Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 18 (1914)
- Issue
- 19 (8.5.1914)
- Article
- Bezalel-Ausstellungen
- Date
- 1914-05-08
- Page
- 465 (sequence 2)
- Language
- German
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Nr. 19 465 Dl EZqKELT Der finanzielle Erfolg der Ausstellung war ein sehr guter. In New York betrug die Bareinnahme, ohne die Summe, die für Eintrittsgelder eingenommen wurde, ungefähr 3000 Doll., in Baltimore 6000 Doll., in St. Louis 2500 Doll., in Chicago 3000 Doll, und in Cincinnati 6000 Doll. Im ganzen ungefähr 30 000 Doll. Der moralische Erfolg der Ausstellung war noch viel bedeutender. Viele, die früher nicht mit den zionistischen Bestrebungen sympathisiert haben, bewundern jetzt die Unternehmungen des Zionismus in Palästina. Die „Bezalel"-Waren haben viele Kunstkenner lebhaft interessiert, und von vielen Kunsthändlern sind Bestellungen eingelaufen. Professor Schatz hat es verstanden, eine Anzahl amerikanischer Fabrikanten und Kaufleute für Palästina zu interessieren, so daß sie es jetzt als Feld für industrielle Unternehmungen betrachten. Die zionistische Föderation Amerikas hatte alle Vorbereitungen, die für die Ausstellung nötig waren, getroffen. In einer Anzahl von Städten, wie in Baltimore und Cincinnati, haben sich auch angesehene Nichtzionisten dem Komitee angeschlossen und ihm wertvolle Dienste geleistet. iiiuiiiiiiiiiiiiiiiyiiiiiiiiiffliiffiiiiii REVUE DER PRESSE!i!iii;!!i!i;!!igi»!iiiiiiii!!i!;!inii[ni ....j Die „Holzwelt“, eine der größten deutschen Fachzeitschriften für den Holzhandel, bringt in ihrer jüngsten Nummer unter der Ueberschrift „Die Wiederbewaldung Palästina s", einen sehr bemerkenswerten Aufsatz, den wir hier vollinhaltlich wiedergeben: „Die Entwaldung in Palästina macht von Jahr zu Jahr Fortschritte, ohne daß bisher ernste Maßregeln dagegen ergriffen werden. Eine regelrechte Forstwirtschaft gibt es nicht. Die größten Feinde des Waldes sind die Hirten und Kohlenbrenner. Die schönsten Waldbestände werden niedergebrannt, um Weideland für die Herden zu gewinnen. Man wüstet dabei geradezu sündhaft mit dem Holze. Die Bäume werden in Brusthöhe abgehackt, damit sich die Holzfäller nicht zu bücken brauchen; kann man das Holz nicht verwenden, so läßt man es liegen und fällt anderes. Angeforstet wurde bisher fast gar nicht; wo es geschah, hat das Weidevieh die Stämmchen längst wieder abgefressen. Dabei ist aber kein Boden für die Waldkultur so geeignet, wie der Palästinas, da er viel Kalkgehalt hat. Was bei einer sachgemäßen Anforstung hier im Lande zu erreichen ist, beweisen die schönen Baumbestände in den deutschen und jüdischen Ansiedlungen. Der Karmel war noch vor vierzig Jahren ebenso kahl wie die anderen Berge Palästinas; jetzt wachsen auf ihm die schönsten Obstbäume und Pinien. Der Eichenwald H a r - dije bei den deutschen Ansiedlungen Waldheim und Bethlehem entwickelt sich großartig. Am deutlichsten tritt die Mißwirtschaft im hiesigen Forstwesen auf dem Tabor am See Genezareth zutage. Am Fuße des Berges nichts wie Baumstümpfe und brennende Köhlerhütten! Aber oben auf dem Berge die herrlichsten Eichen, weil das dortige Franziskanerkloster eine geregelte Forstwirtschaft betreibt. Die Eingeborenen, die den Zukunftswert einer ordentlichen Waldwirtschaft nicht kennen, ziehen ihm den Genuß sofortiger Erträge, so gering sie auch sein mögen, vor. Sie entwurzeln hundertjährige Bäume, um sie auf dem Markte als Brennholz loszuschlagen und sich so das tägliche Brot zu verschaffen. Die Abholzungen haben natürlich eine ökonomische Entwertung des Landes zur