Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 18 (1914)
- Issue
- 10 (6.3.1914)
- Article
- Die Zukunft [Rezension]
- Date
- 1914-03-06
- Page
- 246 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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246 Nr. 10 DIE^ELT llllllllllllllllllllllll Buchbesprechung llllllllllllllllllllllll TTI>*“ „Die Zukunft.“ Ein literarisch-wissenschaftlichej; Sammelbuch, redigiert von S. J. H urwitz. Verlag „Sinai". Berlin, Kurfürstendamm 51. Fünfter Band. 5673 (Hebräisch). Das Jahrbuch, dessen fünfter Band nun vorliegt, ist zur „Klärung der Angelegenheiten des Judentums und der Juden* bestimmt, und die bisher erschienenen Bände enthalten auch reichliches Material. Die Wirkung solcher Veröffentlichungen läßt sich natürlich nicht gleich an greifbaren „Resultaten“ ermessen. Auch diesmal enthält der Band drei prinzipielle Artikel zur Judenfrage. Der einleitende, wohl vom Herausgeber selbst geschriebene, über den Judenschmerz, ist nichts anderes als ein Schrei der Verzweiflung. Der Verfasser sieht alles in schwarzen Farben. Die wenigen Zeichen einer Erneuerung des Judentums sind ihm nichts gegenüber dem rapid, um sich greifenden Verfall, Das Ende scheint aufzudämmem. Man hat gegen diesen Artikel vor etlichen Wochen protestiert; als hätte es einen Sinn, gegen die Verzweiflung eines Menschen zu protestieren. Auch mit dem Verfasser über Einzelheiten zu rechten, wäre zwecklos. Man mag ihm das Tatsächliche zugeben. Nur daß dem einen aus der Not die Kraft erwächst, dem anderen die Verzweiflung. — In einem zweiten Artikel zur Judenfrage „von einem fühlenden Rabbiner** ist demgegenüber alles so dargestellt, als wäre es bei uns schön und gut und durchaus nicht besorgniserregend; das „bißchen“ Ghettotum, das der heutigen Judenheit anhaftet, werde sie schon von selbst überwinden, auch ohne den Zionismus. — Ganz ausgezeichnet ist der dritte theoretische Artikel zur Judenfrage, betitelt „Königssöhne** und Sch. G. gezeichnet. Der Verfasser betont, daß die Juden nicht das Recht haben, immer die anderen für ihre Lage verantwortlich zu machen. Gewiß hat man uns Unrecht getan und tut uns Unrecht. Aber der Schwerpunkt aller Judenfragen liegt nicht außerhalb, sondern innerhalb des Judentums. Und diese innerliche Judenfrage wird durch einen äußerlichen Nationalismus, durch die chauvinistische Phrase nicht gelöst; der Zionismus kann sich nicht in einem oberflächlichen Nationalismus verankern, sondern muß in seinen Erneuerungsbestrebungen in die Tiefe gehen, die man schon als religiöse bezeichnen kann. Soweit Sch. G., der in seiner Stellungnahme sich vielfach mit manchen Beiträgen des Sammelbuchs „Vom Judentum** berührt. — Den religiösen Strömungen im Judentum ist eine ganze Reihe von Aufsätzen gewidmet. Horodetzky schreibt über die mystischen Strömungen unter den Juden Polens. Er schildert die Wanderung der Kabbalah von Spanien nach Palästina und von da über Italien nach Polen, kennzeichnet den Unterschied sephardischer und aschkenasischer Mystik und charakterisiert dann die lurianische Kabbalah und ihre Bannerträger in Polen: Jesaia Halevi H urwitz, den Verfasser der Sehne Iuchot hab'rith, Nathan Schapira und den Märtyrer Schimschon aus Ostropoli. Endlich werden die in den Muhammedanismus und das Christentum abführenden Strömungen unter den polnischen Juden dargestellt. Beiträge zur Geschichte der letzteren, nämlich