Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 18 (1914)
- Issue
- 10 (6.3.1914)
- Article
- Vom jüdischen Verlag
- Date
- 1914-03-06
- Page
- 244 (sequence 2)
- Language
- German
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DIE^ELT Nr. 10 244 eines neuen Buches in der jüdischen Literatur zu begrüßen. — Anfang April wird der Jüdische Verlag auch den II. Band von Achad H a a m , „Am Scheidewege“, herausbringen. Während der I. Band der Theorie des Nationalismus und des Zionismus gewidmet war, enthält der neue Band vorwiegend . Aufsätze zur zionistischen Praxis. Ausstattung und Preis entsprechen denen des I. Bandes. — Im Auftrag des Jüdischen Wanderbundes „Bl au-Weiß“ hat der Jüdische Verlag ein neues Liederbuch herausgegeben. ‘Diese Sammlung steht im Zeichen des Wandersportes, der unter der jüdischen Jugend Deutschlands und Oesterreichs so eifrige Pflege findet. — Der Jüdische Verlag hat soeben seinen ersten Antiquariatskatalog herausgegeben. Er umfaßt 545 Nummern und bietet eine große Anzahl von wertvollen Büchern zum größten Teil jüdischen Inhalts zu sehr billigen Preisen an. Im übrigen verweisen wir auf das Inserat des Jüdischen Verlags in dieser Nummer. Oesterreich Der jüdische Handlungsgehilfenverband im Wahlkampf Wie wir in der letzten Nummer meldeten, ist der jüdische Handlungsgehilfenverband anläßlich der am S. März stattfindenden Gremialwahlen in den Wahlkampf getreten und kandidiert Benno Deutsch und Kollegen. In einem wirkungsvollen Aufruf weist der Verband darauf hin, daß’ der gegenwärtige Gehilfenobmann Pick das Eintreten für gemaßregelte jüdische Angestellte abgelehnt hat und nur im Interesse einer politischen Organisation wirke, die, weil parteipolitisch, nicht geeignet sei, eine Zentralorganisation zu werden, und die zum Bannerträger der Assimilation geworden ist. Der Verband fordert Einführung der Verhältniswahlen, Vornahme der Wahlen in bezirksweise getrennten Sektionen, sowie geheime Wahl. Generalversammlung des jüdischen Volksvereines für die Leopoldstadt Der jüdische Volksverein für die Leopoldstadt, der sich nach den letzten Reichsratswahlen aus den Kreisen der nationaljüdischen Wählerschaft bildete, hielt am 25. Februar seine Generalversammlung ab. Ob.-Ing. Strickep, der bisherige Präsident, erstattete den Rechenschaftsbeifchi und hob hervor, daß sich der Verein durch seine Stellungnahme anläßlich politischer Wahlen, insbesondere bei den letzten Gemeinderatswahlen, eine geachtete Position erworben habe. Der Verein hat zu allen Fragen, welche die Wiener Kultusgemeinde betreffen, Stellung genommen und in einer öffentlichen Versammlung gegen die Haltung des Hilfsvereins deutscher Juden in Sachen des palästinensischen Schulwerkes protestiert. Sehr gute Erfolge hat die Rechtsschutzabteilung des Vereins aufzuweisen. Die Neuwahlen hatten folgendes Ergebnis: Dr. Leopold Plaschkes (Präsident), Apfler, Feldmann, Halpe r n , Löw, Seinfeld, Ob.-Ing. Stricker, Weiß, Weinberg, Dr. Wolfmann (Ausschußmitglieder). * '; : Wien. Der „Alte Herren-Verband“ der Akad. Verbindung „Kadimah“ im K. Z. V., Wien, hat 1000 K., die Aktivitas 500 K. als Jahresbeiträge für das hebräische Schul werk gezeichnet. Wien. Am 24. Februar fand das diesjährige repräsentative Ballfest der „Kadima h“ statt; es wurde als „Rot - viele 11 e Redoute“ abgehalten und hatte einen glänzenden Erfolg. Gablonz. Am 22. Februar fand hier eine sehr gut besuchte Versammlung des zionistischen Vereins „Theodor Herzl“ statt, in welcher Herr Dr. Hugo Bergmann aus Prag im Rahmen der von der zionistischen Kultur-Kommission für Böhmen angeregten Vorträge über den „Zionismus von Herzl“ sprach. Anschließend hieran sprach Herr Dr. Bergmann über die Kulturfragen des Judentums. Lebhafter Beifall dankte dem Redner für seine lehrreichen und interessanten Ausführungen, die auch unter den anwesenden Nichtzionisten Sympathie für unsere Bewegung weckten. Galizien Sitzung des