Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 18 (1914)
- Issue
- 2 (9.1.1914)
- Article
- Das Jahresfest des Makkabi
- Date
- 1914-01-09
- Page
- 44 (sequence 2)
- Language
- German
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44 Nr. 2 eingetroffen ist, durch zahlreiche Gespräche mit den Repräsentanten des hiesigen Judentums und den Vertretern auswärtiger jüdischer Organisationen Informationen zu sammeln gesucht. niiiiiiiniiiliininiitiitiüiüiiiiiiiiiiiiii Amerika fiimtiiiiiiiniiniiiiiiiiiiiiiiiiiniiiHiiii Sephardische Einwanderer in Amerika Die sephardische Einwanderung in Amerika hat in den letzten Jahren ganz bedeutend zugenommen und hat die jüdischsoziale Arbeit vor große neue Aufgaben gestellt. Die Anzahl der in New York lebenden orientalischen Juden beträgt heute 15 000, ohne daß sie sich zu einer eigentlichen Gemeinde zusammengeschlossen hätten. Die Schwierigkeit der Fürsorge für diese Elemente besteht darin, daß fast sämtliche jüdischsozialen Institute für aschkenasische Juden eingerichtet sind und daher den Bedürfnissen der nicht Yiddish, sondern Ladino sprechenden sephardischen Juden nicht entsprechen. Infolgedessen sind bisher die Kinder fast aller dieser Einwanderer ohne Religionsunterricht geblieben, und es fehlte ihnen ferner an einer Zentralstelle sozialer Fürsorge. In einer kürzlich in New York von der Federation der orientalischen Juden einberufenen Versammlung wurde daher beschlossen, eine „Ladinos-Gemeinde zu gründen, deren Unterhalt von den Mitgliedern der Gemeinde selbst durch bestimmte Beträge bestritten werden soll. Die pro Person 12 Dollars betragenden Jahresbeiträge sollen zur Errichtung von Talmud Thoras, Religionsschulen, Vereinshäusern und einem Arbeitsnachweis verwendet werden. ~ Das Analphabetengesetz in Amerika Nachdem das Gesetz, das Analphabeten von der Einwanderung in den Vereinigten Staaten ausschließt, bei einer früheren Lesung abgelehnt wurde, soll es nun dem amerikanischen Repräsentantenhause nochmals vorgelegt werden. Das Einwanderungskomitee des Repräsentantenhauses hat die Abgesandten verschiedener jüdischer Organisationen empfangen, die gegen die Analphabetenklausel des neuen Gesetzes, besonders aber gegen die Ausschließung von Personen, die religiöser Verfolgungen halber geflohen sind, protestieren. Trotz dieser mehrere Stunden währenden Unterredung gab das Komitee die Gesetzesvorlage ohne Einschränkung weiter.!!»»»«> Kleine Nachrichten DieGesellschaftzurFörderungderWissenschaff des Judentums versendet ihren 11. Jahresbericht. Aus dem reichen literarischen Schaffen der Gesellschaft sei das Erscheinen des Werkes von J. E 1 b o g e n „Der jüdische Gottesdienst in seiner geschichtlichen Entwicklung“ hervorgehoben. Drei Werke, nämlich die letzte größere Arbeit des eben verstorbenen Budapester Professors Wilhelm Bacher „Tradition und Tradenten“, der zweite Band des „Maimonides- Gedenkwerkes“. und der erste Band der „Germania Judaica“ sind im Druck, und weitere drei Werke, nämlich den zweiten Band der „Wirtschaftsgeschichte“ von Georg Caro, die „Historische Geographie Palästinas“ von Samuel Klein unri die zweite Auflage von Leo B a e c k s „Wesen des Judentums“ beabsichtigt die Gesellschaft, demnächst in Druck zu geben. Hierzu kommen die zahlreichen Werke, deren Erscheinen die Gesellschaft durch Zahlung von Subventionen ermöglicht. Der Bericht erwähnt nicht weniger als 17 solcher Subventionen. Ein Blick in die Mitgliederliste zeigt, daß die Gesellschaft auch in nichtdeutschen