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Die Welt · 1914-01-09 · 2 (9.1.1914) · p. 36

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Journal
Die Welt
Volume
18 (1914)
Issue
2 (9.1.1914)
Article
Kundgebung der russisch-jüdischen Studenten in Westeuropa
Date
1914-01-09
Page
36 (sequence 2)
Language
German
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36 satz zu den Unterrichtsanstalten des Jiilfsvereins, Schulen zu gründen. Wir glauben, daß die Wahrheit des nationalen Lebens den vollen Sieg über die von außen kommenden assimilatorischen Einflüsse feiern wird, und daß die hebräische Schule eine starke Waffe des neuen Jischub bilden wird. Der Beschluß des Kuratoriums bedeutet einen Verrat der Interessen Palästinas, einen Schlag für die auferstehende hebräische Sprache. Die jüdische nationale Studentenschaft fordert, daß das Kuratorium den Beschluß wieder aufhebe, der das jüdische Volk in so große Aufregung versetzt hat. Unseren Vertretern im Kuratorium, welche im entscheidenden Moment die Verantwortung für diesen beschämenden Beschluß abgelehnt haben, drücken wir unser unbegrenztes Vertrauen aus.“ Folgende Studentenvereine haben die vorstehende Erklärung unterzeichnet: Zionistisch-akademische Verbindung „Hatcbiah“, Berlin. Zionistisch-akademische Verbindung „Hasmonäa“, Heidelberg. Zionistisch-akademische Verbindung „Makkabäa“, München. Zionistisch-akademische Verbindung „Theodor Herzl“, Königsberg. Zionistisch-akademische Verbindung „Nes Zionah“, Breslau. Zionistisch-akademische Verbindung „Rabbi Akiba“, Straßburg. Zionistisch-akademische Verbindung „Hechawer“, Karlsruhe. Verein zionistischer Akademiker, Leipzig. Zionistisch-akademische Verbindung „Hechawer“, Darmstadt. Zionistisch-akademische Verbindung „Hatikwah“, Lausanne. Zionistisch-akademischer Verein „Hechawer“, Basel. Zionistisch-akademischer Verein „Hechawer“, Zürich. Zionistisch-akademischer Verein, Bern. Zionistisch-akademischer Verein „Haschachar“, Genf. Zionistisch-akademischer Verein „Hechawer“, Lyon. Zionistisch-akademischer Verein „Hatchiah“, Montpellier. Zionistisch-akademischer Verein „Kadimah“, Liege (Lüttich). Zionistisch-akademischer Verein „Herzliah“, Graz. Zionistisch-akademischer Verein „Hechawer“, Prag. Zionistisch-akademischer Verein „Hechawer“, Brünn. Protestversammlung in Lemberg Am 23. Dezember v. Js. fand im Verbindungslokal der „Hasmonea“ in Lemberg eine Protestversammlung zionistischer Akademiker gegen die Beschlüsse des Kuratoriums statt, die folgende Resolutionen faßte: 1. Die am 23. Dezember im Vereinslokal „Hasmonea“ zu Lemberg abgehaltene Protestversammlung der gesamten zionistischen Hochschüler gibt einstimmig ihre Erbitterung über die bekannte Beschlußfassung des Kuratoriums der technischen Hochschule zu Haifa betreffs Einführung der deutschen Unterrichtssprache kund und erhebt energischen Protest gegen die frevelhafte Missetat, die damit an der hebräischen Sprache und an den Lebensinteressen der gesamten national gesinnten Judenheit verübt wurde. 2. Die Versammlung drückt Herrn A. Ginzberg, Dr. Tschlenow und Dr. S. Lewin ihre Anerkennung für ihre mannhafte Verteidigung der hebräischen Sprache aus. Protest der jüdischen Studenten in Antwerpen Der Cercle des Etudiantsjuifs in Antwerpen, der eine Mitgliederzahl von etwa SO Studenten hat, hielt am 23. Dezember seine Generalversammlung ab, bei der folgender Protest gegen das Vorgehen des Hilfsvereins in Palästina angenommen wurde: „Wir stellen mit Bedauern fest, daß durch die Einführung einer anderen als der hebräischen Unterrichtssprache in Palästina versucht wird, die dortige jüdische Kolonisationsarbeit zunichte zu machen und das Hauptprinzip, das der jüdischen Renaissance zugrunde liegt, zu ersticken. Die Schaffung einer jüdischen Hochschule muß eine historische Etappe aut dem Wege der nationalen Kultur sein, deren Wichtigkeit nicht genug betont werden kann. Allein die Tatsache, daß dort eine andere als die hebräische Lehrsprache benutzt werden soll, würde genügen, um den Wert dieser Schule für die Völker des Orients zu verringern. Im Hinblick darauf, daß diese erste in Palästina geschaffene Hochschule das östliche und westliche Judentum allein durch die nationale Sprache vereinigen kann, und daß bereits zwei hebräische Gymnasien bestehen, die eine immer wachsende Bedeutung besitzen, protestieren wir gegen die Entscheidung des Hilfsvereins und bezichtigen seine Leiter des Treubruchs gegen unsere nationale Sprache. Wir wünschen, daß die Arbeit für die jüdische Universität in Jerusalem sobald wie möglich beginnen möge.