Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 18 (1914)
- Issue
- 16 (17.4.1914)
- Article
- [Nachricht]
- Date
- 1914-04-17
- Page
- 389 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 16 DIEX&ELT 389 iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimiiiiiiiiiinniiiiniiiiiiiiiiniiiiniiiiiiiiiimimiiiiiiiiiiiiniiiimiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii AUS DER BEWEGUNG Nach Schluß der Redaktion erhalten wir die telegraphische Nachricht aus Wien, daß dort Herr Lucian Brunner, der im nationaljüdischen Leben Wiens eine führende Rolle spielte, am 15. April gestorben ist. Eine eingehende Würdigung dieser markanten Persönlichkeit werden wir in der nächsten Nummer bringen. Zionistischer Zentralfonds Infolge des Peßachfestes fallt diesmal der Ausweis der Zentralfondsbeitrage aus. ln der jüdischen Presse in Rußland sind in letzter Zeit Notizen und Artikel erschienen, in denen angedeutet wird, daß in der letzten Sitzung des Actions- Gomites das Projekt der Gründung einer Agrarbank in Palästina aufgegeben worden sei. Man folgert dies aus dem Beschluß des Großen Actions-Comites, eine Aktion zur Vergrößerung des Aktienkapitals der Palestine Land Development Company in die Wege zu leiten. Infolge verschiedener Anfragen sehen wir uns veranlaßt, zu erklären, daß alle derartigen Behauptungen vollständig aus der Luft gegriffen sind. Das A. C. hat allerdings beschlossen, an eine großzügige Aktion zur Vermehrung des Kapitals der P. L. D. C. heranzutreten, weil diese Vergrößerung die notwendige Vorbedingung ist, um auch von anderer Seite Kapitalien für die P. L. D. C. heranzuziehen, und weil die P. L. D. C. heute allein die wichtige Aufgabe des An- und Verkaufs von Boden erfüllen kann. Vom Aufgeben des Projektes der Agrarbank, die ganz andere Aufgaben zu erfüllen hat, ist aber im A. C. nie die Rede gewesen. An die Realisierung dieses Planes wird das A. C. vielmehr herantreten, sobald eine hierfür günstige Konjunktur eingetreten ist. Vom Jüdischen Verlag Ohne Uebertreibung darf man behaupten, daß das „Chad Gadjabuch“ des Jüdischen Verlages einen Erfolg erzielt hat, der jüdischen Büchern nicht oft beschieden ist. Nicht nur unsere Parteipresse, sondern selbst extrem antizionistische Organe (z. B. das „Hamburger Israelitische Familienblatt“), die äußerste Orthodoxie (Israelit), die hebräische Presse, die liberalen Tageszeitungen (Neue Freie Presse) — sie alle haben das Büchlein mit geradezu begeisterten Besprechungen begrüßt. Bemerkenswert für den Wiederhall, den das Buch gefunden hat, ist die Tatsache, daß bis jetzt, kaum fünf Wochen nach Erscheinen des Buches, bereits gegen 50 Rezensionen erschienen sind. Blumentage zu Schabuoth Das Hauptbureau des J. N.-F. in Köln teilt mit: Nach dem Muster unserer holländischen Sammelstelle, wo sich die Blumentage zugunsten des N.-F. schon eingebürgert haben und mit jedem Jahr einen größeren finanziellen Erfolg bringen, hat man vor einiger Zeit in England einen Blumentag arrangiert, wo das Ergebnis über Erwarten günstig war, und zurzeit treffen unsere Freunde in den Vereinigten Staaten von Amerika umfassende Vorbereitungen, kurz vor Schabuoth einen groß angelegten Blume n t a g für den Nationalfonds zu organisieren. Wir hoffen, daß nunmehr auch diejenigen Sammelstellen, die bisher keine Blumentage organisiert haben, Veranlassung nehmen, ihre Passivität in dieser Beziehung aufzugeben. Bei genügender Vorbereitung und straffer Organisation ist ein günstiger finanzieller Abschluß des Blumentages ganz zweifellos. Schabuoth