Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 18 (1914)
- Issue
- 4 (23.1.1914)
- Article
- Eperjes [Nachricht]
- Date
- 1914-01-23
- Page
- 100 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 4 100 DIE3$ffiLT Ungarn Eperjes. Der hiesige Ahavath-Zion-Verein hielt dieser Tage seine diesjährige Generalversammlung ab. Aus diesem Anlasse hielt der eifrige Vorkämpfer des Misrachi, Herr Leopold Lebovics aus Budapest eine gehaltvolle Rede, in der er die Bestrebungen der Misrachisten erörterte und die Anwesenden aufforderte, der Misrachi-JFöderation beizutreten. Die Rede wurde mit Beifall aufgenommen. Unser Verein steht auch auf national-religiöser Basis, die Generalversammlung lehnte jedoch vorläufig den formellen Anschluß an den Misrachi ab, weil sie befürchtete, daß die Einheit im ungarischen Zionismus dadurch leiden könnte. Es wurden gewählt: zum Ehrenpräsidenten Dr. Karl Ferbstein, zu Präsidenten Leo B ä r k ä n y , zum Vizepräsidenten Ignaz Schreiber, zum Sekretär Adolf S z e k e 1 y , zum Kassierer Joseph Rosen* b e r g und zum Kontrolleur Adolf G o 1 d s t e i n. Bosnien eine Makkabäerfeier großen Stils, die unter reger Teilnahme der ganzen jüdischen Gesellschaft Lissabons stattfand und überaus stimmungsvoll verlief. Die Festrede hielt Professor Joseph Benoliel vom städtischen Gymnasium. Prot. Benoliel hat aus diesem Anlasse auch die Hymne „Katikwah“ ins Portugiesische übersetzt. Oberkantor Mucznik steckte hierauf die Ghanukahlichter an und stimmte unter Mitwirkung eines von Frl. Esther Levy, der Tochter des Präsidenten der jüdischen Gemeinde Isaac Levy, organisierten Kinderchors die Ghanukahgesänge sowie die Hymne „Hatikwah“ an. Schriftsteller Moses Bensabath A 1 m a z a 1 a k hielt einen glänzenden Vortrag über die Bedeutung des Zionismus. Herr D. T e r 1 o führte Lichtbilder aus Palästina vor und würdigte im Anschluß daran die zionistische Palästinaarbeit, namentlich die Tätigkeit des Jüdischen Nationalfonds, und die unvergänglichen Schöpfungen Theodor Herzls. Um das Gehngen der Makkabäerfeier hat sich insbesondere Frau Hanna Sequerra große Verdienste erworben. Banja Luka. Am 28. Kislew 1. J. veranstaltete der Verein „Kadimah“ eine Makkabäerfeier. Die Festrede hielt Herr Samuel Bettelheim-Preßburg. — Der Verein „Kadimah“ besteht seit drei Jahren; fast jedes Gemeindemitglied ist auch Kadimahner. Die hebräische Sprache wird durch drei zahlreich besuchte Kurse kultiviert. Eine Aktion zur Gründung eines hebräischen Kindergartens ist im Einvernehmen mit den beiden Gemeinden, der sephardischen und der askenasischen, eingeleitet worden. Frankreich Paris- Der Verein „Athereth Zion" veranstaltete am 27. Dezember ein großes Bankett mit nachfolgendem Ball; der Verein brachte seine Sammlung für ein Jemenitenhaus zum Abschluß. — Am 3. Januar veranstaltete der Verein „Mebassereth Zion" einen musikalischen Abend. Die „Poal ei-Zion“ veranstalteten am 29. Dezember mit Schalom Aleichem einen überaus gelungenen Rezitationsabend. Der ca. 3000 Personen fassende Saal war überfüllt, zahlreiche Besucher fanden keinen Einlaß. Am 5. Januar fand mit gleichem Erfolge eine Wiederholung statt. Unser Gg. Dr. Victor Basch, bisher Chaige de Cours, ist zum Professeur Adjoint an der Sorbonne ernannt worden. England Der Verband jüdischer Frauen in England. Einen erfreulichen Aufschwung hat die englische Abteilung des Verbandes jüdischer Frauen für Kulturarbeit in Palästina genommen. Besonders in einigen Städten, wie London und Liverpool, ist eine erfolgreiche Propaganda durchgeführt und eine stattliche Anzahl Mitglieder aus den besten Kreisen gewonnen werden. Um die Arbeit zu befestigen und vorzubereiten, ist nun ein englisches Zentral-Komitee, mit dem Sitz in London, gebildet worden, wobei Mrs. M. Friedländer