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Die Welt · 1914-04-03 · 14 (3.4.1914) · p. 335

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Journal
Die Welt
Volume
18 (1914)
Issue
14 (3.4.1914)
Article
Moderne Seuchenbekämpfung in Palästina
Date
1914-04-03
Page
335 (sequence 2)
Language
German
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Nr. 14 diesSkelt pfung notwendig ist. Die Tätigkeit des Internationalen Gesundheitsamtes ist von hohem wissenschaftlichem und kulturellem Interesse. Daher ist es sehr erfreulich, daß sich jetzt überall in Deutschland Komitees gebildet haben, die der Deutschen Gesellschaft die nötigen Mittel beschaffen wollen. Vom Arbeitsbureau in Jaffa Das Arbeitsbureau des Palästina-Arbeiterfonds ersucht uns um Veröffentlichung folgender Mitteilungen: Wir geben hierdurch bekannt, daß es in den jüdischen Kolonien gegenwärtig für neue Ankömmlinge, die keine Erfahrung in der Landarbeit haben, keine Arbeitsgelegenheit gibt. Während des ganzen Sommers wird es mit Schwierigkeiten verbunden sein, für die neuangekommenen Arbeiter Beschäftigung zu finden. Wir raten daher allen denen, die keine Fachkenntnisse besitzen, und in Palästina als Iandwirt- 335 schaftliche Arbeiter tätig sein wollen, ihre Abreise bis nach dem Sukkothfeste zu verschieben. Gesucht werden jetzt im Lande Bauarbeiter, Tischler, Bäcker, ferner geübte Weißnäherinnen, Köchinnen und Hausmädchen. In den Kolonien ist es für Mädchen und Frauen schwer, irgendwelche Arbeit zu finden. Arbeitsuchenden empfehlen wir, sich vor der Abreise nach Palästina beim Arbeitsbureau in Jaffa zu erkundigen und Retourmarke (10 Kopeken, 25 Heller, 4 Cents) beizulegen. Kleine Nachrichten Rabbi Haim N a h u m richtete ein Schreiben an Herrn! A1 m a 1 e c h , einen sephardischen Schriftsteller in Jaffa, in welchem er seine Sympathien für die Bestrebungen zur Neubelebung des Hebräischen als Umgangs- und Unterrichtssprache ausspricht. -z- DPVITP npP — ICC V JLlÜrtl Jr KJu IlliiliilllllllllllllilU ln der „Vossischen Zeitung“ vom 29. März veröffentlicht der bekannte Palästinaforscher Professor Dr. H. Guthe- Leipzig einen „Reisebrief aus dem gelobten Lande,“ dem wir folgende Schilderung von Tel-Awiw entnehmen: „Die größte Veränderung hat das Stadtbild von Jaffa an seiner Nordgrenze erfahren. Hier ist seit 1907 ein völlig neuer Ort entstanden, dessen Häuser sich unmittelbar an den Bahnhof im Norden der Stadt anschließen, die jüdische Niederlassung „Teil Abib“ (vgl. Hesekiel 3,15). Die schlechten Wohnungsverhältnisse in der Stadt veranlaßten eine Anzahl jüdischer Familien zu dem Entschlüsse, sich einen gesunden Baugrund in der Nähe Jaffas auszusuchen und dort neue Häuser zu errichten. Kaufleute, Lehrer, Beamte, die bereits in Jaffa ihre Existenz hatten, aber auch von außen kommende Einwanderer schlossen sich zu einer Gesellschaft zusammen, die nötigen Mittel schoß der „jüdische National- Fonds“ vor, zur Ordnung der gemeinsamen Angelegenheiten wurde ein Ausschuß gewählt. Diesem gelang es, ein Gebiet von 500 000 Quadratmetern, das bisher meist zum Weinbau benutzt wurde, zu erwerben und durch ein Dekret des Sultans sich bestätigen zu lassen. Die Baulustigen mußten nun ihr Grundstück von dem Ausschüsse kaufen und sich dem Bebauungsplan sowie allen übrigen Vorschriften des Ausschusses fügen. Die Genossenschaft liefert allen Häusern das Wasser durch eine eigene Leitung, sie baut die Straßen und sorgt für deren Sicherheit, auch wird sie gemeinnützige Anstalten, wie Krankenhaus, Synagoge, Lichtspielhaus, auf ihre Kosten hersteilen. Dafür hat jeder Bewohner von Teil Abib an den Ausschuß Steuern zu entrichten. So entstand und wächst die Niederlassung mit geraden, geräumigen Straßen, mit freien Plätzen — als ob eine halbfertige Stadt aus Europa in den Orient versetzt würde. Anfangs waren es nur 60 Familien, die sich an der Gründung beteiligten. Jetzt zählt Teil Abib 2000 Einwohner, und es wird sicherlich binnen wenigen Jahren noch mehr zählen; denn es ist noch viel Baugrund frei. Das ganze Unternehmen läßt sich als zionistisch bezeichnen; denn der jüdische Nationalfonds, der das Geld vorschoß, ist ein zionistisches Institut, und zionistisches Gepräge tritt in ver-, schiedenen Zügen deutlich zutage. So hat eine der Hauptstraßen ihren Namen von Dr. Herzl, dem Begründer des Zionismus, ebenso das hebräische Gymnasium, auf das diese Straße zuführt.