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Die Welt · 1914-03-06 · 10 (6.3.1914) · p. 237

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
18 (1914)
Issue
10 (6.3.1914)
Article
Zentralfonds-Jahresbeiträge für 1914
Date
1914-03-06
Page
237 (sequence 4)
Language
German
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Nr. 10 . DIEüfcELT ■ — ■= 237 Chastowitz, W. Taraschtschanski, N. N., M. Waldmann, Ch. Z. Grinspan, A. Block, Z. Taraschtschanski, K. Katz, Levin; insgesamt Rbl. 678.06. Spezifikation der in Nr. 8 ausgewiesenen Spende aus Dortmund: Dipl.-Ing. Abeies (Jahresbeitrag).Ik 20.— Dipl.-Ing. Abeies (einmaliger Beitrag).40.— E. Weinberg.. 30.— Josef Rosenthal. 20.— Kleine Spenden: Simon Eichengrün, Zahnarzt Fabian, Gustav Eisenstein, Josef Feldblum, Richard Neufeld, Hugo Grüneberg, Selig, Max Cohen, Gebr. Mayer, Frau Weinberg.,, 48.— M. 158— Zentralfonds 1914 In den vorhergehenden Nummern ausgewiesen.M. 191 868.90 Dazu Ausweis dieser Nummer . „ 12 016.81 Insgesamt bisher eingegangen M. 203 885.71 SNZMUWZMWS88888888888888 Geldsendungen aus Oesterreich für das zionistische Zentralbureau sind in Zukunft auf unser neueingerichtetes Scheckkonto bei dem Postsparkassenamt Wien Nr. 145340 unter folgender Adresse zu leisten: Professor Dr. Otto Warburg für das Zionistisches Zentralbureau Berlin-Wilmersdorf 888888888888888888888888 Berichtigung. Die in Nr. 6 unter Mendl Probst ausgewiesenen 40 Kr. sowie die unter gleichem Namen in Nr. 9 aus gewiesenen 100 Kr. stellen eine Sammlung der Herren Mendl Probst, M. A. Tennenblatt und Abraham Schwarzberg dar. Die im Zentralfondsausweis in Nr. 9 unter Inner-Oesterreich ausgewiesene Spende aus M.-Ostrau ist dem Distriktskomitee Mähren-Schlesien gutzubringen. pi ~j REVUE DER PRESSE Vor kurzem hat die „Welt" einem im „Journal de Beyrouth“ erschienenen Artikel zum Abdruck gebracht, welcher die Berechtigung des zionistischen Standpunkts im palästinensischen Schulkampf klar und entschieden zum Ausdruck brachte. Der „Stambul“ die älteste in französischer Sprache erscheinende Zeitung Konstantmopeis, brachte die wesentlichen Teile dieses Artikels zum Abdruck. Schon früher wurde berichtet, daß der bekannte jungtürkische Politiker Ahmed Agajeff den Standpunkt der Hebraisten, besonders mit Rücksicht auf die politischen Verhältnisse in der Türkei, in der Tageszeitung „Terdschuman i Hakikat“ lebhaft befürwortet hat. Die hier vielgelesene Zeitung „Peyam‘% welche kürzlich eine phantastische Meldung über den Schulkampf aus einem ägyptischen Blatte übernommen hatte, brachte vor einigen Tagen einen informierenden Artikel, den wir nachstehend wiedergeben: „Wie man weiß, gibt es verschiedene Gesellschaften, welche den Zweck verfolgen, die Juden zu entwickeln und ihnen eine ruhige Existenz in Palästina zu verschaffen. Unter diesen Gesellschaften befindet sich der Hilfsverein der deutschen Juden und die zionistische Organisation. Diese beiden verfolgen verschiedene Ziele, was wir im folgenden erklären wollen. Der Hilfsverein, welcher bisher in seinen Schulen einige Fächer in deutscher, einige in hebräischer Sprache unterrichtete, drängte in der letzten Zeit das Hebräische zurück und ersetzte es durch das Deutsche. Als nun die Verwaltung des technischen Instituts in Haifa den Beschluß faßte, den Unterricht in deutscher Sprache zu erteilen, brach iein Sturm los und es entstand ein Kampf um die Sprache. Die Lehrer der Hilfsvereinsschulen verließen ihre Posten, brachen ihre Beziehungen zum ■ Hilfsverein ab und eröffneten neue Schulen. Die Zionisten, diese gewaltige Organisation, welche ihr Zentrum in Berlin und ihre Zweigvereine in der ganzen Welt hat, unterstützen die Schulen in Palästina und stehen im Geensatz zum Hilfsverein. Sie schicken Geld für die neuen ebräischen Schulen und unterstützen sie. Von diesem Streit hat die türkische Regierung großen Nutzen, denn man begreift, daß die Zionisten, welche keine fremde Sprache als Basis des Unterrichts annehmen wollen, auch nicht ein Instrument fremder Intriguen werden können. Ihre einzige Absicht besteht darin, unter dem Schutz der osmanischen Regierung ein Asyl für die Juden zu (finden, welche in Europa verfolgt werden, und sie im Geiste des Osrnanentums zu erziehen. Obwohl sich das Zentrum im Auslande, in Berlin befindet, läßt sich dieser Zweck doch an der Art der Tätigkeit und besonders an dem Kampf gegen den Hilfsverein erkennen. Der Zionismus ist für die türkische Regierung nützlich, weil er Palästina entwickelt, es in einen blühenden Garten verwandelt und seine ökonomische Bedeutung vermehrt. Der deutlichste Beweis dafür, daß die Zionisten im Interesse der Regierung und des Landes arbeiten, besteht darin, daß sie an der hebräischen Sprache festhalten, umi nicht zum Instrument einer fremden Politik zu werden. Auf diese Weise erfüllen sie die jüdische ortomanische Jugend mit ottomanischen Gefühlen. Aus alledem geht hervor, daß eine solche Organisation Anerkennung verdient. Unser Bruderblatt „Haolam“ (Odessa) würdigt die Beschlüsse der jüngsten Kuratoriumssitzung in folgender Weise: „Es geschah, was geschehen mußte, obgleich wir nicht Voraussagen konnten, wann dieser Zeitpunkt eintreten würde. Das neue Leben hat die Anordnungen kurzsichtiger Diktatoren, die ihm eigenwillig die Richtung vorschreiben und den Weg der Entwicklung verschließen wollten, besiegt. Die immanente Logik des Lebens hat die bureaukratische Logik niedergerungen. Das aufstrebende, schaffende Palästina, die lebendige, machtvoll vorwärts drängende hebräische Kultur hat den Sieg davongetragen . . . Wir wissen wohl: „Noch ist weit der Weg, Kampf winkt im Gefilde." Dieser Erfolg darf uns die wuchtigen Felsblöcke nicht übersehen lassen, die wir auf unserer Bahn noch fortzuwälzen haben werden. Wenn es uns gelungen ist, das Technikum, das geradezu eine Gefahr für unser Werk zu werden drohte, zu retten, so enthebt uns dies keineswegs der ernsten Pflicht, für die größte und bedeutsamste Aufgabe, die wir übernommen haben, für das nationale Erziehungswerk, intensiv und ausdauernd tätig zu sein. Der jüngste Kampf hat uns gelehrt, daß eine Bewegung, die es unternimmt, die Formen und Werte des Lebens von Grund aus umzuwerten, sich nicht auf die Arbeiten anderer Kreise stützen -darf. Der jüngste Erfolg aber lehrt uns, das unsere Bemühungen nicht vergeblich sind. Die letzten Beschlüsse des Kuratoriums bedeuten eine Kapitulation: die Kapitulation des untergehenden Judentums, des Judentums, das sich selbst verkleinert, sein Gepräge selbst verwischt, vor dem aufgehenden Judentum, dem Judentum, das für sich und seine eigene Zukunft leben und schaffen will. Die „Illusionen" der Pioniere, der Stürmer und Dränger haben über die „Realpolitik" der nüchternen Praktiker gesiegt . . . Nunmehr werden die anderen — und hoffentlich auch wir selber — unsere Kräfte richtiger einzuschätzen wissen. Erez-Israel hat diesmal über ^72488199522 4655972176649051626^ A3:1D

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