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Die Welt · 1914-01-23 · 4 (23.1.1914) · p. 97

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
18 (1914)
Issue
4 (23.1.1914)
Article
Eine Arbeiterkolonie der canadischen Federation in Palästina
Date
1914-01-23
Page
97 (sequence 1)
Language
German
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Nr 4 97 DIE^ELT AUS DER BEWEGUNG Eine Arbeiterkolonie der canadischen Federation in Palästina Vor ein paar Jahren hat die canadische Federation dem Jüdischen Nationalfonds einen Betrag von ca. 50 000 Frcs. zur Verfügung gestellt mit der Bestimmung, hierfür ein zusammenhängendes Grundstück für den Nationalfonds auf den Namen der Zionistischen Federation in Canada zu erwerben. Dem Nationalfonds hat sich kürzlich die Möglichkeit geboten, dieser Bestimmung in einer der Kolonie Kastinieh (B’er Tobiah) sehr förderlichen Weise Rechnung zu tragen. Wie auf dem Wiener Kongreß von dem Leiter des Palästinaamtes mitgeteilt wurde, hat eine Arbeitergruppe, bestehend aus Vorarbeitern der Nationalfonds-Farm aut Hulda, in Kastinieh ein für auswärtige Pflanzer bestimmtes Areal in provisorische Bewirtschaftung genommen und durch ihre tüchtigen Leistungen der ganzen etwas zurückgebliebenen Kolonie als mustergültiges, aneiferndes Beispiel gedient. Um diese Arbeitergruppe gemäß dem dringenden Verlangen der Kolonie dauernd in Kastinieh behalten zu können, und zugleich den Arbeitern eine dauernde Existenz zu ermöglichen, hat der Nationalfonds eine Parzelle von ca. 800 Dunam mit darauf befindlichen Gebäuden und Pflanzungen vom Odessaer Komitee übernommen, um sie der Arbeitergruppe in Erbpacht zu geben. Der Verein Esra in Berlin hat gleichzeitig der Arbeitergruppe für Anschaffung von Inventar ein Darlehen von 10 000 Frcs. gegen Rückzahlung in 20 Jahresraten gewährt. Durch diese Gründung hat der Nationalfonds einen neuen Typus von Arbeitergenossenschaften ins Leben gerufen, die auf getrennter Hof- und gemeinsamer Feldwirtschaft beruhend, einen wichtigen Schritt auf dem Gebiete der genossenschaftlichen Kolonisation nach dem Prinzipe der Erbpacht darstellt. Erfreulich ist auch, daß es dem Nationalfonds dank der Opferfreudigkeit unserer canadischen Gesinnungsgenossen und deren energischem Präsidenten Mr. Clarence de Sola, sowie der Mitwirkung befreundeter Institutionen möglich geworden ist, einen neuen Stützpunkt der jüdischen Arbeit im Süden Palästinas zu schaffen. Angesichts der zunehmenden Zahl der auf den Nationalfondsbetrieben ausgebildeten Arbeiter wäre es zu begrüßen, wenn es dem Nationalfonds durch ähnliche Zuwendungen in nächster Zeit gelänge, die Zahl derartiger Genossenschaften m allen Teilen Palästinas zu vergrößern. Die canadische Federation hat den Beschluß gefaßt, dem Nationalfonds für einen ähnlichen Zweck weitere Mittel zur Verfügung zu stellen und zu diesem Zwecke auf der letzten Konvention den Betrag von 8000 Dollar gezeichnet. Konferenz der Zionisten New Yorks (Von unserem New Yorker Berichterstatter.) Am 21. Dezember v. J. tagte in New York, einberufen vom Zionist Council of Oreater New York, zum ersten Male eine Konferenz aller New Yorker Zionisten. Um 10 Uhr vormittags wurde die Konferenz eröffnet. Mr. L. Lipsky begrüßte die Konferenz als Präsident der Federation of american Zionists. Dann hielt Mr. Henry E i s e r, Präsident des Zionist Council of Oreater New York und Vorsitzender der Konferenz die Eröffnungsrede, in der er unter anderem verschiedene Pläne für die zionistische Arbeit New Yorks in Zukunft empfahl. Mr. M. Danzes beantragte die Herausgabe einer Cent-Bibliothek, ähnlich der in Rußland schon existierenden Kopeken-Bibliothek. Nachmittags um 2 Uhr begann die zweite Sitzung mit einer Rede des Vorsitzenden Mr. H. Eiser, der die Gründung einiger zionistischer „Centres“ in verschiedenen Teilen New Yorks und eines Zion-Institutes (National-Hauses), für das schon eine ansehnliche Summe gesammelt wurde, forderte. Mr. Ab. G o 1 d