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Die Welt · 1914-01-02 · 1 (2.1.1914) · p. 14

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
18 (1914)
Issue
1 (2.1.1914)
Article
Protest der jüdischen Kolonien Kinereth und Daganjah
Date
1914-01-02
Page
14 (sequence 1)
Language
German
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14 Nr. 1 die^kelt Protest der jüdischen Kolonien Kinereth und Daganjah Im Namen der gesamten Bewohnerschaft der jüdischen Kolonien Kinereth und Daganjah in Galiläa haben die Vorstände dieser Kolonien an das Zionistische Actions-Comite eine Protesterklärung abgesandt, in der die Entrüstung der produktiven jüdischen Bevölkerung Palästinas über die beleidigende Mißachtung, die sie von seiten der philanthropischen jüdischen Verbände Europas erfährt, zum Ausdruck gebracht wird. Die Arbeiter und Kolonisten Palästinas, wird in der Erklärung ausgeführt, haben den hochmütigen „Wohltätern“, die auf ihren Geldsäckel und auf ihre vornehmen Beziehungen pochen, eine andere Macht entgegenzustellen: Die Macht des jüdischen Geistes, der jüdischen Arbeit und des jüdischen Volkswillens. Die Erklärung wendet sich auch gegen diejenigen nationalen und zionistischen Kreise, die bisher nichts für das nationale Erziehungswerk in Palästina geleistet haben und es ruhig mitansehen konnten, wie die Alliance, der Hilfsverein und andere assimilatorische Organisationen sich der ganzen Jugenderziehung im Lande bemächtigt haben. Es wird die Hoffnung ausgesprochen, daß wenigstens die jetzige Krise die betreffenden Kreise eines Besseren belehren und zur Selbstbesinnung führen möchte. Eine ähnliche Erklärung ist dem Zionistischen Actions- Comite auch von der Organisation der jüdischen Landarbeiter in Galiläa zugegangen. Die Protestbewegung in Galizien Unser Lemberger Korrespondent schreibt uns: Fast täglich finden in Galizien neue Protestkundgebungen statt. Es soll aber ausdrücklich betont werden, daß das Zentralkomitee der Zionisten Galiziens gar keinen Auftrag zur Einberufung der Versammlungen erteilt hat und daß Dr. Gerschon Zipper in seinem Aufrufe sogar ausdrücklich zur Sammlung für das hebräische Schulwerk in Palästina „ohne Versammlungen“ aufforderte. Die abgehaltenen Meetings gewinnen daher noch mehr an Bedeutung, weil sie einen spontanen, selbständigen Willensausdruck des entrüsteten galizischen Judentums darstellen. Zu den bereits gemeldeten Kundgebungen in G 1 i n i a n y, Buczacz, Nad wörme, Stanislau, Przemysl kommen neue u. a. in P o d h a j c e, Zloczöw, Lemberg zu. In Podhajce wurden die Versammlungen in allen Bethäusern abgehalten. In der großen Synagoge referierte Mordechaj S c h o r r. In Zloczöw hat die Kundgebung im Saale der israelitischen Kultusgemeinde bei einer ungemein großen Teilnehmerzahl stattgefunden. Das Referat erstattete Dr. David Werfel. Die anwesenden Herren Kultuspräsident Josef Gold und Bürgermeister, früherer Reichsratsabgeordneter, Mitglied des Polenklubs, Dr. Josef Gold, beide Nichtzionisten, haben sich dem Proteste angeschlossen. In den Resolutionen, die dem Kuratorium des „Jüdischen Instituts für technische Erziehung in Palästina“ übermittelt werden, wird der Empörung über dessen Sprachenbeschluß und weiteres Verhalten Ausdruck gegeben, Ascher G i n s b e r g, Dr. Schmarja L e v i n, Dr. Echiel T s c h 1 e - n o w und dem Zionistischen Actions-Comite Dank und Vertrauen ausgesprochen, dem Merkas Hamorim, der kämpfenden Jugend Teilnahme und Sympathie zugesichert, Komitees zu Sammlungen für das hebräische Schulwerk eingesetzt. Außer den Beschlüssen monatlicher Zuwendungen, Stanislau 100 Kr., Nadwörna 60 Kr. und den aus Przemysl überwiesenen 100 Kr., sind an Spenden bereits im Lemberger „Tagblatt“ 703,40 Kr. ausgewiesen. Protestversammlung Lemberger Hochschüler Für Dienstag, den 23. Dezember, hatte der Seniorenkonvent aller zionistischer Verbindungen in Lemberg eine Protestversammlung der jüdischen Hochschüler in den Saal der „Hasmonea“ einberufen. Auch viele