eignet sich hierfür wie kaum ein anderer Zeitpunkt, denn es ist das Fest, an dem man seit uralter Zeit die Gaben des Frühjahrs einzusammeln pflegte und die Erstlinge der Feldfrüchte im Tempel darzubringen gewohnt war. An diese ehrwürdige Sitte wollen wir anknüpfen und uns bemühen, überall, wo die Söhne unseres Volkes ihre Hütten aufgeschlagen haben, die Spenden für unseren Volksschatz einzuheimsen. Deutschland Der B. J. C. im letzten Wintersemester Der Bund Jüdischer Corporationen, die Organisation der Vereine Jüdischer Studenten, gibt eine Monatsschrift „Der Jüdische Student“ heraus, deren letztes öffentliches Heft eine Reihe wertvoller und interessanter Beiträge enthält. Rudolf Pick behandelt das Thema „Der einzelne und sein Volk“; Dr. M. B i 1 e s k i gibt eine kritische Darlegung der Gedanken Achad Haams; Dr. Fritz Fink erörtert unter dem Titel „Europa und der Zionis> mus“ die Urteile über den Zionismus, die in der letzten Zeit in der Publizistik zum Vorschein gekommen sind. Zum Schluß gibt das Präsidium den Bericht über seine Tätigkeit im letzten Winter, dem wir folgendes entnehmen: „Der enge Zusammenhang zwischen dem Präsidium und den Korporationen verhindert es, daß es zu ernsten Gegensätzlichkeiten zwischen ihnen kommt, verhindert insbesondere daß das im wesentlichen aus Alten Herren sich zusammensetzende Präsidium sich den studentischen Anschauungen und Forderungen der Aktiven entfremdet. Auf der anderen Seite war das Präsidium bemüht, den Zusammenhang mit den im Leben stehenden Alten Herren aufrecht zu erhalten, so daß durch das Präsidium eine Brücke hergestellt ist zwischen der Aktivitas und der Altherrenschaft. Der so erzielten Geschlossenheit des Kartells ist es zu danken, daß selbst so einschneidende Aenderungen in der äußeren Struktur unserer Korporationen wie die Einführung der unbedingten Satisfaktion ohne erhebliche Erschütterungen durchgeführt werden konnten. Die Einführung der unbedingten Satisfaktion in den Korporationen des B. J. C. bedeutet kein Zurückweichen vor der Assimilation, sondern eine lediglich praktische — im Verhältnis zu unsern eigentlichen Zielen nebensächliche — Maßnahme, die uns die Erfüllung unserer eigentlichen Aufgaben erleichtern soll. Das Präsidium des B. J. C. ist aber nicht lediglich die Behörde einer studentischen Organisation, sondern mehr und mehr ist der B. J. C. ein Machtfaktor im jüdischpolitischen Leben und das Präsidium zu einer politischen Institution geworden. Der B. J. C. kann heute an keinem bedeutsamen Ereignis im jüdisch-politischen Leben teilnahmslos vorübergehen, sondern er hat in dem mehr und mehr sich zuspitzenden Kampfe Stellung zu nehmen, und er nimmt Stellung mit der studentischen Frische und Entschlossenheit, die wir an unserer Jugend so lieben und die uns häufig auch die «Sympathien unserer Gegner verschafft. Daß wir auch gewillt sind, Opfer zu bringen, zeigte unsere Stellungnahme in dem Kampf für die hebräische Schule in Palästina: wir begnügten uns nicht damit, den Männern, die diesen Kampf führen, unsere Sympathien zu erklären, sondern w ir beschlossen, innerhalb des B. J. C. 10000 Mark für das hebräische Schulwerk aufzubringen und diese Summe auf die einzelnen V. J. St.-er so zu verteilen, daß ein jeder seine Spende als ein wirkliches für die nationale Sache gebrachtes Opfer, einen „Wehrbeitrag“', empfindet. Von der sonstigen politischen Tätigkeit des Präsidiums sei hier nur erwähnt, daß ein Präsidiumsmitglied nochmals 485323234848534889024853234848 53485323485348235323010023534823