Mannheim
Compact Memory

Die Welt · 1914-02-27 · 9 (27.2.1914) · p. 221

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
18 (1914)
Issue
9 (27.2.1914)
Article
Purimsammlungen für den jüdischen Nationalfonds
Date
1914-02-27
Page
221 (sequence 1)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
98% known words query
IRI
…/3315709-3316625-3316634-3352328--59427-3352435
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Nr. 9 DIE3SELT 221 IRIIIIH AUS DER BEWEGUNG iiiiitimiiiiiimmtiiimuiiitiiiiii Purimsam mlungen für den Jüdischen Nationalfonds Das Hauptbureau des Jüdischen Nationalfonds in Köln ersucht uns um Abdruck folgender Zeilen: Wie in früheren Jahren, haben auch diesmal eine Reihe von Sammelstellen umfassende Vorbereitungen getroffen, um am Purimfeste Sammlungen zugunsten des Nationalfonds durch die Schuljugend zu veranstalten. Es erscheint dringend wünschenswert, daß diese schöne Sitte überall Nachahmung findet, und wir bitten unsere Vertrauensmänner, dort, wo dies bisher nicht geschehen ist, die Jugend durch Wort und Schrift über die große Bedeutung unseres nationalen Siedlungswerkes aufzuklären und zur Mitarbeit heranzuziehen. Eine neue Medaille, für die Meister Glycenstein das Modell angefertigt hat, wird demnächst vom Nationalfonds herausgegeben und zunächst an diejenigen jugendlichen Sammler zur Verteilung gelangen, die den Mindestbetrag von 10 M., 10 Eres, oder 10 Kr. für den Nationalfonds erzielt haben. Wir hoffen übrigens, daß Jung und Alt wetteifern werden, das Ergebnis der Purimsammlungen zu einem recht erfreulichen zu gestalten. Das Hauptbureau des Jüdischen Nationalfonds. Verschiedene Mißverständnisse veranlassen uns, zu dem Artikel „Zionistenhetze in Deutschland" in Nr. 3 unseres Blattes zu bemerken, daß Herr Dr. S. M. Melamed zu Herrn Dr. Eugen K a t z keinerlei Beziehungen hat und ihm insbesondere keinerlei Material zur Bekämpfung des Zionismus gegeben hat. Herr Dr. Eugen Katz hat lediglich einen von Herrn Dr. S. M. Melamed im „Jewish Chronicle“, im „Hamicpeh" und im „Hamburger Israelitischen Familienblatt" veröffentlichten Artikel gegen den Plan einer hebräischen Universität in Jerusalem, für seine antizionistischen Zwecke verwendet. Nichts anderes hat unser Artikel zum Ausdruck bringen wollen. Wir verwahren uns gegen jede anderslautende Interpretation. Die Redaktion. Bezalel -Tom bolas zugunsten des hebräischen Schulwerks Der Verein Bezalel hat an die zionistischen Vereine und Vertrauensmänner folgendes Rundschreiben gerichtet: Sehr geehrte Herren Gesinnungsgenossen! Da wir annehmen, daß Sie aus Anlaß des am 12. März d. J. stattfindenden Purim-Festes eine Purimfeier veranstalten, so empfehlen wir Ihnen, dieselbe mit einer Bezalel-Tomb o I a zu verbinden und die verschiedenen Gewinne, die Sie für die Tombola benötigen, von unserem Verein zu beziehen. Damit Sie ein besonders reges Interesse für die Purim-Tombola im Kreise unserer dortigen Gesinnungsgenossen und Freunde wachrufen, würden wir Ihnen vorschlagen, als ersten Gewinn einen Bezalel-Teppich festzusetzen, zu welchem Behüte wir Ihnen anbei ein Verzeichnis der zurzeit auf unserem hiesigen Lager vorhandenen Bezalel-Teppiche beilegen. Als zweiten Gewinn könnten Sie ev. einen schönen Damaskus-Gegenstand oder ein Erzeugnis aus Silbe rfiligran wählen. Damit Sie sich über die Damaskus- und Filigranarbeiten näher orientieren können, übersenden wir Ihnen separat als Drucksache unseren alten Katalog (ein neues Preisverzeichnis erscheint demnächst). Für die weiteren Gewinne kämen ev. verschiedene Bezalel-Erzeugnisse aus Metall und Holz in Betracht. Falls Sie sich entschließen, einen bestimmten Betrag für die Tombola-Gewinne auszugeben, so tun Sie unseres Erachtens am bestem wenn Sie die Auswahl der betreffenden Gegenstände unserem Ermessen überlassen. Die Lieferung der Sachen würde unverzüglich nach Erhalt des Gegenwertes erfolgen können, da wir zurzeit ein größeres Lager in Berlin besitzen. falls Sie durch die Ihnen empfohlene Tombola-Veranstaltung einen Ueberschuß erzielen sollten, so würde es uns freuen, wenn Sie ihn zur Hälfte für das