Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 18 (1914)
- Issue
- 14 (3.4.1914)
- Article
- Der König von Italien und der Jugendkongress
- Date
- 1914-04-03
- Page
- 338 (sequence 2)
- Language
- German
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338 DIEX3TELT Nr. 14 Wohlwollen gegenüber den Renaissancebestrebungen des modernen Judentums geliefert. Persien iiiilililiilliiiiiiiiiiilliiiiiiiliilllllllllllllll Judenfeindliche Ausschreitungen in Persien Wie Petersburger Blätter berichten, ist das jüdische Stadtviertel in Kazerun (Persien) dieser Tage vom persischen Mob geplündert worden. Die Exzedenten nahmen fünf angesehene Juden gefangen und verlangen ein hohes Lösegeld für ihre Befreiung. }iiiiiiinuiiiiHiiiHnmniniiiinimi| Aegypten |iiiiiiiiiiiiiffliiiiiiiiiiiiiiiiiiii| Jüdische Stadträte in Alexandrien Bei den Wahlen in die Munizipalität, die Anfang März in Alexandrien stattfanden, wurden die Juden Dr. V a 1 e n s i n Bey und Bankier Alfred Campos zu Stadträten gewählt. Valensin Bey gehörte dem Stadtrat schon früher an und hat sich um die Entwicklung der Stadt Alexandrien namhafte Verdienste erworben. Alfred Campos erfreut sich als großherziger Förderer aller Wohlfahrtsbestrebungen auch in christlichen und mohammedanischen Kreisen allgemeiner Wertschätzung. ] AUS DER BEWEGUNG , „-li Mitteilung des Hauptbureaus des J. N. F. Wir möchten hierdurch unsere Freunde auf eine besonders günstige Gelegenheit aufmerksam machen, echte Kunstwerke, Skulpturen in Marmor, Bronze und Terrakotta, des vor einiger Zeit verstorbenen Bildhauers Professor Fred er ic Beer in Florenz zu einem billigen Preise zu erwerben. Beer, der in den Reihen unserer Gesinnungsgenossen als Mitkämpfer für unsere nationale Sache unvergessen ist, darf zu den großen Künstlern gerechnet werden, deren Werke den Namen ihres Schöpfers unvergänglich machen. Wiederholt wurden von Autoritäten außerordentlich günstige Urteile über seine Arbeiten geäußert. Neben dem rein künstlerischen Interesse wird gewiß auch der berechtigte Wunsch, die klassischen Schöpfungen eines Manijes zu besitzen, der zu der ersten Gefolgschaft Theodor Herzls gehörte, manchen Kunstliebhaber zum Erwerb eines der Beerschen Kunstwerke veranlassen. Man kann aber auch ohne Uebertreibung behaupten, daß ihr Ankauf eine vorzügliche Kapitalanlage darstellt, denn es werden voraussichtlich nur wenige Jahre vergehen, so werden die Arbeiten von der Hand Beers sehr gesucht und hoch bezahlt sein. Es kommt noch hinzu, daß der Nachlaßvenvalter, unser geschätzter Gesinnungsgenosse Herr Tobias Markus in Florenz, die Hälfte des Erlöses der Kunstgegenstände für den Jüdischen Nationalfonds bestimmt hat. Interessenten wollen sich direkt mit Herrn Tobias Markus (Adresse: Florenz, 3 Piazza Indenpendenza) in Verbindung setzen. Sederschüsseln aus Batik-Metall mit und ohne Silbereinlagen empfiehlt der B e z a 1 e 1 den Verehrten Gesinnungsgenossen zum bevorstehenden Peßachfest. Adresse für Bestellungen und Geldsendungen: Verein Bezalel E. V., Berlin W. 15, Bleibtreustraße 34/35. Vom Jüdischen Verlag Im Inseratenteil dieser Nummer bringt der Jüdische Verlag ein interessantes Urteil über seine in unserer letzten Nummer besprochene Neuerscheinung, „C h a d G a d j a, das Peß ach buch“, zum Abdruck. Es ist bemerkenswert, daß diese Urteile