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Die Welt · 1912-11-01 · 44 (1.11.1912) · page 14

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
16 (1912)
Issue
44 (1.11.1912)
Date
1912-11-01
Page
– (sequence 14)
Language
German
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1366 ===■=.,.,: . =.-. DIE3§EELT-- ■ Nr. 44 sitzende, Dr. M a n a s s e , erstattete den Geschäftsbericht, aus dem folgendes hervorzuheben ist: Die Zahl der Schekelzahler ist von 217 auf 247, die Zahl der Mitglieder von 184 auf 208 gestiegen. Es fanden während des Geschäftsjahres 11 Gruppen Versammlungen, sowie 3 öffentliche Versammlungen statt. In der einen hielt Herr Dr. Klee über den Fall Metternich und die deutschen Juden einen Vortrag, Herr Rechtsanwalt Dr. Grone mann sprach über den Zionismus und die religiösen Parteien, Herr Dr. Sch mar ja L e v i n über die Tragödie der Heimatlosigkeit der Juden. Diese .Versammlungen waren stets von mehr als 400 Personen besucht. Am Schluß des Delegiertentages der deutschen Zionisten fand die größte öffentliche Versammlung statt, in der die Herren: Dr. Klee, Julius Simon, Dr. Straus, Dr. H a n t ke und David Wolffsohn sprachen. -- Die nationaljüdische brauen Vereinigung arbeitet in derselben Weise wie bisher. Im Laufe des Berichtsjahres wurde hier auch eine Misrachigruppe unter der Leitung des Herrn Dr. Jeremias gegründet. Frankfurt a. M. Am 8. Oktober fand eine Mitgliederversammlung der hiesigen Ortsgruppe statt, in der Dr. Sch warzschild über die Sitzung des Zentralkomitees Bericht erstattete. Hamburg, Der nordwestdeutsche Gruppenverband, der jetzt infolge einer geographischen Neuorientierung an die Stelle des früheren hanseatischen Gruppenverbandes tritt, hielt am 13. d. M. in Hamburg seine erste Tagung ab, an der zwei Mitglieder des Engeren Actions-Comites, I)r. Hantke und Dr. L e v i n , teilnahmen. Zuerst referierte Herr Dr. William U n n a über das Thema ,,Körper und Seele unserer Organisation“. Sodann sprach Dr. Hantke in eindrucksvoller Weise über die Richtlinien, nach denen die programmatische Arbeit der jetzigen Leitung sich entwickelt. Herr Zahnarzt Rot schild (Lübeck) sprach über das von dem Gruppenverbände für das nächste Jahr aufgestellte Arbeitsprogramm. Dr. Blöde, Hamburg, referierte über das Thema ,,Die wirtschaftliche Privatinitiative in der jüdischen Kolonisation Palästinas“. Die außerordentlich anregenden internen Verhandlungen der Konferenz schlossen mit einer Neukonstituierung des Vorstandes; zum Verbandsvorsitzenden wurde einstimmig Herr Leopold Landau, Hamburg, gewählt. Am Abend sprach Herr Dr. L e v i n in einer großen öffentlichen Versammlung über das Thema: ,,Assimilation und nationaler Gedanke“. Chemnitz. Am 13. d. M. fand in Chemnitz eine Besprechung behufs Zusammenschlusses der sächsischen Ortsgruppen zu einem sächsischen Gruppenverbande statt. Als Delegierter der Zionistischen Vereinigung für Deutschland war Herr Motzkin erschienen. Am Abend desselben Tages fand eine sehr gut besuchte Versammlung statt, in der Herr Motzkin über die ,,Emanzipationsbestrebungen der russischen Juden" sprach. Kattowitz. Unsere Ortsgruppe nahm ihre Wintertätigkeit mit einer am 30. September er. stattgehabten Versammlung auf, in welcher der Vorsitzende, Herr Arnold Wiener, über die Zentralkomitee-Sitzung in fesselnder Weise referierte. Heber die Ergebnisse der Tagung sprach sich der Referent sehr befriedigt aus. Am 6. Oktober er. sprach in einer gutbesuchten öffentlichen Versammlung Herr Kurt Blumenfeld über ,,Jüdische Gegenwartsaufgaben". Der Redner ließ die verschiedensten, das jüdische Lehen berührenden Ereignisse der letzten Zeit, unter anderm auch den Fall Mugdan, Revue passieren und wies nach, daß eine klare und befriedigende Stellungnahme zu all diesen Problemen nur vom zionistischen Standpunkte aus möglich ist. Die in der Diskussion von Herrn Lehrer Godlewski geäußerten, mehr auf praktischem Gebiete liegenden Bedenken .gegen den Zionismus widerlegte der Referent in seinem Schlußworte in wirksamster Weise. Oesterreich Wien. Auf Veranlassung der ,,Wiener zionistischen Vereinigung“ sprach der Sekretär des Actions-Comites, Herr Kurt B 1.n m e n f e 1 d , am 17. (Oktober in einer stark besuchten Versammlung zionistischer Mittelschüler, ln geistreicher Weise entwickelte er den zionistischen Gedanken, um dann in sehr wirksamen Worten an die Versammelten den Appell zu richten, durch systematische Unterrichtskurs g, die