Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 18 (1914)
- Issue
- 15 (10.4.1914)
- Article
- Obmännerkonferenz der Zionisten Böhmens
- Date
- 1914-04-10
- Page
- 367 (sequence 2)
- Language
- German
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Nr. 15 367 DIE2^ELT Schlüsse über die bisherigen Erfolge der kulturellen, politischen und kolonisatorischen Arbeit. Eine von Herrn Dr. Emil Margulies, Leitmeritz, beantragte und einstimmig angenommene Resolution dokumentiert die uneingeschränkte und dankbare Zustimmung der böhmischen Zionisten zu der vom Engeren Actions-Comite so energisch durchgeführten Arbeit. Die Resolution lautet: „Die Obmännerkonferenz der zionistischen Organisation iin Böhmen beglückwünscht das Engere Actions-Comite zu der energischen, konsequenten und radikalen Vertretung der zionistischen Interessen im Kampf um die hebräische Schule in Palästina. Im vollen Bewußtsein der Wichtigkeit der unserer Organisation heute gestellten Aufgaben gelobt sie unserer Leitung treue, nicht wankende Gefolgschaft in Arbeit und Kampf. An die Gesinnungsgenossen in Böhmen richtet die Konferenz die Aufforderung, die Arbeit der Leitung durch feste Jahresbeiträge zum Zentralfonds und durch eifrigen Verkauf von Aktien der P. L. D. C. zu unterstützen.“ Wien. Ein aus den Gesinnungsgenossen Ludwig Batö, Dr. Jakob Ehrlich, Dr. Leopold Friedmanm Robert Kien, Dr. Karl Pollak, Dr.. Ernst Skutetzky, Dr. Emil Stein, Ing. Robert Stricker, Isidor Klaber und Rudolf Glanz bestehendes Komitee geht an die Herausgabe einer Jugendzeitschrift. Die Vorarbeiten sind im vollen Gange, hervorragende Mitarbeiter sind gewonnen. Die Zeitschrift erscheint, wenn tausend Abonnements eingezahlt sind. Das Abonnement (nur ganzjährig) beträgt 4.— Kr. (Ausland 5 Francs). Zur Erleichterung der Sammeltätigkeit werden Sammelbogen zur Gewinnung von Abonnenten und zur Stärkung des Preßfonds herausgegeben. Geldsendungen überweist man in Oesterreich am besten mittels Erlagscheines an das Postsparkassenkonto Nr. 7429 der Wiener Zionistischen Vereinigung, aus Ungarn und dem übrigen Ausland mittels Postanweisung an die Wiener Zionistische Vereinigung z. H. Karl Neumann, Wien, V Kettenbrückengasse 15. Bestellungen von Sammelbogen und sonstige Zuschriften sind an die Adresse der Wiener Zionistischen Vereinigung, Wien, IX., Hörigasse Nr. 11 zu richten. Meran. Am 28. März fand ein von zahlreichen Lichtbildern begleiteter Palästinavortrag des Herrn Jakob Reich aus München statt, zu dem sich an 100 Meraner Juden und Kurgäste eingefunden hatten. Sowohl der Vortrag als auch die Lichtbilder ernteten lebhaften Beifall; die Nationalfondssammlung ergab ca. 100 Kr. und der schöne Verlauf des Abends hat zur Bildung eines zionistischen Komitees Anregung gegeben. Gablonz. Das verdienstvolle Mitglied des Zionistischen Vereins „Theodor Herzl“, Herr Heinrich D u s c h a k, ist am 3. März in Prag nach einer Operation gestorben. Herr Duschak war seit Begründung des Vereines als Vorstandsmitglied und Nationalfondskommissär stets auf das eifrigste tätig und stellte sich jederzeit mit seltener Opferwilligkeit und Begeisterung in den Dienst unserer Sache. Wir werden ihm stets ein treues und dankbares Andenken bewahren. Troppau. Auf die zuendegehende Wintersaison können wir mit Befriedigung zurückblicken. Das große Erlebnis des Kampfes für die hebräische Sprache in Palästina brachte uns Arbeit in Fülle. Wir haben die Größe des Momentes voll erfaßt und waren bestrebt, diese Erkenntnis in alle jüdischen Kreise unserer Stadt zu tragen. Vorerst geschah es durch zündende Wort Dr. Schmarja Levins, den, der Einladung des „Jeschurun“ Folge leistend, so viele von uns in Ma h r. Os trau hörten, als sonst zu Vorträgen in Troppau selbst zu kommen pflegen. In Troppau selbst sprach Gg. Dr. Friedmann über den „Kampf um die hebräische Sprache“, und überdies wurden die Veröffentlichungen des E. A. C. allen Gg. und auch vielen anderen zugesandt. Auch die Vorführung des Films „Das jüdische Leben ij> Palästina“ in zwei Vorstellungen hat gewiß dazu beigetragen, daß der Erfolg unserer Aktion für das Schulwerk ein so glänzender, uns selbst überraschender, war. 2230 Kr. wurden für diesen Zweck bisher an Beiträgen gezeichnet. Die Befürchtung, daß die Sammlung für den Z. F. dem N. F. schaden werde, hat sich wie überall auch bei uns als grundlos erwiesen, denn unsere diesjährigen N. F.