Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 18 (1914)
- Issue
- 9 (27.2.1914)
- Article
- Die allgemeine jüdische Palästinafahrt im Frühjahr
- Date
- 1914-02-27
- Page
- 217 (sequence 1)
- Language
- German
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Nr. 9 DlEKfeELT 217 WELTCHRONIK tiiiiiiiimimimiiiimiiiimimiiniiii Die allgemeine jüdische Palästinafahrt im Frühjahr Das Wiener Palästina-Informationsbureau schreibt uns: Mehrere Gruppen aus allen Ländern bereiten sich für das Frühjahr zu einer Palästina-Reise vor. Die meisten werden vor dem Pessachfeste fahren, um dieses Fest in Erez Israel zu feiern. Fast alle Reisenden benützen die ihnen gebotenen Gelegenheit, das Land in einer größeren Gesellschaft zu besuchen und das Ole-Regelfest gemeinsam in Jerusalem zu feiern. Für die Gesellschaftsfahrt, die am 2. April in Wien, resp. am 3. April in Triest beginnt, haben sich bereits 53 Teilnehmer gemeldet. Die Anzahl wächst mit jedem Tag und es ist zu erwarten, daß sie noch viel größer sein wird. Es muß aber infolge der vorgerückten Zeit jeder, der an der Reise noch teilnehmen will, sich ehebaldigst anmelden. Die Fahrpreise sind besonders ermäßigt (um 40 <’>), und zwar: Schnelldampfer Triest—Palästina und retour I. Kl. 551.62, 11. Kl. 387.26, III. Kl. (ab Alexandrien II. Kl.) 217.16 Kr. Das vom Reisebureau Sachs entworfene Palästinaprogramm wird in 19 Tagen ausgeführt, während welcher Zeit alle Stätten von historischer Bedeutung und alle Institutionen des neuen Jischub besichtigt werden sollen. Auf der Rückfahrt wird ein dreitägiger Ausflug nach Aegypten unternommen. Kosten des Aufenthaltes in Palästina 400.—, in Aegypten 65.— Kr. Die Rückfahrt kann auch zu einem späteren Zeitpunkt und einzeln erfolgen, da die Rückfahrscheine eine Giltigkeitsdauer von 12 Monaten haben. Es muß dies aber gleich bei der Anmeldung zur Fahrt gemeldet werden. Die Anmeldung zur Fahrt erfolgt durch die Ueberweisung der Hälfte des Fahrpreises an den Jüdischen Nationalfonds, Konto Palästina-Informationsbureau, Wien II, Karmeliterplatz 1. Die Teilnahme an der Reise in Palästina und Aegypten ist durch Anzahlung von Kr. 100.— bei der Unionbank Wien, Konto Anglo Palestine Co., Jaffa, für Sachs, anzumelden. Die restlichen Beträge müssen bis spätestens 10. März 1914 eingezahlt werden. Auskünfte und ausführliche Prospekte sind vom Palästina- Informationsbureau des Zion. Actions-Comites, Wien II, Karmeliterplatz 1 zu beziehen. für einfache und eingeschriebene Briefe ist: Geschäftsstelle des Dr. N. Birnbaum Jubiläums-Komitees, Berlin-Steglitz. Die Geld-Adresse: Kommerz- und Diskontobank, Depositenkasse C, für das Dr. Birnbaum Jubiläums-Komitee, Berlin, Charlottenstraße 47. lililllllllllllllillilllllllllilllllll Oesterreich lllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllli Die Wahlreform für den galizischen Landtag beschlossen (Von unserem galizischen Berichterstatter) Nach fast zehnjährigen Verhandlungen hat der galizische Landtag in der Sitzung vom Samstag, den 14. Februar 1914, das neue Wahlgesetz angenommen. Am schlimmsten schneiden da die Juden ab. Das Gesetz geht an der Million galizischer Juden schweigend vorüber. Alle Künste der Wahlgeometrie sind angewandt worden, um die jüdische Vertretung zu reduzieren. Nur folgende zehn Mandate scheinen den Juden sicher zu sein: Je ein Mandat aus den zweimandatigen Wahlkreisen: Drohobycz Stadt mit den Dörfern Medenice, Rychcice; Stanislau Stadt mit dem Dorfe K n i h i n i n, Kolonie; die Städte T a r n o p o I, C z o r t