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Die Welt · 1914-03-13 · 11 (13.3.1914) · p. 260

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
18 (1914)
Issue
11 (13.3.1914)
Article
Zentralfonds-Jahresbeiträge für 1914
Date
1914-03-13
Page
260 (sequence 3)
Language
German
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260 Nr. 11 DIE^ELT Spezifikation der in Nr. f> ausgeuiesenen Spenden aus Konstanz: Ing. Manes-Welbhauser (Jahresbeitrag').//. 30. - Pensionat Wieler . 20.— Max Rotschild u. Frau (Jahresbeitrag) ...... 20.— Dr. Mcinrath u. Frau u. Söhm hen (Jahresbeitr.) .. 52.- Jaeo.. Victor u. Frau, Sophie Stern. Jacob Büler . .. 32.— Kleine- Spenden: Frau Anna Levinger. FF \V. I.evinger, Regina Levy. Scharf, i.andmann, Bertha Board. Max Rothschild, Frau Herzberger, Frau Max Levy. Alfred Guggenheim. Zahnarzt Stockei. Datlerbruch. Frau Moses Rotschild. Emil Frank. Lehrer Bloch. \V. Cohn, Einstein. Seligmann. Max Moos. Dr. Moos. Rechtsanwalt Bloch. Hebart. Frl. Baumann, Ing. Stuk. Frl. Stuk .! . .. 34.- Ortsgruppe Galingcn: Edwin L. Rotschild u. Frau (Jahresbeitrag). 30.-- Grünbauin. Familie Hasgall. Josef Bernheimer. A Ottenheimor. F. Kahn i Jahresbeiträge') . . .. 20. - Joseph Neuburger. 2>>.- Kleine Spenden: Siegfried Bach. Joseph Guggenheim, Arnold u. Leopold Guggenheim, J. Bloch. Louis Gut, Hermann Offenhcimer. Jakon Offenheime-r. Jakob Bernheimer. L. S. Guggenheim, Joseph S. Guggenheim, J. Neuberger, Aron Eisenmann, Sigbert Fritz Gut.. „ 33.— Al. 300.— Spezifikation der Spenden zu Gunsten des hebr. Schulwerks in Palästina aus Rostow a. D. (Ausgewiesen in Nr. 7 der „\Yelt“j: M. M. Slatkin. A. M. Gordon je Rbl. 100.—, Gemeinderabbiner S. Goldberg 25.—, Modln 40.—, Israel Rabinowitz 5.—, Steinbock. Dr. Silbermann je 10.—, Dr. Zeitlin 15.—, Eingang aus einer Elektrobiograph-Vorstellung — Palästinabilder — 250.—, Eingang aus Gemeindeveranstaltungen 145.—; total Rbl. 700.—. Spezifikation der in Nr. S unter M. Schwarzfeld- Bukarest ausgewiesenen Lei 150.— : Hermann Theiler.Lei 00.-- Josef P. Wechsler, I)r. J. Niemirower. Dr. L. Mayersohn. B. Rubinstein. M. Schwarzfeld. J. Fevns, Isac Maversöhn, M. Moscov ici Carol M. Hirsch. Isidor Beck. II. P. Wechsler 00. - Bert c h t i g u n g. Der in Nr. S unter Skotschau ausgewiesene Betrag von Kr. 100.— stellt eine Sammlung aus Bielitz dar. Die in Nr. 10 unter Jakob Autntann-Przemysl ausgewiesenen Kr. 100.— stellen die 3. Rate des Vereins „Ibria“ dar. Zentralfonds 1914 In den vorhergehenden Nummern ausgewiesen.M. 203 885.71 Dazu Ausweis dieser Nummer . „ 10 024.40 Insgesamt bisher eingegangen M. 213 910.11 inmm.ni in.iiniun.ii.min.mm.».■»n ■ ... ...nt jnii.ia,u|»iinlli m..un. ........m.............mmm.M lllliii!illllHiillliiiuiil!!!!iii REVUE DER PRESSE l—.......■.-...=—.'I..---.—.. Der Jewish Chronicle bringt am 27. Februar folgendes Interview mit Dr. Paul Nathan über den Kampf um die hebräische Sprache in Palästina: Sie ersuchen mich um eine Darlegung des Sprache” Kampfes in Palästina. Es ist mir angenehm, Gelegenheit zu haben, daß meine Ansichten hierüber in England bekannt werden. Bezüglich der Ereignisse, die ich selbst in Palästina miterlebte, brauche ich Sie nicht zu beunruhigen; denn die Tatsachen bleiben bestehen. Eine Anzahl Fanatiker bemühten sich plötzlich, das Schulwerk des Hilfsvereins, das sich innerhalb von 10 Jahren allmählich entwickelt hat und welches für die Kultur, die Religion und das gesunde jüdische Bewußtsein wirkt, zu zerstören. Der Angriff wurde jedoch vollständig zurückgeschlagen. Die Mehrzahl der jüdischen Bevölkerung Palästinas ist religiös und wendet ihre Sympathie nach wie vor den Schulen des Hilfsvereins zu, indem sie weder persönlichen Drohungen weicht, noch ihre Kinder aus den Schulen des Hilfsvereins herausgenommen hat. Nachdem der Streik fehlgeschlagen war, wurden arge Roheiten begangen. Dadurch wurde es nötig, den wahren Stand der Dinge zu verheimlichen, und anstelle der Wahrheit wurden die gröbsten IJebertreibungen in Umlauf gesetzt. Ich will nicht näher auf dieses traurige Kapitel eingehen. Ich muß jedoch