hebräische Schul werk und zur zweiten Hälfte als Spende für den Verein Bezalel verwenden könnten. Wir wären Ihnen sehr dankbar, wenn Sie uns Ihre freundliche Antwort auf unseren heutigen Vorschlag recht bald mitteilen möchten, damit der Versand der Gegenstände einige Wochen vor dem Purim-Fest erfolgen kann. Wir hoffen, daß Sie uns in unseren Bestrebungen, den Absatz der Bezalel-Erzeugnisse zu fördern, nach Kräften unterstützen werden, und in dieser Erwartung empfehlen wir uns mit hochachtungsvollem Zionsgruß Verein „Bezalel" (E. V.) Berlin W. 15, Bleibtreustraße 34/35. Deutsches Postscheck-Konto No. 17 581. Oesterreichisches Postscheck-Konto No. 145 250. Aus der poale-zionistischen Bewegung Das Jubiläum des „Jüdischen Arbeiters“ Die österreichischen Poale Zion und mit ihnen die gesamte poale zionistische Weltbewegung haben soeben ein schönes Fest gefeiert — das zehnjährige Jubiläum des „Jüdischen Arbeiters". Um die Bedeutung dieses Jubiläums zu würdigen, müßte man die Geschichte des Blattes und der poalezionisitischen Partei in Oesterreich erzählen. Hier sei jedoch nur auf die trostlosen wirtschaftlichen, politischen und kulturellen Verhältnisse hingewiesen, die der „Jüdische Arbeiter" bei seinem Entstehen in der jüdischen Arbeiterschaft Oesterreichs, insbesondere Galiziens und der Bukowina angetroffen hat und auf die bedeutsamen Wandlungen, die in dieser Zeitspanne zum großen Teile dank der glänzenden Arbeit des „Jüdischen Arbeiters" eingetreten sind. Es gehört zu den bedeutendsten Verdiensten der österreichischen poalezionistischen Partei, daß sie im Laufe ihrer zehnjährigen Tätigkeit einen jüdischen Arbeitertvpus erzogen .hat, der zu den erfreulichsten Erscheinungen der jüdischen Renaissancebewegung gehört. Es ist nicht mehr der unwissende, finstere Arbeitssklave mit der berüchtigten ..verdammten Bedürfnislosigkeit" die ihm jeder Kultur und jedem höheren Streben unzugänglich machte, sondern ein klassenbewußter und national stolzer Proletarier, der den Wert seiner Arbeit kennt und seine Bedeutung für die Gesellschaft, aber auch weiß, was ihm fehlt und ständig bemüht ist. an sich selbst zu arbeiten und zu bessern. Die poale zionistische Partei hat den jüdischen Arbeiter „begehrlich" gemacht, hat ihm zu ökonomischen Kämpfen und Siegen geführt, sein Lebensniveau ge hoben und so der modernen Kultur und dem jüdischen Gedanken den Weg zur jüdischen Arbeiterschaft frei gemacht. Und 'die vorzüglichste Waffe in diesem Kampfe war der „Jüdische Arbeiter". Als winzige deutsche Monatsschrift gegründet. ist derselbe mit seinen Aufgaben stetig gewachsen. Nun steht er da als respektables Wochenblatt und schickt sich soeben an, in der nächsten Zeit täglich zu erscheinen. Die Bedingungen für die Existenz und Entwicklung eines jüdischen Arbeiterblattes sind in Galizien äußerst ungünstig. Der „Jüd. Arbeiter'- ist das erste Blatt in jüdischer Sprache in Oesterreich, das das Alter eines Jahrzehnt erreicht hat. Die jüdische Arbeiterschaft und das winzige Häuflein wahrhaft volkstümlicher jüdischer Intelligenz haben dem Blatt mit schweren Opfern über alle Kinderkrankheiten und Hindernisse hinübergeholfen. Heute besitzt der „Jüdische Arbeiter" bereits so große Sympathien und erfreut sich einer so hohen Achtung, daß seine Existenz nunmehr vollkommen gesichert erscheint. Für die Stellung des „Jüdischen Arbeiters" in der jüdischen Publizistik Galiziens ist das Verhalten der Gegner zu diesem Blatte sehr charakteristisch. Der „Jüd. Arbeiter" ist nämlich ebenso gefürchtet wie geachtet. Seine Stellungnahme zu den Fragen des jüdischen und allgemeinen Lebens ist immer eine radikal-nationale und proletarische, er scheut da vor keiner Konsequenz zurück und kämpft mit aller Energie gegen Schwächlichkeit und Kompromißpolitik. Aber mit dieser Entschiedenheit versteht er eine Vornehmheit des Tones und eine Reinheit der Waffen zu verbinden, die auch dem verbissensten Feinde Respekt abgewinnen muß. Und deshalb ist es nicht zu verwundern, daß anläßlich des Jubiläums auch von gegnerischer 20285^12224

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.