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Die Welt · 1914-02-13 · 7 (13.2.1914) · p. 162

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Journal
Die Welt
Volume
18 (1914)
Issue
7 (13.2.1914)
Article
Eine Struck-Ausstellung in Budapest
Date
1914-02-13
Page
162 (sequence 2)
Language
German
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162 dibbelt Nr. 7 bedingungen kämpfenden Volkes diese originellen Werke der Radiernadel und des Schabmessers geschaffen hat. Und dies danken wir ihm aus vollem Herzen. Bei der Eröffnung am 5. Februar d. J. war das Ministerium für Kultus und Unterricht — da der Minister Herr Dr. v. Jankovich und Staatssekretär Herr v. Ilosvay ihr Fernbleiben wegen dringender Amtsgeschäfte entschuldigen ließen — durch den Leiter der Kunstsektion, Sektionschef Dr. v. Majovszky, vertreten. Anwesend waren ferner der Direktor des Museums der schönen Künste, Hofrat v. Terey, der auch ein Werk des Meisters für das Museum, das bereits früher mehrere Radierungen Strucks erworben hatte, ankaufte, sowie ein zahlreiches distinguiertes Publikum. Die zionistischen Hochschulvereinigungen „Makkabäa" und „Bar Kochba" veranstalteten Herrn Struck zu Ehren am 7. d. M. einen Festkommers, der Misrachi am 8. d. M. ein Festessen, wobei der Meister in vielen Toasten gefeiert wurde. Um das Arrangement und Gelingen der Ausstellung machte sich Herr Dr. P a t a i, Redakteur der Zeitschrift für jüdische Kunst und Literatur „Mult es Jövö“, verdient. Rußland |im lllllllllllllllillllllllllllllllllllllllllllll! IllllllillllillllllllllOlIllllllllllllllllllilili Ein Schächtverbot in Rußland? Wie die Petersburger Blätter übereinstimmend berichten, hat der russische Ministerrat auf Grund einer Eingabe nationalistischer Dumaabgeordneter in seiner jüngsten Sitzung den Justizminister Stscheglowitow beauftragt, einen Gesetzentwurf über das Verbot der jüdischrituellen Schlachtmethode in Rußland auszuarbeiten. Meinungsverschiedenheiten sollen im Ministerrate nur über den Zeitpunkt der Einführung des Schächtverbotes zutage getreten sein. Türkei Die Juden in der künftigen türkischen Kammer (Von unserem Konstantinopeler Berichterstatter) Das jungtürkische Komitee ist zurzeit eifrig mit der Wahlkampagne für die neue Kammer beschäftigt, die binnen kurzem zusammentreten soll. Die jüdische Bevölkerung hofft, wiederum vier Abgeordnete zu erhalten, obwohl die Zahl der jüdischen Wähler durch den Fortfall der mazedonischen Provinzen, insbesondere durch den Fortfall Salonikis, erheblich vermindert worden ist. Die Regierung und das Komitee sind geneigt, den Juden entgegenzukommen, die sich in den schweren Zeiten des Krieges und der permanenten Krise des Reiches als treue Freunde der Türkei bewährt haben. Man ist also gewillt, den Juden wiederum vier Abgeordnete zuzubilligen, doch läßt sich über die Personen noch nichts Bestimmtes sagen. Ursprünglich wünschte das Komitee die Wiederwahl der vier früheren Abgeordneten — Faraggi, Mazliach, C a r a s s o und S a s s o n —, doch neuerdings hat sich eine Aenderung der Kandidatenliste als notwendig erwiesen. Es ist ziemlich sicher, daß Faraggi nicht wieder kandidieren wird, obwohl gerade er als eine der besten Arbeitskräfte der Kammer galt, der die tönenden Reden verschmähte, dafür aber in den Kommissionen, mit Eriist und Eifer tätig war. Auch Sasson dürfte nicht wieder kandidieren, da er vor einiger Zeit Unterstaatssekretär im Landwirtschaftsministerium geworden ist und als solcher nicht der Kammer angehören kann. Mazliach und Carasso dagegen werden mit größter Wahrscheinlichkeit ausersehen sein, wiederum die türkischen Juden im Parlament zu repräsentieren. Carasso hat ausdrücklich erklärt, er wünsche diesmal nicht nur als Anhänger der Partei Union et Progres, sondern auch als offizieller Vertreter der Judenheit gewählt zu werden — ein Zeichen der Zeit, das recht deutlich den Umschwung beleuchtet, der sich in der Haltung der türkischen Juden und ihrer Stellung im Staate anbahnt. Tatsächlich ist hier in den letzten Zeiten das Selbstbewußtsein der Juden und die Achtung, die man ihnen entgegenbringt, bedeutend gestiegen. Es wird nun an den Juden selbst liegen, ob diese günstige Wendung anhält: würdige