b e r g , Redakteur des „Jüdischen Volkes“, hielt eine begeisternde Rede, in welcher er für die Gründung einer täglich erscheinenden zionistischen Zeitung und eines Zion-Institutes eintrat. Diese Rede war der Höhepunkt der Konferenz. Auf Vorschlag des Resolutions-Komitees wurden u. a. folgende wichtigen Resolutionen angenommen: Der Council wird beauftragt, Pläne für die Herausgabe des „Jüdischen Volkes“ als täglicher und des „Maccabaean"' als wöchentlicher zionistischer Zeitung auszuarbeiten. Ein spezielles Komitee soll für diesen Zweck gewählt werden. (Die Wahl wurde sofort vorgenommen.) Es soll ein Organisationskomitee gewählt werden, das die Eröffnung mehrerer zionistischer „Centren“ in New York vorzubereiten hat. Die Konferenz verurteilt die Beschlüsse des Kuratoriums des Polytechnikums in Haifa, welches dort die deutsche Sprache als Unterrichtssprache einführen will. Es soll ein Fonds zur Unterstützung der Lehrer der hebräischen Schulen in Palästina angesammelt werden. Alle sechs Monate sollen Konferenzen der New Yorker Zionisten stattfinden. Die Federation wird aufgefordert, dahin zu wirken, daß die amerikanischen Juden in Palästina beim Bodenkauf keine Schwierigkeiten haben, gleich den anderen amerikanischen Untertanen. Es soll ein Publikationskomitee erwählt werden, das billige zionistische Literatur verbreiten soll. Alle Anwesenden verpflichten sich, am 26. Dezember, welcher Tag als Schekel-Tag festgesetzt ist, den Schekel von Haus zu Haus einzufordern. (Antrag Lipsky.) Hierauf wurden die Wahlen vorgenommen und folgende Herren gewählt: Henry Eiser, Präsident; Sam Wiesen, Vizepräsident; Joseph Schorr, Kassierer; M. Kurz, Finanzsekretär; S. Schwarz, Protokollsekretär; Exekutivkomitee: Goldstein, Adler, Kramer, Rafelsohn, Norwolk, Stern, Nathansohn, jakobsohn, Geist, Jarcho. Generalversammlung des Niederländischen Zionistenbundes Die General Versammlung des N. Z. B. fand dieses Jahr am 24. und 25. Dezember, in Amsterdam, im „Casino“ statt, ln einem Nebensaale hatten der Bücher- und Broschürenverlag und der J. N.-F. ihre gewöhnliche Ausstellung. Der Vorsitzende N e h e m i a de Lieme eröffnete die Versammlung. Es waren anwesend die Mitglieder des Präsidiums, Dr. van V r i e s 1 a n d , Alfred Polak, Dr. S. Cohen, Dr. L. S. Ober k in, M. J. Vaz Dias; Jakobus Kann erschien erst am folgenden Morgen zur Versammlung. Ferner waren erschienen von der Redaktion des Parteiorgans, „de Joodsche Wächter“ die Herren Dr. Edersheim, l>r. Gomperts und Dr. van Raalte sowie etwa 120 Vorsitzende und Delegierte von 23 Ortsgruppen. Der Vorsitzende besprach in seiner Eröffnungsrede u. a. den gegenwärtigen Kampt für die hebräische Sprache in Palästina und schloß mit den Worten Josuas: „Seid stark und fest!“ Der Vorsitzende der Ortsgruppe Amsterdam, Herr Dr. Henri Edersheim hieß die Versammlung im Namen der Amsterdamer Gesinnungsgenossen herzlich willkommen. Der Bundessekretär Dr. v. Vriesland verlas hierauf den Einlauf: Das Mitglied des E.A.C. Herr D/. Hantke berichtet, zu seinem größten Bedauern intolge der Vorgänge in Pa'äsuna nicht anwesend sein zu können. Vom E. A. C. war ein ausführlich es Schreiben eingetroffen, in welchem die Unterstützung der holländischen Zionisten für unser Schulwerk in Palästina gefordert wird. Auch das Direktorium des j. N.-F. in Köln sandte ein Begrüßungsschreiben. Die Generalversammlung verhandelte zunächst über einen Antrag der Ortsgruppe Twente, daß alle Mitglieder des N. Z. B. auch Abonnenten des Parteiorgans sein müssen, sodann auch über einen Antrag, von den kleineren Ortsgruppen pro Mitglied einen niedrigeren Beitrag zu fordern als von den größeren. - Der Vorschlag zum Schabuothfeste wieder ein Biumenfest für den J. N.-F. zu veranstalten, wird einstimmig angenommen. In der Debatte über Propaganda wird eine stärkere Zentralisation gewünscht sowie die Anstellung besoldeter Be- 23234848232348234853482323532348

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