Mannheim
Compact Memory

Die Welt · 1914-03-06 · 10 (6.3.1914) · p. 234

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
18 (1914)
Issue
10 (6.3.1914)
Article
Ausblicke
Date
1914-03-06
Page
234 (sequence 2)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
98% known words query
IRI
…/3315709-3316625-3316635-3352497--59506-3352600
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

234 01EX3TELT Nr. 10 Schulen. Wir sind überzeugt, daß die Freunde unserer Bewegung die große Tragweite dieses Unternehmens richtig werten und es mit ihrer ganzen Kraft unterstützen werden. Der Sieg der Sprache kann nur eine Etappe in der Entwickelung unserer Schulen kennzeichnen. Von der weiteren Gestaltung unserer Schulen hängt es ab, daß der Sieg der Sprache zu einem vollen Sieg des Geistes werde. Es wäre gefährlich und verhängnisvoll, wollten unsere Freunde jetzt auf eine rein mechanische Weiterentwickelung der Dinge vertrauen. Mehr als je braucht es jetzt der vollen Spannkraft und verdoppelten Energie, damit die dem neuen Palästina entsprechenden Schulen ihm erhalten bleiben. Unser ist die Aufgabe, im harmonischen Einklang mit dem wachsenden und sich entwickelnden Palästina unsere Schulen auszubauen. Ein Aphorismus aus alten Zeiten behauptet: Drei sind der Dinge, die nur durch Schmerzen erworben werden können: Die Thora (wörtlich die Lehre), das Jenseits (wörtlich die Zukunftswelt) und Erez Israel. Will man eine Lehre beherrschen, muß man sich von ihr beherrschen lassen. Will man in ihre Tiefen eindringen, muß man sich von ihr durchdringen lassen. Wer für eine Zukunftswelt schwärmt und arbeitet, muß sich gar manchen seelischen Qualen aussetzen. Denn man kann nicht mit Inbrunst der Zukunft dienen, ohne auf manches in der Gegenwart Verzicht zu leisten. Die Sehnsucht ist ein Feind des ruhigen Genießens, und die Zukunftswelt erheischt, daß man sich nach ihr sehne, wenn man zu ihren Mitgründern zählen will. Sie will herbeigesehnt werden. Sie ist keine Mietskaserne, die auch den Gleichgültigen Platz gewährt. Lehre, Zukunftsideale und Land sind keine Spekulationsgegenstände; unkäuflich einerseits, unveräußerlich andererseits, werden sie nur durch Schmerzen erworben, durch Opfermut und Entsagung, durch ununterbrochene Arbeit und Anspannung der besten Kräfte. -1-^-=..'-" " - i Hinainuiniiiiitiit FÜR UNSER SCHULWERK ■■■■■iiniil Im Ausweis dieser Woche drückt sich der natürliche Rückschlag aus, der auf die Spannung und die Anstrengungen der letzten Wochen folgen mußte. Unsere Freunde haben eben auf die Entscheidung des Kuratoriums und die Sitzung des Großen Actions-Comites gewartet, um ihre weitere Arbeit danach einrichten zu können. Nachdem jetzt durch den Beschluß des Kuratoriums die Hebraisierung des Technikums vor der Hand gesichert erscheint, und andererseits das Große Actions- Gomite sich so einmütig für die Sicherung und Ausgestaltung unseres hebräischen Schulwerkes in Palästina ausgesprochen hat, werden unsere Freunde in der ganzen Welt nicht zögern, nunmehr ihre ganze Energie auf die Sammlungen der Mittel zu lenken, deren wir für die Erhaltung unseres Schulwerkes in Palästina so dringend bedürfen. Es hat sich gezeigt, welch eminenter Faktor die nationale Entwicklung unseres palästinensischen Schulwesens ist, und wie sehr der Erfolg unserer nationalen Idee von dieser Entwicklung abhängt. Nun, da der erste Erfolg errungen ist, gilt es, dafür zu wirken, daß dieser Grundstein der hebräischen Erneuerung Palästinas fest verankert werde, gilt es, mit aller Kraft dafür zu sorgen, daß die Zionistische Organisation dauernd in die Lage gesetzt wird, den ruhigen, ungestörten Fortbestand ihres Schulwerkes in Pälästina für alle Zeiten zu verbürgen. Der Kampf um das Technikum ist zu Ende, die Sammlung für das Schulwerk muß jetzt mit voller Kraft einsetzen. Aus dem Ausweis der dieswöchigen Nummer heben wir besonders die hochherzige Zuwendung des Herrn Justizrat Dzialoszynski in Berlin, hervor. Des weiteren verdient die Ueberweisung der südafrikanischen Föderation in Höhe von über 4000 Mark besonders genannt zu werden. Telegramme, die wir inzwischen aus Südafrika erhalten haben, besagen, daß dort die Sammlung für den Zentralfonds und für das Schulwerk mit ungemindertem Erfolg fortschreitet. Nachdem die Sammlung in Kapstadt rund 25 000 Francs ergeben hat, sind in Port Elizabeth bisher rund 7000 Mark für den Zentralfonds gesammelt worden. Der in dieser Nummer ausgewiesene Betrag, der die erste tatsächlich erfolgte Ueberweisung aus Afrika darstellt, ist das Ergebnis einer Sammlung in Johannesburg. Aus alldem geht hervor, daß die Aktion in Südafrika mit ganz besonderem Elan geführt wird, und daß wir von dort auch noch fernerhin beträchtliche Resultate zu erwarten haben. Auf die einzelnen Länder verteilen sich die bisherigen Eingänge wie folgt: Rußland M. 86 000.— Deutschland „ 52 500.— West-Oesterreich: Inner-Oesterreich M. 6000.— Böhmen „ 7300.— Mähren-Schlesien „ 3600.— „ 16 900 — Galizien „ 10 200.— England „ 8400.— Amerika „ 6100.— ,. 5100.— Canada „ 5 000.— Südafrika „ 4 400.— Rumänien „ 3 300 — Bulgarien „ 1 000.— „ 800 — Verschiedene Länder „ 2 000.— Zentralfonds-Jahresbeiträge für 1914 Ausweis der eingegangenen Beträge ■ Deutschland Berlin: Dr. Alfred Klee für die Louis und Bertha Simon Stiftung .Ji 90.- Russland Borisoglcbsk: Dr. M. Brumberg.Jk. 82.02 L. Berger.Rbl. 13.— KI. Spenden: M. D. Schereschewsky, Gebr. Leder.„ 12.— Rbl. 25.— Ji 53.50

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.