Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 18 (1914)
- Issue
- 12 (20.3.1914)
- Article
- Zentralfonds-Jahresbeiträge für 1914
- Date
- 1914-03-20
- Page
- 283 (sequence 3)
- Language
- German
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283 Nr. 12 DIE3&ELT Spezifikation der in Nr. 11 ausgewiesenen aus Zürich: I )r. J. Pinkus.Frc A. Wenk. l.von Pasternak.. Union des Zionist es, Genf, 1 Liste. N. N.’ 1. Rate .. 50.— 50.— 35.- 100.— 25.— Kleine Spenden: I)r. H. Duaks. Enianuel Pasternak, Ph. Schapiro, Frau A. Wenk, S. I cker, Lilienfeld, Max Roon, Frau Ucker, Ing. Einhorn, Dr. Wyszaynski, Lutomirsky, Erlanger, D. Wein bauin, W. Wolfsohn. Hermann Stammer, Walter Rauders, ges. d. Herrn Schapiro: Rückländer. Russ. Isbitzky, Guttmann. Reich, Kanars.Aronsky. Schapiro, Tasimowitz. Wolodarski, Glücksmann, Korolnik-Püater, Weissberg. . ,, 156.— Frcs. 416.— Zentralfonds 1914 In den vorhergehenden Nummern ausgewiesen.M. 213 910.11 Dazu Ausweis dieser Nummer . „ 6 319.79 Insgesamt bisher eingegangen M. 220 229.90 Geldsendungen aus Oesterreich für das zionistische Zentralbureau sind auf das Scheckkonto Nr. 145 340 bei dem Postsparkassenamt Wien unter der Adresse: „Professor Dr. Otto Warburg, fOr das Zionistische Zentralbureau Berlin-Wilmersdorf* zu leisten. REVUE DER PRESSE Das Januarheft des „Haschiloah“ enthält an erster Stelle einen Aufsatz von Dr. S. M. Melamed mit der Niederschrift „Worin besteht unsere Erlösung?“ Melamed sieht den Urgrund des Galuth samt allen seinen Folgeerscheinungen in dem einseitigen Intellektualismus und Individualismus, der dem jüdischen Volke seit Jahrtausenden anerzogen sei. Diese einseitige Geistesrichtung habe den praktisch-politischen Sinn in unserer Mitte ertötet und verurteile uns zu politischer Ohnmacht. Die Juden in Ost und West kranken nach seiner Auffassung an einer unverhältnismäßigen Ueberschätzung des Geistigen, an einer „Overeducation", wie der Engländer sich ausdrückt. Er ist daher ein entschiedener Gegner der kulturellen Richtung im Zionismus und ganz besonders 'des Universitätsplanes. Um ein Gegengewicht gegen den unfruchtbaren, weitabgewandten und zersetzenden Intellektualismus zu schaffen, müsse die zionistische Bewegung vielmehr ihre ganze Kraft auf die rein wirtschaftliche, ländliche und ' industrielle Kolonisationstätigkeit konzentrieren. „Der Zionismus darf, wenn er wirklich die Erlösung des Volkes anstrebt, nicht nur die fernere Vorherrschaft des Intellekts nicht fördern, sondern ist im Gegenteil verpflichtet, für einige Zeit die Hegemonie des Reinpraktischen bis zum Extrem durchzuführen.“ Nur auf diese Weise werde sich mit der Zeit ein Gleichgewicht der Kräfte erzielen lassen. — In einer Nachbemerkung der Redaktion des „Haschiloah“ wird im Gegensatz zu diesen Ausführungen auf den Sprachenkampf in Palästina hingewiesen, der uns lehre, daß gerade das kulturelle Moment einen sehr wichtigen politisch-nationalen Faktor in Palästina darstelle, dessen Wirkungen auf die Entwicklung des rein wirtschaftlichen Siedlungswerkes gar nicht abzusehen sind. „Die Renaissancearbeit in Palästina muß wohl oder übel nach Lage der Landesverhältnisse und nach der gegenwärtigen Verfassung unseres Volkes zugleich eine politisch-praktische und eine kulturell-geistige sein.