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Die Welt · 1914-02-13 · 7 (13.2.1914) · p. 168

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Journal
Die Welt
Volume
18 (1914)
Issue
7 (13.2.1914)
Article
Arbeitsprogramm der zionistischen Frauenweltorganisation
Date
1914-02-13
Page
168 (sequence 2)
Language
German
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168 DIE^ELT 4. Die Organisation muß jederzeit auf Verlangen Redner oder Rednerinnen den Vereinen schicken können. Desgleichen muß sie in der Lage sein, Vorschläge für Feste, Feiern, Kinderfeste und Ausflüge zu machen. 5. Austausch der Erfahrungen der Vereine hinsichtlich der Agitation, der Vorbereitung und Ausgestaltung von Festen und Vereinsabenden. ö. Die Organisation muß regelmäßig für Artikel von Frauen in der Presse sorgen. 7. Die Organisation muß sich bemühen, hebräische Lehrer zu gewinnen, um sie den einzelnen Vereinen zu übersenden, desgleichen Turnlehrer. 8. Die Organisation muß besonderen Wert darauf legen, daß die ihr angehörenden Vereine der Jugenderziehung das größte Interesse widmen, durch Einrichtung von Kindernachmittagen, Kinderfesten, Ausflügen, Ferienkolonien, hebräischen Kindergärten, Wandervogel, Kinderturnriegen usw. Die Organisation wird ein genaues Programm für die Kindernachmittage entwerfen und es verschicken. Ebensolche Bedeutung muß sie der Verbreitung der hebräischen Sprache durch Einrichtung von Sprachkursen beimessen. 9. Die Organisation muß bei Frauen und Mädchen sowie Kindern den Nationalfonds populär machen und ihn viel mehr wie bisher in den jüdischen Häusern einführen (Spendenbuch, Blumentag, großzügige Materialsammlungen). 10. Die Organisation muß Broschüren über zionistische Frauenarbeit und zionistische Jugenderziehung herausgeben, desgleichen sich bemühen, in den verschiedenen Ländern Jugendzeitungen einzurichten. Ebenso die Herausgabe eines zionistischen Jugendbuches, wenigstens jedes Jahr eins, vielleicht in Form eines Kalenders. 11. Die Organisation soll Fühlung nehmen zu jüdischen Pensionaten und jüdischen Schulen und versuchen, gut jüdische nationale Erziehung da einzuführen. Vielleicht auch selbst zionistische Pensionate ins Leben rufen. Ebenso Vorbereitung der Einrichtung von landwirtschaftlichen Schulen hier in Deutschland, damit Frauen und Mädchen, die nach Palästina herübergehen, schon mit Kenntnissen versehen sind. 12. Die Hauptaufgabe ist natürlich, für Verbesserung und Vergrößerung der Vereine zu sorgen, um durch anhaltende planmäßige Agitation die Schekelzahler zu vermehren. Dazu müssen ferner vor allen Dingen soviel, wie irgendmöglich, neue Frauen- und Mädchenvereine geschaffen werden. Sie muß Fühlung nehmen zu den Vertrauensdamen in den einzelnen Städten, um dann durch Rednerinnen Frauenvereine zu schaffen. B. Organisation. 1. Die Angelegenheiten der Organisationen werden erledigt durch die Generalversammlung und den Vorstand. Der Vorstand führt die laufenden Geschäfte und Korrespondenzen mit den Verbandsvereinen und Vertrauensdamen, nimmt die Anregungen und Beanstandungen von den Vereinen und von dritter Seite entgegen. Er veröffentlicht mindestens alle Vierteljahre einen Tätigkeitsbericht, bei dem gleichzeitig über die Kassenführung Auskunft zu erteilen ist. Der Vorstand besteht aus sechs Personen, die ihre Entschlüsse durch Stimmenmehrheit der Abstimmenden fassen. Die Abstimmung kann schriftlich oder mündlich erfolgen. Für den Fall des Ausscheidens eines Mitgliedes werden in Zukunft Ersatzmitglieder gewählt. 2. Die Generalversammlung findet mindestens alle zwei Jahre anläßlich des Kongresses statt. Zu dieser Versammlung soll jeder zionistische Frauen- und Mädchenverein nach folgenden Bestimmungen Delegierte entsenden: Auf 15—50 Mitglieder entfällt je eine Delegierte, auf 100 Mitglieder zwei Delegierte, auf jedes weitere 100 eine weitere Delegierte. Außerdem sind nur die bestellten Vertrauensdamen in den Orten ohne Ortsgruppe zur Teilnahme an den Beratungen, aber nicht zur Abstimmung berechtigt. 3. Die Generalversammlung prüft die Tätigkeit des Vorstandes und der einzelnen Vereine und faßt Beschlüsse über die Tätigkeit der nächsten Arbeitsperiode. 