Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 18 (1914)
- Issue
- 4 (23.1.1914)
- Article
- [Ohne Titel]
- Date
- 1914-01-23
- Page
- 80 (sequence 2)
- Language
- German
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15655, gleichfalls ohne Kosten für den Absender. Abgesehen davon empfielt sich die Einzahlung auf unser Konto bei der Nationalbank für Deutschland, Berlin W., Depositenkasse Kurfürstendamm 211, resp. bei den Zahlstellen des Jewish Colonial Trust. Die Gesamteingänge für den Zentralfonds haben mit dem dieswöchigen Ausweis 86 000 Mark überschritten. Diese Summe verteilt sich auf die einzelnen Länder wie folgt: Rußland. . Mk. 43 100 Deutschland. 26100 Oesterreich Böhmen 4200 Innerösterreich 1800 6000 Canada . 3 300 Galizien. 2 200 1 600 England. „ 750 Verschiedene Länder . ■ - 2050 Halberstadt: In einer gut besuchten Versammlung der Schekelzahler sprach am Montag, den 19. Januar, Herr Dr. Arthur Biram - Berlin über den „S c h u 1- Konflikt in Palästin a". Die lebendigen Ausführungen des Referenten erweckten das lebhafteste Interesse und fanden den ungeteilten Beifall der Versammlung. Die Sammlung für den Zentralfonds hat bereits 200 M. überschritten. Karlstadt (Kroatien): Auch hier hat das Vorgehen des Hilfsvereins in Palästina große Entrüstung hervorgerufen. Wir schließen uns dem Proteste der gesamten jüdischen Öffentlichkeit an und sichern unseren Brüdern im heiligen Lande die materielle und moralische Hilfe der stammesbewußten kroatischen Juden zu. Wir haben in unserem Verein „Karlovacka zidovska omladina“ einstweilen 60 Kr. gesammelt, eine größere Sammlung mit voraussichtlich sehr bedeutendem Ergebnis wird demnächst veranstaltet. Bukarest: Der Verein „Saron“ drückt den kämpfenden Brüdern in Palästina herzlich die Hand und übersendet demnächst 500 Eres. Vilajesti (Rumänien): Eine große Versammlung, veranstaltet vom Verein „Erez Israel", hat nach Anhörung des Referates des Herrn Rabbiner Dr. Brests beschlossen, den ausgetretenen Mitgliedern des Kuratoriums Dank und Vertrauen auszusprechen. Wir protestieren auf das energischste gegen das unjüdische und unmenschliche Verhalten des Hilfsvereins in diesem Streite. Wir senden Ihnen unsere Protestresolution mit 150 Unterschriften. Zugleich überweisen wir Ihnen unseren ersten Beitrag von 200 Eres. M o i n e s t i (Rumänien): Eine öffentliche Versammlung des Vereins „Thorath Zion" hat nach Anhörung der Vorträge der Herren Mendel Grünberg aus Bukarest und M. S. G u t m a n n beschlossen, der Empörung gegen die Schandtaten, die der Hilfsverein in jüdischen Schulen des heiligen Landes verübt hat, Ausdruck zu geben. Die hiesige Gemeinde ist tief empört über diesen unerhörten Feldzug gegen Juden, den der Hilfsverein mit Hilfe der Polizei und der nichtjüdischen Presse unternommen hat. Den mutigen Streitern für unsere nationale Sache senden wir als ersten Beitrag 240 Eres. Iloie (Rumänien): Der hiesige jüdische Jugendverein spricht den Juden, die die jüdische Schule mit Hilfe der Polizei beherrschen wollen, seine Verachtung aus. Möge in den hebräischen Schulen ein neuer Geist herrschen, ein Geist echten, jungen Judentums. Empfangen Sie von uns 50 Eres, als ersten Beitrag. N o vv o s c h k o w (Gouv. Tschernigow): Unsere kleine Gemeinde protestiert energisch gegen die frevelhaften Beschlüsse des Kuratoriums und hofft, daß wir alle im Kampfe ausharren werden. Empfangen Sie unseren ersten Beitrag von 50 M. Wir werden dauernd mit euch sein. Dobrianka (Gouv. Tambow): Aus einem der entlegensten Orte in Rußland sendet Ihnen eine Gruppe Juden, unsere ganze jüdische Gemeinde, herzlichste Grüße und den Ausdruck freudigster Zustimmung. Möge der Kampf auch fernerhin mit denselben Waffen geführt werden: von unseren Gegnern mit P o l i zeige w a 11 und von uns mit der Begeisterung des Volkes. Unseren kleinen Beitrag von 10 Rubel haben wir abgesandt. Minsk: Wir sind