“ Nr. 2 Eine Erklärung der palästinensischen Jugend in Berlin Der Klub der palästinensischen Jugend in Berlin hat in seiner außerordentlichen Sitzung vom 1. Januar folgenden Beschluß gefaßt: Wir erfahren zu unserem großen Schmerze, daß drei ehemalige Zöglinge der Hilfsvereinsschulen in Palästina, die noch dazu Palästinenser sind, die Studierenden an der Berliner Universität David Cohen, Shulmann und Baruchin, heimlich nach Palästina gereist sind und dort an Stelle der ausgetretenen Lehrer des Hilfsvereins Lehrämter in den Hilfsvereinsschulen übernommen haben. Sie haben damit die Solidarität der palästinensischen Judenschaft, die in der einmütigen Stellungnahme der Lehrerschaft und der Schüler gegen den Hilfsverein so überwältigenden Ausdruck gefunden hat, gröblich verletzt. Sie haben Verrat geübt, indem sie sich gegen ihre früheren Lehrer gewandt und in das Lager der Zerstörer unserer Kulturwerte übergegangen sind. Wir sind aufs tiefste empört, daß diese Leute, die Treubruch an der nationalen Sache verübt haben, die palästinensische Jugend unsere nationale Sprache lehren wollen und sich noch erkühnen, darauf hinzuweisen, daß sie Palästinenser sind. Wir Söhne Palästinas halten ihr Vorgehen für eine Schmach und beklagen es aufs tiefste, daß palästinensische L&ndeskinder sich dazu hergeben, der jüdischen Bevölkerung Palästinas in den Tagen des Kampfes um ihre höchsten Kulturgüter in den Rücken zu fallen. Angesichts der gesamten jüdischen Oeffentlichkeit sagen wir uns von ihnen los und streichen sie aus der Reihe unserer Mitglieder. Der Klub der palästinensischen Jugend in Berlin: Pinchas Cohn aus Sichron Jakob, diplom. Agronom, gewesener Leiter der privaten Mittelschule in Haifa. A. Hermoni. Naanan Bermann, Absolvent des hebräischen Gymnasiums in Jaffa, stud. phil. in Berlin. Diplom-Ingenieur Mordechai Levontin. Rebekka Resnik, Absolventin des hebräischen Gymnasiums in Jaffa. Penina Levontin, Absolventin des hebräischen Gymnasiums in Jaffa. B. Eppstein aus Safed, Studentin an der Universität Lau- Nechamah Kless aus Palästina, gewesene Lehrerin am Kindergarten in Rischon le Zion, zurzeit Kindegärtnerin in Berlin. Jacob Lubmann-Chabib aus Palästina, Absolvent der Hilfs vereinsschule, stud. phil. in Berlin. Hananel Drübin aus Palästina, stud. med. in Berlin. J. J. Reichert, Absolvent des Lehrerseminars in Jerusalem und gewesener Lehrer an der Hilfsvereinsschule in Haifa, stud. phil. in Esther Dondikoff aus Rechoboth. Nechamah Dondikoff aus Rechoboth. Alexander Salzmann, Absolvent des hebräischen Gymnasiums in Jaffa, stud. agr. in Berlin. Asaph Ziffrin aus Sichron Jacob, stud. techn. in Berlin. Mirjam Schalit aus Rischon-Le-Zion. Protest der Kolonie Milhamia Der Waad der jüdischen Kolonie Milhamia bei T i b e - rias hat an das Kuratorium des Haifaer Technikums folgende Zuschrift gerichtet: Geehrte Herren! Wir sind bestürzt über ihren Beschluß in Angelegenheit der Unterrichtssprache am Haifaer Technikum. Ehe Verdrängung der hebräischen Sprache und ihre Ersetzung durch das Deutsche ist eine nationale Schmach und für uns ottomar.ische Juden Palästinas ein Unglück. Im Verein mit der gesamten Judenheit Palästinas protestieren wir auf das nachdrücklichste gegen Ihren Beschluß und fordern Sie auf, dieses Verhängnis von uns abzuwenden. Das technische Institut in Haifa am Fuße des Karmel muß nach Geist und Sprache jüdisch sein. Wir Palästinenser t>IEl|EEL.T

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