Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 18 (1914)
- Issue
- 18 (1.5.1914)
- Article
- Hebräische Universitäts-Bibliothek Jerusalem
- Date
- 1914-05-01
- Page
- 445 (sequence 2)
- Language
- German
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Nr. 18 445 DIE^ELT thek übersende. Das ist eine durchaus irrtümliche Auffassung. Die Bibliothek muß schon vor der Universität vorhanden und auch benutzbar sein. Denn eine wissenschaftliche große Bibliothek ist die erste Grundlage dafür, daß überhaupt in Jerusalem wissenschaftlich gebildete Männer ihre Kultur- und Wissenschaftsbedürfnisse befriedigen können. Diese Bibliothek ist das notwendige Rüstzeug für alle die Lehrer an den Schulen, Seminarien, Gymnasien, Kunstgewerbeschulen usw. Wenn unsere schon in Jerusalem vorhandene Intelligenz geistig nicht verarmen soll, wenn wir wünschen, daß sie sich vermehre und innerlich wie äußerlich wachse, so müssen wir dort die Bibliothek so bald als möglich der Benutzung zugänglich machen. Das kann nur dann geschehen, wenn wir alle Katalogarbeiten und die ganze bibliothekarische Ordnung schon jetzt in Berlin völlig fertig machen. Von anderer Seite wurde auch gefragt, ob es nicht besser wäre, zu warten und später die Bücher direkt nach Jerusalem zu übersenden. Auch das trifft nicht zu. Es ist verhältnismäßig sehr einfach und billig, Bücher an die Hauptsammelstelle in Berlin oder an die örtlichen Sammelstellen in Wien oder Prag abzuführen. Auch wird der Gesamttransport der Bibliothek von Berlin nach Jerusalem sich ganz einfach und leicht ab wickeln. Dagegen macht jede Uebersendung von Paketen nach Jerusalem solche postalischen Schwierigkeiten, daß die meisten sich dadurch werden abhalten lassen, später Bücher dorthin direkt zu schicken, und wir werden, auch nach der Eröffnung der Bibliothek in Jerusalem, der Berliner Sammelstelle nicht ganz entraten können. Alle diese Gründe' sprechen also dafür, schon jetzt alle gut erhaltenen Bücher zu sammeln und zu schicken. Ein „Verein der Freunde der Hebräischen Universitäts-Bibliothek Jerusalem" ist in Gründung begriffen, und wer sich in besonderem Maße für die Bibliothek interessieren will, und das sollte eigentlich zum mindesten jeder Akademiker, der gebe der Sammelstelle von seinem Willen, dem Vereine beizutreten. Mitteilung. Alle Mitteilungen und alle Büchersendungen sind zu richten an die Adresse der Sammelstelle, K ö n i g 1. Bibliothekar Dr. Heinrich Loewe, Berlin NW. 52, Flemingstraße 12 (für die Hebräische Universitäts-Bibliothek J erusalem). Verein Oelbaumspende Am Sonntag, den 3. Mai, mittags 12 Uhr, findet im Zionistischen Zentralbureau in Berlin die Generalversammlung des Vereins Oelbaumspende statt. Tagesordnung: 1. Neuwahl des Vorstandes. 2. Eventualia. Eine Publikation über Nathan Birnbaum Nathan Birnbaum wird am 6. Mai (10. Ijar) 50 Jahre alt. So groß seit jeher die Wirkung seiner Schriften gewesen ist, so selten hat man sich bisher eingehend und vorurteilsfrei mit seinen Anschauungen auseinandergesetzt. Deshalb hat der Jüdische Verlag die Gelegenheit benutzt, zum Jubiläum Nathan Birnbaums in der von Dr. Ahron Eliasberg herausgegebenen Sammlung „Die- Jüdische Gemeinschaf t", ein Heft: „N athan Birnbaum. Sein Werk und seine Wandlung. Von Leo Hermann“ erscheinen zu lassen. Der Verfasser gibt in fünf Aufsätzen eine geschlossene Darstellung der Anschauungen Birnbaums über das Judentum, die das Resultat rastloser dreißigjähriger Gedankenarbeit sind: in zwei Aufsätzen entwickelt er die inneren