Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 18 (1914)
- Issue
- 6 (6.2.1914)
- Article
- Wien [Nachricht]
- Date
- 1914-02-06
- Page
- 147 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 6 147 diei^elt Herr Ing. Ackermann über die Erziehung der zionistischen Studentenschaft, Herr akademischer Maler Wilhelm Wachtel über Ausstattung und Ausgestaltung der jüdischen Synagoge (mit dem Vortrage war eine Ausstellung eigener Skizzen verbunden) und Herr Adolf Böhm über die zionistische Kultur- Leitmeritz a. E. Am 28. Januar fand hier die Konstituierung des „Zionistischer Verein Leitmeritz“ statt, ln den Vorstand wurden die Herren Philipp Heller, Fabrikant, Obmann; Wilhelm Heller, Kaufmann, Obmann- Stellvertreter; Sigmund Kohn, Kaufmann, Kassierer; Dr. Herbert Birnbaum, Adv. Concipient, 1. Schriftführer; Dr. Hugo Pick, Adv. Concipient, Bibliothekar und 2. Schriftführer, und als Beisitzer: Rudolf Kafka, Inspektor, Otto Kohn. Kaufmann, Dr. Emil Margulies, Advokat, Berthold Pollak, Prokurist, Vincenz Pollak, Kultusvorsteher, Arthur Sachs, Kaufmann, Dr. Heinrich Töpfer, Advokat, gewählt. An die Konstituierung schloß sich ein Vortrag des Herrn Ernst Bechert, Teplitz, über Ziel und Zweck des Zionismus, der mit seinen interessanten und geistvollen Ausführungen die Begeisterung und den Beifall der Versammlung erweckte, ln der Debatte sprach Herr Dr. Emil Margulies. Der junge Verein geht nunmehr, von berechtigten Hoffnungen für seine Zukunft erfüllt, an die Arbeit. Reichenberg (Böhmen). Am 31. Januar fand in unserer Stadt eine gut besuchte Veranstaltung statt, in welcher Herr Dr. Hugo Herrmann (Berlin) in formvollendeter, von Begeisterung getragener Rede über das hebräische Schulwerk in Palästina sprach. Eine Sammlung für diesen Zweck ist noch nicht abgeschlossen, verspricht aber befriedigend zu verlaufen. Saaz. Am 24. Januar fand eine Versammlung statt, in der die Herren Dr. Emil Margulies, Leitmeritz, Ernst Bechert, Teplitz, und Ludwig Steiner. Teplitz, sprachen. An der Diskussion nahmen die Herren Dr. Stein, Dr. Suschitzky, Prof. Langendorf, Prof. Dr. Stern, M. Abeies und M. Glaser, Posteiberg. teil. Die Versammlung endigte mit einem vollen Erfolg, ungefähr 70 Anmeldungen zu dem neugegründeten zionistischen Verein. Saaz war die letzte größere Judengemeinde Böhmens, in der der Zionismus nicht Fuß gefaßt hatte; trotz des heftigen Widerstandes der Gegner ist nun auch dieses letzte Bollwerk gefallen. Galizien Galizische Palästina-Kommission Der Referent für Palästinaarbeit, Vizepräsident Dr. Leon Reich, hat am IS. d. M. die galizische Palästinakommission des Zentralkomitees gebildet, der unter seinem Vorsitze Dr. Zipper als Vorsitzender der gal. N.-F.-Kommission, Dr. J. Hirschprung als Sekretär, Bernstein, J a w e t z, Dt. Kitz, Dr. Mund und Dr. Tombak angehören. Die Kommission hat ein Palästina-Informationsbureau errichtet, die Begründung einer galizischen Achusah, deren Mitglieder zehn Jahre lang je 50 Kr. monatlich zu entrichten haben, beschlossen, die Herausgabe einer wöchentlichen Palästina-Beilage zum „Tagblatt“ veranlaßt, endlich zu Sammlungen für das hebräische Schulwerk in Palästina aufgefordert. Neusandez. Am 27. Januar 1914 fand hier eine große Versammlung statt, bei welcher Nahum S o k o 1 o w über denKampf für die hebräische Schule in Palästina sprach. Der Erfolg der Rede war ein glänzender; es wurden bereits 500 Kr. für den Zentralfonds gesammelt, weitere Sammlungen stehen bevor. Unsere Stadt hatte zum erstenmal Gelegenheit, den berühmten Schriftsteller und Gelehrten zu begrüßen, und bereitete ihm einen herzlichen Empfang. Rzeszöw. Am 28. Januar d. J. sprach das Mitglied des E. A. C. Nahum Sokolow in Rzeszöw vor über 600 Zuhörern, die auch aus den Gemeinden des Kreises herbeigeeilt waren. Seine Ausführungen über den Kampf um das hebräische Schulwerk in Palästina machten tiefen Eindruck. Dem Vortrage folgte, wie in Krakau und Neusandez, ein Festbankett