Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 18 (1914)
- Issue
- 19 (8.5.1914)
- Article
- Zentralfonds 1914
- Date
- 1914-05-08
- Page
- 457 (sequence 2)
- Language
- German
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Nr. 19 diexbelt 457 Spezifikation der in der „Welt“ ausgewiesenen Spende von Frcs. 447.90 der „Nouveau Cercle B6n£ Sion“ in Salonique für das hebr. Schulwerk: Saia su. Cohen, Botton, Mallah Freres, Moche u. Grattegno, Affias, B. Sciaky u. Co., M. Jessua, A. Mallah, M. Salmona, Trausess, Hassid, J. u. J. Asseo, Modiano u. Benrubi, S. Benrubi. Bensussan, Benveniste u. Freres, A. Mallah, Abravanel, Salem, Pinhas, Nissim u. Fils, Z. Levy u. Co., M. Israel, Monosnino, Alvo Freres, B. Castro, Pelossof, Benrubi, Bensussan, Elio Covo, E. Pinhas; zus. Frcs. 447.90. Zentralfonds 1914 In den vorhergehenden Nummern ausgewiesen.. . . M. 273 550.12 Dazu Ausweis dieser Nummer . „ 6 933.76 Insgesamt bisher eingegangen M. 280 483.88 E"".'".'""""i I»»»»»»! PALÄSTINA-RUNDSCHAU ■■HÜ Die Tätigkeit der jüdischen Aerztegesellschaft Palästinas (Von unserem Berichterstatter.) I. Mit einem gewissen Zagen nahmen einige jüngere jüdische Aerzte in Palästina vor zwei Jahren die Organisationsbestrebungen wieder auf. Wieder: denn schon vor vielen Jahren hat Dr. Hillel Joffe auf die Notwendigkeit des engeren Zusammenschlusses der Berufsgenossen hingewiesen. Dann kam Dr. Kohan-Bernstein ins Land, der in Rußland für die Schaffung der dortigen zionistischen Organisation das meiste geleistet hatte, und erneuerte diese Bemühungen. Aber die Zeit war noch nicht reif. Noch fehlte es an den nötigen Kräften. Den Jüngeren blieb es Vorbehalten, zu erfüllen, was die Vorkämpfer erstrebt hatten . . . Auch der Laie, dem die eigentliche medizinische Wissenschaft verschlossen ist, gewinnt Achtung vor der Jüdischen Aerzte-Gesellschaft (die 32 Mitglieder zählt, erst auf eine zweijährige Tätigkeit zurückschaut und über sehr beschränkte Mittel verfügt), wenn er die fünf Hefte der „Mitteilungen", die bis jetzt (in hebräischer Sprache) erschienen sind, aufmerksam liest. Da. das erste Heft seinerzeit in der „Welt" eingehend besprochen wurde, soll hier noch der Inhalt der übrigen vier Hefte kurz skizziert werden. Das Doppelheft Nr. 2—3 wird mit einem längeren Aufsatz von Fräulein Dr. B e 1 k i n d über die statistischen Ergebnisse der Behandlung von 1000 kranken Frauen eingeleitet. Fräulein Beikind hat ihre Praxis im April 1006 in Jaffa aufgenommen und wurde bald auch von den Behörden als amtliche medizinische Gutachterin herangezogen. Ihre Registratur, die sie erst am 5. Oktober 1906 anlegte, bezieht sich bloß auf die Kranken, die sie in ihrer Sprechstunde aufsuchten. Von den 1000 Patientinnen, die in sechsjähriger Praxis vermerkt wurden, waren 229 jüdische, 137 christliche und 634 islamitische Frauen. Dies ist darauf zurückzuführen, daß die islamitischen Frauen sich nur in den seltensten Fällen von männlichen Aerzten behandeln lassen. Dazu kommt, daß sie von den elementarsten Begriffen der Hygiene keine Ahnung haben. Auch tragen die barbarischen islamitischen Hebammen das ihrige zur Vermehrung der Frauenkrankheiten unter ihren Glaubensgenossinnen bei. Es eröffnet sich daher der jüdischen Aerztin, die der arabischen Umgangssprache kundig ist, ein weites Feld zu segensreicher Betätigung. Auf die rein medizinischen Ergebnisse dieser Statistik kann hier nicht eingegangen werden. — Auch der zweite Aufsatz dieses Heftes entstammt der Feder einer Aerztin: der Frau Dr. Jonas-Gutmann. Sie berichtet