nichtorganisierte Hörer nahmen an der stark besuchten Versammlung teil. Eröffnet wurden die Beratungen von Jur. Distenfeld, der mit den Jur. Jolles und Leder ins Präsidium gewählt wurde. Med. Tannenbaum referierte eingehend über die ganze Frage. In der angenommenen Resolution wird die einhellige Erbitterung der gesamten jüdischen Hörerschaft Lembergs über die bekannten Sprachenbeschlüsse des Kuratoriums des Technikums ausgesprochen, energischer Protest gegen den gewaltigen Angriff auf die hebräische Sprache und hierdurch die Lebensinteressen des gesamten nationalgesinnten Judentums erhoben, die Anerkennung für die mutige Verteidigung der hebräischen Sprache Ascher Ginsberg, Dr. Schmarja L e v i n, Dr. Echiel Tschlenow ausgedrückt, die vollste Solidarität und innigste Sympathie dem edlen Kulturkampf der Lehrer und Schüler bekundet und die materielle Unterstützung zugesichert. Der anwesende Sekretär des Vereines der hebräischen Schulen Galiziens und der Bukowina Sigel hat sich dem Proteste angeschlossen. Kundgebung der jüdischen Akademiker Die unten aufgeführten zionistisch-akademischen Korporationen Galiziens haben an das Kuratorium des „Jüdischen Institutes für technische Erziehung in Palästina“ ein Schreiben gerichtet, in dem es u. a. heißt: Im Aufträge und im Namen des ersten Verbandstages des Verbandes der zionistisch-akademischen Korporationen Galiziens, „Histadrut haakademijim hazionijim“ ^H. A. Z.), der 19 Korporationen mit 760 Mitgliedern umfaßt, bringen wir Ihnen folgende Erklärung zur Kenntnis: Ihr Beschluß betreffend die Unterrichtssprache an Ihren Haifaer technischen Anstalten hat die gesamte nationale Jugend unseres Landes aufs schmerzlichste überrascht und in ihrer« Gefühlen für die hebräische Sprache getroffen. Sie, die als deutsche Juden nur einen kleinen, halb entjudeten Bruchteil des Judenstammes bilden, dürfen es sich nicht herausnehmen, der ganzen und speziell der orientalischen und osteuropäischen Judenheit gegen deren Willen und Bedürfnisse die Wege ihrer kulturellen Entwicklung von oben herab zu dekretieren. Wir fühlen uns durch dieses vollkommen unbegründete und von Ihnen usurpierte geistige Protektorat aufs bitterste be- Wir erklären, daß wir mit der ganzen Kraft unserer Liebe für das Judentum, das Judenland und die Judensprache der palästinensischen Jugend in ihrem Kampfe um die jüdische Schule und um Befreiung vom Joch assimilatorischer Bevormundung beistehen werden. Wir zeichnen mit vorzüglicher Hochachtung Verbindung „Przedswit-Haschachar“, Krakau. Jüdisch-akademische Verbindung „Emunah“, Lemberg. Jüdisch-akademische Verbindung „Heatid“, Lemberg. Jüdisch-akademische Verbindung „Judäea“, Lemberg. Jüdisch-akademische Verbindung „Makabäa“, Lemberg. Vereinigung jüd. Akademiker „Techija“, Brody. Jüdisch-akademische Verbindung „Hasmonea“, Buczacz. Akad. Vereinigung „Makabäa“, Drohobycz. Verbindung zionistischer Akad. „Hebroniah“, Drohobycz. Vereinigung jüdischer Akad. „Swit“, Jaroslau. Verbindung zionistischer Akad. „Agudath HerzI“, Przemysl. Jüdisch-akademische Verbindung „Makabäa“, Rzeszow. Verbindung zionistischer Akad. „Judäa“, Sambor. Verbindung zionistischer Akad. „Bar Kochba“, Stanislau. Jüdisch-akademische Verbindung „Giskalah“, Stanislau. Jüdisch-akademische Vereinigung „Emunah“, Stryj. Akademische Verbindung „Bar Kochba“, Tamow. Verbindung zionistischer Akad. „Tikwah“, Podwoloczyska. Jüdisch-akademische Verbindung „Degel Jehuda“, Sniatyn. Das Präsidium der zionistisch-akademischen Korporationen Galiziens. M. Gottfried. Dr. Knopf. Dr. Kupfer. Protest der jüdischen Studenten in Lausanne Die jüdischen Studentenverbindungen „H atikwah“ und „I s r a e 1“ in Lausanne veranstalteten eine Protestversammlung gegen die Beschlüsse des Kuratoriums. Nachdem verschiedene Redner auf die Gefahren hingewiesen hatten, die die Verwirklichung der Beschlüsse für die palästinensische Judenheit nach sich ziehen müßte, wurde einstimmig eine

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