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Die Welt · 1914-04-24 · 17 (24.4.1914) · p. 422

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Journal
Die Welt
Volume
18 (1914)
Issue
17 (24.4.1914)
Article
Paris [Nachricht]
Date
1914-04-24
Page
422 (sequence 1)
Language
German
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422 Nr. 17 D!E3qKELT Frankreich Paris. Am 8. April fand die monatliche Sitzung des Zentralkomitees statt. Es lagen verschiedene Anträge zur Schekelpropaganda vor, die bisher unzulänglich war, da zahlreiche Zionisten keine Gelegenheit hatten, ihren Schekel zu entrichten. Es wurde beschlossen, eine besondere Schekelkommission einzusetzen und einen Schekeltag abzuhalten. In der Sitzung wurde auch der Share-Club rekonstituiert; der Aktienverkauf ist bereits im Gange. Am Schlüsse wurde eine Interpellation eingebracht über die Haltung des Komitees der Federation gelegentlich des jüngsten Meetings der Actions-Comite-Mitglieder. Es wurde u. a. gefordert, daß das Komitee regelmäßig Bericht über seine Tätigkeit erstatte. England Die Entwicklung des Zionismus in England g.- Die letzten Monate haben verschiedene materielle sowie moralische Anzeichen gebracht, daß die jüdisch-nationale Idee einen höchst erfreulichen Aufschwung in England genommen hat. Während die zionistische Arbeitsmöglichkeit unter den eingesessenen und vermögenden Elementen der englischen Judenheit bisher mit verschiedenen äußeren und inneren Schwierigkeiten verbunden war, ist es endlich gelungen, auch diesen Satten und Zufriedenen die Ziele und Ideale des Zionismus näher zu bringen. Gar manche, die noch vor ganz kurzer Zeit es als eine Unmöglichkeit betrachtet hätten, sich mit dem Zionismus in irgendwelcher Weise zu identifizieren, haben sich als Freunde unseres Palästina Werkes, der hebräischen Sprache und sogar der hebräischen Kultur erklärt. Daß diese Einkehr nur eines besonderen Anlasses bedarf, um sich zu offenbaren, wurde man während der B e i 1 i s - Protestbewegung gewahr. Die English Zionist Federation, die nach dem langen Zagen und Zaudern der offiziellen Gemeindeführer eine große Protestversammlung veranstaltete, erntete die Anerkennung und Dankbarkeit aller echt-jüdisch fühlenden Kreise. Es war eine Tat zur rechten Zeit, die ihre Wirkung weit über ihre ursprünglichen Grenzen ausübte. In derselben Weise ist es zu erklären, daß die auf Anregung zionistischer Kreise gegründete „neutrale" P a 1 e s t i n e Society einen ganz unerwarteten Anklang unter bis jetzt uns ganz fernstehenden Elementen gefunden hat. Diese Gesellschaft, deren Präsident Dr. A. Eichholz (ein Schwiegersohn des verstorbenen Chief Rabbi Dr. H. Adler), deren Vizepräsidenten der Chief Rabbi Dr. Hertz, der Chacham Dr. Gaster und der erste Rabbiner der Reform-Gemeinde, Morris Joseph, sind, erfreut sich in den „fashionablen" jüdischen Kreisen einer Beliebtheit, die man einem solchen Vereine kaum vorhergesagt hätte. Die Palestine Societv besteht aus Juden, die „die Schaffung eines jüdischen Zentrums in Palästina" erstreben; und uns soll es gewiß recht sein, wenn ihre Mitglieder nach ihrer eigenen Fasson selig werden wollen. Es sind jedoch Hoffnungen vorhanden, daß die nationale Entwicklung der Palestine Society gute Fortschritte macht; wir können unsere an der Palestine Society beteiligten Gesinnungsgenossen, besonders die Herren H. Sacher, Leon Simon und Leonard Stein, zu einem guten Stück zionistischer Arbeit beglückwünschen. Deim Zuge der Zeit folgend ist auch im Westen Londons ein rein zionistischer Verein unter dem Namen West London Zionist Association ins Leben gerufen worden. Sich den gegebenen Verhältnissen anpassend, ist cs dem neuen Verein schon gelungen, einen bedeutenden Schritt vorwärts in der zionistischen Propaganda zu machen. Es ist nämlich einfach unmöglich, die jüdischen Kreise West- Londons durch gewöhnliche Versammlungen zu gewinnen, da solche Veranstaltungen nur in ganz seltenen Fällen von Nichtzionisten besucht werden. Die West London Zionist Association hat es daher unternommen, eine Reihe von Reunions in verschiedenen Privathäusern zu