zu Ehren des Gastes, bei dem u. a. wiederum vor Hunderten von Teilnehmern Sokolow das Wort ergriff. Bukowina Itzkany. Am' 22. Januar d. Js. fand die ordentliche Generalversammlung des Vereins „Ahavath Zion“ statt. Nach einem ausführlichen Rechenschaftsberichte des Herrn Josef Goldstein wurde über Antrag des Herrn fosef Edelstein dem Ausschüsse mit Dank das Absolutorium erteilt. Bei der hierauf vorgenommenen Wahl wurden folgende Herren in. den Ausschuß gewählt: Präsident: Bürgermeister Samuel Hellmann; Obmann: Karl Goldstein; 1. Obmann-Stellvertreter: Roman Wohlfeld; 2. Obmann-Stellvertreter: Samuel Brenner; Schriftführer: Josef Goldstein; Kassierer: Hermann Munischor; Bibliothekar: Nathan Friedländer; Hausverweser: Moritz Löwensohn; ohne Funktion: Josef Edelstein; B. Peretz, N. Gottlieb, A. Freier, FL Pcretz, A. Buxbaum; Nationalfonds-Kommission: N. Gottlieb, J. Freier, A. Buxbaum. Weiter hat die Generalversammlung die Herren Bauoberkommissär Jacob Goldenberg und Bürgermeister Samuel Hellmann in Anerkennung ihrer Verdienste um den Verein zu Ehrenmitgliedern des Vereins ernannt. G. Ungarn Aus den Ortsgruppen In vielen Städten Ungarns veranstalteten unsere Gesinnungsgenossen in diesem Jahre Makkabäerfeiern, die sämtlich einen sehr würdigen Verlauf nahmen. Besonders hervorzuheben sind die Feiern in Budapest, wo das .Mitglied des Landeskomitees Dr. Eugen Sipos die Festrede und Rabbiner Prof. I)r. Max Weiß unter dem Titel „Geschichten aus dem Galuth“ einen Vortrag hielt, die Feier in Nyitra- Zsämbokret, um deren Gelingen sich besonders die Gesinnungsgenossen Dr. Baruch Tornas cho ff und Wilhelm Z i m m e r s p i t z verdient machten, und deren Reinerträgnis zur Hälfte dem J. N. F. und zur Hälfte unserem hebräi- Schulwerk in Palästina zugeführt wurde, dann die Feier in Besztercebänya (Neusohl), Kispest, Györ (Raab), wo Dr. Ludwig Simon, die Festrede und Herr Eugen Ragendorfer ein Kongreßreferat hielt usw. In Maros väsarhely wurde nach der Feier unter dem Namen „Kadimah“ ein neuer Verein gegründet, desgleichen in Dicsöszentmarton. Beide Vereine beginnen ihre Tätigkeit unter günstigen Auspizien, den Bemühungen des Herrn Ignaz Singer verdanken wir ferner die Gründung einer Gruppe in Debrecen. Schweiz Landeskomitee-Sitzung des Schweizerischen Zionisten- Verbandes Am 1. Februar fand in Olten, Hotel Schweizerhof, eine Sitzung des Landeskomitees des S. Z. V. statt, zu der auch zahlreiche Gesinnungsgenossen aus der ganzen Schweiz erschienen waren. Die Sitzung befaßte sich mit dem Sprachenkampf in Palästina und den Maßnahmen zur Durchführung der Aktion in der Schweiz für das hebräische Schulwerk. Die Versammlung nahm folgende Resolution an: „Die durch die Teilnahme von Vertretern aller zionistischen Vereine der Schweiz erweiterte Landeskomitee-Sitzung des S. Z. V. beauftragt alle Funktionäre des Verbandes und der einzelnen Vereine, unverzüglich persönlich Sammlungen möglichst von Jahresbeiträgen in den ihnen nahestehenden jüdischen Kreisen einzuleiten und bis Ende März dem Vorort Bericht zu erstatten und den Betrag zu überweisen.“ Das Ergebnis der Sammlung in der Schweiz beträgt bis zu diesem Zeitpunkt etwa 2000 Fr cs. Die Versammlung hörte weiter ein Referat des Herrn Z. Lewanon über das Projekt der Gründung eines hebräischen Sch ul Vereins in der Schweiz an. Die Beschlußfassung hierüber wurde einer nächsten L.-K.-Sitzung Vorbehalten. England Bradford. Infolge der Bemühungen der Frau Rabbiner Dr. Strauß sind 62 Mitglieder für den Verband jüdischer Frauen für Kulturarbeit in Palästina für das laufende Jahr hier gewonnen worden. Holland Amsterdam. Herr Dr. Heinrich Loewe sprach vor einem großen Publikum, wie es dort sehr lange nicht beisammen war, mit vorzüglichem Erfolge über die Grundlagen der Judenfrage und des Zionismus. Der Nederlandsch Zionistenbond Aldeeling Amsterdam erhielt durch diese Versammlung viele neue Mitglieder und erhebliche Spenden für zionistische