Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 18 (1914)
- Issue
- 12 (20.3.1914)
- Article
- Nehemias [Rezension]
- Date
- 1914-03-20
- Page
- 295 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/3315709-3316625-3316637-3352844--59801-3352925- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Nr. 12 OIEXgELT 295 I | Bücherbesprechungen lllinililiilliiiiini| ri'Onj. Nehemias. Eine historische Skizze von Dr. Joseph Klausner. Jaffa, Büchersammlung „Laam“ (Für das Volk). Nr. 43—44. Wenn aus der Idee des Zionismus im allgemeinen die Forderung einer Vertiefung in die jüdische Geschichte fließt, so gilt diese Forderung im besonderen Maße für diejenigen Teile der jüdischen Geschichte, die man als die zionistischen bezeichnen möchte. Unter ihnen steht die Zeit der Rückkehr aus Babylon und der Wiederaufrichtung des Tempels an erster Stelle. Die Kenntnis dieser Epoche zu verbreiten, ist gewiß eine dankenswerte Aufgabe für eine in Palästina erscheinende volkstümliche Schriftensammlung. Wenn unseren jüdischen Zeitgenossen die Geschichte dieser großen Zeit mit all ihrem Zickzack, ihren wiederkehrenden Rückschlägen und Mißerfolgen bis zu ihrem schließlichen Siege besser bekannt wäre, dann würde man auch von unserem Siedlungszwecke nicht immer und sofort glänzende Resultate verlangen. Es gäbe unter uns weniger Kleinmut und außerhalb unserer Reihen weniger Triumphgeschrei. Dt. Klausner hat sich der Aufgabe, die Geschichte der ersten zionistischen Bewegung volkstümlich darzustellen, in trefflicher Weise entledigt. Obwohl er im engen Anschluß an die biblische Ueberlieferung schreibt, bekommt seine Erzählung doch einen aktuellen und lebendigen Charakter, besonders durch die Parallelisierung jener Zeiten mit unserer Gegenwart. Hugo Bergmann, Prag. Jüdisches im Christentum. Von Dr. Ludwig Venet i a n e r - Ujpest. (Volksschriften über die jüdische Religion, herausgegeben von Dr. J. Ziegler- Karlsbad. Frankfurt a. M., J. Kauffmann, 1913. Die Tendenz, die Entstehung und das Wesen des Christentums möglichst unabhängig vom Judentum zu erklären, ist von den Kirchenvätern Origines und Celsus an bis in unsere Zeit wirksam; es sei nur an Bruno Bauer erinnert, der das Christentum im wesentlichen aus der griechisch-römischen Philosophie ableitet, auf S e y d i 1 und Lilie, die auf den Buddhismus hinweisen, während Gunkel, Jensen und Erbt bei ihren Erklärungsversuchen die babylonische Mythologie im Auge haben. Allerdings spielt das Judentum dabei meist die Rolle des „ehrlichen Maklers“, der aus Unverstand und Beschränktheit mit den Entlehnungen nichts anzufangen weiß, sie also im Kern unversehrt weitergibt. Gegen solche Versuche wendet sich Venetianer mit einer bei jüdischen Gelehrten auf diesem Gebiete seltenen Energie. Es ist nicht Ziel der Arbeit, aufzuzeigen, wie sich aus dem Körper des talmudischen Judentums das Urchristentum losringt und was darum die junge Religion mit dem Mutterboden im tiefsten Wesen einigt oder von ihm scheidet, sondern der Verfasser stellt alle Einzelelemente zusammen, die als erkennbares jüdischen Lehngut im Christentum weiterleben. Er hebt die Bedeutung der heiligen Schrift des Alten Bundes als ausschließliche Quelle, aus der die Beweisführung der Kirchenväter im Kampfe gegen die griechischen Philosophen geschöpft hätten, hervor; er zeigt, daß dem Christentum seine Vorstellung von Gott und von dem Verhältnis des Menschen zu Gott aus dem Judentum gekommen sei, daß der Zug zum Universalismus, den die christliche Theologie als alleiniges Anrecht für sich beansprucht, im Prophetismus seinen