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Die Welt · 1914-02-06 · 6 (6.2.1914) · p. 148

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
18 (1914)
Issue
6 (6.2.1914)
Article
[Nachricht]
Date
1914-02-06
Page
148 (sequence 1)
Language
German
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148 Nr. 6 DIE^ELT Italien Die zionistische Propaganda wird von Mailand aus musterhaft geleitet. Wir haben als erstes greifbares Resultat die steigenden Beiträge für den „Jüdischen Nationalfonds“ und für die anderen zionistischen Institutionen. In Mailand haben seit Beginn der Wintersaison regelmäßige Zusammenkünfte der Mitglieder des „G ruppo Sionistic o“ stattgefunden. Der „ü ruppo Sionistico“ in Mailand zählt zirka 300 Mitglieder, und die zionistischen Sammlungen und Veranstaltungen werden hier öfter als irgendwo in Italien vorgenommen. Außerdem besteht eine jüdischnationale Jugendgruppe, die seit kurzem eine eigene Monatsschrift „11 Giovane lsraele“ herausgibt. Die junge Gruppe hat mit besonderer Energie und Rührigkeit gearbeitet und in den letzten Neuwahlen der offiziellen zionistischen Gruppe ist es ihr gelungen, einige ihrer Mitglieder in die Leitung des ,,G ruppo Sionistico Milanese“ zu wählen. Die Leitung besteht jetzt aus folgenden Herrn: Adv. Momig- 1 i a n o , Vorsitzender, Arthur Nathan, Guastalla, Rag. Luzzatto, Prof. Fiorentino, Dresner, Adv. Zamorani, Corinaldi, Ing. H e i 1 b r u n. Auch in Turin sind unsere jungen Gesinnungsgenossen sehr tätig. Am Chanukah veranstalteten sie ein großes Makkabäerfest, das einen großen Erfolg hatte. Ing. Debenedetti hielt einen bedeutenden Vortrag über die „Geistigen Strömungen innerhalb des modernen Judentums“. In Verona wirkt der „Pro-Cultura Ebraica“- Verein im Geiste des nationalen Judentums. An der Spitze des Vereins steht der dortige Oberrabbiner Dr. Dario D i s e g n i. Es werden regelmäßig Vorträge über jüdische Fragen der Gegenwart gehalten. Von den letzten Vorträgen seien besonders hervorgehoben der Vortrag unseres führenden Gesinnungsgenossen Adv. Alfonso P a c i f i c i (Florenz), Verfasser des „lsraele I' Unico“, über „La mia patria“ (Meine Heimat), in dem er in eigenartiger Weise die Zielsetzungen des nationalen Judentums darlegte, und der Vortrag eines schwarzen Juden, eines Falaschas, namens Taamrat Emanuel, der über das Schicksal der nach Afrika versprengten Juden sprach. ln Livorno, Florenz, Padua, Ferrara und Rom existieren ähnliche „Pro-Cultura Ebraica“- Vereine, die in unserem Sinne wirken. Der einzige Verein in ganz Italien, der seinen Mitgliedern Gelegenheit gibt, sich im Hebräischsprechen zu üben, ist die Florentiner „Pro-Cultura“, die vor einigen Monaten einen Lehrer berufen hat, der das Hebräische nach der Methode „I b r i t h b e -1 b r i t h“ unterrichtet. Diese Methode ist auch in einigen Abteilungen der Florentiner Talmud-Thora, sowie in den anderen Florentiner Schulen, eingeführt worden — vorläufig probeweise. Unsere römischen Gesinnungsgenossen arbeiten fieberhaft an den Vorbereitungen für den dritten Kongreß der jüdischen Jugend Italiens, der — voraussichtlich -— von demselben zionistischen Geist beseelt sein wird, wie der zweite, der voriges Jahr in Turin stattgefunden hat. Tunis Die Association Sioniste Tunisienne hielt am 10. Januar ihre diesjährige Generalversammlung ab. Der Vorsitzende Dr. Alfred V a 1 e n s i erstattete Bericht über die Tätigkeit des Vereins und die Fortschritte des Zionismus in Tunesien. Außer dem zionistischen Verein in der Hauptstadt Tunis bestehen ansehnliche zionistische Ortsgruppen in allen größeren jüdischen Gemeinden des Landes, so in Sfax, Be ja, Be jerat und im W ä d H u 1 i t a. Alle diese Vereine sind von den französischen Behörden genehmigt und entfalten eine rege Propagandatätigkeit unter der jüdischen Bevölkerung Tunesiens. Für den Jüdischen Nation alf onds und sonstige zionistische Zwecke wird eifrig gesammelt, auch das Studium der hebräischen Sprache und Literatur findet hingebende Pflege. Die jungen Zionisten von Tunis geben