erbittert über die gewissenlosen Angriffe und die unjüdische Hetze, die von seiten des Hilfsvereins gegen unsere Lehrer und Schulen in Palästina geführt wird. Unsere erste Sammlung hat den Betrag von 1200 Rbl. ergeben. Wir setzen die Arbeit fort. Pinsk: In mehreren Versammlungen ist die beiliegende Resolution einstimmig angenommen worden. Gegner, die mit solchen Mitteln kämpfen, die gegen anständige, ruhige Lehrer mit Polizeigewalt Vorgehen, die in das geheiligte Haus der jüdischen Kinderschule bewaffnete Soldaten führen — solche Gegner verdienen Verachtung. Wir protestieren nicht gegen sie, wir verachten sie. Für unsere Schulen senden wir Ihnen unseren ersten Jahresbeitrag von 500 Rbl. Charbin: Wir Mitglieder der Palästinagesellschaft in Charbin protestieren auf das schärfste gegen die Beschlüsse des Kuratoriums, die den Intentionen der Spender und Förderer dieser Anstalt zuwiderlaufen. Wir beglückwünschen die Vorkämpfer für die hebräische Sprache in Palästina und werden das neue Schulwerk nach Kräften fördern. Unsere Protesterklärung senden wir gleichzeitig an den Hilfsverein in Berlin. Slobodka (bei Kowno): Die Mitglieder der hiesigen jüdischen Gemeinde sprechen ihre Entrüstung aus über das schmachvolle Vorgehen des Kuratoriums und des Hilfsvereins. Unsere besten Wünsche begleiten die hebräischen Lehrer Palästinas in ihrem heiligen Kampfe. Ihr Sieg wird der Sieg des ganzen jüdischen Volkes sein. Wir versprechen, das hebräische Schulwerk dauernd nach unseren bescheidenen Kräften zu unterstützen. Einstweilen senden wir als erste Rate 27 Rubel. Die amerikanischen Kuratoriumsmitglieder für das Hebräische Der Kampf um die hebräische Sprache in Palästina ist durch die Stellungnahme der amerikanischen Kuratoriumsmitglieder in ein neues Stadium getreten. Die Mittel für das Technikum in Haifa sind bekanntlich größtenteils in Amerika aufgebracht worden und die Willenskundgebung der amerikanischen Mitglieder des Kuratoriums erhält dadurch besonderes Gewicht. Nachstehend veröffentlichen wir in wörtlicher Uebersetzung aus dem Englischen ein Kabeltelegramm, das die amerikanischen Kuratoriumsmitglieder unter dem 18. Januar an das zionistische Actions-Comite in Berlin gerichtet haben: Die Unterzeichneten amerikanischen Mitglieder des Haifaer Kuratoriums, versammelt zu einer Konferenz, empfehlen einstimmig die Annahme des Folgenden: Die offizielle Sprache am Technikum, soweit der Verkehr mit Schulen und Behörden in Palästina und der Türkei in Betracht kommt, soll Hebräisch, Arabisch und Türkisch sein. Für den Verkehr mit fremden Ländern soll die offizielle Sprache Deutsch, Englisch und Französisch oder eine Von diesen Sprachen nach Wahl des Kuratoriums sein. D i e Unterrichtssprache soll der Entscheidung des Kuratoriums überlassen werden, mit der Maßgabe, daß das Hebräische vorherrschend sein soll, soweit es durchführbar ist, und daß nach nicht mehr als sieben Jahren die Unterrichtssprache Hebräisch in allen Disziplinen sein soll, ausgenommen in denjenigen, in denen nachgewiesen werden kann, daß geeignete hebräische Instruktionen oder Lehrbücher noch nicht genügend vorhanden sind. Die Zionistische Organisation soll es übernehmen, der Anstalt moralische und materielle Unterstützung zu verschaffen. Es wurde auch empfohlen, die Herren Ginsberg, Lev in und Tschlenow zu bitten, wieder ins Kuratorium einzutreten. Adler, Kraus, Mack, Marshall, Schechter, Schiff, Straus. Wie man sieht, stehen die von den amerikanischen Kuratoriumsmitgliedern, darunter führenden jüdischen Persönlichkeiten wie Jacob H. Schiff, Oscar Straus, Louis M a r s h a 11 und Prof. Schechter, gefaßten Beschlüsse in allen wichtigen Punkten in deutlichem Gegensatz zu dem bekannten Kuratoriumsbeschluß vom 26. Oktober vorigen Jahres. Wie ersichtlich, hatte von den amerikanischen Mitgliedern des Kuratoriums keiner an der betreffenden Berliner Kuratoriumssitzung teilgenommen.