Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 16 (1912)
- Issue
- 15 (12.4.1912)
- Date
- 1912-04-12
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/3315709-3316514-3316529--55874-3349732- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Nr. 15 _ D1E1 Busseldorf. Im vorigen Monat fand hier eine Bezalel- Ausstellung statt, «die von einem allgemeinen Komitee veranstaltet war. Während der Ausstellung fand ein öffentlicher Vortrag über den Bezalel von Frau Bertha Epstein aus Duisburg statt. Hamburg-Altona. In der Zionistischen Ortsgruppe sprach Herr Dr. Alexander Hausmann (Lemberg) vor einem großen Pubfikum über „Die türkische und arabische Frage in Raiästina". Am 17. März veranstaltete die Frauen Vereinigung der Zionistischen Ortsgruppe Hamburg-Altona zum Besten der Ferien- Tage s-Kolonien ein Kinderfest. Berlin. Am 13. März veranstaltete die Jüdisch-nationale Frauenvereinigung einen Kinder-PurimbalL Chemnitz. Am 11. März fand in der Ortsgruppe eine Purimfeier statt, die außerordentlich stark besucht war. Darmstadt. Am IQ. März hielt Herr Nahum Ooldmann, Frankfurt a. M., in einer von der Zionistischen Ortsgruppe einberufenen Versammlung einen Vortrag über „Die Renaissance der jüdischen Kultur'4. Duisburg. Am 19. März sprach in der Zionistischen Vereinigung Herr Dr. H. G. Heymann, Berlin, über Palästina, das jüdische Kolonisationsgebiet44. Hagenau. Letzten Samstagabend sprach hier Herr Prot. Dr. Dreyfuß aus Straßburg über „Das jüdische Problem*4. Essen-Ruhr. In der Ortsgruppe sprach am 20. März Herr Dr. H. G. Hey mann, Berlin, über Palästina, das jüdische Siedlungsgebiet". Straßburg. In einem von der Zionistischen Ortsgruppe in Gemeinschaft mit dem jüdisch-literarischen Frauen verein veranstalteten Vortragsabend sprach am 20. März Herr Kurt Nawratzki über „Palästina44. Kattowitz. Im Februar hielt Herr Dr. S a n d 1 e r, Breslau, vor einem mehr als 500köptigen Publikum einen Palästinalichtbildervortrag. Österreich Zionistische Veranstaltungen in Böhmen (Von unserem Berichterstatter.) P r a g. An Veranstaltungen in Böhmen sind zu registrieren eine jüdische Akademie in Krumau, bei der die Gesinnungsgenossen Dr. H u g o Herr m a n n , Dr. Oskar Epstein und Paul Gerstl aus Prag mitgewirkt haben, eine Akademie in Raudnitz, bei der der Distriktsobmann Herr Dr. Ludwig Singer in tschechischer Sprache die Rede hielt und der Stüde nt e n v e r e i n Theodor H e r z 1 den künstlerischen Prügrammteil besorgte, ein Vortrag, den Prof. Dr. Viktor Freud in Teplitz hielt. Dr. F ranzüppe n h e i m e r sprach im Prager jüdischen Beamten verein über „Kunst und Wissenschaft4'. Dr. I g n a z Z o 11 s c h a n sprach im Prager Volksverein am 25. März über „Sorabart und die Juden4'. Prof. Dr. W e i z m a n n hielt einen Vortrag, zur Aussprache für die Zionisten im tschechischen Sprachgebiet wird ein Zionistentag in einer tschechischen Provinzstadt vorbereitet, der der Arbeit der Organisationen einen frischen Schwung geben soll; es wird die Errichtung eines zionistischen Bureaus in Prag geplant, das auf Grundlage der durch Sekretär Blumenfeld vermittelten Anregungen in die bisher zum Teil planlose Arbeit System und Kontinuität bringen soll, die Sammlungen schreiten so vorwärts, daß der J. N.-F. für die ersten drei Monate K)12 doppelt so viel Spenden erhalten hat als im gleichen Zeitraum des Vorjahres,* der jüdische Frauen- Verein in Prag veranstaltet jüdische Märchen Vorlesungen für Kinder; es ist nicht zu verkennen, dali der Zionismus selbst in ein der Erstarrung schon anheimfallendes Judentum neues Leben zu bringen vermag. Davon sprechen* auch die literarischen Unternehmungen, die von Prag ausgehen: so gibt der „Verein jüdischer Hochschüler Bar Kochba" eine Monatsschrift „Zionistische Briefe*' heraus, die jetzt auch in Deutschland Freunde gefunden haben und vielleicht den Anfang noch größerer Publikationen bilden könnten. Allerdings erfordert solche Arbeit, wie sie in Böhmen geleistet wird, einen kraftvollen Optimismus und die systematische Stärkung der zionistischen Organisation. Die gesamte jüdische Literatur für K. 2.50 Eine sehr interessante Institution hat das zionistische Distriktskomitee für Böhlmen eingerichtet. Die Erfahrung hat gezeigt, daß Tausende von Juden Böhmens in kleineren und ^ELT 451 kleinen Provinzorten, ausgeschlossen aus den Ortsbibliotheken oder