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Die Welt · 1912-01-19 · 3 (19.1.1912) · page 25

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Journal
Die Welt
Volume
16 (1912)
Issue
3 (19.1.1912)
Date
1912-01-19
Page
– (sequence 25)
Language
German
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Nr. 3 DI E3|KE LT g 1 J^%< JUePI.SCHeR HATIonAL-FOriDS)^ Z?er Jüdische Nationalfonds ist dazu bestimmt, in Palästina Q-rund und Boden dls unveräußerliches Eigentum des jüdischen Volkes \u erwerben. Vom V. Zionistenkongreß im Jahre 1901 gestiftet, hat er bereits die Höhe von über 2l/2 Millionen Mark erreicht MITTEILUNGEN DES HAUPTBUREAUS DES JÜDISCHEN NATIONALFONDS IN KÖLN Briefe und sonstige Sendungen sind zu adressieren: Hauptöureau des Jüdischen Nationalfonds z. H. des Herrn Dr. M. J. Bodenheimer, Cöln, Neumarht 33 Nachtragsbericht der letzten Direktoriumssitzung Anläßlich der letzten Sitzung des Actions-Comites fand am 7. November vorigen Jahres in Berlin eine Sitzung des Direktoriums des J. N.-F. statt, über deren wichtigsten Beratungsgegenstand wir erst jetzt berichten können, da weitere Verhandlungen erforderlich waren, die erst in letzter Zeit zum Abschluß gelangt sind. Bekanntlich wird das dem Nationalfonds seit dem Jahre 1905 gehörige Land am ,1'iberiassee: Dalaika und Umdschuni (jetzt Kinereth und Dagania genannt) seit 1908 von der P. L. D. C. bewirtschaftet, welch letztere dieses Land für 93 Jahre vom Nationalfonds gepachtet hat. Als einmalige Zahlung der Pachtsumme erhielt der Nationalfonds Si 4500 Aktien der P. L. D. C Im April 1911 wandte sich nun der Vorsitzende des Direktoriums der P. L. D. C, Herr Professor War bürg an das Direktorium des Nationalfonds mit dein Vorschlag, das Verhältnis des letzteren zur P. L. D. C. einer durchgreifenden Revision zu unterziehen, da sich herausgestellt hätte, daß die P. L. D. C. in ihrer Parzellierungstätigkeit gehemmt sei, solange das alte Vertragsverhältnis bezüglich Kinereth und Dagania bestehe. Von den zwei Wegen, die die P. L. D. C. in Vorschlag brachte, war der erste dieser, daß der Pachtvertrag rückgängig gemacht werden sollte, und daß der Nationalfonds die härm in Kinereth nebst dem ihr angegliederten genossenschaftlichen Betrieb in eigene Verwaltung üoernehmen sollte. Herr Dr. Ruppin sollte zu diesem Vorschlag eine schriftliche Meinungsäußerung abgeben. Mittlerweile wurde die Mafruzierung von Dagania zu Ende geführt, so daß eine Erweiterung der dort wirtschaftenden Genossenschaft erforderlich wurde. Das Palästina-Ami regie deshalb im Mai 1911 an, daß die Siedlungsgesellschaft „Erez Israel", die zur Durchführung des Oppenheimer'sehen Projektes begründet worden ist, neben der in Aussicht genommenen Genossenschaft in Merchawja auch die in Dagania finanzieren und daß der J. N.