Ursprung habe, und daß der jetzt wieder von B o u s s e t erhobene Anwurf, als wäre das Judentum nur Formendienst, während das Christentum dessen Ueberwindung durch wahres Gefühl und Lauterkeit des Herzens bedeute, aus der Unkenntnis des jüdischen Lebens im neutestamentlichen Zeitalter zu erklä- Dem ersten Abschnitt, der von den entlehnten „Lehren und Ideen“ handelt und naturgemäß immer wieder polemisch wird, folgt eine eingehende Untersuchung über die jüdischen Elemente im christlichen Kultus. Es wird dabei das Vorhandensein des Weihnachtsfestkreises, das bis in Einzelheiten dem Sukkothfest entspricht, dargetan, des Osterfestes, das mit dem Peßachfest, und des Pfingstfestkreises, das mit dem Schabuothfest korrespondiert. Interessant ist ferner die Gleichsetzung der christlichen Messe mit dem jüdischen Gebetsritus, wobei häufig frühchristliche oder orientalisch-christliche Bräuche zur Erklärung herangezogen werden müssen. Selbst die Sakramente der Kirche, wie Taufe, Poenitenz, Firmung, Ehe, letzte Oelung und Priesterordination finden im Judentum ihre Analogien. Gerade im zweiten Teil der Arbeit bringt Venetianer viel und wesentlich Neues, sodaß das Büchlein, das ein von Juden sonst gemiedenes Wissensgebiet behandelt, dringend zu empfehlen ist. Wien. Dr. Wilhelm Stein. Schluß des redaktionellen Teiles Bei der Administration „Die Welt“ sind eingegangen: Für das Mikrobiologische Institut: „Vergesset nicht das Mikrobiologische Institut“ Siegmtmd Eppler, Wien K- 2.— JL 1.68; Paul Diamant, Wien. K.. 2.— — JL 1.68; Prof. Kellner, Wien K, 1.— Jl —.81: Johann Kremenezky. Wien K 10.— — JL 8.40; Ing. Josef Seidener, Wien K. —.50 — JL —.42; Heinrich Lederer, Wien K_ —.50 — JL —.12; Leo Weise, Wien. K 1.— — JL —.84; Oswald Weiss, Wien K.2.— — JL 1.68; Julias Weiss, Wien K. 1.— — JC—.84; Dr. Elkan Weiss, Wien K.2.— — JL 1.68; Emanuel Lockspeisor, Boryslaw K. 1.— JL —.84; Kais. Bat Emil Broch, Tarnow K. —.5t» — JL —.42; Kais. Bat C. Hirsch, Wien K. 5.— — JL 4.20; Heinrich Bard, Lemberg K. 6.— JC 5.04; Fischei Engel stein, Metz JL —.60; Simon 6 i-stenhaber JL —.30; Josef Frankel JL —30; Jona Holdner JL — .20; Isak GroBman n JL —.25; Simon Thau, Metz JL —.25; Akadem. Verein jüdischer Mediziner, Wien Kr. 2.— — JL 1.68; Leopold Munk, Wien K. 10Ö — JC 84.—; Jüdisch.-naiionalakademischer Verein „Emunah“, Czernowitz K. I.— — JL —.84. ■iiiiii| Geschäftliche Mitteilungen |ilini Die abnehmbare Automobil-Felge „Colonia“. Die abnehmbare Felge „Colonia“ der Metall-Zieherei Aktien-Gesellschafi Cöln-Ehrenfeld, einer Spezial-Firma für die Fabrikation von Felgen aller Art, hat sich in der kurzen Zeit ihres Bestehens bereits ausserordentlich gut oingoführt. D es ist wohl in der Hnnp'sacho auf die zweifelsohne grossen Vorzüge der Konstruktion zurückzuführen: verblüffende Einfachheit, günstige Kühlwirkung und dadurch bedingte Pnemnatik-Erspamis, vor allen Dingen aber vorteilhafte Druckübertragung auf die Badmitte durch eine auf der Mitte der Grnndfelge angeordnete ballige Kippe, auf welcher der Konus der abnehmbaren oberen Felge aufruht. Ein ferner hierdurch bedingter Vorteil ist denkbar geringste Auflage fläche des abnehmbaren Teiles auf der Grundfelge und zwar nur in einem Punkte bzw. in einer Linie, wodurch jedes Festrosten der abnehmbaren Felge vermieden wird (siehe Abbildung). Montage und Demontage geschehen auf einfachste Weise durch Lösen bzw. Anschrauben von 5 Mutterschrauben. Die Konstruktion hat sich wegen ihrer offensichtlichen Vorzüge, vor allen Dingen wogen ihrer absoluten Betriessicherheit bereits gut bewährt. 1119