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Die Welt · 1914-04-24 · 17 (24.4.1914) · p. 421

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Journal
Die Welt
Volume
18 (1914)
Issue
17 (24.4.1914)
Article
Prag [Nachricht]
Date
1914-04-24
Page
421 (sequence 2)
Language
German
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vTr. 17 - - OIE^ELT - — - 421!er neuen Frauenweltorganisation beizutreten. Am 28. März uid aus diesem Anlaß eine Mitgliederversammlung statt, bei welcher der Entschluß zur Erörterung kam. Wir geben der •estimmten Hoffnung Ausdruck, daß keiner unserer Schwesterereinc beiseite bleiben wird und fordern alle jene, die der Weltorganisation noch nicht beigetreten sind, zum baldigsten Anschluß auf. ßielitz. Für die Freunde jungjüdischer Erneuerungsarbeit loten die letzten Tage ein recht reiches Programm. Am i 1. März hielt der zionistische Jugendklub seine Generalversammlung ab, die durch ihre Entschließungen «lauernde Bedeutung gewonnen hat. Es wurde nämlich nach ,ieißer Debatte der Beschluß gefaßt, daß der Klub, der ursprünglich hauptsächlich sportlichen Interessen gewidmet war, nunnehr einen rein zionistischen Charakter tragen solle. Der uf dieses Programm kandidierende Ausschuß wurde einstimmig gewählt, Dr. med. Gustav^ Aschermann zum Präsidenten, Fabrikant Artur R a b i n o’w i t z zum Vizepräsidenten bestellt. Am Sonntag darauf lud uns die zionistische Jugend zu einem Peßachfest ein, das einen würdigen Verlauf nahm und in welches durch Dr. Wilusz Wagners gehaltvolle Kode eine wahre Feststimmüng hineingetragen wurde. Hebräische Gesänge wechselten mit Rezitationen ab, und ein flottes Tanzkränzchen bildete den Abschluß. Es wäre nur zu wünschen, daß bei einer nächsten derartigen Veranstaltung eine größere Einheitlichkeit im Programm beachtet würde. I)ic Sammlungen für das palästinensische Schulw e r k (durchgeführt vom Bürgerverein Haschachar) haben bis jetzt über 1000 Kr. ergeben. Nunmehr hat die Studentenverbindung Emunah die Weiterführung übernommen. Ein an allen Straßenecken affichiertcr Aufruf mahnt die jüdische Bürgerschaft an ihre nationale Pflicht, und die wackeren limunenser betreiben die Sammlung von Haus zu Haus. Am 13. d. M. spielte gegen den hiesigen deutschen Sport- \ erein der Krakauer jüdische M a k k a b i. Die Bielitzer waren stark überlegen (7: 1), dagegen imponierten die Makkabim durch ihre straffe Disziplin und das schöne Zusammenspiel. Am 15. d. M. sprach Oberregisseur Preiß über ,,l)ie Juden im modernen Drama“ und las Partien aus Schnitzlers „Professor Bernhardt", Herzls „Das neue Ghetto" und Nord aus „Doktor Kohn“. Galizien An das polnische Volk (Von unserem galizischen Berichterstatter) W.— Der Parteirat der Zionisten Galiziens hat aus Anlaß der bevorstehenden Landtagswahlen einen Aufruf in polnischer Sprache herausgegeben, in dem u. a. die prinzipiellen Gesichtspunkte, die für die politisch-wirtschaftliche Tätigkeit der Zionisten im Lande bestimmend sind, formuliert werden.! dieser Veröffentlichung kommt eine um so größere Bedeutung /u, als darin die Beziehungen der Landespolitik zur Palästinaarbeit und die Prinzipien der landespolitischen Tätigkeit festgestellt werden, ln der Veröffentlichung heißt es: „Mit der vollendeten Tatsache unserer Einverleibung in mit der polnischen Bevölkerung gemeinsame Wahlkreise rechnend, erkennen wir die richtige Informierung der polnischen t iesellschaft über unsere eigentlichen Ziele und Bestrebungen als eine unserer wichtigsten Aufgaben. In dieser Richtung heben wir in erster Reihe hervor, daß die Grundlage unserer nationalen Weltanschauung der durch nichts erschütterte Glaube in die physische und geistige Wiedergeburt des jüdischen Volkes durch die Schaffung einer öffentlich-rechtlich gesicherten Heimstätte in Palästina ist. Obwohl unsere bisherige intensive Tätigkeit in Palästina eine ständige Entwicklung zeigt und die Emigrationsbewegung nach Palästina auch aus Galizien