Mannheim
Compact Memory

Die Welt · 1914-02-06 · 6 (6.2.1914) · p. 131

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
18 (1914)
Issue
6 (6.2.1914)
Article
[Ohne Titel]
Date
1914-02-06
Page
131 (sequence 1)
Language
German
Belongs to
chapter
OCR quality
98% known words query
IRI
…/3315709-3316625-3316631--58996-3351884
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

3 entity mentions

Nr. 6 DIE^ELT 13t ■■■«Biillli FÜR UNSER SCHULWERK Der Ausweis dieser Woche überschreitet den Betrag von 21 000 Mark. Diese ansehnliche Summe ist der beste Beweis für den Umfang, den die Bewegung für das hebräische Schulwerk angenommen hat, für die Hingabe, mit der unsere Freunde aller Orten sich diesem großem Werk unterziehen. Und schon liegen Nachrichten aus den verschiedensten Teilen der Erde vor, die erkennen lassen, daß wir für die nächste Zeit mit noch viel größeren Eingängen rechnen dürfen. Wenn es bisher in erster Linie Rußland und Deutschland waren, die die Sammlung in großem Maßstabe durchgeführt haben, so rücken allmählich auch die überseeischen Länder auf den Plan und zeigen deutlich, wie einmütig unsere Freunde in der ganzen Welt in der Abwehr des frevelhaften Angriffes sind, der auf die hebräische Entwicklung in Palästina gemacht wurde. In Südafrika besonders geht die Sammlung mit außerordentlichem Elan vor sich, ln Kapstadt allein sind auf den ersten Aufruf hin zwanzigtausend Francs gezeichnet worden. Der Gesamtbetrag aller Zeichnungen dürfte heute mit zweihunderttausend Mark eher zu niedrig, als zu hoch geschätzt sein, und dabei steht Amerika noch ganz aus. Dort hat die Bewegung eben erst eingesetzt, und alle Nachrichten lassen erkennen, wie tief gerade in Amerika das Gefühl für die nationale Entwicklung Palästinas auch in nichtzionistischen Kreisen ist. Wir waren niemals im Zweifel, daß die zionistische Organisation diese gewaltige materielle Belastungsprobe bestehen würde. Heute wissen wir, daß die Aktion für das hebräische Schulwerk einen glänzenden Beweis für die Geschlossenheit, die Opferwilligkeit, die Leistungsfähigkeit unserer Bewegung erbringen wird. ln dem Ausweis dieser Woche verdienen einige Zahlen besondere Beachtung. Wir erwähnen zuerst den Ausweis aus Baku, der über die erste Rate der dortigen Sammlung quittiert. Fünf Beiträge ä 1000 Frcs., zwei ä 500, drei ä 300, zusammen 6900 Frcs.! Dabei sind zwei Beiträge ä 1000 Frcs. gar nicht mitgerechnet, die direkt nach Palästina überwiesen wurden. Aus Mentone schickt Herr Marcus L. Gordon 2000 Frcs., 1000 als seinen Beitrag und 1000 „auf den Namen meines Enkels", ln rühmenswerter Weise zeigt auch bei diesem Ausweis wiederum Deutschland seine Begeisterung für unsere Aktion. Sehr gut halten sich diesmal insbesondere die schlesischen Gruppen, ein Erfolg der letzten Reisen Dr. Levins und Dr. Birams. In dieser Woche hat auch die Aktion in Galizien einen größeren Umfang angenommen. Dies ist die Folge der Tournee des Herrn Sokolow^ die er Ende voriger Woche angetreten hat. Alle Nachrichten stimmen dahin überein, daß ungeachtet mancher Hindernisse der Erfolg seiner Reise außerordentlich ist. Für die nächsten Wochen dürfen wir gewiß auch mit größeren Beiträgen aus Galizien rechnen. Eine spezielle Erwähnung verdient auch jene Stiftung, die wir unter Breslau ausweisen. Mit einem Kapital von 45 £ wurde dort die „Moritz und Sophie Gottschalk s. A. Palästina-Schulstiftung" errichtet. Das scheint uns eine gute Form, auf die Dauer dem hebräischen Schulwerk in Palästina Zuwendungen zu sichern; das hochherzige Beispiel verdient