Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 18 (1914)
- Issue
- 3 (16.1.1914)
- Article
- Zionistenhetze in Deutschland
- Date
- 1914-01-16
- Page
- 70 (sequence 2)
- Language
- German
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70 Nr. 3 von Katz ist typisch. Es bedarf keiner Ausdrücke der Entrüstung über diese Sorte von Juden. Nur eine Lehre wollen wir diesen Menschen gegenüber jetzt mit verdoppelter Energie verkünden: Sie gehören wirklich nicht zur jüdischen Nation! „Mauschel hat sich von uns losgesagt. Mauschel, das ist ein schöner Zug.“ Oder wird es auch in Zukunft noch Zionisten geben können, die sich mit Assimilanten zu jüdischer Arbeit zusammensetzen werden? tpi1.”ült.t.>.*üt!ll!ltlllllllUtllll"l""lll"lllll.!li Illllllllllllllllllllillllllilllillllllllll AUS DER BEWEGUNG llllllllllllllllllllllllllll Jüdischer Kulturfonds „Kedem“ Spenden-Aus weis vom 30. Dezember 1013 bis 6. Januar 1914: Ch. Bornstein, Warschau.Rbl. 16.— I. Friedmann, Warschau.„ 10.— S. Daum, Warschau.„ 5.— S. Rabinowitz, Warschau.„ 5.— M. Edelman, Warschau.„ 3.— Ch. Grundland, Warschau.„ - 6.— D. Dubnow, Warschau.„ 4.— A. Katzonowski, Warschau .... „ 1.— Zion. Verein, Plotzk. „ 15.— Rbl. 65.— Zugunsten des Hebräischen Schul werks : Zion. Verein, Plotzk.- Rbl. 10.— Rbl. 75.— — J/. 162.— Personal d. Firma Nierenstein & Rapoport, Warschau, d. I. Staschewski - Frcs. 100.— - „ 80.- Summe . H. 242.— Vom Jüdischen Nationalfonds Für den Jüdischen Nationalfonds sind vom 1. bis 7. Januar d. J. M. 8378.81 eingegangen. Hiervon entfallen auf Rußland M. 4182.20, Nordamerika M. 2351.49, Deutschland M. 830.22, Palästina M. 620.—, Serbien M. 320.—, diverse Eingänge M. 74.90. Sitzung des Universitäts-Ausschusses Am 6. und 7. Januar hat der Arbeits-Ausschuß für die Universität in Jerusalem im zionistischen Zentralbureau seine erste Sitzung abgehalten. Der Arbeits-Ausschuß besteht aus sämtlichen Mitgliedern des Engeren Actions-Gomites und den Herren U s s i s c hkin, Wolffsohn und Prof. Weizmann. Herr Wolffsohn mußte wegen seiner angegriffenen Gesundheit der Sitzung fernbleiben. Es fehlte ferner Herr Dr. Jacobson, der gegenwärtig in Konstantinopel weilt. Es wurde Bericht erstattet über die Entwicklung der Vorarbeiten seit dem letzten Kongreß, insbesondere über die Verhandlungen betreffs Ankauf des Bauplatzes und die Propaganda in den verschiedenen Ländern. Als Ergebnis der Verhandlungen seien hier folgende Beschlüsse veröffentlicht: Der Arbeits-Ausschuß beschließt zur Aufbringung der erforderlichen Geldmittel die Bildung einer besonderen Gesellschaft. Die Einzahlung der gezeichneten Beträge soll ratenweise erfolgen. Geber den Bauplatz und die Statuten wurden keine endgültigen Beschlüsse gefaßt. Der Ausschuß beschließt, schon jetzt Lehrkräfte für die Universität ausfindig zu machen, die neben ihrer wissenschaftlichen Befähigung auch den Anforderungen an die Kenntnis des Hebräischen genügen könnten. Der Ausschuß hält es für notwendig, sich mit dem Waad Halaschon ins Einvernehmen zu setzen zum Zwecke der Festlegung einer hebräischen Terminologie für die verschiedenen wissenschaftlichen Gebiete. Es wurde beschlossen, die Vorarbeiten für die Universitätsbibliothek zu beginnen und schon jetzt in Aussicht gestellte Bücherspenden entgegenzunehmen. Es wurde ferner eine umfassende Propaganda in Wort und Schrift beschlossen. Die Zentralstelle für sämtliche Angelegenheiten der Universität bildet das zionistische Zentralbureau in Berlin, es sollen jedoch angesichts der verschiedenen Arbeitsbedingungen in den einzelnen Ländern Bureaus gegründet werden. Sämtliche Beschlüsse sollen der nächsten Sitzung des Großen Actions-Gomites vorgelegt werden. Ausstellung des „Bezalel“ Der „Bezalel“ veranstaltet in seinen Bureauräumen, Berlin W. 15, Bleibtreustr. 