von erfahrenen und gereiften Kräften zu leiten sind, eine gediegene und wissenschaftlich gefestigte Kenntnis des Judentums und der zionistischen Theorien zu erwerben. Nach diesen Ausführungen, die von lebhaftem Beifall begleitet waren, ergriff der Präsident der Vereinigung, Gg. Heinrich Glanz, das Wort, um die Mittelschüler zur Teilnahme an Geschichts- und hebräischen Kursen aufzufordern, deren Organisation die Vereinigung übernommen hat, und überreichte dem Referenten das Diplom einer von den Mittelschulen gestifteten Oelbaumspende. Bodenbach. Lange Zeit hindurch war es in unseren Grenzstädten Tetschen und Bodenbach für die zionistische Bewegung nicht möglich, festen Fuß zu fassen. Endlich ist der Zionismus dank der rührigen Tätigkeit des Vereins ,,Theodor Herzl" in Aussig auch hier siegreich vorgedrungen und gewinnt täglich neue Freunde. Am 20. d. M. veranstaltete der Verein ,,Theodor Herzl" seine zweite Agitationsversammlung, die einen glänzenden Erfolg hatte. Herr Dr. M argul i es aus Leitmeritz, der Redner des Abends, begründete und erläuterte die zionistische Idee als die einzig mögliche Lösung der Juden frage. Der Beweis, daß unsere Agitation erfolgreich ist, äußerte sich nicht nur in den Spenden für den N.-F., sondern auch in der Tatsache, daß der Verein „Theodor Herzl" binnen 5 Wochen über 30 neue Mitglieder in unseren Städten gewonnen hat. Wir hoffen, daß es gelingen wird, hier einen zionistischen Verein zu gründen. Zborow. Hier starb kürzlich Herr Isaak Simson Halpern, ein vortrefflicher Talmudist und hochangesehener Bürger, der an der zionistischen Bewegung regen Anteil nahm. Ehre seinem Andenken. Aus den Wiener Organisationen (Von unserem! Berichterstatter.) W i c n. Der bevorstehende Wiener Zionistenkongreß eifert unsere Wiener Gesinnungsgenossen zu verdoppelter Tätigkeit an und sie wissen dem engeren Aktionskomitee Dank, daß es sie in der verantwortungsvollen diesjährigen Organisations- und Pro paganclaarbeit werktätig unterstützt. Der zionistische Z e n t r a 1 v c r e i n konnte die Winterarbeit mit einem Vortrage des Mitgliedes unserer Leitung, Dr. Schemarjahu L e v i n , eröffnen. Levin war dem Wiener Publikum durch drei Vorträge im Vorjahre bekannt, so daß die Saaltüren lange vor dem angesetzten Beginne seiner bedeutsamen Rede über „Nationalismus und Assimilation“ geschlossen werden mußten. Es war ein voller, nachhaltiger Erfolg, ln engerem Kreise der Vertrauensmänner gab Dr. Levin ausführlichen Bericht über die Situation im Zionismus. Die S t u d e n t e n v e r e i n e haben ihre Tätigkeit, die in diesem Jahre besonders wichtig und notwendig ist, durch eine große, gemeinsame Studenten Versammlung der organisierten zionistischen Akademiker inauguriert. Der Generalsekretär unserer Partei, Herr Kurt B 1 u in e n f e 1 d , behandelte in gediegener Rede Sinn und Wert studentisch-zionistischer Arbeit. Blumenfeld hat in dankenswerter Weise zugesagt, in einer Serie von Vorträgen die zionistischen Probleme vor demselben Auditorium zu behandeln. Der erste Wiener zionistische Frauen vere i n bewies wieder seine Opferwilligkeit und sein gereiftes Verständnis für die praktische Palästinaarbeit. Unsere Frauen bringen bekanntlich seit Jahren einen großen Teil der Mittel auf, die zur Erhaltung des Palästina-Informationsbureaus erforderlich sind, und haben erst im Vorjahre ein Grundstück in Erez-Israel erstanden. Anläßlich der Aktion für die jemenitischen Juden in Palästina ist der Frauenverein abermals den anderen Organisationen durch schönes Beispiel vorangegangen, indem er den Betrag von 1000 Kronen für ein Jemeniten ha us aufbrachte. Der Akademikerverein Theodor Herzl wirkt eifrig in der Leopoldstadt. Besonders hervorzuheben ist sein Lichtbildervortrag über den jüdischen Maler Samuel Hirszenberg, bei welchem auch die letzten in Palästina geschaffenen Werke des so früh verstorbenen Meisters vorgeführt wurden. Die Conference hielt Osias Herschdörfer. Wiener Kultuswahlen 1912 Den Gesinnungsgenossen wird mitgeteilt, daß das Ministerium für Kultus und Unterricht die Statutenänderung vom 6. Februar 1912 genehmigt hat. Es sind also in diesem Jahre auch alle jene Steuerträger w a h 1 - berechtigt, welche mit der Leistung der Steuer rückständig sind. Die Neuwahlen sind für den 24. November 1912 ausgeschrieben. Es gelangen 8 Mandate mit sechsjähriger Laufzeit und das Mandat des verstorbenen Vorstandes

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