Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 16 (1912)
- Issue
- 6 (9.2.1912)
- Date
- 1912-02-09
- Page
- – (sequence 22)
- Language
- German
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188 DIE1SKE LT ■ Nr. 6 Das Ergebnis des Jahres 1911 Die N. F.-Eingänge im letzten Jahre von insgesamt ca. 542 000 M. weisen gegenüber jenen von 1910 per ca. 424 000 M. — vom Genossenschaftsfonds sehen wir ab — eine Zunahme von ca. 118 000 M. auf. Im Jahre 1910 betrug die Steigerung gegenüber dem vorhergegangenen Jahre bloß 50 000 M. Dieses Resultat wird viele unserer Freunde gewiß angenehm überraschen, da mitunter die Meinung laut wurde, daß die Einnahme von einer halben Million einen Höhepunkt bilde. Außerdem ließen die Störungen in Rußland durch Aufhebung gebene Büchse nur etwas über 1 Mk. für das Jahr 1911. Und doch hängt der Erfolg gerade dieses Sammelmittels fast ausschließlich von einer gut funktionierenden Organisation ab. Wo diese vorhanden ist, hat die Büchse unseres Wissens das fünffache und noch mehr des erwähnten Durchschnittes stellenweise ergeben. Wir hegen aber die Ueberzeugung, daß unsere Freunde immer mehr die Bedeutung dieses wichtigsten Volks-Sammelmittels würdigen und dessen Organisation dementsprechend ausbauen werden. Macht dieses für die breiten Massen bestimmte Sammelmittel noch langsame wenn auch stetige Fort- Die Spendenausweis-Organe des J. N. F. der dortigen Sammelstelle im letzten Jahre Schlimmes befürchten. Auf den letzteren Umstand werden wir noch bei Besprechung der Ergebnisse in den einzelnen Ländern näher eingehen. Wir möchten aber im allgemeinen hervorheben, daß wir an die Entwicklungsfähigkeit des Nationalfonds viel zu große Erwartungen knüpfen, um über das jetzige Ergebnis zu jubeln. Es ist gewiß erfreulich, daß der N. F. mit einem Jahreseingang von nahezu 700 000.— Frs. bereits die großen jüdischen Hilfs¬ und Erziehungsinstitutionen übertroffen hat. Mit den großen Aufgaben verglichen, die sich indes der N. F. gestellt hat und die täglich dringender an ihn herantreten, müssen wir die Eingänge des N. F. noch immer als unzureichend erklären. Sie sind unzureichend mit Rücksicht auf die sich darbietenden Betätigungsmöglichkeiten in Palästina, aber auch noch unzureichend angesichts des großen 26 Länder umfassenden Organisationsapparates, den der N. F. mit so großen Kosten und Mühen eingerichtet hat. In letzterer Beziehung ist das ungenügende Ergebnis der Büchsen auffallend; im Durchschnitt entfällt auf jede bisher ausgeschritte, so beginnt das Streben, unsere vermögenden Stammesgenossen für die großen Ziele unserer Institution zu interessieren und zu gewinnen, schöne Früchte zu zeitigen. Immer häufiger werden größere Zuwendungen, die teils sofort, teils nach dem Ableben der hochherzigen Spender realisierbar werden. Es tritt selbstverständlich jetzt nur der erste Teil der bezüglichen Erfolge in die Erscheinung. Immerhin konnten wir für 1911 eine Reihe sehr namhafter Zuwendungen publizieren. Neben Anonymus mit 54 000 M. Herr Ing. Halperin mit 30 000 Frs., auf die vorläufig 10 000 Frs. eingezahlt wurden; Herr B. Kahane zahlte wieder 40 000 Francs ein. Ferner erhielten wir aus dem Nachlaß von Frau W o d o n o s o w a zirka 10 000 M. und von Herrn Dr. Felix Theilhaber eine Spende von 1000 M. als erste Zahlung auf eine größere Stiftung. Wir haben allen Grund zur Hoffnung, daß die Zeit nicht mehr fern ist, wo große Zuwendungen und Stiftungen vermögender Juden zugunsten des Nationalfonds zu einer stetigen und zur größten Einnahmequelle des Nationalfonds werden. Ohne die Ausgestaltung aller übrigen Sammel-