Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 18 (1914)
- Issue
- 7 (13.2.1914)
- Article
- Odessa
- Date
- 1914-02-13
- Page
- 167 (sequence 2)
- Language
- German
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Nr. 7 167 DIE3§KLT aber das dauerte nur eine ganz kurze Weile. Bald stürzte sich Konstantinowsky mit um so größerer Energie wieder in die zionistische Arbeit. Noch als sechsundsechzigjähriger Greis reiste er zum fünften Male nach Palästina, um dort Landkäufe für eine zionistische Gruppe aus Odessa zu vollziehen. Möge sein Lebenslauf unserer Jugend als Muster voranleuchten. So soll jeder treue Sohn seines Volkes leben und wirken. Friede seiner Asche! Vereinigte Staaten von Nordamerika Bezalel-Ausstellung in Amerika Aus Amerika erreichen uns eine ganze Reihe von Berichten, daß die von Professor Schatz dort geleitete Bezalel- Ausstellung von außerordentlichem Erfolge gekrönt sei. Ein Komitee, dem eine Anzahl der hervorragendsten Juden von New York angehören hat das Protektorat über die Ausstellung übernommen, und mehrere Tage vor Eröffnung hat Prof. Schatz dort mit unermüdlichem Eifer alle Anordnungen getroffen. Die nunmehr eröffnete Ausstellung in der großen Ausstellungshalle am Madison Square findet bei dem New Yorker Publikum großen Beifall und wird zweifellos dazu dienen, das Interesse der jüdischen Öffentlichkeit den Produkten palästinensischen Gewerbefleißes zuzuwenden. Besonders vorteilhaft werden die Bezalel-Teppiche sowie die ausgestellten Synagogengeräte von der amerikanisch-jüdischen Presse besprochen. ln der Zahl der Besucher der Ausstellung sind die verschiedensten Gesellschaftsklassen vertreten: von dem reichen jüdischen oder nichtjüdischen Kunstsammler, der die Bezalelausstellung lediglich vom künstlerischen Standpunkt aus beurteilt, bis zum einfachen Mann der Ostseite, der in den Gegenständen mehr als bloße Kunst- und Gewerbeprodukte sieht, der vielmehr damit zugleich die Vorstellung eines zu neuem Leben erwachenden Palästina, einer zu neuen Arbeiten greifenden jüdischen Bevölkerung hat. Prof. Schatz selbst ist außerordentlich erfreut über die Ergebnisse seiner Ausstellung, die zugleich einen beträchtlichen materiellen Erfolg versprechen und denkt daran, nach seiner Reise durch die Vereinigten Staaten auch nach Kanada zu gehen und dort weiter für den Bezalel zu wirken. Canada XIII. Versammlung der Zionisten Canadas Am 25. Dezember v. Js. fand in Montreal die dreizehnte Versammlung der Federation of Zionist Societies of Canada statt. Die außerordentlich gut besuchte Versammlung wurde von dem Präsidenten der Federation, Mr. Clarence I. de Sola eröffnet, dessen Ausführungen in seiner Ansprache an die Delegierten wiederholt stürmischen Beifall hervorriefen. Nachdem eine große Reihe von Gesellschaften und Lokalgruppen ihre Berichte erstattet hatten, unterbreitete der Schatzmeister der Federation, Herr Lev in. den Finanzbericht, der bessere Resultate verzeichneie als irgendein früherer Finanzbericht der kanadischen Federation. Er berichtete z. B. über die folgenden Einnahmen: Nationalfonds 4971 8, Herzlwald 1250 8. Landfonds für die kanadische Kolonie 6057 § Jemenitenhäuser 772 8, Schekeleinnahmen 884 S (bei 3536 Schekelzahlern), Zentralfonds 4007 §. Im ganzen verzeichn ete der Bericht eine Einnahme von 21 831 8 gegen 14 475 S in der vorhergehenden Versammlungsperiode. Die Einnahme für die Gesamtheit der Fonds war also um 50 <yo höher als im Vorjahre. Herr Leon Goldman erstattete Bericht über das Bureaukomitee, das vor vier Jahren gegründet wurde und seither Bedeutendes für die Ausbreitung der Bewegung in Kanada geleistet hat. Mr. Harris berichtete über den Jüdischen Nationalfonds und Mr. M. Markus über den Jewish Colonial Trust. Am Abend des ersten Verhandlungstages fand eine große öffentliche Versammlung statt, bei der Mr. Clarence de Sola präsidierte. Die Herren Abramowitz, Rüben Brainin, Joseph Fineberg, B. Ston e. Dr. John Shayne. R. A. Darwin und H. Nathanson berichteten über ihre Eindrücke vom Wiener Kongreß. Am zweiten Verhandlungstag wurde beschlossen, Universitätsstudenten durch Aussetzung von Preisen zur Ausarbeitung von Aufsätzen über den Zionismus anzuregen und die Eröffnungsrede des Präsidenten in den weitesten Kreisen zu verbreiten. Sodann wurde ein Komitee eingesetzt, dem die Propaganda für das Studium der hebräischen Sprache und Literatur obliegen soll. Der nächste Punkt der Tagesordnung war die Angelegenheit des Haifaer