italienischem und rumänischem Muster) in den nächsten Monaten erscheinen soll. Schließlich wurde über Arrondierung von Nationalfonds- Besitzungen beraten und deren Realisierung teilweise von den zu erwartenden Einnahmen des Nationalfonds abhängig gemacht. Im Hinblick auf die weittragende Bedeutung dieser Aktionen ist zu hoffen, daß die Freunde und Vertrauensmänner des Nationalfonds durch erhöhten Eifer in der Werbearbeit eine rasche Verwirklichung ermöglichen werden. Das Interesse, das die in letzter Zeit verstärkte Propaganda in immer weiteren Kreisen für Palästina wachruft, läßt eine erhebliche Vermehrung der N.-F.-Einnahmen auch in diesem Jahre erwarten. Dr. Levin in England Auf Einladung der English Zionist Federation und des Order of Ancient Maccabeans hat sich Herr Ehr. Schmarja L e v i n nach England begeben, wo er eine Reihe von Vorträgen halten wird. Bisher sind Vorträge in London, Manchester, Glasgow, Leeds und Belfast in Aussicht genommen. Dritte Konferenz der zionistischen Studentenorganisation „Hechawer* Am 1. Juni abends beginnt in Heidelberg die Tagung der dritten Konferenz der zionistischen Studentenorganisation „Hechawe r". In zionistischen Studentenkreisen wird dieser Konferenz besondere Bedeutung beigemessen. Es sollen dort mehrere akademisch-zionistische Fragen ausführlich behandelt werden. Das Zentralkomitee der Organisation veröffentlicht folgende Tagesordnung: I. Tag: Abendsitzung (8—11 Uhr): 1. Eröffnung der Konferenz; 2. Begrüßung; 3. Bericht des Zentralkomitees; 4. Wahl des Präsidiums, der Kommissionen, der Revisoren usw. II. Tag: Vor- und Nachmittagssitzungen: 1. Kassabericht; 2. allgemeine Diskussion über die Berichte. III. Tag: Vormittagssitzung (10—1 Uhr): Referate: 1. Unparteiischer Nationalismus; 2. Unser Verhältnis zu anderen Studentenorganisationen. Nachmittagssitzung (3—7 Uhr): 1. Referat: Palästina-Arbeit. Der neue Jischub im Programm des „Hechawer"; 2. Diskussion über das Referat; 3. zweites Referat: Die kulturell-erzieherische Tätigkeit des „Hechawer". IV. Tag: Nachmittagssitzung (3—7 Uhr): 1. Referat: Presse und Propaganda; 2. Diskussion über die Referate 3 und 1. V. Tag: Vonnittagssitzung (10—1 Uhr): 1. Referat: Organisationsfragen; 2. Diskussion über das Referat. Nachmittagssitzung (3—7 Uhr): 1. Resolutionen; 2. Wahl des neuen Zentralkomitees; 3. Varia; 4. Schließung der Konferenz. J üdisch er, Kulturfonds^,,Kedem“ Spenden-Ausweis Kiew: Hillel Slotopolsky, für Eintragung seines verstorbenen Sschwiegervaters A. Mirkin in das Ehrenbuch des „Kedem".Rbl. 100.— — Jk 215.— Berlin. Durch M. Wolisteiner.„ 54.35 Zlozow: M. Schwadron.Kr. 10.— — „ 8.40 Graz: Lesezirkel jüdischer Frauen und Mädchen .„ 10.— — „ 8.40 Krakau: Nathan Katzner .... „ 5.— — „ 4.20 Wien. Dr. Abdowitzer.„ 2.— — „ 1.68 JL 292.03 Oesterreich Aus den Wiener Organisationen a.— Die Kulturkommission der innerösterreichischen zionistischen Organisation hat eine Parteischule ins Leben gerufen, die aus einem zionistischen Kurs, einem Palästinakurs und einem Geschichtskurs besteht. Die einzelnen Kurse werden von den Herren Adolf Böhm. Dr. Emil Stein und Dr. Wilhelm Stein geleitet und haben bereits unter erfreulich reger Beteiligung begonnen. — Seit einiger Zeit besteht in Wien ein ^Jüdisch-akademischer Technikerverban d“, dessen Gründung einem dringenden Bedürfnisse abgeholfen hat und der bereits eine große Zahl von Mitgliedern zählt. Am Ende des ersten Semesters suchte der Verband beim Professorenkollegium an, ihm als Fachverein die Anbringung einer Anschlagstafel zu gestatten. Das Gesuch wurde ohne Angabe von Gründen abschlägig beschieden. worüber in der gesamten bewußt jüdischen Studentenschaft große Erregung herrscht, zumal sich an der Technischen Hochschule Tafeln von längst nicht mehr existierenden Korporationen befinden und an der Technik Vereine bestehen, die mehrere Anschlagstafeln auf akademischem Boden besitzen. Der Verband erhob' beim Unterrichtsministerium Einspruch gegen diese unbegründete Verweigerung. Ob mit Erfolg, wird die Zukunft lehren. — Unter zahlreicher Beteiligung hielt der Wiener ' Turnverein „M assada“ seine III. Generalversammlung ab und nahm den vom Verbände vorgeschlagenen Namen „M accabi“ an. Zum Kongreßschautumen entsandte der Verein 26 Mitglieder. Hervorzuheben ist, daß der Verein die von ihm angestrebte nationaljüdische Erziehung durch wöchentliche Vorträge fördert. Brünn. Am 5. Mai hat hier die konstituierende Versammlung der zionistisch gesinnten Vereinigung der jüdischen Hochschüler aus Rußland „Hatechia“ stattgefunden. Mähr.-Ostrau. Am 10. Mai sprach Herr Dr. Osias Thon, Krakau, auf Einladung des Volksvereins „Zion“ in Mähr.- Ostrau über „Volk, Land und Sprache“ und wußte» durch seine meisterhafte Rede, die nach vielen Hunderten zählenden Zuhörer zu begeistern und mitzureißen. Es war ein voller Erfolg des Redners, des veranstaltenden Vereins und der zionistischen Sache, die auch in Mähr.-Ostrau immer tiefer Wurzel faßt. Unsere engeren Gesinnungsgenossen und die Vertreter der jüdischen. Korporationen blieben noch in zwangloser Weise mit dem geschätzten Gaste zusammen. Bielitz. Im zionistischen Leben unserer Stadt ist eine Belebung unverkennbar, die für die Zukunft zu schönen Hoffnungen berechtigt. Legen schon die Vorgänge in der Generalversammlung des zionistischen Jugendklubs und die seither geleistete Arbeit ein Zeugnis dafür ab, so tat dies nicht weniger die Besprechung, die der neugewählte Präsident des Jüdischen Turnvereines, Dr. iur. Allerhand, für den 4. Mai einberufen hatte. Hier kam es zu Auseinandersetzungen über den zur Zeit im Turnverein herrschenden Geist, der sowohl vom Präsidenten als auch von dem als Gast anwesenden Dr. med. Aschermann einer scharfen Kritik unterzogen wurde. Beide Redner verlangten die Unterstützung der Mitglieder bei der Erziehungsarbeit, mit der in nächster Zeit eingesetzt werden soll, und deren Programm sie in kurzen Zügen skizzierten. Daß der Appell nicht fruchtlos