Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 18 (1914)
- Issue
- 7 (13.2.1914)
- Article
- Sitzung des großen Actions-Comités [Nachricht]
- Date
- 1914-02-13
- Page
- 164 (sequence 1)
- Language
- German
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164 diex&elt Nr. 7 ... , ■iiiBiiiiiiiiiiuiiiiin AUS DER BEWEGUNG .. ... 1 ..— i Sitzung des Großen Actions-Comit6s Ende Februar findet in Berlin eine Sitzung des Großen Actions-Comites statt. Als Gäste werden dieser Sitzung die Herren David Jellin (Jerusalem) und Dr. J. Lurie (Jaffa) beiwohnen. Deutschland Die Antwort der Zionistischen Organisation auf die Erklärung der Antizionisten Als Erwiderung auf die Erklärung, die das Antizionistische Komitee im Inseratenteil der größten Zeitungen Deutschlands veröffentlicht hat, wird die Zionistische Vereinigung für Deutschland in den nächsten Tagen in allen Ortsgruppen öffentliche Versammlungen veranstalten, in denen der Zionismus zur allgemeinen Diskussion gestellt werden soll. In diesen Versammlungen wird den entstellenden und mißdeutenden Behauptungen der Antizionisten in der ausführlichsten Weise entgegengetreten werden, und es wird in aller Öffentlichkeit der Beweis geführt werden, daß der Zionismus eine aufbauende Bewegung ist, die die Erhaltung und Neubelebung des jüdischen Volkes zum einzigen Ziel hat. Bis zum Redaktionsschluß ist uns von 53 Versammlungen Mitteilung gemacht. Berlin. Die Verbindung im K. Z. V. Hasmonaea hat den Gesamtreinertrag ihres diesjährigen Balles dem hebräischen Schuhverk in Palästina zugesichert. Der Ball findet am 21. Februar in den Gesamträumen des Brüdervereins statt. Karten nur auf vorherige Einladung. Kattowitz. Der 1. Februar bedeutete für uns ein Fest besonderer Art. War doch für diesen Tag ein Vortrag von Herrn Rabbiner Dr. Thon-Krakau über „Den Kampf um die hebräische Sprache in Palästina“ angekündigt. Der große Saal der Reichshalle war von einem einheimischen und auswärtigen Publikum dicht gefüllt, das den 1 % stündigen Ausführungen des gefeierten Redners in Spannung lauschte. Mit einer gewissen Ausführlichkeit und in geistvollster Form ging Dr. Thon zünächst auf die Grundlagen des Zionismus ein, um alsdann die Bedeutung des gegenwärtigen Sprachkampfes um so schärfer herauszuheben. Für das Wunder des Auflebens der hebräischen Sprache fand er ergreifende Tone, und mit scharfen Worten geißelte er den Treubruch des Hilfsvereins, dessen Herolde die Zionisten bisher gewesen seien und zu dessen Arbeit der Zionismus die geistige Grundlage geschaffen habe. Der Redner schloß seinen Vortrag mit einem warmen Appell zur Unterstützung des von der 'Zionistischen Organisation geschaffenen hebräischen Schulwerks. Unter dem tiefen Eindrücke des Vortrages wurden sofort in der Versammlung über 1000 M. für das Schuhverk gezeichnet. Die nunmehr einsetzende Diskussion, in welcher insbesondere Herr Fritz Cohn den Standpunkt des Hilfsvereins mit den aus der Nathan’schen Broschüre bekannten Argumenten vertrat mußte leider vorzeitig abgebrochen werden, weil der Saal anderweit vergeben war. Zur Fortsetzung der Diskussion wurde deshalb für den 5. Februar eine zweite Versammlung anberaumt, an welcher es allerdings unsere Gegner vorzogen, nicht zu erscheinen. In dieser Versammlung erstattete der Vorsitzende, Herr Arnold Wiener, das einleitende Referat. Er gab darin einen ausgezeichneten und erschöpfenden Ueberblick über den augenblicklichen Stand des Sprachenkampfes. A.m Schlüsse gelange eine Resolution zur Annahme, in welcher die Versammlung ihre wärmste Sympathie mit dem von dem Zionistischen Actions-Comite eingerichteten hebräischen Schulwerk zum Ausdruck brachte und dessen moralische und materielle Unterstützung forderte. Oesterreich Rechenschaftsbericht der zionistischen Kultusvorstände In einer vom „Jüdischen Volksverein für die Leopoldstadt“ einberufenen zahlreich besuchten Volksversammlung erstatteten die zionistischen Kultusräte Dr. Jakob Ehrlich und Ober-Ingenieur Robert Stridker einen ausführlichen Rechenschaftsbericht über ihre bisherige nunmehr