Mannheim
Compact Memory

Die Welt · 1914-01-02 · 1 (2.1.1914) · p. 16

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
18 (1914)
Issue
1 (2.1.1914)
Article
Die Wahrheit marschiert!
Date
1914-01-02
Page
16 (sequence 2)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
93% known words query
IRI
…/3315709-3316625-3316626-3350886--58426-3350992
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

5 entity mentions

16 »MFM^rfciT- Nr. i nicht gleich ihnen anpöbeln. (Vergl. „Im deutschen Reich“ 1912, S. 106, 146, 271, 378 u. a. m.) Aber ... Prof. Dr. Ermano Loevinson aus Rom, italienischer Staatsbürger jüdischen Glaubens, Mitarbeiter von „Im deutschen Reich“, schreibt in „Ost und West“ (nicht gerade ein zionistisches Organ zu nennen), Juli-Heft 1913, Seite 549: „Das Erfreulichste, was sich über die Juden Italiens sagen läßt, ist zweifellos das hohe Maß ihrer Anteilnahme am wirtschaftlichen, wissenschaftlichen, künstlerischen und öffentlichen Leben, sowie an der Staatsverwaltung. Ihre Gleichberechtigung auf allen diesen Gebieten verdanken sie nicht nur der Verfassungsurkunde, . . . sondern ebenso dem geschickten taktvollen Gebrauch, den sie davon gemacht haben und noch machen, sowie nicht zum wenigsten ihrer geringen Kopfzahl.“ III. Nun noch eine Bemerkung: Auf diese letzten Worte ist es vielleicht zurückzuführen, daß man in jenen Kreisen bisher noch kein Wort der Zurückweisung für die Ausführungen auch eines deutschen Staatsbürgers jüdischen Glaubens, Dr. Max Marcuse, fand, der öffentlich für die Mischehe und für den Abschluß der deutschen Grenzen vor östlicher jüdischer "Einwanderung eintrat. (Vgl. Leitartikel der „Welt“, Nr. 35, 1913.) Nicht einmal der vielgewandte Herr Rabbiner Dr. G o 1 d m a n n fand da ein Wort der Abwehr, obwohl er darauf eigens hingewiesen wurde. Allerdings wäre in diesem Falle der zu bekämpfende Gegner kein Zionist gewesen. Palästinafahrt im Frühling Wie alljährlich arrangiert auch in diesem Frühjahr das Palästina-Informationsbureau eine Gesellschaftsfahrt nach Palästina. Wer sich für Erez Israel interessiert, soll es in der Jahreszeit der vollen Blüte, zur Zeit des Frühjahrsfestes, Pessach, sehen. Durch diese alljährliche Fahrt soll der alte Oie-Regel-Brauch erneut werden. Das Programm Donnerstag, 2. April,: Bahnfahrt von Wien nach Triest. Freitag, 3. April: Einschiffung auf den Schnelldampfer des Oesterreichischen Lloyd in Triest. Montag, 6. April: Ankunft in Alexandrien, Umschiffung auf den Syriendampfer. Donnerstag, 9. bis Dienstag, 14. April: Ankunft in Jaffa, Ausbootung, Weiterfahrt nach Jerusalem, Besichtigung der Kothel Ma'arawi, der Kunstgewerbeschule Bezalel, des hebräischen Gymnasiums, des israelitischen Blindeninstituts, der Nationalbibliothek, der Synagogen und anderer jüdischen Institutionen, Wagenausflug zu den Königsgräbern und auf den Oelberg, Spaziergang durch das Hinom- und Kidrontal, zum Absalomsdenkmal, Zachariasgrab und Schiloachquelle. Mittwoch, 15. April: Eisenbahnfahrt nach Ramleh, von da nach Rechoboth. Donnerstag, 16. April: Weiterfahrt über Ness-Zionah nach Rischon le-Zion, woselbst Besichtigung der großangelegten Kellereien des Weinbauersyndikates; Nachmittag weiter nach Jaffa. Freitag, 17. u. Samstag, 18. April: Aufenthalt in Jaffa, Besuch des jüdischen Stadtteils Tel-Awiw, des hebräischen Gymnasiums, der hebräischen Mädchenschule und anderer jüdischen Institutionen. Sonntag: 19. April: Wagenfahrt über die Kolonie Chederah nach Sichren Jakob. Montag: 20. April: Weiter nach Haifa. Dienstag: 21. April: Ausflug auf das Karmelgebirge, zur Eliasgrotte, Besichtigung des jüdischen Technikums. Nachmittag: Spazierfahrt um die Bucht von Akko. Mittwoch: 22. April: Mit der Hedjazbahn nach Tiberias. Nach Besichtigung der alten Stadt zu den heißen Quellen und zum Grabe des Rabbi Meir baal Haness, zur Farm Kinereth und Daganiah. Donnerstag: 23. April: Ausflug zur Kolonie Porian und von hier nach Jemma. Abends zurück nach Tiberias. Freitag: 24. April: Mit Boot aut dem Tiberiassee nach Tapoha, von hier mit Reittieren nach Rosch Pinah. Samstag: 25. April: Spaziergang nach der alten Stadt Safed. Nachmittags zurück nach Rosch Pinah. Sonntag: 26. April: Zurück über Tiberias nach Haifa, wo Einschiffung auf den nach Jaffa abgehenden Syriendampfer. Monta^J7. April: Ankunft in Jaffa, Ausflug nach Pethach- Dienstag: 28. April: Ankunft in Port-Said, Eisenbahnfahrt nach Cairo. Mittwoch: 29. April: Besichtigung von Cairo und Umgebung mit den Pyramiden von Gizeh. Donnerstag: 30. April: Eisenbahnfahrt nach Alexandrien, wo Einschiffung auf den Eildampfer nach Triest Sonntag: 3. Mai: Eintreffen in Triest, Weiterfahrt nach Wien. Montag4. Mai: Ankunft in Wien, Auflösung der Reisegesell- Kosten pro Person. I. Kl. II. KI. III. KI. Kr. Kr. Kr. Schnellzug Wien—Triest und retour Schnelldampfer Triest—Jaffa (samt Ka¬ 122.40 85.80 55.20 jüte und Verpflegung). Schnelldampfer Haifa—Triest (samt Ka¬ 266.34 193.92 106.83 jüte und Verpflegung). 265.04 193.34 106.25 Kosten des 19 tägigen Aufenthaltes in Kr. Kr. Kr. Palästina . 400 — 400.— 400.— Kosten des Aufenthaltes in Aegypten 65.— 65.— 65.— Freigepäck auf dem Schiff: I. Klasse 100 60 kg und III. Klasse 30 kg. kg, II. Klasse An Bord wird rituelle Verpflegung verabreicht. ' Bedingungen der Teilnahme. 1. Die Besorgung der Fahrkarten übernimmt das Palästina-Informationsbureau in Wien, die Reise in Palästina und Aegypten unternimmt das Reisebureau Sachs. 2. Wer an dieser Gesellschaftsfahrt teilnehmen will, muß sich spätestens bis zum 1. Februar beim Palästina-Informationsbureau, Wien II, Karmeliterplatz 1, anmelden. Bei später eingehenden Anmeldungen kann für die Reservierung der betreffenden Schiffskajüte keine Garantie übernommen werden. 3. Die Anmeldung zur Fahrt erfolgt durch die Ueberweisung des Schiffskartenpreises an den Jüdischen Nationalfonds, Konto Palästina-Informationsbureau, Wien II, Karmeliterplatz 1, und die Anmeldung zum Programm des Aufenthaltes in Palästina und Aegypten durch die Einzahlung von 100.— Kr. als Angabe bei der Unionbank in Wien, Konto Anglo Palestine Co. in Jaffa für Sachs. Der restliche Betrag muß bis 10. März spätestens eingezahlt werden. 4. Die als Angabe erlegten Beträge werden im Falle des Rücktrittes von der Reise nur dann retourniert, wenn der Rücktritt infolge Krankheit oder dergleichen geschieht. 5. Die für das Palästina - und Aegyptenarrangement ausgesetzten Beträge schließen in sich: Alle Beförderungen während des Landaufenthaltes und zwar Ein- und Ausbootspesen, Kosten für die Eisenbahnfahrkarten, Wagenfahrten in bequemen dreibänkigen amerikanischen Landwagen, Hotelpension in den bestvorhandenen jüdischen Hotels, Führung durch landeskundige hebräisch- und deutschsprechende Fremdenführer, alle Auslagen für die Gepäckexpedition, ferner alle Entree- und Trinkgelder. 6. Die Durchführung des Arrangements für Palästina und Aegypten ist für Teilnehmer sämtlicher Klassen gleich. 7. Die Rückfahrt kann jeder Teilnehmer auch zu einem späteren Zeitpunkte antreten, da die Rückfahrtscheine eine Gültigkeit von 12 Monaten haben. Es muß dies aber gleich bei Anmeldung zur Fahrt gemeldet werden. Die Kombination der Bahn- und Schiffs-Klassen für die Hin- und Rückfahrt wird den Passagieren überlassen. Nützliche Mitteilungen für die Teilnehmer. Es empfiehlt sich, einen lichten Stoffanzug für die Reise und einen dunkleren für den Aufenthalt in den Städten mitzunehmen. Notwendig ist ferner ein Ueberzieher (kein Winterrock) und evtl, ein Regenmantel, Filzhut, nicht sehr warme Wäsche. Die Mitnahme von Gesellschaftskleidern ist überflüssig, da weder auf dem Schiffe noch in den Hotels Toilettenzwang herrscht. Jedenfalls vermeide man es, viel Gepäck mitzunehmen, da die Beförderung desselben schwer und kostspielig ist. Jeder Teilnehmer soll einen vom türkischen Konsulat vidierten Reisepaß haben, der ihm auch als Ausweispapier dienen wird. Es ist nicht ratsam, bares Geld mitzuführen, vielmehr kauft man durch die Unionbank in Wien einen Kreditbrief auf die Anglo Palestine Company, di« an allen im Programm vorgesehenen Orten Zahlstellen hat. Briefe und Telegramme für die Reiseteilnehmer sendet man am besten: per Adresse Reisebureau Emanuel Sachs in Jaffa. Zu allen weiteren Auskünften ist das Palästina-Informationsbureau in Wien II, Karmeliterplatz 1, gerne bereit.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.