Parteirates der Zionisten Galiziens Das Zentralkomitee hat für den 15. März d. J. den von der XL Landeskonferenz gewählten Parteirat zur ersten Sitzung einberufen. Die Tagesordnung bilden der Bericht über die Sitzung des Actions-Comites vom 27. Februar und 1. März, die Besprechung der Palästinaarbeiten des Zentralkomitees und die Festsetzung der politischen Aufgaben der Partei, nachdem die Reform der Wahlordnung für den Landtag beschlossen Abende der hebräisch Sprechenden in Lemberg Der Verein der hebräischen Schulen Galiziens und der Bukowina hat in Lemberg allwöchentliche Versammlungen der hebräisch Sprechenden eingerichtet. Am ersten Abende, dem 24. Februar, sprachen Präsident Dr. David Schreiber, Rabbiner Dr. Samuel Guttmann und Sekretär Naftali Sigel. Galizien für das hebräische Schulwerk in Palästina Aus Galizien wurden an den Schulfonds bereits fast 12000 Kronen abgeführt. Nur wenn man eine Vorstellung von den überaus traurigen wirtschaftlichen Verhältnissen des Landes und besonders der galizischen Juden hat, kann man die Bedeutung dieser Summe erst würdigen. Die polnische und ruthenische städtische und ländliche Bevölkerung, sogar der Großgrundbesitz, bekommt Millionen an Unterstützungen und zinsenlosen langjährigen Darlehen von der Regierung, um die Folgen der Krise überwinden zu können; die am schwersten Heimgesuchten, die verfolgten und verlassenen Juden Galiziens, entbehren jeder Hilfe. Und trotzdem werden die Sammlungen eifrig fortgesetzt. Den Fonds verwaltet Präsident Adolf Stand, die Gelder werden im „Tagblatt“ ausgewiesen und an das Zentralbureau geschickt. Auch die Spenden für den Jüdischen Nationalfonds sind nun dank der galizischen Sammelstelle stets im Wachsen begriffen. Es ist eine Entwicklung des Jüdischen Nationalfonds zu erhoffen wie nie zuvor. Bukowina Lilien in Czernowitz Auf Einladung der internationalen „Gesellschaft der Kunstfreunde“ hielt Herr E. M. Lilien im Festsaale der jüdischen Toynbeehalle am 11. Februar einen Vortrag über „B i 1 d e r a u s der Bibel und dem Lande der Bibel“ mit Lichtbildern. Welchen Eindruck der Vortrag Liliens auf das Publikum machte, welches aus etwa 800 Personen bestand, und worunter sich auch viele Universitätsprofessoren und nichtjüdische Kunstkenner befanden, zeigt u. a. auch ein Bericht der „Czernowitzer Allgem. Zeitung“ in der Rubrik über Kunst. Da heißt es: „Es war ein guter Gedanke des heimischen Kunstvereins, diesen populären Berliner Radierer und Zeichner hierher zu einem Vortrag zu bitten. . . . Der Vortrag war eine begeisterte Schilderung einer Reise durch das heilige Land mit Illustrationen Liliens ... Es fehlten aber die sein Können und seine Eigenart besonders charakterisierenden Bilder aus dem Balladenbuch „Juda“ und aus dem Morris Rosenfeldbuch. Aber was geboten wurde, war anregend und eindrucksvoll genug und wirkte anscheinend intensiv auf das zahlreich erschienene Publikum, welches dem Künstler andachtsvoll zuhörte und ihn sehr oft akklamierte.“ Czernowitz. Die jüd.-nat. akad. Verbindung „H a s - monäa“ veranstaltete im Festsaale des jüdischen Nationalhauses einen „Repräsentationsball“ der Bukowinaer Judenschaft. In demselben Saale veranstalteten auch die Korporationen „Emuna h“, „Hebroni a“, „JüdischeKult u r“, „Z e p h i r a h“ und der „Jüdische Gesang vere i n“ einen großen Ball. Ein Teil vom Reinerträgnis des letzten wird zionistischen Zwecken zugeführt werden. Czernowitz. Der akademische Verein „Jüdische Kultur“ veranstaltete am 1. Februar einen groß angelegten Birnbaumabend, bei welchem1 Herr Redakteur B. L o c k e r (Lemberg) die Festrede hielt. Kotzman. Am 18. Januar sprach hier Herr Keßler (Wien) über „Palästina und der Jüdische Nationalfonds“. Storozynetz. Am 25. Januar hielt Herr Dr. M. Krämer einen Vortrag über den XL Kongreß und die folgenden Ereignisse in der zionistischen Bewegung. Der Besuch war sehr zahlreich. Dank den Bemühungen des Redners und dem