veranstalten, und es ist berechtigte Hoffnung, daß so mancher, der es als unter seiner Würde betrachten würde, eine öffentliche Versammlung zu besuchen, oder dessen Interesse für jüdische Dinge dazu nicht ausreicht, im freundschaftlichen Kreis über die Bestrebungen des Zionismus unterrichtet werden wird, ln größerem Maßstabe als *bisher muß es endlich versucht werden, die begüterten Kreise heranzuziehen, denn wenn auch nicht mehr, sind sie uns doch auch nicht weniger wertvoll als die breiten Schichten des Volkes, die die nationalen Gefühle noch nicht abgestreift haben. Es sind dieselben Erwägungen, die auch zur Schaffung eines H e b re w Circle im Westen Londons geführt haben. Die Versuche, die hin und wieder unternommen worden sind, auch die hebräische Sprache in dieser Gegend einzubürgern, sind aus verschiedenen Gründen gescheitert; es ist aber kein Zweifel, daß die Schwierigkeiten flicht unüberwindlich sind. Es gehört eben eine gewisse Ausdauer und Zähigkeit dazu, daß ein solcher Verein auch die unvermeidlichen Jugendkrankheiten überleben kann. Es sind verschiedene Anzeichen dafür, daß dem Hebrew Circle eine gedeihliche Zukunft beschieden ist. — Die erste öffentliche Versammlung war nicht nur zahlreich besucht, sondern es herrschte auch eine gehobene Stimmung, wie sie wohl in solchen Veranstaltungen selten anzutreffen ist. Dr. S. M. Melamed, auf dessen Initiative der Circle gegründet worden ist, wurde zum Präsidenten gewählt; Dr. Samuel Daiches, der Gemeinde-Daian Lazarus und Mr. Paul Goodman, zu Vizepräsidenten. Die Versammlung galt auch als Feier der 25 jährigen Schriftsteller-Jubiläen von Achad-Haam und David Frischmann. Mr. H. Sacher und Mr. A. Jessel gaben eine Würdigung Achad-Haams, während Dr. Melamed in einer inhaltsreichen Rede die schriftstellerische Vielseitigkeit David Frischmanns feierte. Daß es unter geeigneten Verhältnissen auch möglich ist, nicht-zionistische Elemente zur zionistischen Arbeit heranzuziehen, ist soeben durch die Maccabaean Land Company bekundet worden. Diese Landgesellschaft, - deren Statuten schon in der „Welt" angezeigt worden sind, verdient besondere Beachtung, da sie die erste großzügige Aktion in England zum Kauf und zur Bewirtschaftung palästinensischen Bodens darstellt. Mit einem Kapital von 52 000 £ will die Gesellschaft eine Fläche von 10 000—12 000 Dunam, von denen ein Teil im voraus für öffentliche Zwecke bestimmt ist, erwerben; und der allgemeine Anklang, den der Plan schon gefunden hat, verspricht seine volle Verwirklichung. Nicht zu allerletzt ist es Mr. Herbert Bentwich zu verdanken, daß diese bedeutende Unternehmung bis zu einem gewissen Grade durchgeführt worden ist. Auch die erste Achusah-Gesellschaft in England hat dieser Tage ihre Tätigkeit aufgenommen. Die Sammlung eines Kapitals von 15 000 L, die unter der Leitung von Dr. Salkind, Mr. S. B. Rubenstein und Mr. L. Eisen unternommen worden ist, hat schon einen ansehnlichen Betrag ergeben. Bei der Administration „Die Welt“ sind eingegangen: Für das Mikrobiologische Institut: „Vergesset nicht das Mikrobiologische Institut" SioRnnmd Eppler. Wien K. L— Jt 1.68t Paul Diamant-, Wien K. 2.— — Jt 1.68; Prof. Kellner, Wien K. 1— Jt —.84: Johann Krexnenezky, Wien K 10.— — Jt 8-40; In«. Josef Seidener, Wien K. —.60 Jt—.42; Heinrich Lederer. Wien K. —.60 — Jt —.42; Leo Weine, Wien K. 1.— — Jt —.84; Oswald Weise, Wien K. 2.— — Jt 1.68; Jolins Weiss. Wien K-1.— Jt —-84: Dr. Elk an Weiss, Wien K.2.— — Jt 1.68; Emanuel Lockspeiser, Borysla-w K. 1.— — Jt —.84; Kais. Rat Emil Broch, Tarnew K.—.50 — Jt —.42; Kais. Rat C. Hirsch, Wien K. 5.— — Jt 4.20; Heinrich Bard, Lemberg K. 6.— — Jt 6.04; Fischei Engreistein, Hetz Jt —.60; Simon Gerstenhaber Jt —.80; Josef Frankel Jt —L0; Jona Holdner Jt —.20; Isak Großmann Jt — .25 Simon Than, MotzJt —,25; Akadem. Verein jüdischer Mediziner, Wien Kr. 2.- Bei dem Jewish Colonial Trust, London sind eingegangen: Für den Bezalel: Per South African Zionist Federation, Johannesburg Cape Town J. Z. S.. £ 1.1.-- Port Elizabeth.„ 3.3.- Queenstown. „ 0.10.6 Zusammen £4.14.6

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