-Eingänge übertreffen die vorjährigen beträchtlich. Daß dies auch fernerhin geschehen soll, dafür zu sorgen verpflichtet uns nebst unserer Gesinnung auch unsere Dankbarkeit für den unermüdlich«i, opferfreudigen Organisator und Leiter der Nationalfondssammelstelle für Oesterreich, Dr. Emil Stein , Wien, der am 4. März bei uns über das Thema: ,Wie werden unsere Nationalfondsspenden verwendet?“ sprach. Mähr.-Schönberg. Der hiesige jüdisch-literarische Verein veranstaltete am 24. März einen Vortragsabend, der einen sehr zahlreichen Besuch aufwies. Herr Alfred Schild, der Obmann des Vereins, begrüßte den Parteisekretär Herrn Leo Herrmann aus Berlin, der hierauf einen längeren, inhaltsreichen und überaus beifällig aufgenommenen Vortrag über das Thema: „Die kulturelle Bedeutung des Zionismus“ hielt. Der Abend bedeutet einen schönen Erfolg für unsere Sache. Ungarn Eine Audienz der ungarischen Zionisten Aus Budapest wird uns berichtet: 1. I. — Eine Abordnung der ungarländischen zionistischen Organisation, bestehend aus dem Präsidenten Ing. Benjamin B e r e g i sowie den Herren Ing. Moses Bisseliches, Dr. Ludwig Dömeny, Dr. Moses Richtmann, Dr. Josef Schönfeld und Dr. Eugen Sipos, machte am 20. März beim Ministerpräsidenten Grafen Stefan T i s z a sowie beim Minister des Innern, Johann von Sandor, ihre Aufwartung, um die Legalisierung der Statuten der zionistischen Landesorganisation zu monieren. Die Abordnung wurde zuerst vom Minister v. Sandor empfangen. Herr Beregi hob in einer kurzen Ansprache hervor, daß die vor acht Jahren eingereichten Statuten bis heute noch immer nicht genehmigt sind. Unsere Organisation habe schon öfters die Legalisierung nachgesucht. Zuletzt wurde während der Ministerpräsidentenschaft des Grafen Khuen-Hederväry diesem ein ausführliches Memorandum in dieser Angelegenheit unterbreitet. Graf Khuen-Hederväry gab damals seiner Verwunderung Ausdruck, daß die Statuten noch nicht legalisiert seien, da er die zionistische Bewegung noch aus der Zeit kenne, als er Banus in Kroatien war. Dort wurden unter seinem Regime die Statuten der kroatischen Zionisten ohne weiteres bestätigt. Durch den Rücktritt des Grafen Khuen-Hederväry verzögerte sich jedoch die Erledigung der Angelegenheit, unsere Organisation sei daher genötigt, nochmals um die Legalisierung anzusuchen und hoffe, daß die Regierung diesmal den berechtigten Wunsch der ungarischen Zionisten endlich erfüllen werde. Minister v. S ä n d o r erwiderte, daß er in dieser Angelegenheit erst nach Anhörung des Ministers für Kultus und Unterricht entscheiden könne, dieser aber nochmals ein Gutachten von der israelitischen Landeskanzlei einfordern müsse. Soweit er informiert sei, hoffe er, daß der Legalisierung keine Hindernisse im Wege stehen. — Der Minister stellte sodann bezüglich der prinzipiellen Unterschiede zwischen Zionismus und Itoismus einige Fragen an die Abordnung, die Herr Beregi ausführlich beantwortete. Hierauf verabschiedete sich der Minister von den Mitgliedern der Abordnung mit freundlichem Händedruck. Die Deputation sprach sodann beim Ministerpräsidenten Grafen Stefan Tis za vor. Herr Beregi wiederholte hier die Wünsche der Landesorganisation und übergab dem Kabinettschef ein Exemplar des neuen Memorandums, über dessen Inhalt wir bereits berichtet haben. Der Ministerpräsident empfing die Herren aufs freundlichste und erklärte, daß die Angelegenheit zwar nicht in seine Kompetenz gehöre, daß er sich jedoch gleichwohl dafür interessieren werde. Auch er stellte eine günstige Erledigung in Aussicht. Duna-Szerdahely. Am 17. März hielt hier Herr Horvath, Mitglied des ungarischen zionistischen Landeskomitees, einen wirksamen Vortrag über die Bestrebungen des Zionismus. Der Vortrag gab den Anstoß zur Bildung eines Komitees, das sich die Aufgabe stellt, in unserer großen jüdischen Gemeinde einen zionistischen Verein ins Leben zu rufen. Rumänien Die Propagandatournee Dr. Geyers Aus Jassy wird uns geschrieben: Seit einigen Wochen weilt im Aufträge des E. A. C. dessen Sekretär, Herr Dr. M. Geyer, in Rumänien, um für unsere Bestrebungen und insbesondere für das hebräische Schulwerk in Palästina eine ausgedehnte Werbetätigkeit zu entfalten. Wir rumänischen Zionisten sind unserer Zentralleitung für die Entsendung des Herrn Dr. Geyer, der sich die herzlichsten Sympathien aller Gesinnungsgenossen des Landes erworben hat, zu großem Dank verpflichtet. Durch die Kraft seiner