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Die Welt · 1914-05-15 · 20 (15.5.1914) · p. 488

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Journal
Die Welt
Volume
18 (1914)
Issue
20 (15.5.1914)
Article
[Ohne Titel]
Date
1914-05-15
Page
488 (sequence 2)
Language
German
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488 DIEXXELT Nr. 20 von der Zahlung der Zollgebühren befreit werden könnten. Dazu ist weiter nichts nötig, als daß man der Regierung Zweck und Gründungszeit der Anstalten, sowie Namen und Staatsangehörigkeit der Leiter angebe. Wie die Zeitung erfährt, haben die christlichen Anstalten bereits von diesem Rechte Gebrauch gemacht und dadurch für ihre humanitären Zwecke namhafte Beträge gespart. Mendel B e i 1 i s , der jetzt in Tel-Awiw wohnt, hat dieser Tage eine größere Summe erhalten, die eine jüdische Zeitung in Italien für ihn gesammelt hat. Auch sein Bruder Ahron Beilis, der bis in die letzte Zeit in Kiew Verfolgungen zu erdulden hatte, wird sich in Palästina niederlassen. Seit vier Jahren besteht in Jaffa ein Altenheim (Moschab Skenim), das von einem sehr achtungswerten Vorstand verwaltet wird. Dem letzten Rechenschaftsbericht entnehmen wir, daß in diesem Jahre die Einnahmen von Spenden und den Einzahlungen der aufgenommenen Greise 2223,09 Eres, und die Ausgaben 1281,25 Eres, betragen haben, somit in der Kasse 941,84 Eres, verblieben sind. Es wäre nur zu wünschen, daß dieser Rechenschaftsbericht, der peinlich und gewissenhaft auch über die kleinsten Ausgaben berichtet, auch für die ähnlichen, größeren Jerusalemer Anstalten vorbildlich wäre. Dem Rechenschaftsbericht der Jaffaer Mädchenschule des Odessaer Komitees entnehmen wir, daß jetzt 502 Mädchen gegen 444 im Vorjahre die Schule besuchen. Von diesen sind 376 Kinder aschkenasischer, 101 sephardischer, 11 jemenitischer und 14 marokkanischer, bucharischer Eltern usw. Das jährliche Budget beträgt jetzt ca. 40000 Eres., wovon etwa ein Viertel durch Schulgeld gedeckt wird. In den beiden Vorbereitungs- sowie den ersten Schulklassen mußten wegen Ueberfüllung Parallelklassen errichtet werden. Zu Ehren des Schriftstellers Dr. Chajim Schitlowsky, der für einen dreimonatlichen Aufenthalt nach Palästina kam, veranstaltete der Jaffaer Arbeiterklub ein Bankett, wobei verschiedene Ansprachen gehalten wurden. Bestrafung einer judenfeindlichen Zeitung Der Großrabbiner der Türkei, Haim N a h u m , hat beim Minister des Innern, Talaat Bey, Vorstellungen erhoben wegen der gehässigen Kampagne einzelner arabischer Zeitungen in Palästina gegen die dortige jüdische Bevölkerung und insbesondere gegen das jüdische Kolonisationswerk. Rabbi Nahum wies namentlich auf die judenfeindliche Hetze der Zeitung „Philistin“ (Palästina) in Jaffa hin und hob hervor, daß solche Preßtreibereien geeignet seien, das gute Einvernehmen zwischen der jüdischen und arabischen Bevölkerung des Landes empfindlich zu stören und unter Umständen ernste Unruhen hervorzurufen. Der Minister des Innern wies daraufhin die Jaffaer Lokalbehörde telegraphisch an, ein Strafverfahren gegen die Zeitung „Philistin“ einzuleiten. Gleichzeitig erging eine Verfügung an die palästinensischen Behörden, in der ihnen aufgetragen wird, mit aller Strenge gegen Personen vorzugehen, die in der Presse feindselige Artikel gegen einzelne Volksstämme und Glaubensgemeinschaften veröffentlichen. AUS DER BEWEGUNG iiBaiiiiraiiiiiiiiiffiiiii Der Schekel Wir ersuchen alle Landes- und Sonderverhände, uns über das Ergebnis der Schekelsamxnlung an den Chol Hamoed-Tagen des Peßachfestes Bericht zu erstatten und die eingegangenen Beträge sofort an den Jewish Colonial Trust, London, E. C., Brook House, Walbrook oder an uns direkt zu überweisen. Wir bitten ferner, die Sammlungen nachdrückliche fortzusetzen, da das Schekeljahr sich bereits seinem Ende zuneigt, ohne daß wir bisher größere Ueberweisungen erhalten hätten. Zionistisches Zentralbureau Direktoriumssitzung des Jüdischen Nationalfonds Am Sonntag, den 3. Mai d. J., fand im Zionistischen Zentralbureau in Berlin eine Direktoriums-Sitzung statt, an der folgende Herren teilnahmen: Justizrat Dr. Bodenheimer, Dr. Hantke, Dr. Tschlenow, Prof. Dr. War bürg, die Sekretäre Groß und Ing. Kaplansky, ferner als Gast Herr Agronom Oettinger, der auf der Reise von Brasilien nach Palästina befindlich in Berlin Aufenthalt nahm. Die Sitzung dauerte mit einer kurzen Mittagspause von morgens bis spät abends und beschäftigte sich mit einer Reihe aktueller Fragen, die teils die Kolonisationsarbeit in Palästina, teils die Propaganda und Organisation in verschiedenen Ländern betrafen. Ausgestaltung des Palästina-Amtes. Infolge der fortwährend zunehmenden Agenden des Palästina-Amtes sowohl für den Nationalfonds wie für andere Institutionen und Gesellschaften, hat sich die Notwendigkeit einer Erweiterung nach Ressorts ergeben. Für das landwirtschaftliche Ressort, insbesondere die Betriebe und kolonisatorischen Unternehmungen des Nationalfonds, ist Herr Agronom Oettinger gewonnen worden, der viele Jahre eine hervorragende Stellung in den überseeischen Kolonien der Ica bekleidet hat und dessen reiche Erfahrungen nunmehr Palästina zugute kommen werden. Boden für die Tachkemoni-Schule in Jaffa. Die Verhandlungen über diesen Gegenstand, die sich seit längerer Zeit hinzogen, fanden in der letzten Sitzung, welcher die Herren Dr. Moeller, Hamburg, und Struck, Berlin, als Vertreter des Tachkemoni-Komitees beiwohnten, ihren Abschluß. Der Nationalfonds erwirbt den für die Tachkemoni-Schule bestimmten Boden im Werte von 45 000 Eres, und gibt ihn dem Tachkemoni-Komitee unter den üblichen Bedingungen für 49 Jahre in Erbpacht. Erbauung neuer Arbeiter-Familienhäuser aus dem Arbeiter-Heimstättenfonds. Der Sitzung lagen ausführliche Exposes des Palästina-Amtes und des Hauptbureaus über die In diesem Jahre zu erbauenden Arbeiterhäuser für Jemeniten und Aschkenasim vor. Es wurde eingehend über die Art der Vergabe der Häuserbauten an Unternehmer sowie über den Standort in privaten Kolonien und auf N.-F.-Gütern beraten und entsprechende Beschlüsse gefaßt. Wie allseits hervorgehoben wird, ist stellenweise ein Bedürfnis nach einem stärker und größer gebauten Typus von Arbeiter-Familienhäusem vorhanden. Es wurde deshalb in Aussicht genommen, bei der nächsten Generalversammlung einen Beschluß über die Schaffung einer größeren Arbeiterhalts-

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