über die chirurgische Arbeit im jetzigen Jaffaer jüdischen Hospital. Die Beschaffenheit dieses Hospitals, in dem fast alle Behelfe für eine regelrechte Operationsarbeit fehlen, macht die chirurgische Tätigkeit zu einer sehr schwierigen. Um so erfreulicher ist es, daß die 46 schweren Operationen, die dort ausgeführt wurden, einen glücklichen Ausgang hatten. Frau Dr. Jonas-Gutmann, die Aerztin des Hospitals, gibt die 46 Fälle einzeln an und kommt zu dem Schluß, daß Jaffa und Umgebung einer chirurgischen Klinik genügend Arbeit geben könnten. Ueber den Kampf gegen die Malaria, besonders durch Chinin, in den früher durch diese Krankheit heimgesuchten Kolonien Atlit, Jessod Hamaala und Mischmar Hajarden berichtet Dr. H. Joffe. Das Doppelheft bringt ferner die Protokolle von elf Sitzungen der Jaffaer Gesellschaft. Hier können nur die Verhandlungsgegenstände von allgemeinem Interesse erwähnt werden. Dr. C h i s s i n hält die Abhänge des Berges am Tiberiassee für die geeignetste Stätte zur Errichtung eines Sanatoriums, besonders für Lungenkranke. Dr. Puchowsky referiert über eine längere Galiläareise, die er mit einem Teil der Schüler des Jaffaer Gymnasiums unternommen hat. Er kommt dabei vom medizinischen Standpunkte zu folgenden Schlüssen, die jetzt, in der Saison der Palästinareisen, auch von anderen beachtet werden sollten: 1. Bei einem großen Ausflug sollen nur gedeckte Wagen benutzt werden. Die üblichen Leiterwagen sind besonders auf holprigen Wegen für die Gesundheit der Kinder nachträglich und gewähren auch gegen die Unbilden des Wetters, Klimas usw. keinen Schutz. 2. Unter den jetzigen Verhältnissen dürfen an einem größeren Ausflug höchstens 40 Schulkinder teilnehmen. 3. Ein gemeinsamer Ausflug von Knaben und Mädchen ist nicht zu empfehlen. 4. Alles Ermüdende (wie langes Tanzen) sowie alles, was die Nerven reizt, ist bei Schulausflügen sorgfältig fernzuhalten. In einer Sitzung wurde die Gründung eines neuen Hospitals beraten und die Grundsätze für die Beteiligung der medizinischen Gesellschaft festgesetzt. Dr. H. Joffe erstattete ein eingehendes schriftliches Referat über die Aufgabe des Arztes im Kampfe gegen Malaria und Trachom. Anläßlich des Referates von Fräulein Dr. B e 1 k i n d über ihre medizinischen Erfahrungen unter der islamitischen Bevölkerung wurde von verschiedenen Aerzten konstatiert, daß die Araber an sich für die Heilung geeigneter sind. Namentlich berichtete Dr. K r i n k i n , daß er als Augenarzt bei den Arabern auffallend günstige Resultate erzielt hat. Dr. Puchowsky zieht zum Vergleiche die russischen Bauern heran, die nach seinen Erfahrungen bei Krankheiten nur in geringem Maße widerstandsfähig sind. In den beiden Heften Nr. 4 und 5 werden weitere Protokolle von elf Sitzungen veröffentlicht. Dr. K r i n k i n referiert über die epidemischen Augenkrankheiten in Aegypten. Im Anschluß an ein Referat von Dr. Jacobsohn - Paris über Tuberkulose meint Dr. Moscowitz, daß man Tuberkulösen jetzt weder in ihrem eigenen, noch im Interesse der hiesigen Bevölkerung den Aufenthalt in Palästina empfehlen könne. Dr. Weizbard - Rischon Ie-Zion ist ebenfalls dieser Ansicht. Dr. Puchowsky ist weniger pessimistisch. Die Uebertragung der Krankheit werde hier durch das Sonnenlicht und den heißen, trockenen Sand gehemmt. Bei den kranken Einwanderern sei die Verschlimmerung ihres Zustandes auf ihre ,ärmlichen Lebensverhältnisse zurückzuführen. Auch Dr. K r i n k i n schließt sich dieser Ansicht an. Dr. Weizbard berichtet über den Gebrauch der Dünen bei Rheumatismus-