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Die Welt · 1914-04-10 · 15 (10.4.1914) · p. 358

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Journal
Die Welt
Volume
18 (1914)
Issue
15 (10.4.1914)
Article
Zentralfonds 1914
Date
1914-04-10
Page
358 (sequence 3)
Language
German
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358 DIE3SKELT Nr. 15 Spezifikation der in der Nr. 14 ausgewiesenen Spende von Kr. 114.— für das Schulwerk: Blau, Lauer, Dr. Lamm, Wachtl, Ing. Glas, Offer, Gr. Pollak, \V. Pollak, Lang, Dr. Pollak, Illowv, Dr. Meisl, Frankenstein, Ing. Lauer, Grünfeld, Sommer, Monias, Schulz, Hitschmann, Dr. Frankenstein, Kleine Spenden . . Kr. 114.— Spe zifikation der in Nr. 14 der „Welt“ ausgewiesenen Beiträge aus Bobrujsk: A. Estrin Rbl. 100.—, S. Besowsky 60.—, Dr. Raigorodzky 50.—, F. D. Katzenelson 50.—, Sch. Rubinowitsch 40.—, M. Rabkin 50.—, I. Kleinermann 36.—, A. Lewin 30.—, Sch. Katzenelson 30.—, L. Mirenburg 30.—, I. Bobkin 30.—. I. Kaplan 30.—, Brüder Heissinowitz 25.—, I. Rzowsky 25.—, Etingcr & Sohn 25.—, Brüder Lozinsky 20.—, I. Wilenskv 20.—, H. Feldmann 18.—, R. Solowej 18.—, Kastelansky- Nathansohn 15.—, Salzowsky 15.—, I. Katzenelson 15.—, Sch. Barischansky 15.—, L. Mase 15.—, Sch. Gerschonak 15.—, G. Meisus 15.—, Sch. Drabkin 15.—, Sch. Beilin 15.—, Sch. Lewin 10.—, A. Rosenberg 10.—, L. Kendmann 10.—, D. Rzowsky 10.—, A. Gurwitz 10.—, L. Komisar 10.—, Sch. Cohen 9.—, Sch. Friedland 9.50, Chadar „Tuschiah“ 7.—, Schaul Katzenelson 6.—, Ing. Katzenelson 6.—, B. Goldberg 5.—, A. Lewin 5.—, Iserlis 5.—, Brüder Rawikowitz 5.—, D. Heler 5.—, Sch. Slutzkin 5.—, Wilder 5.—, A. I. Feld mann 5.—, Kleine Spenden 41.— . . . zus. Rbl. 1000.— Zentralfonds 1914 ln den vorhergehenden Nummern ausgewiesen.M. 236 456.49 Dazu Ausweis dieser Nummer . „ 7 382.83 Insgesamt bisher eingegangen M. 243 839.32 PALÄSTINA-RUNDSCHAU »W»W> Allgemeine Konferenz der jüdischen Landarbeiter in Galiläa (Von unserem Berichterstatter.) Vor einigen Wochen, in den Tagen des Purimfestes, tagte in der „Achusah"-Farm Poriah eine Konferenz der ländlichen Arbeiter Galiläas, an der etwa 40 Delegierte teilnah men. Die Organisationsbestrebungen der Landarbeiter sind in Galiläa älter als in Judäa. Dennoch wurde im Rechenschaftsbericht geklagt, daß die Beziehungen der Arbeiter zur Organisation recht locker sind. Die Arbeiter zahlen bereitwillig ihren Beitrag, aber ein lebendiges und werktätiges Interesse ist nicht an den Tag getreten. Vielleicht hängt das mit der Art der Landarbeit in Galiläa zusammen. Dort ist ja meist der Getreidebau vorherrschend, der den ganzen Tag und den ganzen Menschen in Anspruch nimmt. In den Arbeitergenossenschaften, von denen es jetzt in Galiläa eine ganze Anzahl gibt, und in denen die Arbeiter auf eigene Verantwortung arbeiten, herrscht ein besonders gesteigerter Arbeitseifer und demzufolge erlahmt auch das Interesse für Betätigung in öffentlichen Angelegenheiten. Die Mehrzahl der jüdischen Landarbeiter in Untergaliläa, von denen Franz Oppenheimer seinerzeit in der „Welt" prächtige Schilderungen entwarf, befindet sich in den nationalen oder privatgesellschaftlichen Farmen. Leider gab es in diesem Jahre eine Reihe von Konflikten in den Farmen zwischen Arbeiterschaft und Verwaltung. Der Konflikt mit der Verwaltung der „Agudath N’taim" in Sejera ist bedauerlicherweise noch immer nicht beigelegt. Daß die Arbeiter hier nicht allein stehen, beweist der Umstand, daß die Kolonisten von Sejera sich ihnen angeschlossen haben. Es gab ferner Reibungen in B e t a n j a und in S a r o n a (bei Tiberias), die aber unbedeutend waren. Demgegenüber haben in diesem Jahre die Reibungen in M i g d a 1 aufgehört. Im allgemeinen suchen die Verwalter immer mehr und mehr die einheimischen Sephardim und Aschkenasim zur Arbeit heranzuziehen, da sie sich besser mit ihnen verständigen. In dem Berichte, der der Arbeiterkonferenz erstattet wurde, ist die Stellung der in den letzten Jahren eingewanderten