der frankistischen Bewegung, liefert Maier Bai ab an in einer sehr gründlichen, tief ins historische Detail führenden Untersuchung. — Eine Kritik des Chassidismus ist der unter dem Titel „Zur Lehre der Erweiterung und Beschränkung** erschienene Aufsatz von M. J. B e r d y c z e w s k i. Berdyczewski ist der Pfadfinder der neuchassidistischen Strömung. Aber mit der ihn kennzeichnenden Objektivität enthüllt er auch die schwachen Seiten des Chassidismus. Seine größte Schwäche sieht er darin, daß der Chassidismus trotz seiner gewaltigen religiösen Wucht seinen religiösen Horizont doch nicht über die jüdische Volksgemeinschaft hinaus erstreckte. Dem Aufsatz von Berdyczewski folgt eine Arbeit von Bar T o b i a: „Zweitausend Jahre Messianismus“. Sie ist eigentlich eine Geschichte des Zionismus seit dem Jahre 70. Tatsachen, wie die von Bar Tobia angeführten, sollten in das allgemeine Bewußtsein der Zionisten treten. Reiches Material für das Verständnis des Messianismus bietet auch der Artikel des Prof. J. M. Gutmann (Budapest) über den Propheten Elias in der jüdischen Sage. — Der Band enthält ferner die Vollendung des im vorigen Jahrgang begonnenen Artikels von J. N. Simchoni über Ezechiel, eine Untersuchung über die Hochzeitsbräuche in der Zeit des Talmud von A. Sch. Hirschberg und ein Kapitel aus dem in Fortsetzungen im „Heathid“ erscheinenden Werke Dr. Joseph Klausners über den Stifter der christlichen Religion. Diese kurze Inhaltsangabe zeigt wohl den Reichtum des Bandes, für welchen dem Herausgeber aller Dank gebührt. Prag. Dr. Hugo Bergmann. Schluß des redaktionellen Teiles Bei der Administration „Die Welt“ sind eingegangen: Für das Mikrobiologische Institut: „Vergesset nicht das Mikrobiologische Institut** Jüd. nat. akad. Verein „Emunah** Kr. 1.— - - - Jk —.84 Siegmund Eppler. Wien K. 2.— Jt 1.68; Pani Diamant, Wien K. 2.— Jt 1.68; Prof. Kellner, Wien K. 1.— — Jt —.84; Johann Kremenezky, Wien K 10.— — Jt 8.40; Ing. Josef Seidener, Wien EL —.60 — Jt—.42; Beiurich Lederer, Wien K. —.60 — Jt —42; Leo Weis», Wien BL 1;— — Jt —.84; Oswald Weiss, Wien K. 2.— Jt 1.68; Julias Weise, Wien BL 1.— — Jt —.84 : Dr. Elkan Weiss, Wien K.2.— — Jt L68; Emanuel Lockspeiser, Borysl&w K. L— — Jt —.84; Kais. Kat Emil Broch, Tamow K.—.50 — Jt —.42; Kais. Lat C. Hirsch, Wien K. 5.— Jt 4Ü0; Heinrich Bard, Lemberg K. 6.— Jt 5.04; Fischel Engelstein, Metz Jt —.50; Simon Oerstehbaher Jt —.60; Josef Fr&nkel Jt —30; Jona Holdner Jt —.20; Isak Großmann Jt —.25 Simon Thau, Metz Jt —,25; Akadem. Verein jüdischer Mediziner, Wien Kr. 2.— Bei dem Jewish Colonial Trust, London sind eingegangen: Für den Universitäts-Fonds: per J. N. F. Wien: 1. Certifikat über 1 Aktie der P. L. D. C..Kr.2S4.— per Federation Sionista en Argentina Buenos Aires - S 51.50 per South African Zionist Federation Krugersdorp W. R. L. Z. A..£ —.8.3 Ladismith Z. A..£—.10.6 per David Kohn, Budapest: Neumann Endre - - - Kr. 2.— Für den Bezalel: per David Kohn, Budapest: Neumann Endre - - - Kr. 2.— per J. N. F. Bureau f. Amerika.§ 1.70 Für das Mikrobiologische Institut: Tischgesellschaft Lovinger - ■ ■ - - Kr. 3.— Für das Hebräische Gymnasium in Jaffa: per J. N. F. Wien.. Kr.476.20 Für das Israelitische Gymnasium in Jerusalem: per J. N. F. Wien.Kr. 5.- Für das Hygienische Institut: per J. N. F. Wien..Kr. 23- Für die Nationalbibliothek in Jerusalem: per J. N. F. Wien.- ..Kr. 94.- zue per zeit tSuJi