-F. die nötigen Wirtschafts gebäude im Werte von ca. frs. 40O0O errichten sollte. Nach Verhandlungen mit der P. L. D. C., worin dieselbe erklärte, daß sie sich der Anregung des Herrn Dr. Ruppin voll und ganz anschließe, weil sie infolge mangelnder Mittel außerstande sei, die Errichtung der notwendigen Wirtschaftsgebäude und die Erweiterung des Betriebes für eigene Rechnung vorzunehmen, nahmen der Nationalfonds und die Siedelungsgesellschaft den Vorschlag der P. L. D. C. mit der Modifikation an, daß das Pachtverhältnis mit der P. L. D. C. bezüglich Dagania überhaupt aufgelöst und dieses also dem Nationalfonds zurückgegeben werden sollte. Mit Bezug auf Kinereth erstattete Herr Dr. Ruppin unterm 22. Oktober 1911 einen Bericht, der der letzten Direktoriums- Sitzung unterbreitet wurde, aus dem hervorging, daß auch die Farm Kinereth von der P. L. D. C. nicht weitergeführt werden könne, da sie dadurch in ihrer Haupt-Arbeit, nämlich ihrer Parzellierungstätigkeit, gehemmt sei. Die Farm habe infolge vieler Ausgaben zur Sicherung des Besitzes im ersten und zweiten Jahre einen ganz beträchtlichen Verlust gebracht, und auch für das jetzt beendete Wirtschaftsjahr stehe ein nicht unbeträchtliches Defizit bevor. Der P. L. D. C. sei es außerordentlich schwer, solche Verluste noch weiter zu tragen, zumal dadurch auch die weitere Kapitalwerbung gehemmt sei. Infolge dieser Verhältnisse kommt das Palästina-Amt zu einem Vorschlage, ähnlich dem den Herr Professor Warburg im April gemacht hatte. Der Pachtvertrag sollte aufgelöst werden und der Jüdische Nationalfonds sollte der P. L. ü. C. den Wert der in den Boden gesteckten Aufwendungen vergüten, wodurch die P. L. D. C. einerseits von Kinereth befrei! würde, andererseits beträchtliche Mittel erhielte, die sie für Erfüllung ihrer Verbindlichkeiten gegenüber der Siedlungsgesellschaft und dem Nationalfonds verwenden könnte. Sie würde dadurch ihre Schuld an den letzten auf £ 10ÜÜ0 zurückbringen können. Vor die Tatsache gestellt, daß der N.-F. infolge der mangelnden Mittel der P. L. D. C. auf jeden Fall Kinereth zurücknehmen müßte, drängte sich dem Direktorium die Erwägung auf, ob nicht die Siedlungsgenossenschaft, für die in Merchawja durch Errichtung von Gebäuden usw. erst die nötigen Vorbedingungen geschaffen werden mußte, nach Kinereth überführt werden sollte. Dadurch würde erstens erreicht werden, daß Dagania, welches der N.-F. für die Siedlungsgesellschaft bereits früher übernehmen mußte, mit Kinereth zu einem Betriebe vereinigt werden könnte. Zweitens würde die Siedlungsge nossenschart in Kinereth alles das bereits vorfinden, was in Merchawja an Gebäuden und Rechtssicherheit noch fehlt. Diesem Vorteile stand allerdings der Nachteil gegenüber, daß Kinereth, wie sich aus dem letzten veröffentlichten Berichte ergibt, im abgelaufenen Wirtschaftsjahre ein Defizit von über '50 000 Frs. aufweist. Es wäre aber dem Nationalfonds, angesichts dessen, daß die P. L. D.Cnicht weiterkommen konnte, solange sie die Last der Wirtschaften in Kinereth und Dagania zu tragen hatte, auf die Dauer dach nichts anderes übrig geblieben, als Kinereth zurückzunehmen, und es erschien ratsam, dies jetzt gleich zu tun, weil es jetzt noch möglich war, die Genossenschaft von Merchawja nach Kinereth zu verlegen und da der Boden in Merchawja vom J. N.-F. noch nicht endgültig erworben worden, sondern nur eine Anzahlung darauf geleistet worden war. Damit nun die Genossenschaft i n d e n Stand gesetzt Averde", das ganze Gebiet von c a. 5 8 0 0 Dunam zu bearbeiten, wird es nötig sein daß der Genossenschaftsfonds auf mindestens Frs. 2 5 0 0 0 0 erhöht wird. Für diese Erhöhung wird demnächst eine besondere Aktion eingelei tet werden.

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