“ Unser bekannter Gesinnungsgenosse Dr. N a h u m Slousch, Professor an der Pariser Sorbonne, gibt seit kurzem unter Mitwirkung namhafter Gelehrter und Schriftsteller eine französische Vierteljahrsschrift für die Kunde des alten und' modernen hebräischen Schrifttums heraus. Die vornehm ausgestattete Zeitschrift heißt „Revue HöbraTque“ und enthält in dem soeben erschienenen zweiten Heft (Januar-März 1914) eine Reihe wertvoller Beiträge. An erster Stelle ist ein längerer, gründlicher Essay von Ch. G o m e 1 s k i über den! hebräischen Schriftsteller J. Ch. Brenner abgedruckt. Der Aufsatz stellt einen Auszug aus einer der Sorbonne vorgelegten Dissertation dar und würdigt im einzelnen die Gedankenwelt und das literarische Schaffen Brenners, dieses revolutionärsten unter den hebräischen Schriftstellern unserer Zeit. — Der Genfer Alttestamentler Edouard Montet bespricht eine „originelle These“ des Aegyptologen Prof. Ed. N a v i 11 e , wonach ein großer Teil der Bücher des A. T. ursprünglich gar nicht hebräisch geschrieben worden wäre, sondern in assyrischbabylonischer Sprache, die neben dem im täglichen Leben gesprochenen Aramäischen die Schrift-undKultussp rache der Israeliten in Palästina gewesen sei, während das Hebräische nach seiner Meinung nichts anderes war, als der Dialekt einer sehr kleinen Bevölkerungsgruppe, der jüdischen Bewohnerschaft von Jerusalem und Umgebung. Montet wendet sich mit guten Gründen gegen diese paradoxe, ganz unhaltbare Theorie. Noch viel schärfer rückt der Herausgeber N. Slousch der sonderbaren Naville’schen These zu Leibe, die für jeden wahren Kenner des Hebräischen schlechterdings undiskutabel sei. Die phönizischen, punischen und moabitischen Inschriften bezeugen, daß das Hebräische nicht nur die Umgangs- und Kultursprache der Israeliten, sondern auch der benachbarten semitischen Volksstämme war, ja daß sich durch phönizische Kolonisten ein hebräischer Kulturkreis im ganzen Gebiet der Mittelmeerländer bis nach Malta, Sardinien und Spanien hin bildete. Das vorliegende Heft enthält ferner eine Studie von Dr. A. R a s k i n e über den „hebräischen Buchhandel und seine Zukunft,“ die auf eine Artikelserie von M. Tschernowitz (Rab Zair) in der „Hazephirah“ zurückgeht; einen längeren Aufsatz über das Jubiläum der „Hazephirah“ mit Auszügen aus den in der Festschrift des Warschauer Blattes veröffentlichten Erinnerungen Nahum S o k o 1 o w s und Ch. N. B i a 1 i k s; eine Darstellung und Würdigung des jüngsten Sprachenkampfes in Palästina u. a. m. Das Märzheft der hebräischen Monatsschrift „Haschiloah“ ist als Achad Haam-Heft ausschließlich dem fünfundzwanzigjährigen Schriftstellerjubiläum Achad Haams gewidmet. Diese sehr gehaltvolle Jubiläumsschrift wird der vielseitigen Persönlichkeit des hervorragenden hebräischen Denkers und Publizisten vollauf gerecht; sie bringt — nach einem einleitenden Aufsatz der Redaktion — u. a. folgende Beiträge: „Schriftsteller und Führer“ von Dr. S. Bernfeld. — „Die Verneinung und Bejahung des Galuth in der Lehre Achad Haams“ von S. Dubner. — „Nicht dies ist der Weg“ von O. T hon. — „Erinnerung an die erste Zeit“ von Mordechai ben Hillel Hakohen. — „Der Chassidismus und Achad Haam“ von Hillel Z e i 11 i n. — „Zur geistigen Physiognomie Achad Haams“ von A. A. Kabak. — „Schriftsteller hnd Kämpfer“ von Salomon Schiller. — „Mensch und Jude“ von Salomon Epstein. — „Das Judentum4 Achad Haams“ von Jecheskel Kaufmann. — „Zur Kritik der Achad Haamschen Lehre“ von Dr. A. Kaminka. — „Der Wortführer44 von Dr. Joseph Klausner. — „Wie wurde aus JJscher

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