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Die Welt · 1914-05-08 · 19 (8.5.1914) · p. 469

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Journal
Die Welt
Volume
18 (1914)
Issue
19 (8.5.1914)
Article
Hebräertag in Berlin [Nachricht]
Date
1914-05-08
Page
469 (sequence 1)
Language
German
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Nr. 19 DIEX2ELT 469 Deutschland Hebräertag in Berlin Das deutsche Landeskomitee der Organisation für hebräische Sprache und Kultur veranstaltet Mittwoch, den 13. Mai (Lag-Baomer), S1/* Uhr abends, in den Sophiensälen (Bahnhof Börse) eine große öffentlicheV ersammlung. Auf der Tagesordnung: Die hebräische Bewegung; die Aufgaben der „Histadruth Ibrith“. Referieren werden die Herren Dr. Alfred Klee, Dr. S. Bernstein, H. Goslar u. a. Galizien Vom Zentralkomitee der Zionisten Galiziens (Von unserem galizischen Berichterstatter) vv.— Die Palästinakomimission unter Vorsitz des A. C.- Miitgliedes Dr. Leon Reich bereitet für Lag-baomer eine Palästina woche im ganzen Lande vor. Versammlungen, Vortragsabende, Feste sollen die Palästinafonds stärken. Die J. N. F.-Landeskonvmission organisiert einen Blumentag. Zum zehnten Jahrestage des Todes Theodor Herzls haben bereits großangelegte Abende in Krakau und in Rzeszöw stattgefunden. Die Festreden hielt Präsident Adolf Stand. Krakau. Am 12. April fand in Stryj ein außerordentlicher Verbandstag des Verbandes zionistisch-akademischer Korporationen Galiziens statt. Dem von Dr. Knopf erstatteten Rechenschaftsberichte des Präsidiums folgte eine lebhafte Debatte, in welcher alle Redner dem zurücktretenden Präsidium Dank für seine aufopferungsvolle Tätigkeit spendeten. Der Verbandstag beschloß, den Sitz des Präsidiums nach Krakau zu verlegen und entsandte in dasselbe folgende Herren: Dr. Elias Tisch, Dr. Ignaz Schwarzbart und Leon Lustbader und Samuel Landau als Stellvertreter. Die Adresse des Präsidiums ist: Dr. Elias Tisch in Krakau, Gertrudy 29 a. Bukowina Kotzman. Der jüd. nat. Verein „Dorschej. Zion“ hielt am .28. April seine diesjährige Generalversammlung ab. Nach Billigung des Rechenschaftsberichtes wurden folgende Herren in den Ausschuß gewählt: Obmann: Josef Essner, Obmannstellvertreter Nathan Seidmann, Ausschußmitglieder: D. Krischer, Salomon Spaciner, Mathias Händler, Wolf Meiseimann, Rubin Frimeth; Schriftführer und Bibliothekar: Josef Stenzler und Jakob Rudich; Kassierer: David Seidmann. Der bisherige Obmann Dr. Jakob Berger wurde zum Ehrenmitgliede ernannt und einstimmig beschlossen, ihn ins Goldene. Buch des jüd. Nationalfonds einzutragen. Zadowa. Am 22. April fand hier zum ersten Male eine große zionistische Volksversammlung statt, in der der Senior der jüd. nat. akad. Verbindung „H asmonaea“ (Czemowitz), Herr Maximilian Weißbach, über die „Ziele des Zionismus“ sprach. Nachher wurde ein Arbeitskomitee gebildet. Ungarn Die Statutenfrage 1.1.— Wir berichteten vor kurzem über die Angelegenheit der Statuten der Zionistischen Landesorganisation und der ungarischen Ito. Die ungarische Regierung ließ zunächst gleiches Unrecht walten, venveigerte den Statuten beider Organisationen die Genehmigung und sandte beide Statutenentwürfe zu nochmaliger Begutachtung an die (neologe) Israelitische Landeskanzlei. Wie das Gutachten ausfiel, ist uns zur Stunde noch unbekannt. Der Präsident der Israelitischen Landeskanzlei, Dr. Moritz Mezei, wurde jedoch an die Spitze der -ungarischen Ito gestellt, und da er zugleich Ausschußmitglied der Regierungspartei ist, versteht es sich von selbst, daß die Genehmigung der Ito-Statuten früher erzielt wurde. Die Ito-Statuten wurden am IS. April legalisiert. Ueber die Genehmigung der zionistischen Statuten ist bisher keine offizielle Verlautbarung erfolgt. Wir müssen daher diese abwarten und können erst dann berichten, ob die Israelitische Landeskanzlei und die Regierung gleiches Recht walten ließen. Zu den Ito-Statuten selbst ist zu bemerken, daß als Ziel der ungarischen Ito die Ansiedlung der in ihren bisherigen Heimatländern verfolgten ausländischen Juden auf Territorien außerhalb Europas und die Erwerbung von Territorien, die diesen Zwecken entsprechen, angegeben ist. Die Agenden versieht ein Kuratorium von 20 hauptstädtischen und 20 Provinzmitgliedern. Die Provinzmitglieder werden von der Generalversammlung — bestehend aus Delegierten nach je 25 Mitgliedern — gewählt, die hauptstädtischen Kuratoriumsmitglieder jedoch nur in der ersten Generalversammlung gewählt; nachher werden diese Stellen bei etwaigen Vakanzen nur durch Kooptation besetzt. Die ungarische Ito gleicht also, wie man sieht, den meisten assimilatorisch-jüdischen Verbänden auch darin, daß sie eine echt reaktionäre Organisation ist. Vom Budapester Herzl-Verein 1.1.