Technikums. Es wurde ein scharfer Protest gegen die Beschlüsse der Berliner Kuratoren angenommen und eine sofort unter den Delegierten veranstaltete Sammlung für den Schulfonds ergab einen Betrag von 700 $. Am Freitag abend und Sonnabend predigten fast alle Rabbiner der Synagogen von Montreal in einem den Zionisten freundlichen Sinne. Bei einem am Sonnabend abends abgehaltenen Bankett wurde eine Reihe von interessanten Ansprachen gehalten. Der dritte Verhandlungstag begann mit einer Diskussion über den Preis des Anpflanzens von Bäumen im Herzlwald. Ferner beriet man über das Resolutionskomitee, das sich künftig der Sammlungen für den Nationalfonds und der allgemeinen Propaganda in noch höherem Maße widmen soll. Es wurde beschlossen, die akademische Jugend besonders zur Arbeit heranzuziehen und ferner von dem Actions-Comite vierteljährliche Berichte über den Fortgang der Bewegung für die kanadischen Zionisten zu ersuchen. Weiter wurde beschlossen, jiddische Literatur zu verbreiten^ einen größeren Fonds für die Jemeniten aufzubringen und in Zukunft nur alle IS Monate eine Convention abzuhalten. Nach Erledigung des geschäftlichen Teiles führte Mr. de Sola in längerer Rede die Notwendigkeit einer zweiten kanadischen Kolonie in Palästina aus. Da die erste Kolonie sich als so erfolgreich erwiesen, müsse man nun an die Gründung einer zweiten schreiten. Die Rede des Präsidenten löste einen Sturm der Begeisterung aus, es wurden sofort Sammellisten herumgegeben, und im Verlauf einer Viertelstunde waren über 32 000 M. für eine neue Kolonie gesammelt. Die Delegierten zweifelten nicht daran, daß der Rest des hierfür benötigten Betrages mit Leichtigkeit aufzubringen sein wird. Als der Präsident den Delegierten mitteilte, daß er bereits bei der nächsten Konferenz über die erfolgte Gründung der Kolonie werde berichten können, erreichte die Begeisterung der Versammlung ihren Höhepunkt. Mr. R. A. Darwin beantragte hierauf, mit der Sammlung für die Universität in Jerusalem zu beginnen, da die B'nai Zion Kadimah in Montreal bereit sei, die Liste mit einer Beitragszeichnung von 1000 8 zu eröffnen, doch wurde dieser Antrag abgelehnt, da man die Aufforderung des Universitätsausschusses, mit den Sammlungen zu beginnen, abwarten wollte. Hierauf wurden die Wahlen zu den verschiedenen Aemtern vorgenommen; als Präsident wurde Herr de Sola gewählt, als Vizepräsidenten die Herren A. Cash, H. Bernstein, Leon G o 1 d m a n n, J. F r i e m a n, M. M a r k u s. R. Brainin. Mit dem Hinweis auf die vorzüglichen Erfolge der Konferenz schloß der Präsident die Versammlung. Als ihre wichtigsten Ergebnisse sind anzusehen: der Ausbau der Kolonie Kastinieh, ferner der wichtige Beschluß, eine zweite Kolonie zu gründen, und die hierbei bewiesene Opferfreudigkeit der Delegierten, ferner der Enthusiasmus, mit dem man den Arbeiten für die Universität in Jerusalem entgegensieht, und — last not least — die große Begeisterung, welche der Appell des Präsidenten hervorrief, das Svnhedrium in Jerusalem als Zentrum nationalen, kulturellen und geistigen Lebens der jüdischen Nation wiederaufzurichten. Im ganzen ist diese Konferenz als ein sehr erfreuliches Ereignis im Leben unserer Organisation zu begrüßen und kann als" ein Unterpfand dafür betrachtet werden, daß unserer Bewegung in Canada eine starke Stütze erblüht. Megilloth aus getriebenem Silber und Silberfiligran in verschiedener Ausführung empfiehlt der „B e z a 1 e 1" seinen Freunden zum bevorstehenden Purimfest. Adresse für Bestellungen: Verein „Bezalel“, Berlin W. 15, Bleibtreustr. 34 35. Arbeitsprogramm der zionistischen Frauenweltorganisation A. Aufgaben. 1. Die Frauenorganisation muß mit allen auf der Welt schon bestehenden zionistischen Frauen- und Mädchenvereinen Fühlung nehmen und sich bemühen, diese Vereine als Mitglieder der Organisation zu gewinnen. Die Mitgliedschaft kostet für jedes Mitglied des betreffenden Vereins pro Kopf und Monat mindestens 5 Pf. 2. Die Organisation veröffentlicht gleichzeitig und versendet an die Vereine ein bestimmtes Arbeitsprogramm, nach welchem alle Vereine einheitlich arbeiten sollen. Das Programm ist so gefaßt, daß es mit den Statuten aller Vereine durchaus im Einklang steht. 3. Die Organisation verlangt von den Vereinen vierteljährliche Berichte, um die Arbeit zu prüfen und neue Vorschläge für die Arbeit machen zu können. Mißverständnisse, Differenzen und Interesselosigkeit der Vereine sollen von der Organisation beigelegt werden.