Ländern, auch außerhalb Europas, sich einer ständig wachsenden Mitgliederzahl erfreut. Kürzlich wurde in England zum 25. Male der Jahrestag der Einberufung der Juden zur Armee festlich begangen. In der Zentralsvnagoge fand Gottesdienst statt, an welchem eine große Anzahl jüdischer Offiziere, Mitglieder der freiwilligen Sanitätskolonne, Pfadfinder usw. teilnahmen. Major L. W a 1 e y- Cohen leitete den Aufzug des Militärs, die ausübenden Geistlichen waren der Großrabbiner und Rabbiner "Michael Adler. Dem Gebet für die königliche Familie folgte eine kurze Predigt des Rabbiners. Am Abend fand ein großes Festessen statt, an welchem die oben erwähnten Herren und eine. Menge Offiziere teilnahmen. In einem Brief, den Mendel B e i I i s dieser Tage an den bekannten jüdischen Schriftsteller Scholem-Alei ehern gerichtet hat, schreibt er u. a.: „So Gott will, verlasse ich demnächst das gesegnete Rußland und werde voraussichtlich nach Palästina reisen. Ich möchte den Augenblick schon gern erleben, wo ich und meine Angehörigen heimkehren werden in das Land unserer Ahnen.“ Am 27. Dezember verschied der langjährige Oberkantor des israelitischen Synagogenvereins Beth Israel in Wien II, Herr Mayer Schorr, der der zionistischen Bewegung warmes Interesse entgegenbrachte und der beim Leichenbegängnis Dr. Theodor H e r z 1 s fungiert hatte. Gesinnungsgenossen! Der Aufruf des Actions-Comites für das hebräische Schulwerk in Palästina hat in der gesamten zionistischen Öffentlichkeit einen Widerhall erweckt, wie wir es ähnlich nur in der allerersten Zeit unserer Bewegung miterlebt haben. Mit einer Opferfreudigkeit ohnegleichen haben sich die aktiven Zionisten in den Dienst der zurzeit wichtigsten Aufgabe unserer Organisation gestellt. Bei der Arbeit, die uns jetzt bevorsteht, brauchen wir in erster Linie die bewährten Mittel unserer Propaganda und vor allem unsere Parteipresse. Über alles, was in Palästina in den letzten Monaten vor sich gegangen ist, hat „Die Welt“ die ausführlichsten und zuverlässigsten Berichte gebracht. Diese Berichte haben den stärksten Eindruck gemacht, weit über die zionistischen Kreise hinaus. Audi für die Folge wird unser Zentralorgan es als seine vornehmste Pflicht ansehen, in dem ernsten und schweren Kampfe, den wir entschlossen zu Ende führen müssen, an der Spitze zu marschieren. „Die Welt“ soll unseren Freunden und Mitkämpfern eine reine und gute Waffe, ein wirksames Instrument für die Propaganda sein. Die Wirkung dieses wichtigsten Propagandamittels aber hängt von seiner Verbreitung ab. Wir sind sicher, daß auch unsere Freunde und Leser dies einsehen und gerade jetzt bei der Verbreitung der „Welt“ mit aller Energie mitarbeiten werden. Unser Blatt kann nur dann Schritt halten mit der raschen Entwicklung unserer Bewegung, wenn alle Gesinnungsgenossen auch der „Welt“ ihre ideelle und materielle Unterstützung angedeihen lassen. Es muß möglich sein, daß uns fast jeder unserer Abonnenten wenigstens einen neuen Abonnenten gewinnt. Kein Zeitpunkt ist dafür günstiger als diese Wochen des Kampfes. Was jetzt für „Die Welt“ getan wird, wirkt nach auf Monate und Jahre. Wir richten also an alle unsere Freunde die eindringliche Bitte, umgehend bei dem Verlag „Die Welt“, Berlin W 15, Sächsische Straße 8, Propagandamaterial zu bestellen und die Werbe-Arbeit unverzüglich aufzunehmen. Hier ist eine vorzügliche Gelegenheit für jeden einzigen Zionisten, mittelbar dem Zionismus die wertvollsten Dienste zu leisten. Verlag und Redaktion der „Welt“.