4. Die Generalversammlung wählt den Vorstand und dessen Ersatzmitglieder mit Stimmenmehrheit. Programm für zionistische Frauenvereine 1. Vierwöchentliche Zusammenkünfte, bei denen ein Pressereferat oder irgendein anderes einfaches Referat gehalten wird, durch welches die Mitglieder den Zionismus gründlich kennen lernen. Nach dem Referat Diskussion. Darauf Vorlesen zionistischer Bücher oder Broschüren. Bei diesen Zusammenkünften dürfen auch Nichtzionisten teilnehmen, die sich auch an der Diskussion beteiligen sollen, damit man sie nach und nach gewinnt. Diese Nichtzionisten werden nach einem genauen Listensystem ausgewählt. 2. Alle 6 Wochen eine öffentliche Versammlung mit Vortrag und Diskussionen. Desgleichen 2 zionistische Feste mindestens in der Saison. Nr. 7 3. Planmäßige Nationalfondspropaganda. Spendenbuch, Büchsen, Materialiensammlung. 4. Unterstützung des Kulturvereins. Jeder zionistische Frauenverein muß demselben korporativ angehören und darauf halten, daß alle seine bemittelten Mitglieder ihm angehören. 5. Verbreitung der hebräischen Sprache durch Kurse und Privatstunden und hebräische Kindergärten. 6. Zionistische Kindererziehung: Jede Frauengruppe muß, wie es gerade an dem betreffenden Orte möglich ist, etwas Gründliches für diese Aufgabe tun. Entweder Kindernachmittage, Kindergärten, Ferienkolonien, öfters Kinderfeste, Wandervogel. 7. Fühlungnahme zu jungen Mädchen, Gründung von Mädchenklubs und Unterstützung von Turnabteilungen. Besonders ,Anknüpfen von Beziehungen zu angestellten Mädchen. Freitagabende für sie veranstalten, ebenso Szeiderabende. 8. Verbreitung von jüdischer Kunst und Wissenschaft, Einrichtung von Bibliotheken. 9. Gründung von Bezirksgruppen in Großstädten, von Zweiggruppen in kleineren Orten. 10. Ausbildung von Rednerinnen, durch Diskutierabende. 11. Unterstützung der Ortsgruppe durch Vorbereitung der Veranstaltungen, Büchsenpropaganda nach einem Listensystem, Schekelpropaganda usw. 12. Versendung von vierteljährlichen Tätigkeitsberichten an die Zentrale der Frauenorganisation. Wir veröffentlichen obenstehend das Programm der vom X. Kongreß zugebilligten zionistischen Frauenweltorganisation. Wir haben das Programm so gefaßt, daß alle schon bestehenden Frauen- und Mädchenvereine der Organisation beitreten können und müssen. Wir bitten die Vereine, sofort Vorstandssitzungen einzuberufen, um über unser Arbeitsprogramm zu diskutieren und den Beschluß des Beitritts herbeizuführen. Wir erkennen dankend die Arbeit an, die bis jetzt in zionistischen Frauen- und Mädchenvereinen geleistet wird, halten sie aber für viel zu gering dem gegenüber, was die organisierten Vereine leisten könnten. Jeder Verein wird durch den Beitritt zur Organisation Vorteile für seine Vergrößerung und die Propaganda finden. Vor allen Dingen aber können wir nur neue Vereine ins Leben rufen, wenn die alten durch die Organisation miteinander Fühlung genommen haben, und wenn einheitlich gearbeitet wird. Ueber die Notwendigkeit des letzten Punktes braucht wohl nichts mehr gesagt werden, alle Zionistinnen, die es wirklich ernst mit der zionistischen Frauenarbeit meinen, sind sich wohl darüber einig, wie überaus gering die Zahl der Frauenvereine ist. Wir machen darauf aufmerksam, daß natürlich nicht jeder Verein alle Punkte des Programms erfüllen kann, es genügt, wenn jeder Verein immer den Teil des Programms durchführt, der gerade für seine Stadt angebracht ist. Wir erwarten so schnell wie möglich die Beitrittserklärungen aller Vereine, desgleichen sehen wir sehr gern Zuschriften von Frauen und MädChen entgegen, die für die Organisation und Gründung von Vereinen Interesse haben, deren Durchführung wir dann gern übernehmen. Anregungen für unser Programm und zionistische Frauenarbeit nehmen wir jederzeit gern entgegen. Beitrittserklärungen und alle Zuschriften sind zu richten an Frau Edith Lachmann, für das vorbereitende Komitee, Königshütte (O.-S.), Kattowitzer Str. 17. Zur Beachtung ■T Die Telegramm-Adresse des Zionistischen Zentralbureaus, der Redaktion und Administration der „Welt“, sowie des Jüdischen Verlages lautet: Orghip Berlin Die Telegramm-Adresse des Hauptburc«us des Jüdischen Nationalfonds in Köln ist: Keren Köln □□□□□□□□□□□□□□□□□□□□□□BQ

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