als Vorsitzende gewählt wurde; Mrs. A. E i c h h o 1 z, Mrs. A. E. Franklin und Miß Weisberg als stellvertretende Vorsitzende; Mrs. Paul Goodman und Miß Margery B e n t w i c h wurden zu Schriftführerinnen gewählt. London. Dank den Bemühungen des Sekretärs der English Zionist Federation, Mr. Maurice M y e r s , ist es gelungen, in England zwei neue zionistische Gesellschaften zu gründen, nämlich die Newcastle Zionist Society und einen Frauenverein in Glasgow. In beiden Städten sprach Mr. Myers und erntete großen Beifall. Liverpool. In der Zionist Hall fand neulich eine Versammlung des englischen Zweiges der Bezalelgesellschaft statt, bei der Mr. B e n a s, der Präsident der Gesellschaft, den Vorsitz führte. Mr. Leonard Stein sprach in fesselnder Weise über die Bedeutung der Gesellschaft und über das moderne jüdische Palästina. Portugal Seit einigen Monaten gesteht in Lissabon ein zionistischer Verein, der von dem Oberkantor Samuel Mucznik begründet wurde und eine stattliche Mitgliederzahl aufweist. Am Sonntag, den 28. Dezember, veranstaltete der Verein Rußland Gründung eines zionistischen Wochenblatts Wir erhalten folgende Zuschrift: Geehrte Redaktion! Schon lange trägt man sich in unserem Kreise mit dem Plan, für den jüdischnationalen Gedanken ein Organ in jüdischer Sprache zu schaffen. Nachdem das „Jüdischen Volk“ in Wilna sein Erscheinen eingestellt hat, ist das Bedürfnis von Jahr zu Jahr dringender geworden, das Wochenblatt zu erneuern, unseren nationalen Bestrebungen eine publizistischliterarische Vertretung zu schaffen. Wir wollen jetzt in Warschau eine Wochenschrift gründen, die diesem wachsenden Bedürfnis genügen soll, wir wollen eine neue Tribüne für die Verkündung unserer Ideale schaffen, für alle diejenigen, die unsere Gedanken in die jüdischen Volksmassen hinaustragen wollen. Wir glauben, daß weite Kreise des jüdisch lesenden Publikums nicht nur wissen wollen, was im Judentum vorgeht, sondern die Vorgänge auch verstehen möchten. Unsere Tagespresse kann den Fragen, die jetzt an der Tagesordnung sind, nicht zu viel Platz einräumen, sie kann auch der schönen Literatur, der Novelle, dem Roman aus dem jüdischen Leben nicht genügend Raum bieten; dies kann nur ein Wochenblatt tun, das dem Leben und der Literatur Wir zweifeln nicht daran, daß eine solche Zeitschrift ihr Publikum finden wird, wir möchten uns aber vergewissern, ob sie dauernd bestehen kann. Wir sind bereit, ein bestimmtes Defizit zu decken, es darf aber nicht zu groß sein. Wir richten daher an die jüdischen Leser, welche die Notwendigkeit einer solchen Zeitschrift einsehen, die Aufforderung, uns behilflich zu sein, damit wir mindestens 4000 Abonnenten finden, die uns den jährlichen oder halbjährlichen Abonnementspreis (Rbl. 5.— bzw. 2.50) im voraus einschicken. Wird sich bis zum 1. Februar neuen Stils die genannte Anzahl Abonnenten finden, so werden wir die Zeitschrift herausgeben, andernfalls werden wir wissen, daß ihre Zeit noch nicht gekommen ist, und werden allen Abonnenten das Geld nach Abzug des Portos zurückschicken. Wir wollen also versuchen, festzustellen, wie groß das Bedürfnis für eine Wochenschrift in jüdischer Sprache ist, die dem Gedanken der jüdischen Renaissance dienen will. Wir hoffen, daß die Probe befriedigend ausfallen wird und legen das Los der Zeitschrift ruhig in die Hand des jüdischen Lesepublikums. A. Idelsohn (Petersburg), B. Goldberg (Wilna), I. Grünbaum (Warschau), L. J a f f e (Grodno), I. A. Naiditsch (Moskau), M. N. Sirkin (Kiew), A. Podlischewski (Warschau), I. Ros o w (Petersburg). S. Rosenbaum (Minsk). Geldsendungen bitten wir an folgende Adresse zu richten: Gebrüder Bachrach, Bankgeschäft, Warschau, Kotzebue 10, für Rechnung der Herren Podlischewski, Joseph Levite und I. Grünbaum.