Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 18 (1914)
- Issue
- 12 (20.3.1914)
- Article
- Baron Edmund Rothschild in Galiläa
- Date
- 1914-03-20
- Page
- 288 (sequence 2)
- Language
- German
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Kr. 12 2Ö8 blEXfcELT Damen, ging die Reise nach Migdal. ln einer kurzen, hebräischen Ansprache begrüßte Herr Glikin die Herrschaften. Hof und Felder wurden eingehend besichtigt. Atn Abend dieses Tages empfing Baron Rotschild Depu tationen aus Jemma, M i 1 c h a m i je h, ferner Herrn Scheinkin. Der späte Abend dieses Mittwochs gehört zu den unvergeßlichsten. Die Schomrim, die die ganze Zeit in Kinereth geblieben waren, um den Baron zu geleiten, veranstalteten ein Fest. Sämtliche Beamten der lea mit dem Leibarzt des Barons erschienen und sahen dem Tanz und dem Gesänge der Arbeiter zu. Eine kleine Rede wurde gehalten, hernach ein Fackelzug vor dem Hause des Barons veranstaltet, an dem sich die gesamte Bevölkerung der Kolonie und der Farm beteiligten. Der Beamte der Ica toastete auf die jüdischen Arbeiter und die jüdische Arbeit — die Arbeiter auf die Beamten (Pekidim). Und als der allgemeine Rundtanz begann, tanzten jüdische Wächter und Arbeiter, Vertreter der Zionisten mit den Beamten der Ica unter den Klängen der Hatikwah und dem Flattern der blau-weißen Fahnen vor den Fenstern des Barons. Vielleicht ist in dieser Mitternacht ein Bund geschlossen worden dessen Wirkungen in unsere Zukunft hinausragen werden. Der Abschied des Barons von Kinereth sollte auch sein Abschied von Palästina sein. Um 10 Uhr morgens durchschritt er nochmals die Kolonie' Kinereth, geleitet von seinen Beamten, vielen Kolonisten aus Rosch-Pinah und den Chachamim aus Tiberias. Beim Ausgang aus der Kolonie erwarteten ihn Dr. Ruppin, Frau Thon und die Leiterinnen der Farm. Die Einladung, die Mädchenfarm zu besichtigen, nahm er gerne an, und unter der Führung von Frau Thon und den Lehrerinnen Frau Schochat und Fräulein Bambus besichtigte er das ganze Haus. Vom Balkon aus genoß er die Fernsicht über den ganzen See, das an seinen Ufern bebaute Land und den schneebedeckten Hermon. Er dankte Herrn Dr. Ruppin für die Bemühungen der zionistischen Organisation, dieses schöne Stück Land neu zu beleben. Ganz'besondere Befriedigung bot ihm die Tatsache, daß die weibliche Jugend Palästinas endlich. angefangen hat. an der Wiederbelebung des Landes mitzuarbeiten. Der Zug nahte den Ufern des Sees, wo Frau Baron Rothschild ihren Gatten erwartete. Unter den Klängen der Hatikwah bestiegen die Herrschaften das Boot. Es war ein schweres Abschiednehmen, und der Baron sprach die Hoffnung" aus, bald wiederkommen zu können. Aus Haifa wird uns ferner berichtet: Auch wir hatten die Freude, Baron Edmund Rothschild in unserer Mitte begrüßen zu können. Nach dem Besuch der Kolonien Sichron-Jakob und Chederah kam er nach Haifa, um von hier mit einem Separatzug nach Damaskus zu reisen. Am Hafen wurde er von Herrn Nathan Kaiserm an n, dem hiesigen Direktor der A. P. C., und von verschiedenen Notabein und Vertretern der Behörden herzlich begrüßt. Vom Hafen ging es zum Bahnhof, wo Baron Rotschild über eine Stunde verweilte und sich mit verschiedenen Herren, darunter dem Direktor der Hedschasbahn", Nissim Effendi Adas u. a. unterhielt. Die Schüler der Allianceschulen, der hebräischen Knabenschule und der Talmud-Thorah sangenhebräische Lieder. Auf dem Bahnhof hatte sich ein tausendköpfiges Publikum eingefunden, das dem Baron herzliche Ovationen bereitete. Kleine Nachrichten In Tiberias ist ein Komitee gegründet worden, das sich die Aufgabe stellt, die Grabstätte des Maimonides und die benachbarten Gräber Rabbi Jochanan ben Sakais und seiner Jünger sowie des Rabbiners Jesaia Hurwitz, Verfassers des Buches „Sch ne Luchoth Hab:rith‘- (Sch loh) mit einer Hebräisches Lehrerseminar in Jerusalem