fortwährend wächst, erfordert doch die Realisierung unserer Bestrebungen die Arbeit einiger Generationen. Daher kann unsere Tätigkeit im Lande keinen aggressiven Charakter gegenüber der Bevölkerung haben; die Realisierung unseres Programms schmälert nicht im geringsten den Besitzstand der Völker, unter denen wir leben. Wir erstreben allein die Verteidigung unseres Volkes gegen '•n auf unseren gänzlichen Ruin zielenden ökonomischen und politischen Druck, wir erstreben die Sicherung und Schaffung '■'un Bedingungen für die normale Entwicklung aller Kräfte unseres Volkes und für die Enttachung einer wirksamen Kultur- und Bildungsarbeit, die notwendig zur Realisierung unseres Endzieles ist." Die nächste Zukunft wird zeigen, ob diese Darlegungen Verständnis gefunden haben. Zurzeit schweigt die ganze polnische Presse darüber, als ob nichts geschehen wäre. Der Jüdische Nationalfonds w.~ Seit Februar ist in Lemberg eine J. N.-F.-Saminelstelle für Galizien errichtet. Diese kurze Zeit genügte, um den Beweis zu erbringen, daß ihre Errichtung sachlich mehr als begründet war. In den ersten zwei Monaten ihres Bestehens sind aus Galizien für den J. N.-F. 17 393,39 Kr. eingegangen. Diese Summe ist der ganzen Einnahme der ersten Hälfte des Jahres 1913 gleich und bedeutet eine Verdreifachung der Spenden, die beim jetzigen Monatsdurchschnitt von über 8500 Kr. im ganzen Jahre 100 000 Kr. erreichen dürften. Die hebräischen Schulen w.— Während der Peßach-Woche fanden in mehreren Ortschaften des Landes öffentliche Prüfungen und Abende der hebräischen Schulen statt, die ihre weitere Entwicklung erwiesen. In Lemberg fand ein Abend der hebräischen Schule des Vereins „Tikwat-Zion", im großen Vereinssaale statt. Es wurde ein Drama von Ja wetz aiifgefiihrt. Die Rede hielt Vereinsobmann Dr. Samuel Rappaport. Der Bezalel w. Die Lemberg er Vertretung des Bezalel hat in der Peßach-Woche in L e in b e r g im Saale des Vereins „Tikwat- Zion“ einen Bazar errichtet. In S n i a t y n wurde eine Bezalel- Ausstellung eröffnet. Holland Tournee Dr. Levins Herr Dr. Sch mar ja Lev in sprach am 1. April in Amsterdam und am 2. April in Rotterdam in öffentlichen Propagandaversammlungen. In Amsterdam sprach Dr. Levin über: „Das Judentum im Orient", in Rotterdam über: „Die Tragödie des Judentums". Beide Versammlungen waren sehr gut besucht. Die Reden des Herrn Dr. Levin fanden enthusiastischen Beifall. In kleineren Versammlungen im internen Kreise sprach Dr. Levin über den Schulkampf in Palästina. Die Teilnehmer dieser Versammlungen sprachen ihre Mißbilligung darüber aus, daß eine Opposition die Aktion zugunsten des Schulkampfes zu hemmen versuche. Die Aktion wird energisch fortgesetzt. Haag. Am 25. März sprach Herr Dr. 1>. Cohen in einer Volksversammlung über „Der Zionismus als Judenpflicht.“ Twenthe. In Enschede sprach in einer öffentlichen Versammlung Herr Dr. H. Edersheim am 28. März iiber Palästina und in Hengeloo am 29. März über „Renaissance oder Untergang“. Amsterdam, ln einem Kreise von Sportfreunden sprachen am 28. März die Gg. A. Berger und B. A. Kahn über „Jüdische Sport- und Rudervereine". Am 25. März sprach Herr Dr. M. W o 1 f f in einer Studentenversammlung über „Die Geschichte der Juden in Amsterdam". Groningen. In Veendam sprach Herr J. Hertzberger am 22. März über Zionismus. Assen. Herr Dr. I. Cohen referierte am 29. März über „Das Ziel unserer Bewegung." Haarlem. In der hiesigen Ortsgruppe sprach Herr Alfred Polak am 31. März über „Das jüdische Land und die jüdische Sprache." Rotterdam. Am 25. März und 6. April sprach Dr. van Vriesland über „Schulkampf und Zionismus“. Limburg. Gg. A. M. C o s t e r sprach am 5 April über die „Notwendigkeit des Zionismus". Meppel. Am 29. März referierte Dr. I. Cohc ii über „Antizionistische Politik". Hilversum. In einer internen Versammlung sprach Gg. Frl. Car. Franken über „Strömungen im jüdischen Nationa-

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