eifrige Nachahmung. Die bisherigen Eingänge verteilen sich auf die einzelnen Länder wie folgt: Rußland .... Mk. 55 000 Deutschland . . W est-Oesterreich „ 37 200 Innerösterreich 2700 Böhmen 5700 Mährisch-Schlesien 550 „ 8 950 Canada .... „ 3 300 Galizien .... „ 3 000 Amerika .... „ 1700 „ 1 600 England .... „ 1 100 Verschiedene Länder „ 5 300 Kapstadt: (Telegramm.) Die Sammlung für den Zentralfonds erbrachte bisher in Kapstadt allein zwanzigtausend Francs. Hiervon ist die Hälfte bereits eingezahlt. Die Begeisterung ist enorm. Charlottenburg: Wir Mitglieder der zionistischakademischen Verbindung „Herzliah" verfolgen mit tiefer Entrüstung die Aktion des „Hilfsvereins" in Palästina. Wo wir Achtung für die heilige Sprache, wo wir unparteiische Kulturarbeit, wo wir Verständnis für die elementaren Gefühle unseres Volkes zu finden glaubten, dort sehen wir einen Erbfeind ersprießen, der uns das zu vernichten droht, wofür wir fünfzehn Jahre heißer Arbeit geopfert haben. Das Actions-Comite hat es verstanden, den einzig richtigen Standpunkt einzunehmen. Es hob den Fehdehandschuh auf. Wir folgen begeistert dem Rufe des Actions-Comites und verpflichten uns, im Laufe der nächsten drei Jahre 500 M. jährlich für das Schulwerk aufzubringen. Damit hoffen wir eine uns heilige Pflicht zu erfüllen. „Seid stark, der Sieg ist Euch sicher, weil Ihr Kämpfer für die Wahrheit seid." Komotau: Am 31. Jänner fand hier eine Versammlung statt, in der Herr Dr. Emil Margulies aus Leitmeritz über den Schul- und Sprachenkampf in Palästina sprach. Das Publikum, das den fesselnden Ausführungen gespannt lauschte, spendete am Schlüsse reichen Beifall. Die Zeichnungen für das Schulwerk in Palästina haben bereits 500 Kr. erreicht. Genf: Am 25. Januar fand in Genf eine von sämtlichen national-jüdischen Organisationen Genfs einberufene Volksversammlung statt, die gegen die Politik des Hilfsvereins in Palästina protestierte. Es sprachen u. a. die Herren Dr. Jelsky, Aberson und Syngalowski. Für den Schulfonds wurden an diesem Abend 520 Frcs. gesammelt. B u c z a c z (Galizien): Am 27. Dezember 1913 hat hier eine vom Zionistischen Kreiskomitee und den Vereinen: Zion, Rachela, Hasmonea, Safah Brura, Jüdische Bücherei, Jüdische Toynbeehalle, Makabi, Hakoach einberufene Volksversammlung stattgefunden, die gegen den Sprachenbeschluß des Kuratoriums für das Technikum in Haifa protestierte. Die eingeleitete Sammlung hat bis nun 112.80 Kr. ergeben; sie wird fortgesetzt. In den zionistischen Kreisen Italiens haben die Aufrufe des Actions-Comites zugunsten des hebräischen Schulwerks begeisterte Aufnahme gefunden. Die in Florenz erscheinende „S e 11 i m a n a Israelitica" empfahl die Aktion aufs wärmste; sie eröffnete auch eine öffentliche Subskription, die bereits einige hundert Francs ergeben hat. Es ist vorauszusehen, daß auf dem in Rom stattfindenden Jugendkongreß diese Frage eingehend behandelt werden wird. Informationsmateriat zum Sprachenkampf Eine Entgegnung auf Dr. Nathans Broschüre Als vorläufige Entgegnung auf die Broschüre Dr. Nathans haben wir einen Separatabdruck der Nr. 5 der „Welt" herstellen lassen, der die hauptsächlichsten Artikel dieser Nummer enthält und sich infolge seines reichen Tatsachenmaterials sehr gut zur Widerlegung der tendenziösen Darstellung der Nathanschen Broschüre eignet. Von diesem Separatabdruck sowie von allem anderen Informations- und Sammelmaterial stellen wir beliebig viele Exemplare gratis und franko zur Verfügung. 99999999999999933

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.