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Die Welt · 1912-02-23 · 8 (23.2.1912) · page 20

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Journal
Die Welt
Volume
16 (1912)
Issue
8 (23.2.1912)
Date
1912-02-23
Page
– (sequence 20)
Language
German
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250 =D1E3 reichisch-iingarischen Monarchie erfolgt, woselbst dieses Sammelmitte! sich anscheinend wachsender Beliebtheit erfreut, während es sich in den übrigen Ländern bisher nidht so recht einzubürgern vermochte. Unser wichtigstes Sammelmittcl, die Büchse, hat zwar einen Fortschritt zu verzeichnen; er ist aber immer noch unwesentlich angesichts aller gemachten Anstrengungen, unseren Gesinnungsgenossen die große Bedeutung einer guten Büchsenorganisation vor Augen zu führen. Eine erfreuliche Ausnahme macht Deutschland, dessen Sammelstelle die Organisierung der Büchsenleerungen im letzten Jahre tatkräftig in Angriff genommen und eine Steigerung von ca. 50 n o erzielt hat. Wir konstatieren übrigens unter Bezugnahme auf unsere Bemerkung in der vorigen Nummer, daß unser verdienstvoller Gesinnungsgenosse Max W o 11 s t e i n e r , wie auch das Bureau der Zionistischen Vereinigung für Deutschland die Geschäfte des Nationalfonds in mustergültiger und hingebender Weise führen. Wenn der Erfolg noch nicht ganz den Bemühungen entsprach, so lag dies, wie wir glauben, zum Teil darin, daß es an einer genügenden mündlichen Propaganda noch gefehlt hat. Wie uns mitgeteilt wird, wird jetzt durch die Tätigkeit des Parteisekretärs nach dieser Richtung Abhilfe geschaffen. - Bei Nordamerika ist, wie bei allen Spenden, auch bei den Büchsen eine starke Zunahme zu bemerken. Oesterreich weist zwar eine Zunahme von 15 000 M. auf, es scheint uns aber, daß diese Zunahme infolge der Trennung der Sammelbüchse vom „Goldenen Buch" zu erklären ist. Das G o 1 d e n e Buch zeigt einen Rückgang der Ergebnisse um ca. 40 000 M.; dabei ist jedoch der eben erwähnte Umstand zu berücksichtigen, daß im letzten Jahre die für Eintragungen verwendeten Büchsen-Erträgnisse, namentlich in Oesterreich, in der Büchsenrubrik und nicht mehr in jener des Goldenen Buches enthalten ist. Dadurch erklärt sich zu einem großen Teile wenigstens der Rückgang. Die O e 1 b a u in s p e n d e weist eine Zunahme auf, die hauptsächlich in Nordamerika und Rumänien erfolgt ist. Die Landspende hat eine beträchtliche Vermehrung in Ganada und in den Vereinigten Staaten erfahren, wie denn die Idee der Landspende überhaupt von Amerika ausging, allmählich aber auch in Rußland und Rumänien Anklang zu finden beginnt. Die W o 1 f f s c) Ii n s t i f t u n g hat vor allem den Erfolg aufzuweisen, daß sie auch andere zur Nachahmung und zunächst zur Begründung des Halperinfonds für den gleichen Zweck geführt hat. Der Eingang im Jahre 1Q11 bedeutet durchaus keinen Rückgang-, denn der im vorigen Jahre ausgewiesene Betrag stellte nur die Gesamtsumme der seit mehreren Jahren vorhandenen Gelder dai\ welche zu einer Stiftung zusammengefaßt und mit dem Nationalfonds auf Antrag des Herrn Wolffsohn vereinigt worden ist. Das Erträgnis des letzten Jahres von ca. '3000 M. ist als ein befriedigendes zu bezeichnen, doch möchten wir darauf aufmerksam machen, daß schon der gesamte Betrag für die Erbauung von 15 Einfamilien-Arbeiterhäusern verwendet worden ist. Bei der Wichtigkeit dieser Arbeiterhäuser, insbesondere im Hinblick auf die immer z a h 1 r e i c h e r w erdenden Y e ni e n i t e n - F a m i 1 i e n , bedarf es wohl nicht vieler Worte, um unsere Freunde zu einer stärkeren Förderung dieses Fonds in diesem Jahre zu veranlassen. Dr Nationalfonds-Marken haben leider wieder einen Rückgang zu verzeichnen, und dies fast in ^;>i>**»?cj:k^^^ [ELT'. Nr. 8 allen Ländern bis auf Nordamerika. Wir möchten unsere Vertrauensmänner bitten, doch mehr darauf hinzuwirken, daß kein Zionist einen Privatbrief absendet, ohne eine Marke aufzukleben. Andererseits sollte der Ervverb von Marken durch Einrichtung von Verkaufsstellen erleichtert werden. Wir haben durch Ausgabe von Heftchen den Vertrieb nach Möglichkeit zu vereinfachen gesucht und planen für die nächste Zeit auch die Herausgabe einer neuen Marke. Die Telegramm-Formulare haben hingegen eine, wenn auch nicht sehr wesentliche Zunahme aufzuweisen. Der Vertrieb dieses Sammelmittels, wie übrigens der Erfolg aller übrigen, hängt in erster Linie von einer gut funktionierenden Organisation ab, deren Ausbau sich unsere Gesinnungsgenossen in diesem Jahre in noch höherem Maße als bisher widmen müssen. Puritn-Agitation Es hat sich erfreulicherweise in den letzten Jahren immer mehr der Brauch ausgebildet, jeden Gedenk- oder Feiertag, der die Juden an ihre glorreiche Vergangenheit erinnert, für eine bestimmte Agitationsart zugunsten des Nationalfonds zu benutzen, der zur Herbeiführung einer ebenso glorreichen Zukunft unseres Volkes und Landes geschaffen wurde. So ist das Purimfest seitens unserer Vertrauensmänner an vielen Orten zum Anlaß genommen worden, um die Kinder durch Wort und Schrift über das Wirken des Nationalfonds zu belehren und zur Mitarbeit heranzuziehen. Die Resultate waren dort, wo die Agitation zweckmäßig betrieben wurde, sehr befriedigend und zu weiterer Tätigkeit nach dieser Richtung ermutigend. Angesichts des bevorstehenden Purimfestes seien daher unsere Sammelstellen und N.-F.-Kommissäre höflichst daran erinnert, auch diesmal, sofern sie dies noch nicht getan haben, überall die Kinder-Agitation für Purim vorzubereiten. Das nötige Material w ie Flugblätter und Münzen, letztere als Belohnung für diejenigen Kinder, welche einen bestimmten Minimalbetrag aufgebracht haben, stellen die Landes-Sammdstellen und das Hauptbureau in beliebiger Anzahl zur Verfügung. _, SPENDEN AUSWEIS Sammelstelle des Jüdischen Nationalfonds für Deutschland: (Adresse: Max Wollsteiner, Berlin-Charlottenburg, Sybelstr. 50. —- Publikationsorgan: „Judische Rundschau", Berlin.) Vom 26. Januar bis 2. Februar d. J. eingegangen und in Nr. 5 der „Jüdischen Rundschau'* detailliert ausgewiesen: Allgemeine Spenden............ M. 79.2b Sammelbüchsen.............. 464.46 Goldenes Buch (Teilzahlungen)........ » 92.50 Oelbaumspenden.............. „ 313.50 D. u. F. Wolffsohn-Stiftung.......... _A~ Summe JC 951.71

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