Gründe, die die große Wandlung Nathan Birnbaums verursachen, und gibt eine vergleichende Auseinandersetzung zwischen dem Gedankensystem Nathan Birnbaums und dem Zionismus. Das neue Heft der „Jüdischen Gemeinschaft“ wird all denen eine willkommene Gabe sein, die sich über Nathan Birnbaums Gedankenkreis zu orientieren wünschen. Die Bedeutung des Mannes, der einer der ersten Zionisten war, rechtfertigt es, daß man sich mit ihm und seinem Werk beschäftigt. Die neue Publikation kommt diesem Bedürfnis aufs Glücklichste entgegen. (Bestellungen an den Jüdischen Verlag, Berlin W. 15, Sächsische Straße S. Preis 50 Pf., ohne Porto.) Hebräertag Die „Histadruth Ibrith“, deren Ziel es ist, die nationalen Kräfte mittels der Wiederbelebung des Hebräischen für das Ideal des vollen nationalen Lebens zu gewinnen, ist aus dem Studium der bloßen Stimmungen und der tastenden Versuche in das der Eroberung eines Bodens für die Verwirklichung ihrer Ziele getreten. Durch energische, trotz der beschränkten Mittel wirkungsvolle Propaganda gelang es dem neugewählten Zentralkomitee der „Histadruth Ibrith“, seit der Wiener Konferenz, im Verlaufe eines halben Jahres ungefähr, die Zahl der Ortsgruppen der „Histadruth“ von einigen wenigen auf mehr als achtzig zu bringen, und die Hoffnung ist berechtigt, daß wir in nicht langer Zeit viel mehr werden zählen können. Die Vermehrung der Ortsgruppen gehört zu den ersten grundlegenden Arbeiten der Histadruth, da ja das wichtigste für eine Organisation durch die Arbeit in der Peripherie erreicht wird. Nur dadurch wird die Möglichkeit zur Schaffung lebensfähiger zentraler Institutionen gewonnen. Darum ist es Pflicht aller Juden, denen es mit der nationalen Wiederbelebung ernst ist, sich allerorten zur Schaffung fester Kristallisationspunkte für die hebräische Arbeit zusammenzuschließen. Zunächst jedoch ist es erforderlich, daß ein jeder sein Bekenntnis zum Ideal der Wiederbelebung unserer Nationalsprache durch die Entrichtung der T h r u m a h ablegt. Die Thrumah ist der Grundstein der Organisation. Wir müssen die Reihen des Volkes mustern, um zu wissen, wer mit uns ist. Wir fordern alle unsere Genossen zum Sammeln der Thrumah auf! Um dieser Werbearbeit einen einheitlichen Charakter und die entsprechende Identität zu verleihen, bitten wir unsere Genossen, überall am Lag-Baomer (14. Mai) einen Hebräertag zu veranstalten. Ueberall sind Versammlungen, die auch einen festlichen Charakter annehmen können, zur Propaganda für die hebräische Idee einzuberufen. Zu Propagandazwecken darf und soll man sich aller Sprachen bedienen, jedoch soll das hebräische Wort, wenn nur irgend möglich, in keiner Versammlung fehlen. Möge sich der Hebräertag zu einer Manifestation des Volkes für seinen Willen zur Wiederbelebung gestalten! Es soll keine jüdische Gemeinschaft geben, die sich dieser Pflicht entzieht. Unsere Zirkulare, die über Wesen und Arbeitspläne der Histadruth informieren, werden auf Verlangen gratis zugeschickt; Thrumahblocks — an Vereine und bekannte Gesinnungsgenossen. Wo die Thrumahblocks nicht ausreichen oder überhaupt nicht vorhanden sind, bitten wir, nummerierte Auslagebogen zu benützen und sie dann dem Unterzeichneten Zentralbureau einzuschicken. In den Orten, wo die Veranstaltung des Hebräertages am Lag-Baomer unmöglich sein sollte, kann derselbe aufgeschoben werden, jedoch nicht länger als bis zum 1. Sivan (26. Mai). Die Thrumahgelder sind direkt an das Zentralbureau einzusenden. Wir bitten, uns die gesammelten Beträge mit einem