Arbeiter zu dieser Erscheinung folgendermaßen formuliert: „Einerseits sind wir über diesen Umstand erfreut, da wir uns ja seit Jahren ebenfalls bemühen, die Einheimischen zur Arbeit heranzuziehen. Die Tatsache, daß jeder Jude aus Tiberias, einerlei ob Dorfgeher oder Krämer oder Thoraschreiber, bereit ist, in der Kolonie zu arbeiten, sobald nur Arbeit vorhanden ist, bereitet uns wahre Genugtuung. Andererseits ist aber auch der Umstand zu berücksichtigen, daß diese Leute vorläufig noch den Verwaltern als Waffe gegen uns dienen, während sie unseren Platz noch nicht ausfüllen können. Sie können in Fällen schlechter Beziehungen zwischen den Nachbarn und unseren Siedlern, insbesondere in den neuen Siedlungen, nicht für die Sicherheit sorgen und sind auch noch nicht geeignet, ein jüdisches Leben, wie wir es in Erez-Israel erstreben, zu schaffen. Selbstredend haben wir aber gegen die Heranziehung der Sephardim in den Kolonien und Farmen nicht anzukämpfen. Im Gegenteil: auch wir wollen sie für die Arbeit gewinnen, sie uns näher bringen und dahin wirken, daß sie uns bei der Renaissancearbeit helfen können." Diese Mitteilung ist von großem Interesse. Die neue Erfahrung, daß jeder Jude aus Tiberias, einerlei welchen Berufes, stets bereit sei, sich den schweren körperlichen Anstrengungen, die die landwirtschaftliche Arbeit in Galiläa erfordert, zu unterziehen, ist von so weittragender Bedeutung, daß die von den neu eingewanderten Arbeitern geäußerten Bedenken kleinlich erscheinen müssen. Man hat davon gesprochen, daß der Jemenite den Wettbewerb mit dem nichtjüdischen Arbeiter aufnehmen könne. In gewissem Sinne gilt dies aber auch für den einheimischen armen Juden. Dabei ist er klimafest und hat, ähnlich dem Fellachen, bereits seine eigene Wohnung. Wir würden hier also den soziologisch interessanten Fall erleben, daß der Städter temporär in dem Dorfe Arbeit findet, während sonst überall der Dörfler vorübergehend in der Stadt arbeitet. Im übrigen gibt es auch in Judäa eine analoge Erscheinung. In der neuen Siedlung Kirjath Mosche bei Sejed sind die Landarbeiter zumeist orthodoxe Juden aus den palästinensischen Städten. Sie haben sich neulich auch bei einem frechen Ueberfall seitens unerzogener Araber gut bewährt. Daß es dem Leiter dieser Siedlung gelungen ist, städtische Elemente zur Landarbeit heranzuziehen, ist ein Verdienst, welches mit Recht in der „Hacheruth" hervorgehoben wird. In einer Resolution stellen sich die galiläischen Arbeiter in einen Gegensatz zu den judäischen. Während nämlich auf der judäischen Konferenz nur der Bodenkauf als eigentliche Aufgabe des Jüdischen Nationalfonds bezeichnet wurde, empfehlen die galiläischen Arbeiter der N. F.-Verwaltung auch den Häuserbau, allerdings in Siedlungen selbstarbeitender Juden. Es ist augenfällig, daß der Standpunkt der Galiläer mehr den praktischen Bedürfnissen der Kolonisation entspricht. Denn es ist nicht angängig, für jedes einzelne Bedürfnis einen besonderen Fonds zu schaffen. Kolonisation ist, von einer höheren Warte betrachtet, ein Organismus, der nicht gut mechanistisch in einzelne Partikelchen zerlegt werden kann. Wir müssen dahin gelangen, daß jeder Jude im Nationalfonds das Instrument der jüdischen Kolonisation erblickt. Würde man ihm aber eine so wichtige kolonisatorische Aufgabe wie den Häuserbau entziehen, so hätte dies eine Zersplitterung der Kräfte und eine Beeinträchtigung des Ansehens des N. F. zur Folge. Von den übrigen Resolutionen, die die Arbeiterkonferenz faßte, sind die folgenden erwähnenswert: Der Arbeitervorstand soll auch Arbeiten in Akkord für Arbeitergruppen auf seine Verantwortung übernehmen. Die Zahl der Arbeiterinnen in den Gruppen, Farmen und den Kolonien soll vergrößert werden. Der Vorstand soll den Gedanken der Gruppenbildung unter den Arbeitern und Arbeiterinnen propagieren und in jedem Falle bei einer Gruppenbildung behilflich sein. Die Schaffung 863836^6

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