mit Bezug hierauf daran erinnern, daß ein Herr Levine aus Jaffa in einem Brief an den Jewish Chronicle die Behauptung aufstellte, daß die türkische Polizei in brutalster Weise in die Schulen drang, und daß verschiedene Lehrer hierbei verwundet wurden. Diese Behauptung ist eine Erfindung. Es ist wahr, daß die türkische Polizei versucht hat, in den Straßen Ordnung zu schaffen gegenüber den störenden Elementen, welche sich bemühten, die Kinder mit Gewalt aus den Schulen des Hilfsvereins zu entfernen. Dies würde die Polizei eines jeden zivilisierten Staates getan haben, denn es ist ihre Pflicht, die öffentliche Ordnung aufrecht zu erhalten. Dies würde in London so gut der Fall sein wie in Berlin, und es ist ein Glück für die Zukunft Palästinas, daß es auch in Jerusalem nicht an Leuten fehlt, die für die Ruhe der Bürgerschaft sorgen. Aber es ist ein Märchen, wenn man erzählt, daß bei dieser Gelegenheit irgend ein Lehrer verwundet worden sei. Es ist dies ein Beispiel, das zur Genüge zeigt, wie sehr die Ereignisse in Jerusalem und Jaffa aufgebauscht worden sind. Ueberlassen wir dies traurige Gebiet unserer Geschichte der Vergangenheit! Alle Schulen des Hilfs Vereins in Palästina arbeiten in vollster Ordnung, mit Ausnahme einer einzigen Schule in Haifa, welche auf jeden Fall in einigen Monaten durch die -technische Schule ersetzt worden wäre. Trotz des geübten Terrorismus, trotz der Bedrohungen der Lehrer, die uns treu blieben, der Eltern, der Kinder, hat die Anzahl der Schüler des Hilfsvereins in erheblichem Maße zugenommen und steigt noch von Woche zu Woche, wie mir in den letzten Berichten mitgeteilt wird. Ein dreifaches Ziel bleibt den Hilfsvereins-Schulen. Wir haben religiöse Juden auszubilden; wir haben Juden auszubilden, die wahre Orientalen sind, in denen die Liebe zum Osten, und speziell zu Palästina, lebendig ist; und wir haben Knaben und Mädchen auszubilden, welche in ihrem künftigen Leben auf sich selbst gestellt sind und deren Fortschritte zu der sozialen Entwickelung des Landes beitragen sollen. Dieser letzte Zweck wird leicht in den Kolonien erreicht. Die Knaben und Mädchen in den Schulen erhalten eine streng religiöse Erziehung. Sie lernen, was in den Elementarschulen in Deutschland, Frankreich und England gelehrt wird, und da auch unsere Dorfschulen keine fremden Sprachen lehren, beschloß der Hilfsverein, alle europäischen Sprachen aus dem Lehrplan zu streichen. Mit Ausnahme des Hebräischen wird nur Arabisch gelehrt; ein Unterricht, welcher jede Neigung der Schüler zur Auswanderung ausschließt. Wir möchten, im Gegenteil, eine tiefe jüdische Liebe für den Orient und für Palästina einprägen. Man muß schon sehr übertreiben, um hierin den Wunsch zu erblicken, unsere Kinder zu germanisieren. Unser Versuch ist natürlich ein schwieriger. Weiden Orient kennt, weiß, daß jeder Mensch, der nicht auf der niedrigsten sozialen Stufe stehen bleiben will, eine europäische Sprache können muß, und da wir eine gebildete Oberschicht brauchen, so müssen in den Stadtschulen europäische Sprachen gelehrt werden. Die Alliance Israelite Universelle tut dies mit Bezug auf das Französische, die Anglo Jewish Association für das Englische, ebenso wie der Hilfs verein für das Deutsche. Und das ist ein Vorteil für Palästina. Niemand kann mit Gewißheit sagen, wie die Zukunft des Landes sein wird, und es ist nur gut, wenn sich unseren Glaubensgenossen verschiedene Möglichkeiten des Fortschritts durch eine Anzahl von verschiedenartig geleiteten Schulen eröffnen. Französisch, Englisch und Deutsch, das jedes für sich in den verschiedenen Schulen gelehrt wird, kann für die Zukunft unserer östlichen Glaubensgenossen nur von Vorteil sein. Natürlich ist es die Frage, wieviel Hebräisch im Vergleich zu den europäischen Sprachen gelehrt werden muß. Ich bin der Meinung, daß der hebräischen Sprache ein großer Raum bleiben sollte, und, wie meine Freunde mit mir übereinstimmen werden, ist es eine bekannte Tatsache, daß unsere Schüler unsere Schulen mit guten hebräischen Kenntnissen

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