einem orthodoxen Organ entstammen, ein Beweis, daß das Buch in jüdisch-traditionellen Kreisen gut aufgenommen wird. Die Broschüre von Dr. Arthur Ruppin, „Zionistische Kolonisationspolitik“, deren Drucklegung sich durch den Setzerstreik verzögert hat, ist nun erschienen. Sie enthält das Referat Dr. Ruppins auf dem Wiener Kongreß, das, wie erinnerlich, großes Aufsehen erregt hat. An der hebräischen Wandkarte von Palästina hat der Jüdische Verlag eine interessante Neuerung getroffen. Er hat eine Ausgabe davon herstellen lassen, die in farbigen Aufdruck den jüdischen Landbesitz in ganz Palästina im richtigen Maßstabe darstellt. Dadurch gewinnt die Karte für die Kreise unserer Gesinnungsgenossen erneut an Wert, ohne daß der Preis sich ändert. Deutschland Nürnberg. In einer von der zionistischen Ortsgruppe veranstalteten stark besuchten öffentlichen Versammlung sprach Herr Dr. Schmarja Levin über „Unsere Aufgaben im O r i e n t." Der Referent verbreitete sich in eineinhalbstündiger glänzender Rede über die psychologischen Zusammenhänge der gesamten Judenheit mit Palästina und erklärte so den natürlichen Drang der Juden nach dem Orient, sowie die daraus hervorgehende Erscheinung einer allgemeinen und intensiven kulturellen und kolonisatorischen jüdischen Tätigkeit im Heiligen Lande. Er zeigte an der Hand überzeugender Tatsachen, daß die Judenfrage letzten Endes nur durch die kulturelle und wirtschaftliche Entwicklung der neujüdischen Siedlung in Palästina einerseits und andererseits durch die kulturelle Ausstrahlung der dort geschaffenen Werte auf die nichtpalästinensische Judenheit gelöst werden kann. Der Redner erntete mit seinen Ausführungen stürmischen Beifall. Die Versammlung bedeutet zweifellos eine wesentliche Stärkung unserer Position und hatte einen erfreulichen Zuwachs zur Folge. Im engeren Kreise von Gesinnungsgenossen und Freunden unserer Sache sprach unser verehrter Gast in packender Form über die einzelnen Phasen des vergangenen Kampfes und über seine Wirkungen. Dr. Levins Appell an die Arbeitsfreudigkeit der hiesigen Zionisten hinterließ einen tiefen Eindruck und wird sicher Früchte tragen. Leipzig. Am 25. März wurde die Zionistische Frauengruppe zu Leipzig ins Leben gerufen und durch einen Vortrag von Frau Rechtsanwalt Lachmann, Königshütte, eröffnet. Mit überzeugenden Worten führte die Rednerin den Anwesenden die Aufgabe der jüdischen Frau in einer Zeit der größten Not ihres Volkes vor Augen und machte dann die Mütter im besonderen auf die Pflichten und die Verantwortung bei der Erziehung ihrer Kinder aufmerksam. Jüdisch müssen die Kinder wieder erzogen werden, damit uns in der nächsten Generation ein starkes und selbstbewußtes Volk aufwächst. Wie sehr die Rednerin den überaus zahlreich erschienenen Frauen und Mädchen aus der Seele gesprochen hat, bewies, daß noch am selben Abend etwa 100 Frauen und Mädchen als Mitglieder der Zionistischen 'Frauengruppe zu Leipzig beitraten. England Bradford. Letzten Sonntag hielt Rabbiner Dr. Strauß vor einem zahlreichen Publikum in Glasgow einen Vortrag über „Patriotismus und Zionismus". Der Vortragende wurde enthusiastisch empfangen und. ihm für seinen interessanten Vortrag der Dank der Versammlung ausgesprochen. 0002020102020200480200004802 95117131805 53484823535323235353010223004853 619508064342