Folge. Sicher ist die Gewinnung von Brennholz ein Gebot der Notwendigkeit; aber die Zerstörung der Bäume vernichtet das Brennholz, vermehrt die Dürre und vermindert die Reinheit der Luft. Die Folgen der zunehmenden Entwaldung machen sich, wie gesagt, bereits in langen Trockenheiten bemerkbar. Die Landwirtschaft hat natürlich den Schaden davon. Geregelte Waldwirtschaft und Wiederaufforstung der abgeholzten Gegenden ist deshalb eine unbedingte Notwendigkeit. Zu diesem Zweck genügt es nicht, daß einige Gesetze erlassen werden, die nachher niemand hält. Es muß vielmehr für eine wirksame Waldaufsicht gesorgt werden; daran fehlt es. Auch muß die Bevölkerung über die wirtschaftlichen Folgen der Waldverwüstung aufgeklärt werden, und die Polizei muß dafür sorgen, daß diese Aufklärungen auch befolgt werden. Zwei andere Maßnahmen wären zu treffen, um dem Uebel der Entwaldung Palästinas vorzubeugen: 1. Wäre durch ein strenges Gesetz das Fällen jedes Fruchtbaumes zu verbieten; 2. wäre an die schleunige Bildung einer Brennholz-Import- Gesellschaft zu schreiten. Diese Gesellschaft müßte durch Ermäßigung der leider sehr bedeutenden Transporttarife Unterstützung finden. Im Sandschak Jerusalem hat man bereits Versuche gemacht, die Wiederbelebung Palästinas allmählich durchzuführen. Man hat dort eine Pflanzschule zum Zwecke der unentgeltlichen Verteilung von Pflanzen geschaffen, weitere ähnliche Anstalten müßten vom Staate gegründet und gefördert werden. Seitens des Gouverneurs in Jerusalem wurden zwar die Abholzungen bereits verboten, aber zur wirksamen Ausführung dieser Maßnahmen und zugleich zur Ueberwachung der Anpflanzungen müßten staatliche Waldhüter ernannt werden. In den Bezirken Jaffa und Gaza gibt es Dünen, die Tausende von Quadratmetern bedecken. Diese Dünen will man vor allen Dingen zunächst einmal bewalden. Die Bewaldung würde die Fieberatmosphäre dieser Gegenden beseitigen und dem Sandschak das nötige Brennholz liefern. Man will den jüdischen Kolonisten aus der Umgebung Jerusalems die Konzession zur Bewaldung der Dünen erteilen. Es soll durchaus nichts gegen die Abstockung der Wälder gesagt werden, die dafür schon längst reif sind, aber die abgeholzten Flächen müssen immer wieder aufgeforstet werden, soweit sie nicht für die Landwirtschaft verwendet werden sollen." Die „Vossische Zeitung“ bringt in ihrer Nummer vom 4. d. M. einen interessanten Aufsatz aus der Feder ihres New Yorker Korrespondenten über die Einwanderungsfrage in Amerika. Der Verfasser hält es für wahrscheinlich, daß Präsident Wilson mit Rücksicht auf die italienischen, jüdischen und slawischen Wahlstimmen, aber auch unter der Einwirkung der von den Deutschen im Lande gegen die Bumett-Bill betriebenen Agitation „zu guter Letzt wiederum durch sein Veto die Hoffnungen der um ihre Eigenart und Sittenreinheit schwer besorgten Nativisten zuschanden machen wird", obwohl er vor seiner Präsidentschafts-Zeit in seinen wissenschaftlichen Arbeiten stets einer radikalen Einschränkung der Einwanderung das Wort geredet hat. Der Artikelschreiber gibt zu, daß die Einwanderung der letzten Periode in den großen Städten der Union Zustände geschaffen hat, die den Argumenten der Einwanderungsgegner ein gewisses Gewicht verleihen. In New York und Chicago sei im wesentlichen das zugewanderte Element für die zunehmende Verelendung und Kriminalität verantwortlich zu machen. Auch Lohndrückerei gehöre zu den unerfreulichen Begleiterscheinungen der Masseneinwanderung. „Diese unerfreulichen Folgen . . . sind jedoch bedeutungslos im Vergleich zu dem gewaltigen Gewinn, der dem Lande