Entschiedenheit in Angelegenheiten des eigenen Volkes ist hier wie überall die erste Voraussetzung, um den Juden Respekt und Entgegenkommen zu verschaffen. Die beiden anderen jüdischen Kandidaten sind noch unbekannt. Verschiedene Gruppen präsentieren ihre Favoriten, doch sind die Chancen zu unsicher, um zu einer öffentlichen Erörterung zu taugen. Eine Hoffnung besteht, die uns ganz besonders berührt: die Möglichkeit, zum erstenmal einen jüdischen Abgeordneten für Jerusalem zu erhalten. Die Regierung ist dem Plan nicht abgeneigt und es kann sein, daß er verwirklicht wird. Doch soll man sich nicht allzu großen Hoffnungen hingeben, denn es sind auch gegnerische Kräfte am Werke, und die Kunst der Prophezeiung ist nirgends weniger angebracht als in der Türkei. Eine Organisation jüdischer Aerzte In Konstantinopel hat sich eine Gesellschaft jüdischer Aerzte konstituiert. Im Beisein von 46 Aerzten wurde am 25. Januar der Verein in den Räumen der Kaiserlichen Medizinischen Gesellschaft gegründet. Dr. Acchiote entwarf in einer längeren Ansprache das Programm des Vereins. Derselbe soll in erster Linie der Einrichtung und Unterstützung jüdischer medizinischer Institute dienen, vor allem der Schaffung eines jüdischen Ambulatoriums und der Ausbildung von jüdischen Krankenschwestern, die bei jüdischen Familien die häusliche Pflege übernehmen sollen. Ferner will man dem jüdischen Hospital Or-Ahaim besondere Aufmerksamkeit und Unterstützung widmen. Die neue Organisation, der eine ganze Reihe bekannter Aerzte angehören, wird unter der jüdischen Bevölkerung Konstantinopels ein weites Tätigkeitsfeld für ihre gemeinnützigen Bestrebungen finden. Konstantinopel. Es wird uns gemeldet, daß das Komitee des jüdischen Hospitals „Or Achaim" große Vorbereitungen für ein Fest trifft, das zu Gunsten des Hospitals im Pera- Palace stattfinden soll. Hervorragende Vertreter des diplomatischen Korps und der Hochfinanz haben ein Ehrenkomitee gebildet, dem die folgenden Persönlichkeiten angehören: Hakki Pascha, der ehemalige Großvezir, Talaat Bey, Minister des Innern, Enver Pascha, Kriegsminister, Suleyman El Bustani, Handels- und Landwirtschaftsminister, Baron Moncheur, belgischer Gesandter, Marquis d’Ory, spanischer Gesandter, Boppe, der Bevollmächtigte Frankreichs, Mavrocordato Effendi, Djavid Bey und Haladjian Effendi, frühere Minister, Said Bey, Unterstaatssekretär im Ministerium des Aeußern, Sassoon Effendi, Unterstaatssekretär im Handels- und Landwirtschaftsministerium, General Baumann Pascha, Kiani Bey, Gouverneur von Pera, Vizeadmiral Dr. Isaac Pascha, Herr Isidore Baumgarten usw. Das Fest verspricht einen glänzenden Verlauf zu nehmen. ll| Griechenland IlllllllllllllllllililllllllllllllUII Reise des Saloniker Großrabbiners Der Großrabbiner Jakob Meir ist aus Athen zurückgekehrt, wohin er sich begeben hatte, um einige Fragen der jüdischen .Verwaltung zu regeln. Während seines Aufenthaltes in der Hauptstadt Griechenlands hatte er eine Audienz bei König Konstantin, in deren Verlauf der König mit gewohnter Liebenswürdigkeit die Wünsche des Oberhauptes der jüdischen Gemeinde entgegennahm, die er zu erfüllen versprach. Auf die Bitte des Großrabbiners telegraphierte der König auch an den Gouverneur von Kreta und ordnete an, daß die jüdischen Bewohner der Insel nicht gezwungen werden sollten, ihre Geschäfte am Sabbat offen zu halten. Der Großrabbiner hat ferner die Kabinettsmitglieder aufgesucht darunter Herrn D i o m i d i s, den Finanzminister, den er bat, die Vorräte von Alkohol, welche in Saloniki lagern (die Alkoholverkäufer unserer Stadt sind fast sämtlich Juden) von der Verzehrungssteuerpflicht so lange zu befreien bis die Erhöhung des Zolles in Kraft tritt, weil für diese Waren die Verzehrungssteuer bereits an die ottomanische Staatsschuld bezahlt wurde. Aeußerungen eines griechischen Beamten Einer der berufensten Vertreter der griechischen intellektuellen Kreise, welcher hier einen wichtigen Posten bekleidet, Herr T chorbazoglou, Leiter der auswärtigen und der Kultusangelegenheiten sowie des öffentlichen Unterrichts in Mazedonien, hat dem Redakteur einer unserer hiesigen jüdi- 8704035^12^993

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