einjährige Tätigkeit im Kultusvorstande. Herr Dr. Ehrlich besprach die in diesen Blättern wiederholt behandelten Anträge der beiden Herren und deren Erfolge. Herr 'Ober-Ingenieur Stricker schilderte die inneren reformbedürftigen Zustände in der Gemeindeverwaltung. Die Herren Dr. Weisengrün, Markus, Plaschkes und Waltuch würdigten die über alles Erwarten erfolgreiche Tätigkeit der beiden Herren, denen auch in einer Resolution einhellig Dank und Vertrauen ausgedrückt wurde. Große Erregung bemächtigte sich der Versammlung, als bekannt wurde, Herr Präsident Dr. Stern habe die Absicht, den Beschluß des Vorstandes betreffend Einsetzung einer Palästinakommission zu sistieren. (Wie wir an anderer Stelle berichten, ist inzwischen die Sistierung tatsächlich erfolgt.) Die Versammlung genehmigte mit Akklamation eine von Herrn Dr. Weisengrün eingebrachte Protestkundgebung gegen diesen Willkürakt. Konstituierung des österreichischen Bundes „Blau-Weiß“ für jüdisches Jugendwandern Die gesunde und hoffnungsvolle Institution des jüdischen Jugendwanderns eroberte sich von Wien aus zahlreiche österreichische Provinzstädte, und am Sonntag, dem S. Februar, konnte sich in Wien der „Oesterreichische Bund Blau-Weiß“ konstituieren. Gegenwärtig bestehen bereits Ortsgruppen in den Städten Aussig, Bielitz, Czernowitz, Iglau, Linz, Mähr.-Ostrau, Mähr.-Schönberg, Prag, Ung. - Hradisch, Wien und Znaim. Ein ausführliches Organisationsreferat erstattete Herr med. G e r s u n y. In Wien wandern gegenwärtig bereits 315 Kinder. Mehr als 100 Kinder wurden in der letzten Zeit von den Eltern angemeldet, aber noch nicht aufgenommen. Die „Wiener Zionistische Vereinigung“ hat für die einzelnen Wanderzüge Geschichtskurse eingerichtet. Während des Winters werden neben den regelmäßigen Wanderungen Heimabende“ veranstaltet, die sich als sehr zweckmäßig und anregend erweisen. Auch die Elternabende sind von schönen Erfolgen begleitet. Die Bundesleitung hat ihren Sitz in Wien. Mährisch-schlesischer Distriktstag Am 1. Februar d. J. fand in Iglau der Mährisch-schlesische Distriktstag, der von dem größten Teile der Organisationen Mährens und Schlesiens beschickt war, statt. In das Bureau wurden Dr. J. Werner, Iglau, als Präsident, Dr. Cchönhof, Brünn, und F. Süßmandl, Troppau, als Stellvertreter, stud. ing. Hein, Brünn (Veritas) und Karl Lang, Iglau, als Schriftführer gewählt. Distriktsobmann Gustav F i n z i erstattete den sehr beifällig aufgenommenen Rechenschaftsbericht des D. K. Die darauffolgende Generaldebatte zeigte die allgemeine Zufriedenheit mit der Arbeit des D. K. Gegenstände der Debatte waren besonders: die Unterstützung der jüdischen Turnbewegung, die Kultusgemeinden und die jüdischen, politischen Gemeinden Mährens, die Redner- und Pressefrage. Die von Dr. Schönhof, Brünn, und Jul. Neumann, Proßnitz, beantragte Resolution: „Dem neugewählten Distriktskomitee wird der Auftrag erteilt, eine Konferenz der zionistischen Kultusgemeindeausschüsse zusammenzuberufen, welche das bestehende Kultusgemeindewahlprogramm einer entsprechenden Revision unterziehen soll. Diese Konferenz hätte sich auch mit der Frage der politischen Judengemeinden zu befassen“ wurde einstimmig zum Beschluß erhoben, ebenso die weiteren Resolutionen des Herrn Jul. Neumann, Proßnitz: „Der D. T. beauftragt das neue D. K., die Pressefrage ehestens zu regeln und das obligatorische Abonnement durch die Vereinsmitglieder im D. K. zu erwägen“; „Der D. T. beauftragt das neue D. K. und die Einzelvereine, die Palästinafahrt der jüdischen Turnvereine nach Tunlichkeit und Kräften zu subventionieren.“ Ueber Antrag Dr. Schönhof, Brünn, und J. Großmann, Iglau, wurde dem scheidenden D. K. für die geleistete Arbeit der wärmste Dank und das volle uneingeschränkte Vertrauen einstimmig votiert und nach dem Nationalfondsreferate des Herrn Weinreb, Troppau, das eine erfreuliche Steigerung der Einnahmen des N. F. in Mähren und Schlesien zeigte, die Generaldebatte geschlossen. — Dr. Leschner vom D. K. referierte hierauf über das neue Organisationsstatut des D. K., 6337918086