nicht zufrieden mit dem kargen literarischen Material der Provinizbibliothek, ein starkes Bedürfnis nach unterhaltender und belehrender Literatur haben, das sie nicht befriedigen! können. Fortwährend Bücher zu kaufen ist teuer; Leihbibliotheken gibt es nur in der Großstadt. Diesem Bedürfnis und gleichzeitig dem nach jüdischer Literatur abzuhelfen, hat das Zionistische Distriktskomitee, in Verbindung mit einer großen Prager Leihbibliothek, eine Jüdische Leihbibliothek gegründet. In der Provinz sollen sich kleine Gruppen bilden, die zusammen Bücher entlehnen. Für jedes Buch wird ein Betrag von 2,50 K. enthoben, so daß z. B. 20 Bücher für 50 K. entlehnt werden. Diese 20 Bücher werden in der Entlehnergruppe getauscht, und bis sie ausgelesen sind, ausgewechselt. Der Umtausch findet beliebig oft statt, so daß eine kleine Gruppe für 50 K. jährlich Hunderte von Büchern erhalten kann. Der erste gedruckte Katalog enthält schon; einige hundert Werke von Juden, über Juden und Judentum, Belletristisches, aber auch Wissenschaftliches, in deutscher und in tschechischer Sprache. Wenn sich die jüdische Leihbibliothek einlebt, wird sie unendlich viel geistige Anregung vermitteln, Kenntnis vom jüdischen Schaffen verbreiten und der zionistischen Organisation unzählige Freunde gewinnen. Die Einrichtung dürfte auch über Böhmens Grenzen hinaus Interesse erwecken. Prospekte und Kataloge versendet auf Verlangen das Distriktskomitee in Prag, Langegasse 41. Vorträge Professor Weizmanns In Wien und Prag fanden kürzlich große öffentliche Versammlungen statt, in denen Professor Weizmann aus Manchester, Mitglied des A. C, Vorträge über „Zionismus und Weltbürgertum" hielt. * Wien. Die akad. Verb. „Kadimah" veranstaltet am 7. und 8. Mai im Festsaale des Ingenieur- und Architektenvereins einen Vortragszyklus: „Palästina als Feld jüdischer Einwanderung/1 den Herr Davis Trietsch aus Berlin abhalten wird. Prag. (Verein jüfl. Hochschüljer Bar Kochba.) Bei der 39. ond. Semestnil-Generalversammlung erstattete der abtretende Obmann Jur. Robert Weltsch den Bericht über *las Wintersemester 1911/12. Der Besprechung der mehr praktischen Ju,daisierungs- und Zionisierungsarbeit waren mehrere Vereinsabende gewidmet. Das Hebräischseminar unter Leitung des Herrn med. B. F r u m k i n , das vor allem für die Bb/ Bb. bestimmt und für diese obligat ist, wurde auch von zahlreichen Gästen besucht. In dem zionistischen Seminar wurde zunächst die Psychologie des Diasporajudentums behandelt, dann nach Besprechung der theoretischen Grundlagen des modernen Zionismus die Interpretation Achad H a am s begonnen. Der Besprechung letzter zionistischer Probleme dienten auch die Vereinsabende, bei denen Mathias Ach er über „Ost- und Westjudentum'4, Bb. Robert Weltsch über „Zionismus der Westjuden4*, Bb. Hans Kohn über Wassermanns „Mythos und Persönlichkeit'4 sprachen. Ein Vereinsabend war eine Gedenkfeier für Moses Heß, bei der Bb. Dr. Herr mann die Gedenkrede hielt, zwei Abende galten einer historischen Untersuchung über „Jüdische Kunst im antiken Palästina", worüber Bb. Pacovs k y sprach. — Anläßlich einer akademischen Diskussion, die" der Präger Hochschulprofessor Ehrenfels eingeleitet hatte, sprach Bb. Weltsch in der Debatte über das Wesen unserer Bestrebungen vor der studentischen Oeffentlichkeit, ferner wurde gelegentlich der Anwesenheit des Parteisekretärs Herrn Kurt Blumenfeld mit den anderen Prager Studentenkorporationen gemeinsam eine große Studentenversammlung veranstaltet. In zahlreichen Provinzstädten Böhmens sprachen Bb. Bb. wiederholt bei verschiedenen Gelegenheiten. Brünn. Am 7. März fand ein Rezitationsabend des Herrn Joset Ambrunn, München, statt, der von der Jüd. Akad. Lesehalle veranstaltet war. Wien. Seit jeher bestand an der Exportakademie des k. k. Handelsmuseums in Wien unter der jüdischen Hörerschaft das Verlangen nach einem engeren Zusammenschluß zuun Zwecke der gemeinsamen Arbeit auf jüdischem und eigenfachlichem Gebiete. Die diesbezüglichen Bestrebungen haben endlich zu einem befriedigenden Resultate geführt. Am 13. März fand auf Grund der von der k. k. niederösterreichischen Statthalterei genehmigten Statuten die konstituierende Generalversammlung der „Vereinigung jüdischer Export-Akademiker" in Wien statt. In den Ausschuß wurden gewählt. Siegfried Lustig, Präses; Abraham Bernstein, I. Vize-