— Der Verein „Dr. Theodor HerzI" hielt jüngst seine Generalversammlung ab. Dieser Verein wurde vor einigen Jahren als ein Zentralverein reorganisiert, indem der Mädchenverein „Deborah“, der Verein der jüdischen kaufmännischen Jugend und auch kleinere Gruppen sich korporativ anschlossen. Der Zusammenschluß sämtlicher Zionisten mit Ausnahme der Studentenvereine in einem Verein, erwies sich jedoch nicht als praktisch, weshalb die Mädchengruppe bereits ausgeschieden ist und den alten ,,D e b o r a h“-Verein zu neuem Leben erweckte. Trotzdem beliefen sich die Einnahmen des Vereins im verflossenen Geschäftsjahre auf 2519 Kr., die Ausgaben, mit Zuhilfenahme des vorjährigen Kassenbestandes, auf 2729 Kr. Bei der Generalversammlung wurde zum Präsidenten von neuem Herr Dr. Leopold Ostern gewählt. Da dieser jedoch erklärte, die Neuwahl nicht annehmen zu können, wurde Herr Alexander Horvat zum Präsidenten gewählt. Vizepräsidenten sind: Dr. Samuel Strelinger und Dr. Ladislaus Kohn; Sekretär: Samuel Reich; Kassierer: Moritz B o r o s. Außerdem wurden fünf Beisitzer und ein Ausschuß gewählt. Der Verein beabsichtigt eine regere Tätigkeit zu entfalten, Vorträge und Diskussionen zu veranstalten und auch die Agitation in größerem Maßstabe zu betreiben. Es wird beabsichtigt, zu diesem Zwecke Bezirksausschüsse einzusetzen. Zum zehnten Todestage Herzls wird eine Gedenkfeier veranstaltet. Bulgarien Die IX. Landeskonferenz der bulgarischen Zionisten (Von unserem Berichterstatter.) r.— Die IX. Landeskonferenz der bulgarischen Zionisten, die am 19. und 20. April in Sofia stattfand, hat gezeigt, daß die Lebensfähigkeit unserer Organisation und ihre Arbeitskraft erfreulicherweise durch die letzten Kriege keinen Schaden erlitten hat, wenn auch leider viele brave Gesinnungsgenossen im Kampfe für ihr Vaterland gefallen sind. Die Konferenz hat bewiesen, daß die Zionisten Bulgariens von ihren in langjährigem Kampf errungenen Positionen nicht weichen werden, und die Maßregeln, die man jetzt für die innere Ausgestaltung der Organisation getroffen hat, lassen hoffen, daß ein bedeutender Aufschwung der zionistischen Bewegung in Bulgarien bevorsteht. Den Vorsitz führte unser bewährter Gesinnungsgenosse, Herr Karl Herbst, der ehemalige Mitarbeiter Theodor Herzls und langjähriges Mitglied des Actions-Comites, der von den ersten Anfängen der Bewegung an uns treu und tapfer zur Seite steht. Von den zahlreich eingelaufenen Begrüßungs-, telegrammen sollen nur die Telegramme des Actions-Comites und des Königs Ferdinand hervorgehoben werden. Das Telegramm des Königs lautete: „Karl Herbst. — Sofia. Gerührt von den loyalen Gefühlen, die Sie mir im Namen der auf einer Konferenz zu Sofia versammelten Vertreter der Zionisten aus dem Königreich Bulgarien zum Ausdruck bringen, beauftrage ich Sie, allen meinen herzlichsten Dank zu übermitteln. Der König.“ Als Erster sprach Herr A. Ehrlich (Philippopel). Er hielt eine hebräische Ansprache, in welcher er die bisherigen Leistungen der zionistischen Organisation für die Wiedergeburt des jüdischen Volkes und der hebräischen Sprache in Palästina schilderte. Der Zionismus hat unserem Herzen den Gedanken von der unbedingten Notwendigkeit der hebräischen Sprache eingeprägt, und dieser Gedanke hat sich besonders in dem letzten Kampfe für die Hegemonie der hebräischen Sprache in den Schulen Palästinas manifestiert. Als Zweiter sprach Herr Goldmann (Haskovo) in spaniolischer Sprache über „die dreißigjährige Tätigkeit in Palästina“, ln gaßerst prägnanter Form schilderte der Redner den Kampf unserer ersten Pioniere gegen die feindlichen Naturkräfte. Er sprach von unserem Kampfe mit den Krankheiten und Räubern, schilderte die aufopfernde Tätigkeit der Schomrim, und als er die Tat des alten Barski erwähnte,

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