eine Monatsschrift in jüdisch-arabischer Mundart unter dem Titel „Die Stimme Zions“ heraus, die viel zur Popularisierung des zionistischen Gedankens beiträgt. In der Generalversammlung der Association Sioniste Tunisienne kam auch der Schulstreit in Palästina zur Sprache, und es wurde folgende Resolution einstimmig angenommen: „Die ,Association Sioniste Tunisienne* protestiert mit größter Entschiedenheit gegen den Beschluß, am Technikum in Haifa statt der hebräischen, die deutsche Unterrichtssprache einzuführen. Wir erblicken in diesem Beschluß einen Treubruch gegen unsere nationale Sprache, die ihrer Wiedergeburt entgegengeht und sich als Unterrichtssprache für alle wissenschaftlichen Fächer sehr wohl eignet. Wir sehen ferner in diesem Beschluß eine drohende Gefahr für das gesamte jüdische Kolonisationswerk in Palästina, das die Besten unseres Volkes mit so großen Opfern an Gut und Blut auf gerichtet haben. Die Versammelten sprechen dem Hilfsverein der deutschen Juden ihre Entrüstung über sein schändliches Vorgehen in Palästina aus und beglückwünschen die palästinensischen Brüder, insbesondere die wackeren hebräischen Lehrer, zu ihrem mutigen Kampfe für die Rechte unserer geheiligten hebräischen Sprache.“ Hierauf wurde eine Sammlung für das hebräische Schulwerk in Palästina eingeleitet, die ein recht ansehnliches Erebnis hatte. Auch in den anderen Städten Tunesiens sind ammlungen in die Wege geleitet worden, die einen guten Erfolg versprechen. In den Vorstand der Association Sioniste Tunisienne wurden folgende Herren gewählt: Rechtsanwalt Dr. Alfred V a 1 e n s i, Präsident; Rabbi Elijähu T a i e b und Simon Beihassan, Vizepräsidenten; Joseph B r a m i und Gaston B e 11 a Y c h e , Sekretäre; Elia de J. üuez und David Germ o n , Schatzmeister; Elia de J. A 11 o u c h e und Elia Cohen G a n o u n a , Bibliothekare; Samuel S a m a m a und Victor S i t r u k , Beisitzer. Brasilien Makkabäerfeier in Rio de Janeiro Dem jungen Verein „Tiphereth Zion“, von dessen Gründung die zionistische Welt benachrichtigt wurde, ist es trotz großer Schwierigkeiten gelungen, schon in diesem Jahr eine Chanukah-Feier zu veranstalten. Ich sage gleich: die Feier hatte vollen, ungeahnten Erfolg nach jeder Richtung hin. In einem schönen großen Saal kamen Samstag, den 27. Dezember (28. Kislew) fast 100 Juden zusammen, um mit Tiphereth Zion Chanukah zu feiern. Der Vorsitzende J. Horowitz eröffnete hebräisch und schloß im Jargon. Dann wurde das Anzünden der Chanukahlichter versteigert, das dem Nationalfonds ein ansehnliches Sümmchen brachte. Nach „Moaus Zur**, vorgetragen vom eigenen Chor, hielt Gesinnungsgenosse Rothberg die Festrede, die wegen ihrer Sachlichkeit, Klarheit und Ueberzeugungskraft allgemeinen Beifall fand. Nachher kamen Gesangs- und Deklamationsvorträge und zum Schluß hielt Gesinnungsgenosse Bruno Rabinowitz in Deutsch die Rede für den Jüdischen Nationalfonds, die begeistert aufgenommen wurde. Mit der Absingung der Hatikwah schloß die Feier. Gesinnungsgenosse Chaimowitz leitete Schluß des redaktionellen Teiles Bei der Administration „Die Welt“ sind eingegangen: Für das Mikrobiologische Institut: Benzion Fell, Jakob Bodek, Lemberg.Mn 1.45 „Vergesset nicht das Mikrobiologische Institut" Siegmund Eppler, Wien K. 2 — — JC 1.68; Pani Diamant, Wien K. L— — JfC 1.68; Prof. Kellner, Wien K. 1.— — Jil —.84; Johann Kremenezky, Wien K 10-— — J/C 8.40; Ing. Josef Seidener, Wien K. —.60 — JfC—.42: Heinrich Lederer, Wien K. —.60 — M —42; Deo Weise, Wien K L— — JfC —-84; Oswald Weiss, Wien K.2.— — JfC 1.68; Julius Weise, Wien K. 1.- — JfC —.84; Dr. Elk an Weiss, Wien K.2.— — M. 1.68; Emanuel Lockspeiser, Boryslaw K. 1-— — JfC —.84; Kais. Bat Emil Broch, Tarnow K.— ö'J — JL —.42; Kais. Bat C. Hirsch, Wien K. 5.— — JfC 4.20; Heinrich Bard, Lemberg K. 6.— — JfC 5.04; Fischel Engelstein, Metz JL —.50; Simon Gerstenhaber Jl —.SO; Josef Frankel JfC —.30; Jona Holdner JfC —.20; Isak Großmann Jft —.25 (sÜSSK!) jTolkW&wW DE.R ZUO PER ZEIT

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