Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 18 (1914)
- Issue
- 9 (27.2.1914)
- Article
- Zentralfonds-Jahresbeiträge für 1914
- Date
- 1914-02-27
- Page
- 214 (sequence 5)
- Language
- German
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- Haifa 1× ep/1047930
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DIEXftELT Nr. 9 214 . Washington. D. C.Ohawas Zion . 8 25.— Kleine Spenden: H. M. Kaplan, Silvan Robisohn, H. Witelsky, J. Farbstein „ 7.— Z 401.85 JL 1687.77 Spezifikation der in Nr. 7 ausgewiesenen Spende der Ibria- Przemysl: Sammlung unter den Mitgliedern . . Kr. 74.40 Herr Tafet.,, 8.— Liebergall-Freund.. „ 17.60 Kr. 100.— II. Rate. Berichtigung Die im Zentralfondsausweis in Nr. 2 ausgewiesene Spende von Kr. 150.— aus Oest.-Nowosielitza ist dem Bukowinaer Landeskomitee gutgeschrieben. Die in Nr. 8 ausgewiesenen M. 20.— der Lese- und Redehalle jüd. Hochschüler, Prag, stellen nicht die I., sondern die II. Monatsrate dar. Die im Zentralfondsausweis in Nr. 7 unter Wien ausgewiesene Spende der jüd. akad. Verbindung Emunah von Kr. 50.— stellt die 1. Rate der jüd. akad. Ferialverbindung „Emunah“ aus Bielitz dar (aufgebracht durch die Aktivitas). Die in Nr. 8 unter kleinen Spenden Bukowina ausgewiesene Spende von Herrn Prof. Israel Schleyer ist von Herrn Moses Seckler gespendet. In der Addition des vorigen Ausweises ist durch Umstellung von zwei Ziffern ein sinnstörender Druckfehler entstanden. Die Gesamtziffer der bis dahin eingegangenen Beiträge beträgt nicht M. 152 737.07, sondern M. 157 737.02. Zentralfonds 1914 In den vorhergehenden Nummern ausgewiesen.M. 157 737.02 Dazu Ausweis dieser Nummer . „ 34 131.88 :Insgesamt bisher eingegangen M. 191 868.90 Massenkundgebung der akademischen Jugend in Kiew Die jüdische studierende Jugend sämtlicher Hochschulen Kiews hat an das Kuratorium des Haifaer Technikums anläßlich seiner Sitzung vom 22. Februar folgende Zuschrift gerichtet: Leiderfüllt schickt die jüdische akademische Jugend Kiews diesen Protest — einen Protest von Juden gegen Juden — ein. Nicht uns trifft jedoch die Schuld. Mit tiefem Schmerz haben wir die Kunde von der Ausschaltung der hebräischen Unterrichtssprache aus dem jüdischen Technikum in Haifa — der Stätte der Hoffnung unserer heranwachsenden Jugend im Galuth und in Palästina — vernommen. Wir haben, während von allen Seiten Proteste kamen, gezögert, unsere Stimme zu erheben: wir hofften, die einmütige Stimme der national empfindenden jüdischen Gesamtheit zur Verteidigung unserer nationalen Sprache und unserer neu erstehenden Kultur werde gehört werden. Nunmehr, da die entscheidende Lösung dieser Frage bevorsteht, senden wir, die jüdischen Hochschüler sämtlicher Lehranstalten Kiews, in dem Gefühle der Empörung über den seinerzeit gefaßten Beschluß des Kuratoriums einig, unseren heißesten Wunsch, die hebräische Sprache, die Sprache unserer Propheten, ein Bollwerk unseres Volkes in den Jahrtausenden des Exils, möge die ihr gebührende Stelle in der Schule seiner historischen Heimat einnehmen. Die Kundgebung ist unterschrieben von 1. 85 Hörern der Universität in Kiew, 2. 127 Schülern der Handelshochschule, 3. 64 Hörerinnen der Hochschulkurse für Frauen (Schekulina), 4. 88 Hörerinnen der zahnärztlichen Hochschule (Dr. Golowtschiner), 5. 68 Hörer und Hörerinnen der zahnärztlichen Hochschule (Dr. Prozejko), 6. 144 Hörerinnen der medizinischen Hochschule für Frauen, 7. 101 Hörerinnen des Kiew er Fröbel-Institutes, 8. 63 Hörerinnen der Frauenuniversität der heiligen Olga, 9. 