34/35, eine permanente Ausstellung der kunstgewerblichen Erzeugnisse seiner Schule und Werkstätten in Jerusalem. Die Freunde des „Bezalel“ werden hiermit eingeladen, die Ausstellung an Werktagen zwischen 3 und 7 Uhr nachmittags zu besichtigen. Ein neues Büchergeschenk Die vier bisher erschienen Bändchen der Sammlung „V o m alten Stamm“ werden von jetzt ab als Serie I auch in einem gemeinsamen Geschenkkarton abgegeben. Wir verweisen im übrigen auf das Inserat des Jüdischen Verlags im Anzeigenteil. Preis der Serie im Pappband 8 M., im Leinenband 12 M. Die XI. Landeskonferenz der Zionisten Galiziens (Von unserem galizischen Berichterstatter.) Am Sonntag, dem 4. und am Montag, dem 5. Januar 1914, hat in Lemberg die XI. Landeskonferenz der zionistischen Organisation Galiziens getagt, bei der 110 Delegierte 62 Ortschaften vertraten. Sonntag, um 9> - Uhr vormittags, eröffnet der Präsident des Zentralkomitees der Zionisten Galiziens, Adolf Stand, die Tagung mit einer Rede, die den jetzigen Zustand der zionistischen Bewegung schildert. Sehr unglücklich haben die traurigen ökonomischen Verhältnisse auf das galizische Judentum eingewirkt. Der ganze jüdische Mittelstand im Lande ist verarmt. Das vergrößert noch die Pflicht der politisch-wirtschaftlichen Betätigung seitens der zionistischen Partei. Nicht die Verelendungstheorie sei der Weg zum Zionismus. Mit einem verzweifelten vernichteten Volke kann keine nationale Zukunft gebaut werden. Zur Technikumsfrage übergehend, beleuchtet Redner die ganze Angelegenheit und übermittelt den nationalen Kämpfern, die in Palästina die jüdische Kultur verteidigen, die Grüße der galizischen Zionisten. Ins Präsidium werden gewählt: Stand, Präsident, Dr. F e 1 d b 1 u m (Krakau), Dr. Ringel (Lemberg), T r o p p (Stanislau), Dr. Wald mann (Tarnopol) zu Stellvertretern, Dr. Geyer (Lemberg), Dr. Korngrün (Drohobycz), Dr. Spann (Tarnow) zu Schriftführern. Es wird ein Permanenzausschuß aus 23 Mitgliedern eingesetzt. Während dieser Sitzung gedenkt Präsident Stand ehrend der in den letzten zwei Jahren verstorbenen Gesinnungsgenossen: Dr. Josef Kobak, Dr. David Krenzel, Jakob M i n z e r, Max Sternberg, Hillel P i n e I e s , Mendel Pomeranz. Hierauf erstattet Dr. Michael Ringel den Rechenschaftsbericht über die Tätigkeit des Zentralkomitees in den Jahren 1912 und 1913. Agitatorisch und organisatorisch haben außer den Z. K.-Mitgliedern besonders die Sekretäre des E. A. C. gewirkt. Im kongreßlosen Jahre 5672 wurden 8055 Schekolim gegen 6499 Schekolim des vorhergehenden Kongreßjahres 5671 und im Jahre 5673 13 745 Schekolim eingezahlt. Für den Zentralfonds sind im Jahre 1912 9733 M., im Ausnahmsjahre 1913 5043 M. eingeflossen. Auf dem X. Kongresse war die Landesorganisation durch 31, auf dem XI. durch 55 Delegierte vertreten. Die Partei steht in Verbindung mit 173 Ortsorganisationen.