k ö w mit den Dörfern Zagrobela, Wygnanka. Für diese drei Gruppen gilt das Proportionalwahlsystem. Der Wähler stimmt nur für einen Abgeordneten. Gewählt sind die beiden Kandidaten, die die größte Stimmenzahl erhalten und mindestens 70 °'o der abgegebenen Stimmen auf sich vereinigen. Je ein Mandat aus den zweimandatigen Wahlkreisen: Kolonie a, Stadt mit dem Dorfe Ciencawa; Przemysl, Stadt. Hier ist Listenwahl festgesetzt; der Wahlkreis Tarnöw mit 75 >> Juden; der Wahlkreis Brody-Lopatyn; das B r o d y e r Handelskammermandat und je eines der Lemb erg er und Krakauer Handelskammermandate. Die Hauptstädte Lemberg, Krakau wählen nach einer Liste je S und 6 Abgeordnete. Hier ist die jüdische Vertretung von einem Abkommen mit den polnischen Parteien abhängig. Es besteht weiter die Wahrscheinlichkeit, daß in den drei Wahlkreisen S t r y j; G r ö d e k — J a w o r ö w — K u 1 i k ö w — Sokal — Zölkiew — Zboröw und in Lemberg II der allgemeinen Wahlkurie Juden durchdringen werden. Die Vertretung der galizischen Juden kann also im Landtage aus mindestens 10, höchstens 15 Abgeordneten bestehen. lllllllllllllllllllllllllllllllll| Deutschland jilliliiniliilliilllilliliilliillllliill Eine nationale Ehrengabe für Mathias Acher Zum 50. Geburtstag Mathias A c h e r s (10. Ijar 5674 — 6. Mai 1914) bereitet das Dr. Birnbaum Jubiläums-Komitee eine nationale Ehrengabe für den großen Schriftsteller vor. Das Komitee wendet sich an die jüdische Oeffentlichkeit in einem Aufruf, den u. a. Schalom Asch, Max B r o d, S. Dubnow, David Frischmann, Jehoasch, Dr. D. Pasmanik, J. L. Perez, David Pinski, Scholem A 1 e j c h e m , Abraham Reisen, Dr. Chaim S c h i 11 o w s k y, Davis T r i e t s c h , Hillel Z e i 11 i n unterzeichnet haben. Das jüdische Volk kann Nathan Birnbaum, einem der frühesten und bedeutendsten Kämpfer für die jüdischnationale Idee in Westeuropa, nicht schöner danken als durch eine solche Gabe, die ihm für seine älteren Jahre ein ruhiges, von äußeren Sorgen ungehemmtes Schaffen im Dienste unseres Volkes ermöglichen soll. Die Ehrengabe soll durch die Organisierung von Jubiläumsabenden und anderen Veranstaltungen an möglichst vielen Orten sowie durch eifrige Sammeltätigkeit der Einzelnen zustande gebracht werden. Sammelblocks, Marken, Postkarten sind von dem Arbeitsausschuß in Berlin erhältlich, der auch alle näheren Instruktionen erteilt. Seine Adresse Ein zionistischer Wahlsieg in Przemyslany (Von unserem galizischen Berichterstatter) Bei den neulich stattgehabten Gemeindewahlen in P r z emvslany haben die dortigen Zionisten einen bedeutenden Wahlerfolg errungen, indem es ihnen gelungen ist, die Wahl der Gg. Benjamin Großkopf, Salomon N e u m a n n und Leon Reich zu Gemeinderäten durchzusetzen. Mit den bisherigen drei zionistischen Gemeinderäten verfügt die Partei im Gemeinderate bereits über sechs Stimmen. Bei der Konstituierung wurde Gg. Salomon Neumann zum Stadtassessor erwählt. Es ist dies der dritte Erfolg der letzten Wochen auf diesem Gebiete. Ungarn inniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniHiiui Ungarische Handelsinteressen in Palästina Aus Budapest wird uns geschrieben: Der wirtschaftliche Aufschwung Palästinas wird von der Handelswelt der Kulturstaaten aufmerksam verfolgt. Die „Welt" veröffentlichte schon öfter die amtlichen Berichte der Konsuln Englands, Deutschlands und Oesterreich-Ungams, in welchen diese auf die kommerzielle Entwicklung Palästinas 532348534802015323235302020202010100015301 000100530200020202000253020804000201000102