“ An sonstigen publizistischen Aufsätzen enthält das Heft eine recht wirksame Auseinandersetzung des Redakteurs Dr. Joseph Klausner mit dem jiddischismus und eine umfassende allgemeine Uebersicht von Jehudi Paschut. Von den belletristischen Beiträgen seien hervorgehoben die Gedichte von U. Z. Grünberg und E. M e i t u m, die Erzählung aus dem Leben der Araber von Chawadscha Mussa und die Besprechung des Schnitzlerschen Dramas „Professor Bernhardt“ von M. N. Sirkin; von den wissenschaftlichen Beiträgen die großangelegte Biographie des Gaons Rah Hai von Israel Ephrath und die „Einleitung in die Pentateuchforschung“ von Ch. A. C h a s a n. Das Februarheft der gleichen Zeitschrift bringt an leitender Stelle einen bemerkenswerten Aufsatz von Ch. J. Katzenelson über die Reform der Jeschiboth. Der Verfasser entwirft einen Lehrplan für eine solche reformierte Jeschibah: er hält dieses Reformwerk für eine der dringendsten Aufgaben der nationalen Erziehungsarbeit im Galuth und für die Voraussetzung einer gesunden Entwicklung der hebräischen Literatur. Von großem Interesse ist der linguistische Aufsatz von J. Ch. T a w j e w über die slawischen Elemente im Jiddischen. Aus Anlaß des Jubiläums von David Frisch - mann würdigt J. A. Naiditsch die literarische Bedeutung Frischmanns als Erzählers. Salman Epstein polemisiert gegen einen kritischen Aufsatz Frischmanns, in dem dieser mit der modernen hebräischen Literatur sehr scharf ins Gericht geht und namentlich, wie Epstein hervorhebt, der überragenden Bedeutung des Dichters Bialik in keiner Weise gerecht wird. Einen warmherzigen Nachruf auf Prof. Wilhelm Bader schreibt der bekannte jüdische Gelehrte Prof. Dr. Samuel Kraus in Wien. J. Ephrath setzt seine Hai- Biographie fort. Das Heft enthält ferner Gedichte von Ascher Ba rasch und Simon Günzburg, Erzählungen von M. Posnanski und A. Talusch, eine allgemeine Re- Die neueste Nummer des Misrachi-Organs „Haibri“ enthält einen Aufsatz mit der Ueberschrift „Der Kampf im Namen der Religion“, der sich gegen den Mißbrauch wendet, der von verschiedenen Seiten mit den Lehren der jüdischen Religion getrieben wird. Die Antizionisten aller Schattierungen bedienen sich mit Vorliebe der Religion als Kampfmittel gegen den Zionismus. Der Artikelschreiber geht mit der westjüdischen Orthodoxie scharf ins Gericht, die unproduktiv sei und auf die Neubelebung der innerjüdischen Kräfte in keiner Weise befruchtend wirke. Verständnislos stehe sie dem neuen Geist der Renaissance gegenüber, dem Ruf nach nationaler Erlösung, der jetzt durch das Judentum geht. Noch viel schärfer müsse es zurückgewiesen werden, wenn auch von jüdischliberaler Seite — wie es jüngst Hermann Cohen getan — der Zionismus „im Namen der Religion“ bekämpft wird. Diese Kampfmethode zeuge von heilloser Begriffsverwirrung. Es sei tragikomisch, wenn der jüdische Liberalismus, der das jüdische Religionsgesetz nicht als verbindlich ansehe, die hebräische Sprache aus den Bethäusern immer mehr verdränge, im häuslichen und Familienleben keine Spur von echtjüdischer Sitte aufweise — den Zionismus mit Waffen aus dem Arsenal des jüdischen Glaubens bekämpfe! Wohl habe der jüdische Liberalismus richtig erkannt, daß der Zionismus eine „Gefahr“ bilde — für die jüdische Assimilation; und es sei daher verständlich, wenn er gegen ihn ankämpfe. Nur möge er doch die richtigen Motive angeben! Die Bekämpfung .des Zionismus „im Namen der Religion“ sei eine Profanation des wahren jüdischen Glaubens! Soeben ist das erste Heft des „Hechawer“, einer hebräischen, literarischen Zeitschrift, herausgegeben vom Verband 4er zionistischen Studenten „Hechawer“ erschienen. Der „Hechawer“ ist der erste Versuch jüdischer Akademiker, ein eigenes hebräisches Organ zu schaffen. Diese Tat- 79999999999999999999