22 Hörern und Hörerinnen der Samariterkurse. Kundgebungen in Kalifornien Aus Los Angeles, Cal., wird uns geschrieben: Sämtliche hiesige Logen, Gemeinden und Vereine haben an die amerikanischen Kuratoren des Haifaer Technikums telegraphisch gegen die Beschlüsse des Kuratoriums vom 26. Oktober protestiert. Außerdem sind Petitionen mit ca. > 1000 Unterschriften abgeschickt worden, worin gebeten wird, an der Forderung, daß Hebräisch die Hauptsprache des Technikums sein soll, unter allen Umständen festzuhalten. Hundert Dollar sind für das hebräische Schulwerk in Palästina sofort gesammelt worden. Die Sammlung wird fortgesetzt. Aus einer Ansprache David Jellins Einer im „H acheruth“ veröffentlichten Ansprache, die Herr David J e 11 i n kürzlich im Kreise der Schüler des hebräischen Lehrerseminars hielt, entnehmen wir folgendes: . . . Meine lieben Schüler! Wir wissen alle den Anteil zu würdigen, den Ihr am Kampfe um unser heiliges Ideal, die Renaissance des jüdischen Volkes und seiner Kultur im Lande Israel, genommen habt. Unsere Geschichte wird es dereinst mit Stolz verzeichnen, daß unsere junge Generation die erste gewesen ist, welche zur Gründung des neuen hebräischen Schulwerks wesentlich beigetragen hat . . . . Für unsere nationale Sprache ist in den letzten Monaten mehr geleistet worden, als in Dezennien friedlicher Zeiten . . . Der Sieg ist wohl auf unserer Seite, aber meine lieben Schüler, vor einem Dinge muß sich der Sieger hüten: daß der Sieg ihn selber nicht überwältige. Es gibt Siege, die im Herzen des Siegers einen solchen Hochmut hervorrufen, daß er darüber die Sache vergißt, um die er gekämpft hat. Behalten wir immer das Ideal, um dessentwillen wir gekämpft haben, fest im Auge. Jetzt sind die hebräischen Schulen gegründet, fast alle Hindernisse, die uns im Wege standen, sind beseitigt worden. Wir haben nun bequeme Schulbänke und Pulte, und sind nicht mehr genötigt, zu je zehn auf einer Bank zu sitzen. Auch der Mangel an Lehrern und Büchern ist allmählich aufgehoben worden. Nun ist es möglich, ohne Störungen von außen zu lernen und zu lehren, und dies müssen wir auch ohne innere Störungen tun. In der nächsten Zeit müssen wir unserem Volke den Beweis liefern,* daß aus unserer Anstalt Lehrer hervorgehen, denen die Liebe zu ihrem Volke und allen seinen Heiligtümern das höchste Ideal ist. Wir wissen alle, daß unsere Gegner sich eines häßlichen Kampfmittels bedienen, indem sie uns Handlungen vorwerfen, die wir nicht begangen haben und noch mehr: solche Handlungen, die s i e vollbracht haben. Sie belästigen und beschimpfen fortwährend unsere Lehrer und Schüler und beklagen sich noch über uns. Aber andererseits wissen wir, daß unter unseren jungen Leuten sich einige befinden, die solche Dinge nicht ruhig hinnehmen wollen und die Beschimpfungen erwidern. Dies müssen wir aber unbedingt vermeiden . . . Ich. weiß, wie schwer es einem Menschen wird, sich zu bezwingen, wenn man seine edelsten Absichten schmäht und verhöhnt. Aber unsere Weisen haben schon gesagt: „Wer ist ein Held? — Wer seinen Willen bezwingtI" Unsere Gegner haben jetzt ein besonderes Interesse, der Oeffentlichkeit und besonders den Männern, welche demnächst iber die Zukunft des Technikums verhandeln werden, zu zeigen, daß nur „Zerstörer" und „Revolutionäre" den Kampf um die hebräische Sprache führen. Sie bemühen sich. Anlässe zu Reizungen und Streitigkeiten zu provozieren, übertreiben jede Kleinigkeit ins Riesenhafte, um so ihr Ziel zu erreichen. Diesen Gefallen werden wir ihnen nicht erweisen. Wir werden nicht die Werkzeuge ihrer böswilligen Absichten werden . . . Sie mögen uns verfolgen, uns mit' Schmähungen überhäufen, sie mögen anstellen, was sie wollen und uns Dinge vorwerfen, die s i e sich zu schulden kommen ließen — ihre Pfeile werden uns nicht treffen! Der Verständige wird äußerste Zurückhaltung üben, da er sich bewußt ist, einen Kampf um ein Ideal zu führen.